Month: März 2020

arrive Nr. 3 2020

Die neue arrive – ab sofort im Handel mit der großen „Parade der Hybriden“

Die Corona-Krise bestimmt derzeit alles was wir tun. Unsere Gesundheit, unser Business, unsere Familie – all das ist, erkennen wir, derzeit das Wichtigste, was wir haben. Und wir alle setzen uns stärker als jemals zuvor dafür ein. Selbst der Einkauf im Supermarkt wird zur Herausforderung, wenn wir plötzlich kein Toilettenpapier oder Mehl mehr ergattern. Wir von arrive wollen was anderes anbieten: „Lebensmittel für den Kopf“.
Darum haben wir auch in dieser Ausgabe wieder viele Themen aufbereitet, die das mobile Leben mit Elektro- und Hybridantrieben nach Corona lebenswerter machen sollen. Gleich mehrere Fahrtests mit Hybridfahrzeugen (Opel Grandland X4, Peugeot 3008 Plug-in, Kia Ceed SW Plug-in-Hybrid, BMW 745e Plug-in, Fiat 500 Hybrid und Panda Hybrid) zeigen, dass hoher Komfort und ein immer niedrigerer Verbrauch immer stärker bei den aktuellen Modellen Einzug halten. Auch das Autonome Fahren kommt voran. Nissan macht es vor, und schickt einen Leaf 370 Kilometer auf eine Strecke bei London. Vor einem Jahr noch undenkbar! Aber auch die Konzerne und Metropolen kommen beim smarten Umbau ihrer Mobilitätsbedürfnisse voran: Bestes Beispiel ist hier – man mag es nicht glauben – die us-amerikanische Stadt Chattanooga, die mit tollen Nahverkehrsangeboten und viel Grün positiv von sich reden macht. Außerdem zeigen wir die Gewinner unserer Autotausch-Aktion.

Und: Wer jetzt vielleicht schon einen Stromer im Herbst plant zu kaufen, kann sich bereits jetzt auf kräftige Rabatte freuen. Wir erklären, warum und weshalb es so wichtig ist, sich ständig zu informieren, was am Markt passiert! Der neue Citroen AMI ist das beste Beispiel dafür. Er ist das kleinste vollwertige E-Auto, dass demnächst auf dem Markt zu kaufen ist, und kommt immerhin 70 Kilometer weit mit einer einzigen Ladung. Zudem sollen die Franzosen mit diesem Gefährt an einem Leasing-Modell arbeiten, dass so günstig ist, dass es faktisch aus der Porto-Kasse eines jeden Haushaltes zu bezahlen ist.

Wir sind gespannt. Und Sie hoffentlich auch!

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Der Elektro-T1 als Samba-Bus der neuen Generation

In altes Autoblech einen Elektroantrieb einpflanzen, ist zurzeit in. Das hat man jetzt auch bei VW Nutzfahrzeuge erkannt und den Elektro-T1 kreiert.

Alte Karosse, moderner Antrieb: VW Nutzfahrzeuge implantierte einem restauriertem T1-Samba-Bus von 1966 einen modernen elektrischen Antriebsstrang aus dem E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Konzerns. Statt dem 32 kW/44 PS und 102 Nm starken Vierzylinder-Boxer-Motor kommt ein 61 kW/83 PS-E-Triebwerk mit 212 Nm zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit des elektrifizierten Bullis beträgt 130 km/h.

Die Kombination aus Getriebe und Elektromotor des Elektro-T1 ist im Heck integriert und treibt die Hinterachse an. Die 45 kWh-große Batterie ist mittig im Fahrzeugboden untergebracht und soll für eine Strecke von 200 Kilometern reichen. Über einen AC-Schnelllader wird die Batterie je nach Stromquelle mit 2,3 kW bis 22 kW Ladeleistung aufgeladen. Außerdem kann sie auch an einer DC-Schnellladesäule mit bis zu 50 kW-Ladeleistung gefüllt werden. Neu ist auch das Fahrwerk. Zudem gibt es unter anderem LED-Scheinwerfer, einen neuen Tacho sowie ein DAB+-Radio im Retrolook.

Der Umbau des Elektro-T1 kostet mindestens 65.000 Euro und wird von eClassics durchgeführt. T2 und T3-Besitzer können ebenfalls ihren Bulli umrüsten lassen. Wer es moderner haben will, der kann gerne demnächst auf die neuen E-Fahrzeuge aus der ID-Reihe zurückgreifen.


Ladesäule

Nicht einfach zu ermitteln: Was muss ich an der Säule bezahlen?

Wer an der Tankstelle Benzin oder Diesel kauft, sieht sofort, was er bezahlen muss. Beim Elektroauto ist das immer noch anders. Besserung kommt nur schleppend. Eine hohe Zahl an Ladesäulen alleine reicht nicht. Damit sich die E-Mobilität durchsetzt, müssen die Stromtarife transparenter und verbraucherfreundlicher werden. Doch bis bundesweit einheitlich abgerechnet wird, dürfte es noch etwas dauern.

Wer Benzin oder Diesel tankt, erkennt die aktuellen Preise durch einen kurzen Blick auf die Anzeigesäule an der Tankstelle. Was er am Ende zahlen muss, liest er direkt am Zählwerk der Säule ab. Beim E-Auto ist das schwieriger. Zum einen, weil nur an den wenigsten Ladepunkten die Preise angeschlagen sind, zum anderen, weil es häufig keinen Zähler gibt. Wer an einer Ladesäule tankt, kann beispielsweise Strommenge und Kosten häufig erst sehen, wenn die monatliche Abrechnung in der Post ist. Reklamationen sind so nur schwer möglich. Und dabei wären sie manchmal wohl durchaus angebracht: Ein Ladesäulencheck des Ökostromanbieters „Lichtblick“ zeigte Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent zwischen unterschiedlichen Anbietern. Auf einen kurzen Blick sind sie häufig nicht zu erkennen. Dazu kommt: Je nach Säule, Betreiber und Stromlieferant wird entweder per Kilowattstunde, pro Ladevorgang oder für die am Kabel verbrachte Zeit bezahlt. Die wahren Kosten sind dadurch kaum vergleichbar.

Das Problem ist lange bekannt – und sollte eigentlich längst gelöst sein. Bereits im August 2018 hat das Bundeswirtschaftsministerium in einem Rechtsgutachten festgestellt, dass eine korrekte, nachvollziehbare und transparente Preisangabe und Abrechnung von Ladestrom nur durch die Verwendung der Maßeinheit Kilowattstunde (kWh) erfolgen kann. Den Ladesäulenbetreibern wurde daraufhin eine Übergangsfrist bis zum 1. April 2019 gewährt, ihre Anlagen auf die kilowattstunden-genaue Abrechnung umzustellen und die geladene Energiemenge sowie die Preise transparent darzustellen.

Das Problem: Für die zur genauen Abrechnung nötigen Zähler fehlten zunächst die eichrechtlichen Genehmigungen. Vor allem die schnellen Gleichstromsäulen konnten zunächst überhaupt nicht umgestellt werden, weshalb regional zahlreiche Betreiber eine weitere, individuelle Fristverlängerung erhielten. Auch heute noch ist die Umstellung längst nicht abgeschlossen. „Es wird damit gerechnet, dass bis Ende 2020 ein Großteil der Wechselstrom-Ladeinfrastruktur umgerüstet ist“, hat die Bundesregierung kürzlich mitgeteilt. Im Gleichstrom-Bereich, also bei Schnellladern, werde dies jedoch noch bis Ende 2021 dauern. Neben Zeit kostet die Umstellung auch Geld: Für den Zählereinbau in die langsameren Wechselstromsäulen werden 650 bis 2.500 Euro fällig, bei Schnellladesäulen sind es 1.000 bis 4.500 Euro.

Die eichrechtskonformen Ladesysteme verfügen in der Regel über ein Display oder einen Zähler, über das dem Kunden die getankte Strommenge dargestellt wird. Aber auch andere Ansätze wie etwa Papierbons sind denkbar – Hauptsache, der Kunde sieht, was er getankt hat und wie viel es kostet. Langfristig ist es allerdings nicht unwahrscheinlich, dass der Stromzähler von der Ladesäule ins Auto wandert. Dann wäre auch das vergütete Wiedereinspeisen von Strom ins Netz möglich.

Wo Strom noch ohne das transparente Messverfahren abgegeben wird, behelfen sich die Betreiber aktuell noch häufig mit Notlösungen. Einige verlangen beispielsweise eine Pauschale oder verschenken den Strom direkt. Teilweise wird auch nach Zeit abgerechnet, was einige Eichämter jedoch nicht akzeptieren, da auch damit keine Nachvollziehbarkeit gewährleistet ist. Zudem sind Fahrer von E-Autos mit geringer Ladeleistung pro Stunde dort finanziell gegenüber Nutzer von schnell ladenden Modellen benachteiligt. Langfristig werden diese drei Tarifmodelle daher zugunsten der Bezahlung pro tatsächlich getankter Kilowattstunde verschwinden. Bis dahin kann es aber durchaus noch rund 24 Monate dauern.