Month: September 2020

ID.4

Premiere des VW ID.4: Auf dem Weg zum Weltauto?

Nach dem Marktstart des kompakten ID.3 bringt der Wolfsburger Konzern den elektrischen Crossover-SUV ID.4 auf den Markt.

Als VW dieses Jahr mit dem ID.3 sein erstes vollelektrisches Modell auf den Markt brachte, war trotz moderner Aufmachung klar, dass es ein eher für den europäischen Markt bestimmtes Golf-Äquivalent sein sollte. Nun folgt mit dem ID.4 ein als „Weltauto“ bezeichnetes Fahrzeug, das den global hochrelevanten Markt der Kompakt-SUVs bedient. So verwundert es kaum, dass Chefingenieur Frank Bekemeier den ID.4 als zentralen Bestandteil von VWs Elektrifizierungskampagne bezeichnet. Neben dem Werk in Zwickau wird der elektrische Crossover-SUV auch in China und den USA vom Band rollen.

Zunächst ist der ID.4 als Sondermodell 1ST bestellbar. Mit einer Batteriekapazität von 77 kWh bringt er es auf eine Reichweite von 520 km. Der E-Motor mit Heckantrieb leistet 150 kW (204 PS) und beschleunigt in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. An einer Schnellladesäule kann der ID.4 mit 125 kW geladen werden – genug, um in einer halben Stunde Reichweite für 320 Kilometer zu tanken.

Im Exterieur folgt der Elektro-SUV der modernen Designsprache des ID.3: Fließende und stringente Gestaltung, die gleich darauf deutet, dass es sich hier um ein E-Fahrzeug handelt. Die Scheinwerfer und Rücklichter verlaufen in einem kontinuierlichen LED-Band, in dessen Mitte das VW-Logo platziert wird. Auch im Interieur setzen die Wolfsburger moderne Akzente: Das Cockpit kommt ganz ohne Knöpfe oder physische Tasten aus. Stattdessen dominieren zwei Displays den Innenraum, die per Touchscreen oder Sprachsteuerung bedient werden können. Optional ist ein Head-Up-Display, das etwa Navigationshinweise direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Durch den langen Radstand entsteht ein geräumiger Innenraum, der es, wie VW betont, mit dem Raumangebot der nächstgrößeren SUV-Klasse aufnehmen kann. Auf einer Länge von 4,58 Meter profitiert der ID.4 so von der Raumaufteilung der Wolfsburger MEB-Plattform.

Der ID.4 1ST ist als teurere Ausstattungsversion förderungsfähig. Mit Elektrobonus ist er demnach für 40.470 Euro erhältlich. Ab 2021 soll das elektrische Fließheck-SUV dann auch in anderen Motor-und-Akkuvarianten auf den Mark
t kommen. Eine günstigere Version mit kleinerem Akku, die es mit 52 kW/h auf 350 km Reichweite bringt, soll ab 37.000 Euro zu haben sein. Im neuen Jahr folgen dann auch weitere Motorversionen mit 109, 125, 128 oder 150 kW. Zudem steht eine Allrad-Motorisierung an, die es mit zusätzlichem Frontmotor mit 75 kW (102 PS) auf eine Systemleistung von 225 kW (306 PS) bringt.

Der ID.4 kommt mit der Ambition auf den Markt, wie sein Gegenstück Tiguan zu einem „Weltauto“ zu werden. Die Weichen dafür sind gestellt, der ID.4 ist ab sofort bestellbar, die Produktion im VW-Werk in Zwickau läuft seit August. Die ersten Kunden sollen ihr Auto noch vor Weihnachten geliefert bekommen.


Nachfrage nach Plug-in-Hybriden steigt rasant

Noch nie war die Nachfrage nach Elektro-Fahrzugen so hoch wie in diesen Monaten. Während die Hersteller bei den Verbrenner-Autos mit einem dicken Minus zu kämpfen haben, sind die Produktionen für E-Fahrzeuge in den gleichen Konzernen mehr als ausgelastet. Bedonders im August war die Nachfrage nach elektrifizierten Pkw enorm hoch. Deutschlandweit wurden 33.203 Neuwagen mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb neu zugelassen. Das entspricht einem Rekord-Marktanteil von 13,2 Prozent, wie der Branchenverband VDA mitteilt. In den ersten acht Monaten kamen damit 163.139 elektrifizierte Pkw neu auf die Straße, der Marktanteil beträgt 9,2 Prozent.
Besonders gefragt waren im August die Plug-in-Hybride mit einem Plus von 448 Prozent auf 17.095 Einheiten. Die reinen E-Autos legten um 221 Prozent auf 16.076 Einheiten zu. Wichtigste Haltergruppe waren Privatpersonen mit 40 Prozent. Insgesamt liegt der Bestand an E-Autos in Deutschland nun bei rund 318.000 Fahrzeugen (Stand: 1. Juli). Das sind weniger als 1 Prozent von den etwa 47,7 Millionen PKW in Deutschland.