Die Mia.

Einer der E-Auto-Pioniere in Europa war die Mia Electric, ein Kunststoff-Van, der trotz seiner besonders kompakten Außenabmessungen einen alltagstauglichen Innenraum bot. Doch nach nur wenigen Jahren kam 2015 das endgültige Aus für den rund 800 Kilogramm leichten Stromer. Jetzt plant die Fox Automotive Switzerland für 2019 eine Neuauflage.
Das meldet der Batteriehersteller Lion Smart, der den Auftrag erhalten hat, eine sogenannte Light-Batterie für die neue Mia zu produzieren, die in die bestehende Fahrzeugarchitektur eingepasst werden soll. Die Neuauflage der Mia wird im Vergleich zur früheren Version in puncto Reichweite und Sicherheit optimiert. Kommendes Jahr wollen die Schweizer die Produktionslinie wieder in Betrieb nehmen und noch im gleichen Jahr die Serienfertigung starten. Ein europaweiter Vertrieb ist geplant.

Foto: Spotpress / Benjamin Bessinger

Audi Q4 e-tron

Was vom Genfer Salon bleibt: Die E-Mobile sind nun ebenbürtig

Anmerkungen von Peter Maahn

Der Genfer Salon im Frühling, der Mont Blanc trägt seine Schneehaube, erste wärmende Strahlen besiegen den sterbenden Winter. Wie immer Anfang März sind die Stellplätze auf dem nahen Flughafen mit Privatjets zugeparkt, dunkle Limousinen schaufeln Massen von anzugtragenden Managern, Journalisten und Zaungästen zu den Eingängen der großen Ausstellungshallen. Die Autowelt trifft sich zur ersten Messe des Jahres auf europäischem Boden, der Genfer Salon gibt den Startschuss zum neuen Autojahr. Schönere, schnellere, stärkere Autos aller Art sollen die Gewinne der Konzerne auch in den kommenden Monaten sprudeln lassen und die Aktionäre beglücken. So war es in diesem Jahr – und so wird es im kommenden auch sein.

Aber nun war alles ganz anders in diesem Jahr 2019, das vielleicht später einmal als ein endgültiger Wendepunkt in die Geschichte der Traditionsmesse eingehen wird. Natürlich waberten die Dauerthemen Strafzölle, Brexit, Diesel oder drohender Verkehrskollaps durch die Hallen. Allesamt Tretminen, die von den Chefs der Ausstellerfirmen bei ihren Auftritten auf den Premierenbühnen sorgfältig umschifft wurden. Solche Krisen gab es immer. Viel wichtiger und folgenreicher aber ist die Zeitenwende, für die der Genfer Salon in diesem Jahr stand.
Die alte Autowelt mit chromblitzenden Fünf-Meter-Schiffen, kraftstrotzenden Achtzylindern und ultraflachen Geschossen für die linke Spur ist auf dem Rückzug. Natürlich standen sie da noch, die Bugatti, Lamborghini oder Bentley, die auf kleinen Stellschilder Effizienzklasse G zugeben müssen, die schlechteste überhaupt. Flankiert wurden die Dinos durch Sportwagen-Kleinserien eher unbekannter Hersteller wie Pagani (562 kW/765 PS für einen Roadster namens Huayra) oder Zenvo mit dem Mittelmotor-Giganten TSR (866 kW/1177 PS).

Beide fanden auf dem Genfer Salon wie viele andere Platz dank prominenter Absagen renommierter Hersteller wie Ford, Opel oder Jaguar, deren freigewordene Lücken aufgefüllt werden mussten.
Alles Beispiele für PS-Riesen, die ein Stück weit für den aussichtslosen Überlebenskampf der automobilen Saurier stehen. Denn das Umfeld hat sich geändert. Der deutsche Manager eines Dax-Konzerns, der nicht genannt werden will, sagt: „Das ist kein Umbruch, das ist ein Erdbeben“. Er meint damit die neue Welt mit ihren zumindest vor Ort abgasfreien Antrieben, immer stärker werdenden Batterien und höheren Reichweiten. Erstmals ist die Zahl der Neuvorstellungen von E-Autos auf Augenhöhe mit den klassischen Ausstellungsstücken. Fifty-fifty ist erreicht, schon im nächsten Jahr könnten die Stromer in der Überzahl sein.

E-Konzeptautos werden zu Serienfahrzeugen
Natürlich waren einige der Premieren noch Konzeptautos wie der Audi Q4 E-Tron oder die elektrischen Kleinbusse wie Mercedes EQV (stammt von der V-Klasse ab) und VW T6. Doch die Premiere im richtigen Leben ist nicht irgendwann in der Zukunft, sondern in wenigen Monaten. Batteriegespeiste Versionen von normalen Kleinwagen wie dem neuen Peugeot 208 werden Normalität. Dazu kommen zahllose sogenannte Plug-In-Hybride (an der Steckdose aufladbar), mit denen Mercedes, BMW oder auch Audi ihre bescheidener gewordenen Stände zuparken. Elektro ist nun mal das neue Öl, der saubere Motor der Mobilität, die dann auch noch autonom werden wird.
Die Sorge um das, was früher Fahrfreude genannt werden durfte, ist dabei unbegründet. Denn es haben sich kleine Unternehmen gegründet, die den Spaß mit der grünen Vernunft verheiratet haben. Beispiel ist die Wiedergeburt einer längst vergessenen Marke. Hispano Suiza, in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts eine Ikone der Mächtigen und Reichen, feierte in Genf eine Wiederauferstehung. Mit dem Carmen, den der spanisch-schweizer Hersteller als „elektrischen Hyperlux Grand Tourer“ beschreibt. Zwei E-Motoren liefern zusammen 750 kW/1.019 PS. Die Reichweite der Batterie soll bei 400 Kilometern liegen, natürlich nicht, wenn die mögliche Spitzengeschwindigkeit des 4,73 Meter langen Zweisitzers (250 km/h) ausgereizt wird. Preis: 1,8 Millionen Euro.
Auch andere kleine Start-ups wollen mit Hochleistungs-Stromern den Anschluss halten, darunter der Erstling von Toni Piëch (40), dem Sohn des früheren VW-Chefs Ferdinand Piëch. Sein elektrischer Sportwagen trägt den Namen Piech Mark Zero.
Bei aller elektrisierenden Hochspannung ging in Genf die Sorge um den Fortbestand der klassischen Automessen um. Zu teuer für die Hersteller, abnehmende Besucherzahlen und Absagen wichtiger Marken bereiten nicht nur den Messe-Managern Sorge. So ist heute schon klar, dass fast 20 bekannte Marken auf der IAA in Frankfurt im Herbst fehlen werden.

Foto: Geneva International Auto Show


Nach dem Golf kommt Ende des Jahres der I.D. Neo.

ADAC Ecotest: Elektro- und Erdgasfahrzeuge am umweltfreundlichsten

Fünf Elektromobile waren die saubersten Autos 2018. Das geht aus dem ADAC Ecotest des abgelaufenen Jahres hervor, bei denen der VW E-Golf, der VW E-Up, der BMW i3s, der Smart Fortwo Coupé EQ und der Hyundai Kona Elektro unter allen 109 überprüften Modellen am besten abschnitten. Das sauberste Auto mit Verbrennungsmotor war der mit Erdgas betriebene Fiat Panda 0.9 8V Twinair Natural Power. Der beste Benziner war interessanterweise der VW Up GTI auf Rang 13. Der sauberste Diesel folgt erst weit abgeschlagen auf Rang 16 an Bord des Kia Ceed 1.6 CRDi. Die letztgeannte Antriebsart steht also nicht mehr in der Umweltgunst selbst der ADAC-Tester. Ein absolut schlechtes Ergebnis für die einst so hoch globten Selbstzünder.

Insgesamt zeigten sich neue Dieselmodelle mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp relativ sauber. Obwohl es hier auch Ausnahmen gebe, wiesen die meisten neuen Diesel gute Schadstoffwerte auf, so der Münchener Automobilclub. Aber auch Hybrid- und Erdgasfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6b konnten in der Umweltwertung mit gleichzeitig geringem Schadstoffausstoß und Verbrauch überzeugen. Damit hat der Club etwas andere Ranking-Ergebnisse als andere Andere Ergebnisse.

Am schlechtesten schnitten im vergangenen Jahr beim ADAC Ecotest vor allem SUV und Geländewagen von Importmarken ab. So landeten Jeep Compass 1.4 Multiair 140, Fiat 500X 1.4 MultiAir Start&Stopp 4x2 DCT, Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik und SsangYong Rexton 2.2 Diesel 4WD Automatik am Ende der Rangliste. Gleiches gilt für den Sportwagen Chevrolet Camaro Coupé 6.2 V8 Automatik. Alle Modelle schnitten sowohl bei CO2- als auch Schadstoffausstoß schlecht ab.

Die Autos werden im Ecotest laut ADAC im Labor wesentlich realitätsnäher geprüft als bei Herstellern und staatlichen Institutionen üblich. Einige Modelle wurden zudem einem zusätzlichen Test im Straßenverkehr unterzogen. Bewertet wurden jeweils Schadstoffausstoß und CO2-Emissionen beziehungsweise Kraftstoffverbrauch.


Mehr Kostentransparenz für den Kunden

Wer heute an einer Ladesäule tankt,
sieht nur in den seltensten Fällen, wie viel Strom er exakt bezahlt. Das soll
sich künftig ändern. Denn Elektroautofahrer sollen künftig eine eindeutig bessere
Kontrolle über ihre Fahrstromrechnung erhalten. Die Physikalisch-Technische
Bundesanstalt (PTB) hat nun die ersten Zertifikate für eichrechtkonforme
Ladesäulen erteilt.

Diese können
nun nicht nur den Stromverbrauch eines Tankvorgangs ermitteln, sondern diesen
auch für den Kunden darstellen und für spätere Überprüfungen speichern.

Funktionierende
Stromzähler in Ladesäulen gibt es zwar teilweise schon – zumindest für die
langsamen Wechselstromladesäulen, bislang waren die Werte mit wenigen Ausnahmen
aber weder für Kunden noch für die zwischen sie und den Stromversorger
geschalteten Roaming-Dienste vernünftig nutzbar. Wer an einer Ladesäule tankt,
kann beispielsweise Strommenge und Kosten häufig erst sehen, wenn die
monatliche Abrechnung in der Post ist. Reklamationen sind so nur schwer
möglich. Für Fahrer konventioneller Autos undenkbar, sie zahlen direkt an der
Tankstelle den an der Zapfsäule ausgewiesenen Betrag.

Das
wachsende Angebot an eichrechtkonformen Ladesäulen dürfte einen großen Einfluss
auf die Preismodelle des mobilen Fahrstrommarkts haben.

Bezahlt wird pro
Kilowattstunde

Ohne das
transparente Messverfahren darf der Strom seit Anfang des Jahres nur noch in
Ausnahmefällen (vor allem bei Schnellladesäulen) kilowattweise abgerechnet
werden. Viele Ladesäulenbetreiber behelfen sich damit, stattdessen eine
Pauschale zu verlangen oder den Strom direkt zu verschenken. Teilweise wird
auch nach Zeit abgerechnet, was einige Eichämter jedoch nicht akzeptieren, da
in diesem Fall das gleiche Problem mit der Nachvollziehbarkeit besteht wie bei
der Abrechnung nach Kilowattstunden. Zudem sind Fahrer von E-Autos mit geringer
Ladeleistung pro Stunde dort finanziell gegenüber Nutzer von schnell ladenden
Modellen benachteiligt. Langfristig werden diese drei Tarifmodelle daher wohl
zugunsten der Bezahlung pro real getankter Kilowattstunde verschwinden.
Experten erwarten nach der Einführung eichrechtkonformer Säulen zudem einen
Bauboom, vor allem bei der öffentlichen Hand.

Stromzähler gibt´s
auch im Kabel

Die eichrechtkonformen Ladesysteme dürften in der Regel über ein Display oder einen Zähler verfügen, über das dem Kunden die getankte Strommenge dargestellt wird. Den Ansatz zumindest verfolgt die Sauerländer Firma Mennekes, die zu den ersten Unternehmen mit einer Baumusterprüfbescheinigung der PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig) zählt. Das Start-up Ubricity, das Laternen für die Ladestromversorgung nutzt, hat den Stromzähler hingegen in das Ladekabel des Kunden ausgelagert. Zudem arbeitet die Branche an Nachrüstlösungen für bestehende Ladesäulen. Langfristig ist es allerdings nicht unwahrscheinlich, dass der Stromzähler von der Ladesäule ins Auto wandert. Dann wäre auch das vergütete Wiedereinspeisen von Strom ins Netz möglich.


Umweltliste vom VCD: Überraschungen inklusive

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat seine alljährliche Kaufempfehlung für besonders umweltfreundliche Autos auf den neuesten Stand gebracht. Wie üblich werden in dieser „Umweltliste“ vor allem Hydride, kleine Benziner sowie Erdgas- und E-Fahrzeuge als die aus Umweltsicht attraktivsten Autos angepriesen. Darüber hinaus gelten aber auch etliche Diesel als sauber, zumindest, wenn diese die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Ist das nicht der Fall, wird dringend von einem Kauf abgeraten.

Unter den 61 Empfehlungen der Umweltliste tummeln sich gleich 22 Dieselfahrzeuge, denen der Verkehrsclub ein vergleichsweise umweltfreundliches Zeugnis ausstellt. Dank der strengen Vorgaben der 6d-temp-Abgasnorm und einem SCR-Kat seien diese nicht nur im Labor, sondern auch auf der Straße sauber. Vor allem aber halten sich diese Autos beim Verbrauch zurück, wie etwa der Peugeot 308 SW Blue HDi 100, der nur 4,4 Liter auf 100 Kilometer benötigt und entsprechend wenig klimaschädliches CO2 emittiert. Andererseits warnt der VCD vor dem Kauf von Dieselfahrzeugen, die nur die 6c-Norm erfüllen. Oft lägen bei diesen die Stickoxidwerte viel zu hoch, weshalb diese aktuell noch am Markt verfügbaren Selbstzünder in naher Zukunft ebenfalls von Fahrverboten betroffen sein könnten.

Darüber hinaus listet der Autoclub in der Umweltliste 21 Benziner, 8 Benzin-Hybride, 7 Elektroautos, 2 Plug-in-Hybride und ein Erdgasauto auf. Auch in diesem Jahr verzichtet der VCD dabei auf ein Ranking. Alle 62 gelisteten Fahrzeuge emittieren nicht mehr als 135 Gramm CO2 pro Kilometer, was Verbrauchswerten von maximal 5,1 (Diesel) beziehungsweise 5,7 Liter (Benziner) entspricht. Den niedrigsten CO2-Wert in der Liste weist der VW Eco Up mit 100 Gramm auf, gefolgt von den Hybriden Toyota Yaris, Prius sowie Lexus CT 200h. Sparsamster Diesel ist der Peugeot 208 Blue HDi 100. Das E-Auto mit dem niedrigsten Verbrauch ist der VW E-Up mit 11,7 kWh auf 100 Kilometer.

Autos mit E-Antrieb können umweltfreundlich sein, oftmals sind sie es laut VCD aber nicht. Als ökologisch problematisch gebrandmarkt werden große E-Limousinen und -SUV sowie die oft lediglich auf dem Papier verbrauchsarmen Plug-in-Hybride. Sinnvoller seien vielmehr kleine und leichte Fahrzeuge mit moderater Reichweite wie etwa der für 2019 angekündigte Kleinstwagen e.Go Life.

Mit Material von Spotpress


VW Neo

Elektrofahrzeuge kommen in 2019 verstärkt - erst langsam, dann mächtig

Das Angebot der reinen Elektrofahrzeuge ist bislang eher langsam gewachsen in Deutschland. In den kommenden Monaten dürfte es sprunghaft zunehmen - und die E-Mobilität auch für neue Kundengruppen attraktiv machen. Eine Auswahl der erwarteten Neuerscheinungen bis Ende nächsten Jahres haben wir einmal für Sie zusammengestellt.

Es geht schon los in den kommenden Wochen: Ende diesen, Anfang nächsten Jahres starten zunächst die deutschen Tesla-Jäger Audi E-Tron und Mercedes. Die beiden Elektro-SUV der 400-PS-Klasse sind passgenau gegen das Model X der Stromer-Pioniere aus Kalifornien positioniert, bieten bei leicht geringeren Abmessungen ähnliche Fahrleistungen zu einem etwas günstigeren Preis. 73.000 Euro für den Mercedes und 80.000 Euro für den Audi engen die Zielgruppe williger und potenter Kunden allerdings immer noch spürbar ein.

Im Laufe des kommenden Jahres dürfte aber auch die Auswahl für Normalverdiener wachsen. Nicht zuletzt, weil dann VW seine E-Mobilität für alle anlaufen lässt. Ende 2019 soll der Kompaktwagen Neo debütieren, ein geräumiges Familienauto mit mindestens 400 Kilometern Reichweite, das nicht teurer sein soll als ein Diesel-Golf. Die Modellfamilie auf Basis einer neu entwickelten Baukastenarchitektur wird über die folgenden Jahre ständig wachsen: Geplant ist neben SUVs und Limousinen als besonderer Sympathieträger auch ein Kleinbus im Stil des legendären Bulli.

Auch beim bisher in Sachen Elektrofahrzeuge eher vorsichtigen PSA-Konzern startet 2019 das Elektro-Zeitalter. Premiere feiert der E-Antrieb im kleinen Crossover DS3 Crossback, bevor er auch in die gängigeren Modelle des Mehrmarkenkonzerns einzieht, 2020 etwa in den Opel Corsa und den Peugeot 208. PSA setzt jedoch stärker als viele andere Hersteller auf den Plug-in-Hybridantrieb, der vor allem in den größeren Baureihen zunächst dominierend bleiben dürfte.

Ebenfalls für 2019 steht wohl die Premiere des Honda Urban EV an. Der Kleinwagen im Retro-Stil hatte auf der IAA 2017 als Studie für Furore gesorgt und soll nun auch in der Serienversion Europas Stadtbewohner ansprechen. Details und Preise sind allerdings noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Japaner auf wachsende Konkurrenz im Segment der Elektro-Citycars treffen wird. Häufig kommen diese nicht von etablierten Herstellern, sondern von Start-ups. So wie der Dreitürer e.Go, der von dem Team entwickelt wurde, das zuvor den E-Lieferwagen Streetscooter auf die Straße gebracht hat. Das Konzept ist ähnlich: Freundlicher Look, eher spartanischer Innenausbau und günstige Preise ab rund 16.000 Euro. Zum gleichen Preis startet voraussichtlich der Sion von Sonos Motors aus München, der als besonderes technisches Gimmick über eine mit Solarzellen gepflasterte Karosserie verfügt, die zumindest an sonnigen Tagen Strom für rund 30 Kilometer Fahrt liefern und so die Batterie entlasten soll.

Abgerundet wird die Elektrofahrzeuge-Offensive der kommenden Monate wieder durch ein Luxusmodell. Voraussichtlich Ende 2019 startet mit dem Porsche Taycan die Serienversion der lange Zeit als Mission E bekannten Messestudie. Der Model-S-Konkurrent basiert auf einer eigens entwickelten E-Plattform, die ab 2020 auch Konzernschwester Audi nutzen soll. Neben einer Reichweite um 500 Kilometer soll die neue Technik auch das ultraschnelle Laden ermöglichen – einmal Volltanken soll dann in rund 15 Minuten möglich sein.


Neue Carsharing-Angebote von Volkswagen

Der Volkwsagen-Konzern will im kommenden Jahr einen Carsharing-Dienst mit E-Autos starten. Neben Pkw-Modellen, unter anderem aus der neuen I.D.-Familie, sollen auch elektrische Micromobile verfügbar sein. Als Vorbild dienen die Konzeptstudien Streetmate und Cityskater, zwei Roller für den Stadtverkehr. Nach dem Start auf dem Heimatmarkt soll das Angebot 2020 in ausgewählten Metropolen in Europa, Asien und Nordamerika starten.
Mit dem neuen Carshring-Angebot tritt VW in Konkurrenz zu Car2go von Daimler und BMW. Das süddeutsche Unternehmen setzt bislang allerdings auf eine Mischung aus elektrisch und konventionell angetriebenen Pkw. Für VW ist der neue Dienst keine Premiere im Carsharing-Geschäft: 2012 startet der Konzern in Hannover mit der Marke Quicar, stellte das Projekt vier Jahre später mangels Erfolg wieder ein. Seit 2013 ist VW jedoch am holländischen Anbieter Greenwheels beteiligt, der mittlerweile auch in Deutschland aktiv ist. Zudem zählt mit der Submarke MOIA ein Mobilitätsdienstleister zum Portfolio der Norddeutschen.
Der neue Anlauf soll vor allem in Berlin neue Kunden bringen. Unter der Sub-Marke „We Share“ werden 1.500 VW e-Golf in Berlin zum Leihen bereitstehen, weitere 500 e-up!-Stromer sollen dann später folgen und das bereits existierende Angebot ergänzen.
„Berlin bietet für Carsharing aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl und –dichte den idealen Markt und hat das größte Potenzial“, sagt VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. „Hier leben viele Menschen, die das Teilen von Fahrzeugen schon ausprobiert haben – und es werden immer mehr.“ Man wolle mit der „großen Sichtbarkeit“ der „We Share“-Flotte auf die Vorteile der Elektromobilität aufmerksam machen und Interesse für die Technologien wecken, so Stackmann weiter.
Auch Philipp Reth, Geschäftsführer der Volkswagen-Tochter UMI Urban Mobility International, die das Thema Carsharing als Start-up im Unternehmen operativ von Berlin aus steuert, prognostiziert für das neue Angebot ein erstklassiges Wachstum. Nach Berlin soll „We Share“ in weiteren großen Städten in Deutschland eingeführt werden. Eine großangelegte Expansion nach Übersee, insbesondere Nordamerika ist ebenfalls angedacht.
Mehrere Unternehmen in Deutschland - vom kleinen Start-up bis zum Konzern - planen im Übrigen die Kreation neuer Mobilitätsdienste. Mehrere Messen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema. Einer der größeren ist die Hypermotion, die vom 20.-22. November in der Messe Frankfurt stattfinden wird.


Neue smarte Ladebox für zuhause für wenig Geld

Etwa 110.000 Elektroautos und Plug-in-Hybride fahren aktuell auf Deutschlands Straßen. Trotzdem ist die Infrastruktur an Ladesäulen noch nicht wirklich flächendeckend etabliert. Innogy bietet nun für alle, die nicht an einer öffentlichen Ladesäule Strom tanken wollen oder können die neue „eBox“ an – eine Ladestation für Zuhause. Die Säule mit einer Ladeleistung von 11 kW lädt etwa fünf Mal schneller als eine gewöhnliche Haushaltssteckdose und wird einfach an die bestehende Stromverteilung angeschlossen. Ein Kabel führt aus der Box zum Auto und versorgt dieses dann mit Strom.

Los geht es mit dem Basisprodukt ab 600 Euro, die Komplettlösung inklusive Installation startet ab 1.740 Euro. Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, kann außerdem einen Förderantrag stellen. Das Land übernimmt dann 50 Prozent der Kosten, beim Komplettpaket der Innogy eBox spart man so immerhin 870 Euro.

Mit Material von Spotpress


Elektro-LKW sollen von der Maut befreit werden

Als Maßnahme zur Verbesserung der Luft in deutschen Städten hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) laut „Süddeutscher Zeitung“ eine Mautbefreiung für elektrisch angetriebene Lastwagen zum 1. Januar 2019 angekündigt. Diese Maßnahme solle, so der Minister, die Luft in deutschen Städten verbessern helfen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Bundesregierung wollen damit Anreize für Transport-Unternehmer schaffen, auf umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen.
Ob diese Ankündigung die Zahl der Elektro-LKW in die Höhe schnellen lassen wird, darf bezweifelt werden. Zu teuer sind derzeit noch diese Fahrzeuge. Bisher sind erst 12.000 Elektrofahrzeuge im Einsatz, laut Süddeutscher Zeitung, die von der Maut ausgenommen sind. Spediteure könnten aber durch die Befreiung von der Maut ab 2019 durchschnittlich 5.000 Euro pro Jahr und Fahrzeug einsparen. Denn was anderes kommt jetzt noch hinzu: Die Spediteure zum E-Mobil bewegen könnte nämlich die für Juli angekündigte Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen. Hierdurch würde die Befreiung für die E-Laster noch wirksamer zur Geltung kommen.
In der Ausgabe 2 der arrive erschien ein umfassender Artikel zur Stellung und Entwicklung von Elektro-Lkw in Deutschland.

Mit Material von spotpress

Foto: Tesla


Auswahl der Elektro- Fahrzeuge steigt weiter - ein Überblick

Die Auswahl an neuen E-Autos wird immer größer. Vom wendigen Kleinstwagen über kompakte Allrounder bis zu luxuriösen SUV – hier steht, welche Stromer man jetzt kaufen kann und was sie kosten.

Die Nachfrage nach neuen Elektroautos steigt: 2017 haben Autokäufer in Deutschland mehr als doppelt so viele elektrisch angetriebene Autos gekauft als im Jahr zuvor. In absoluten Zahlen sind 25.056 neu zugelassene E-Mobile gegenüber bei 3,4 Millionen Neuzulassungen insgesamt natürlich weiterhin nicht viel. Doch mit steigenden Reichweiten aktueller Stromer, zunehmendem Ausbau der Ladeinfrastruktur, der noch bis Mitte 2019 gewährten staatlichen E-Auto-Prämie (4.000 Euro für Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von 60.000 Euro netto) und angesichts anhaltender Diskussion um Fahrverbote liebäugelt so mancher Autofahrer mit der Anschaffung eines E-Autos. Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine Vielzahl attraktiver Modelle. Eine Marktübersicht.

Citroen C-Zero und Peugeot Ion:
Laut Preisliste ganz knapp die günstigsten E-Angebote sind die beiden baugleichen Elektro-Kleinstwagen, sie gehören allerdings auch zu den technisch ältesten auf dem Markt. Der E-Motor stellt eine Leistung von 49 kW/67 PS bereit, für rund 150 Kilometer reicht der Akku. Die Preise für C-Zero und Ion starten bei 21.800 Euro.

Smart Fortwo und Forfour EQ:
21.940 Euro kostet der 2,70 Meter kurze, zweisitzige Kleinstwagen mit 60 kW/82 PS starkem Elektromotor. Nur 660 Euro teurer ist die 3,50 Meter lange, viersitzige Version Forfour, die vom gleichen Aggregat angetrieben wird. Als Reichweite gibt Smart maximal 160 Kilometer für den Fortwo und 155 Kilometer für den Forfour an, jeweils nach NEFZ-Norm. Auch offen kann man elektrisch fahren: 25.200 Euro kostet die Cabrio-Version des Fortwo EQ.

Renault Zoe:
Im Sommer kommt der Kleinwagen Renault Zoe mit neuem Motor und erweiterter Konnektivität auf den Markt. Das neue Aggregat ist auf 80 kW/109 PS erstarkt, als Reichweite werden rund 300 Kilometer (WLTP) angegeben. Aktuell ist der Zoe noch mit 68 kW/91 PS starkem E-Motor erhältlich und kostet 22.100 Euro, plus mindestens 59 Euro Batteriemiete pro Monat.

Citroen E-Mehari:
Nach dem Vorbild des kultigen Strand-Buggy Mehari hat Citroen eine elektrische Neuauflage geformt, die die Franzosen nun in einer alltagstauglichen Variante nicht nur mit Softtop (25.270 Euro), sondern auch mit richtigem Dach (26.470 Euro) anbieten. Angetrieben wird der 3,80 Meter kurze Viersitzer, dessen Interieur komplett abwaschbar ist, von einem E-Motor mit 50 kW/68 PS, die Reichweite gibt Citroen mit 195 Kilometern an (NEFZ).

VW e-Up:
Die Elektro-Version des Kleinstwagens VW Up kostet 26.900 Euro. Den Antrieb übernimmt ein in der Spitze 60 kW/82 PS starker Elektromotor. Die Reichweite pro Akkuladung beträgt laut VW 160 Kilometer (NEFZ).

Kia Soul EV:
Der koreanische Stromer ist zwischen Kleinwagen und SUV angesiedelt und kostet 29.490 Euro. Das 81 kW/110 PS starke E-Mobil schafft eine theoretische Reichweite von 212 Kilometern (NEFZ).

Nissan Leaf:
Die zweite Generation des Nissan Leaf kommt gerade für rund 32.000 Euro in den Handel: Sein schrulliges Blechkleid hat er gegen eine etwas konventionellere Karosserie getauscht. Die Reichweite ist gewachsen, auf 378 km nach der NEFZ-Norm was 280 km nach dem strengeren WLTP-Messzyklus entspricht. Daneben punktet der 4,49 Meter lange Leaf auch mit mehr Leistung: 110 kW/150 PS statt 80 kW/109 PS.

Hyundai Ioniq:
Die kompakte Limousine ist das erste Fahrzeug, das von vornherein für die drei Antriebsarten Hybrid, Elektro und Plug-in-Hybrid ausgelegt wurde. Die 88 kW/120 PS starke Elektro-Version kostet 33.300 Euro. 280 Kilometer fährt der Koreaner nach Herstellerangaben mit einer Akkuladung (NEFZ).

Hyundai Kona:
In der zweiten Jahreshälfte bringt Hyundai sein Mini-SUV Kona auch als elektrische Variante auf den Markt, in zwei Leistungsstufen: Als Einstiegsvariante mit 99 kW/135 PS und 39-kWh-Batterie, die Strom für rund 300 Kilometer speichert, und als 150 kW/204 PS starkes Topmodell mit 64-kWh-Akku und einer maximalen Reichweite von 470 Kilometern (beides WLTP). Der Preis dürfte über dem des Markenbruders Ioniq liegen.

VW e-Golf:
Auch das seit Jahrzehnten beliebteste Auto der Deutschen ist mit Elektroantrieb erhältlich: Der im vergangenen Jahr geliftete VW e-Golf kostet 35.900 Euro. Der nun auf 100 kW/136 PS erstarkte E-Motor treibt den kompakten Fünftürer an, maximal fährt der Wolfsburger 300 Kilometer weit (NEFZ).

BMW i3
Den 125 kW/170 PS starken Bayern gibt es ab 37.550 Euro. Durch die Carbon-Karosserie ist er besonders leicht, durch kurze Überhänge und die Batterie im Unterboden besonders wendig. Die Reichweite beziffert BMW auf 300 Kilometer (NEFZ). Seit neustem gibt es den Münchner auch in einer stärkeren Version mit 135 kW/184 PS. Der i3s kostet mindestens 41.150 Euro und hat eine theoretische Reichweite von 280 Kilometern. Wem das zu wenig ist, wählt die Versionen mit Range-Extender (4.600 Euro Aufpreis).

Nissan e-NV200 Evalia
Die Pkw-Version des elektrischen Kleintransporters e-NV200 bietet bis zu sieben Sitzplätze und dank jüngst vergrößerter Batterie eine Reichweite von 200 Kilometern (WLTP). Den Antrieb übernimmt ein 80 kW/109 PS starker E-Motor. Investieren muss man für den Japaner derzeit mindestens 41.050 Euro.

Opel Ampera-e
Opel hat mit dem Ampera-e das erste E-Auto mit mehr als 500 Kilometern offizieller Reichweite unterhalb der Luxusliga auf den Markt gebracht. Der in den USA gebaute, 4,17 Meter lange Crossover-Kleinwagen fährt nach NEFZ-Norm theoretisch 520 Kilometer weit, nach dem praxisnäheren WLTP-Zyklus sind es 380 Kilometer. Kosten: 42.990 Euro.

Tesla Model S:
In der Basisversion 75D für gut 71.000 Euro fällt die Oberklasse-Limousine noch gerade so unter den E-Auto-Bonus. Dann sorgen zwei E-Motoren mit 244 kW/332 PS für Vortrieb, die Reichweite geben die Amerikaner mit theoretisch 490 Kilometern nach der NEFZ-Norm an.

Jaguar I-Pace:
Immerhin schon bestellen kann man das elektrische SUV für mindestens 77.850 Euro, zum Händler kommt es erst im Sommer. Zwei E-Motoren, einer pro Achse, erzeugen eine Leistung von 294 kW/400 PS. Fast 500 Kilometer Reichweite im strengeren WLTP-Zyklus sollen möglich sein.

Tesla Model X:
Das Oberklasse-SUV mit den charakteristischen Flügeltüren kostet mindestens 92.230 Euro. Dank je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse fährt der amerikanische Stromer mit Allrad und 244 kW/332 PS. Der Akku muss theoretisch nach 417 Kilometern (NEFZ) wieder an die Steckdose.

Weitere Fahrzeuge werden folgen. Einige Exoten sind in der Auflistung nicht erwähnt.

Mit Material von Spotpress.
Foto: Renault