Der ID.3

arrive Nr. 6: Der ID.3 von Volkswagen. Das beste deutsche Elektroauto

Die Auslieferung des ID.3 läuft seit wenigen Tagen auf Hochtouren. Und wenn es nach dem Willen von Volkswagen geht, so soll es mindestens in diesem Jahr das beste deutsche Elektro-Auto sein. Nach dem sich lange hinziehenden Dieselskandal will der weltweit größte Autobauer sich an die Spitze der neuen Stromer setzen und ein großes Massenpublikum begeistern. Inwieweit das gelingen könnte, zeigen wir in unserer Titelgeschichte über das Modell, das mit drei Batterieausführungen auf den Markt kommt.
Weitere aktuelle Fahrzeuge, die wir als Test oder Vorabbericht im Heft präsentieren: der Polestar 2, der Audi Q4 Sportback e-tron, der Audi e-tron 55 quattro, Fiat 500, BMW 545e und DS3 Crossback. In einem kleinen Block wenden wir uns den strategischen Elektro-Aktivitäten von BMW zu und erklären, warum der iX3, den wir vorstellen, so wichtig für den bayrischen Konzern ist.
Aber auch die Hybride und Plug-in-Hybride sollen bei uns nicht zu kurz kommen. Mit dabei: Die neue S-Klasse von Mercedes, die Jeep-Modelle Renegarde und Compass, Maserati Ghibli, Toyotas RAV4 Hybrid, und der Volvo V40.
Was aber wird uns die Elektro-Auto-Zukunft bescheren? Das verrät der Nissan Ariya, den unser Autor Michael Specht für uns exklusiv beschreibt.
Und was gibt´s sonst noch? Wie immer wird das Heft durch Service- und Hintergrund-Artikel abgerundet. Ganz zum Schluss kommt wieder unsere bewährte Kolumne von Fernseh-Moderator Thomas Ranft, einige Infografiken zur Innovationsfähigkeit der E-Auto-Produzenten und der letzte Teil der E-Auto-Liste mit Mild-, Vollhybridfahrzeugen und Vans.

Ab sofort ist Ausgabe 6 der arrive in vielen gut sortierten Zeitschriftenregalen erhältlich!


Nachfrage nach Plug-in-Hybriden steigt rasant

Noch nie war die Nachfrage nach Elektro-Fahrzugen so hoch wie in diesen Monaten. Während die Hersteller bei den Verbrenner-Autos mit einem dicken Minus zu kämpfen haben, sind die Produktionen für E-Fahrzeuge in den gleichen Konzernen mehr als ausgelastet. Bedonders im August war die Nachfrage nach elektrifizierten Pkw enorm hoch. Deutschlandweit wurden 33.203 Neuwagen mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb neu zugelassen. Das entspricht einem Rekord-Marktanteil von 13,2 Prozent, wie der Branchenverband VDA mitteilt. In den ersten acht Monaten kamen damit 163.139 elektrifizierte Pkw neu auf die Straße, der Marktanteil beträgt 9,2 Prozent.
Besonders gefragt waren im August die Plug-in-Hybride mit einem Plus von 448 Prozent auf 17.095 Einheiten. Die reinen E-Autos legten um 221 Prozent auf 16.076 Einheiten zu. Wichtigste Haltergruppe waren Privatpersonen mit 40 Prozent. Insgesamt liegt der Bestand an E-Autos in Deutschland nun bei rund 318.000 Fahrzeugen (Stand: 1. Juli). Das sind weniger als 1 Prozent von den etwa 47,7 Millionen PKW in Deutschland.


Bollinger mit futuristischem Elektro-Lieferwagen

Das amerikanische Elektroauto-Start-up Bollinger will zusätzlich zum SUV B1 und Pick-up B2 ab 2022 einen elektrischen Lieferwagen namens Deliver-E produzieren. Der Transporter wird eine eigene Frontantriebsplattform aus Stahl bekommen, bei den Antriebskomponenten jedoch auf die Technik von B1 und B2 zurückgreifen. Zwischen fünf Batteriegrößen sollen Kunden wählen: 70, 105, 140, 175 und 210 kWh große Akkus will das Unternehmen anbieten. Reichweiten des Deliver-E hat Bollinger keine genannt. Ebenfalls unklar ist, ob der Elektro-Van wie B1 und B2 nach Europa kommen soll.

Der Bau elektrisch angetriebener Transporter gilt derzeit als Zukunftsmarkt, da Online-Handelsriesen und einige Logistik-Unternehmen CO2-neutral werden und deshalb ihre Fuhrparks auf elektrisch angetriebene Lieferwagen umstellen wollen. So hat Amazon bei Rivian bereits 100.000 und bei Mercedes 1.800 elektrische Lieferwagen bestellt, während das britische Start-up Arrival bis 2024 insgesamt 10.000 Elektro-Transporter exklusiv für UPS bauen soll.


Cover der Arrive Ausgabe No. 5 - Irre Prämien für Neue und Gebrauchte

arrive Nr. 5: Fördern – was das Zeug hält

Der Wechsel vom Verbrenner zum Stromer zieht sich dahin wie der Hefeteig, den wir zwischen unseren Fingern kneten. Das hat auch die Bundesregierung gemerkt und versucht mit reichlich Fördergeldern den Umstieg auf das E-Auto so attraktiv wie möglich zu machen. In der Folge sind die Anträge bei der BAFA in die Höhe geschossen. Dabei gibt’s oft noch Geld zusätzlich vom Land, den Städten oder auch Energieversorgern. Wie man alle Fördermöglichkeiten ausschöpft, steht in der neuen arrive Nr. 5, die ab sofort im Handel erhältlich ist. Hyundai und Renault machen übrigens zusätzlich Zuschüsse on top locker. Wer kann da jetzt noch widerstehen?
Aber auch andere Hersteller locken jetzt mit neuen, reichweitenstarken Fahrzeugen. Unsere Tests mit dem Mazda MX-30, dem Model Y von Tesla, dem Citroen E-C4 zeigen das eindrucksvoll. Weitere Tests gefällig? Schaut mal im Heft auf die zahlreichen kleineren Nutzfahrzeuge oder die vielen Hybride, zum Beispiel den VW Tiguan, den Clio E-Tec h, den Ford Explorer Plug-in-Hybrid, den Honda Jazz Hybrid oder den Jeep Defender P400e PHEV.
Aber auch Zukunftsthemen kommen dieses Mal nicht zu kurz. Wir gegen einen Einblick in ein „Vehicle-to-grid“-Großprojekt von Fiat in Italien und zeigen, dass schon bald nicht verfahrener Strom problemlos ins Hausnetz rückeingespeist werden kann. Eine ganz praktische Frage wollen wir zudem lösen. Nämlich: Ist das Laden mit dem Verlängerungskabel auf der Trommel erlaubt. Und außerdem: Wie weit sind wir bereits mit den Robo-Trucks, die völlig ohne Fahrer auskommen und Waren über lange Distanzen transportieren?
Unsere Liste aller batterie-elektrischen Fahrzeuge, alle Plug-in-Hybride und die Wasserstoffautos rundet das Heft ab.

Arrive Nr. 5 – jetzt im Handel oder online unter www.arrive-magazin.com


eBussy

Elektrokleinfahrzeug eBussy überzeugt mit Retro-Zitaten

Die deutsche Firma Electric Brands will 2021 mit dem eBussy ein elektrisches Nutzfahrzeug der Leichtbauklasse L7e in Deutschland auf den Markt bringen. Der kleine Stromer, den es auch als Personenbus oder Camper geben soll, vereint modernes Design mit Retro-Zitaten, die entfernt an den ersten VW Bus oder Ford Transit erinnern.

Der eBussy basiert auf einem modularen Konzept, welches neben verschiedenen Aufbauten auf einer 3,65 Meter kurzen Plattform auch unterschiedliche Batteriegrößen erlaubt. Die Speicherkapazität der Akkus variert zwischen 10 und 30 kWh, was Reichweiten von 200 bis 600 Kilometer erlaubt. Sind optionale Solarzellen am Fahrzeug, sollen bis zu 800 Kilometer Reichweite möglich sein.

Bei den Aufbauten werden neben Personen- oder Campingbus auch Pritsche, Kipper, Kastenwagen oder Kofferaufbauten zur Wahl stehen. Insgesamt 10 Karosserievarianten sind angedacht. Zudem sollen sich Aufbauten leicht wechseln lassen, was eine variable Nutzung einer Plattform erlaubt. Das dank Drive-by-Wire-Technik nicht mechanisch mit den Vorderrädern verbundene Lenkrad lässt sich auf dem Armaturenbrett verschieben. Entsprechend kann der eBussy ganz einfach zum Rechts-, Links- oder Mittellenker gewandelt werden.

Für den Vortrieb ist ein gerademal 15 kW/20 PS starker Allradantrieb verantwortlich, der den eBussy auf maximal 90 km/h beschleunigt. Wie in der L7e-Klasse üblich, empfiehlt sich damit auch dieser kleine Stromer vornehmlich für den urbanen Einsatz.

Ab dem dritten Quartal 2021 will Electric Brands die Serienproduktion des eBussy bei einem Auftragsfertiger in Deutschland starten. Rund 16.000 Euro soll die Basisversion mit Fahrerkabine ohne Aufbauten kosten. Für die Camper-Version werden rund 29.000 Euro angepeilt. Bei Electric Brands erwartet man eine Jahresproduktion von 30.000 Fahrzeugen. Eine Vertriebsstruktur ist bereits vorhanden. So sollen sich bereits 80 Händler in Deutschland auf den Start des Mehrzweckstromers vorbereiten.

In Deutschland sind diese Klein-Nutzfahrzeuge für den Straßenbereich eher noch eine große Ausnahme. Allerdings gibt es schon große Robo-Trucks, die auf den Straßen Amerikas oder Australiens Ihren Dienst verrichten. Besonders interessant für den europäischen Markt sind die Trucks von Volvo Trucks, weil sie eigens für den Transport ohne Fahrer, und damit auch ohne Fahrerkabine konzipiert wurden. Nachzulesen in der kommenden Ausgabe 5 der arrive. Bald im Handel!


Across

Suzuki macht das erste Hybrid-Angebot

Suzuki wird im Herbst sein SUV-Angebot mit dem Across nach oben abrunden. Das neue Topmodell der Japaner ist genau genommen allerdings kein Suzuki. Vielmehr handelt es sich um das erste Fahrzeug, dass die Japaner im Rahmen ihrer 2019 beschlossenen Kooperation mit Toyota vom neuen Partner übernehmen. Das entsprechende Toyota-Pendant heißt RAV4.

Und diesem sieht der Across sehr ähnlich. Verändert wurden lediglich Weichteile in der Front, was dieser unter anderem mit einem Suzuki-typischen Kühlergrill beschert. Innen macht zudem ein verchromtes S in der Lenkradmitte den Toyota zum Suzuki. Ansonsten zeichnet sich der 4,64 Meter lange Across durch ein Infotainmentsystem mit großem 9-Zoll-Touchscreen und einen 490 bis 1.604 Liter großen Kofferraum aus. Auch die Ausstattung ist üppig, denn serienmäßig bietet der Across LED-Scheinwerfer, Softtouch-Oberflächen innen, 19-Zoll-Räder, Abstandstempomat, Verkehrszeichenerkennung und Querverkehrswarner.

Die Antriebstechnik ist mit der des RAV4 identisch, wobei Suzuki einzig die in Deutschland bei Toyota bislang nicht verfügbare Topvariante mit Plug-in-Hybridantrieb anbieten wird. Diese wird von zwei E-Motoren mit 134 kW/182 PS und 40 kW/54 PS sowie einem 136 kW/186 PS starken 2,5-Liter-Benziner angetrieben. Das Trio mit 225 kW/306 PS Systemleistung erlaubt die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb sowie rein elektrisches Fahren. Letzteres soll dank einer 18 kWh großen Batterie bis zu 75 Kilometer weit möglich sein. Als weitere Werte für den Across nennt Suzuki eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h sowie einen Normverbrauch von 1,1 Liter. Vom PHEV-RAV4 ist zudem bekannt, dass der 100-km/h-Sprint rund 6 Sekunden dauert und dieser rein elektrisch bis 135 km/h schnell fahren kann.

Preise wird Suzuki erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Rund 50.000 Euro für einen Teilzeitstromer dieses Formats sollte man schon erwarten. Für deutsche Fahrer dürfte es abzüglich der Förderungen dann doch etwas günstiger werden.


Jetzt gibt es noch mehr Geld vom Staat

Es kommt Schwung in die e-automobile Landschaft in Deutschland. Zwar haben sich die Zulassungszahlen auf niedrigem Niveau stark verbessert, ein echter Durchbruch für E-Mobile und Plug-in-Hybride blieb jedoch bisher aus. Das kann sich mit der Verabschiedung des 150 Milliarden schweren Konjunkturpaketes der Bundesregierung nun schlagartig ändern. Neben einer Reihe weiterer Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität ist vor allem die Quasi-Verdoppelung des staatlichen Anteils am Umweltbonus in Form einer Innovationsprämie für Autofahrer höchst interessant.
„Durch die Umweltprämie fördern wir den Austausch der Kfz-Fahrzeugflotte durch klima- und umweltfreundlichere Elektrofahrzeuge“, beschreibt ein 15-seitiges Papier die Maßnahmen. Die Verbrenner sind bei all diesen direkten Förderungen erstmal ausgeschlossen, werden aber dennoch indirekt von der angekündigten Absenkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 % profitieren. Wichtig dabei ist der Bundesregierung, dass die Steuerabsenkungen real an die Verbraucher weitergegeben werden. Andere Waren, die bisher mit 7 % besteuert wurden, werden vom 1.7.2020 bis 30.12.2020 mit lediglich 5 % Mehrwertsteuer belegt.

Gesamtförderung kann auf 9.000 Euro steigen
Die Gesamtförderung pro Fahrzeug kann in der Spitze bis auf 9.000 Euro klettern, wovon 6.000 Euro vom Bund kommen können. Ob dann auch Plug-in-Hybride von der Erhöhung profitieren können, soll unter anderem in einem Diskurs, der in der nationalen Plattform „Mobilität der Zukunft“ abgehalten werden soll, geklärt werden. Das Gesamtpaket ist bis Ende 2021 befristet. Das Volumen beziffert die Koalitionsregierung auf 2,2 Milliarden Euro.
Die bisherigen Förderungen (siehe auch arrive Nr. 4 / 2020, derzeit stark nachgefragt im Rahmen des Abos) bleiben unberührt.
Andere indirekte Förderungen betreffen die Dienstwagenbesteuerung und die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung von E-Autos. Die ausschließlich elektrisch angetriebenen Dienstwagen werden lediglich mit nur 0,25 % besteuert. Auch teurere Dienstwagen oberhalb der bisher gültigen 40.000-Euro-Grenze können nun (bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro) von der niedrigen Besteuerung profitieren. Profitieren können davon nun auch verstärkt deutsche Modelle und mehrere Varianten des Model 3.
Ein weiterer Anreiz: Die Kfz-Steuer für E-Mobile entfällt beim Kauf bis 2030, bisher war 2025 Schluss mit der Befreiung. Für alle anderen Fahrzeuge wird der CO2-Ausstoß ab 2021 als Grundlage zur Bemessung für die Kfz-Steuer hergezogen und „in Stufen“ angehoben.
Weiter Förderungen betreffen die die Hersteller (Investitionen in neue Technologien, Forschung und Entwicklung) und den „Ausbau der Ladeinfrastruktur als notwendige Voraussetzung zum Hochlauf der E-Mobilität“. Hierzu wird der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ zügig umgesetzt, „zum Beispiel bei Kitas, Krankenhäusern, Stadtteilzentren, Sportplätzen“.


arrive Nr. 4 2020

22 Gründe, gerade jetzt auf E-Mobile umzusteigen – jetzt in der arrive Nr. 4

Schwere Zeiten erleben viele von uns. Und dennoch könnte aus der alten Autowelt der Verbrenner was Neues entstehen. Die Gelegenheit ist günstig. Gerade jetzt gibt es viele Gründe, auf E-Mobilität umzusteigen und das neue Zeitalter einer zukunftsweisenden Mobilität einzuläuten. Was dafür spricht, verrät in der Titelstory der aktuellen arrive Nr. 4, Willy Loderhose in 22 Punkten, die es in sich haben. Natürlich haben wir auch viele Tests wieder im Programm. Zum Beispiel die reinen E-Fahrzeuge Opel Corsa-e, Skoda Enyaq, und Renault Twingo. Zudem präsentieren wir exklusiv Einblicke in das längenverstellbare Konzeptfahrzeug Renault Morphoz, das die Welt der E-Mobilität in einigen Jahren revolutionieren wird. Natürlich wurden im Heft wieder eine Reihe an Hybriden bei den Tests berücksichtigt, so zum Beispiel der Toyota Yaris Hybrid Cross, der Audi Q5 TFSIe und der BMW X5 Plug-in-Hybrid.
Über erste Erfahrungen im Rahmen seines Langzeittests mit dem Kia e-Soul berichtet Willy Loderhose, ebenso über Promis wie Maximilian Günther, jüngster Formel-E-Sieger aller Zeiten, oder Stuntman Tanner Foust.
Damit der Wechsel auf umweltfreundliche Technologien weiter gelingt, sind Förderungen für Endverbraucher ein zentraler Baustein. Wir erläutern hier den Stand der Dinge und geben Tipps, wo im Internet weitere geldwerte Tipps abrufbar sind.
Wer zudem ein Liebhaber von Ausstellungen und E-Fahrzeugen gleichzeitig ist, der könnte im Volkswagen Forum DRIVE in Berlin-Mitte genau das Richtige für sich finden. Dort sind Exponate und Installationen zum Thema E-Mobile für jedermann verständlich aufgebaut. Auch Historisches über die Entwicklung der Elektromobilität kann dort jeder erfahren. Natürlich wollen wir aber auch dem Wasserstoff in der aktuellen Ausgabe wieder Platz einräumen und lassen deshalb Träume vom ganz großen Luxus auf der Wasserstoffyacht Aqua des Superyachtdesigner Sander Sinot wahr werden. Freuen Sie sich auf beeindruckende Bilder und pure Ästhetik dieses ungewöhnlichen „Hausbootes“.

Die neue arrive Nr. 4 – am besten als Abo. Weitere Infos unter www.arrive-magazin.com


Arrive probt den Elektroaufstand.

Autotausch-Aktion: Einfach mal ausprobieren

Einfach mal ausprobieren. Einfach mal den eigenen, „ollen“ Benziner oder Diesel links liegen lassen und ein E-Auto mehrere Wochen fahren. Das hatten wir und E-Autovermieter nextmove in der Ausgabe 5 einigen arrive-Lesern im Rahmen einer Autotausch-Gewinnaktion angeboten. Gemeldet hatten sich mehrere hundert Leser. Unglaublich. 3 wurden nun per Los ermittelt.

Selbst wir von arrive waren von der Resonanz auf unseren Aufruf überwältigt, fühlen uns aber bestätigt, dass die Aktion mit unserem Partner nextmove genau den Nerv der Zeit trifft. Drei Gewinner dürfen sich nun freuen und erhielten bereits die Schlüssel für einen mehrwöchigen, emissionsarmen Fahrspaß. Schließlich wollen wir nach der Testphase wissen, wie die Erfahrungen waren, wie der Umstieg sich anfühlte, und ob man den Verbrenner, seine größere Reichweite, wirklich irgendwann vermisste.
Viele Vorurteile kursieren noch heute in den Köpfen von Endverbrauchern, viele beruhen auf Stammtischgerede, andere könnten berechtigt sein. Wir werden es berichten, live von Endverbrauchern, die wie die meisten von uns, auf das Auto angewiesen sind und irgendwie so gar keine praktische Vorstellung haben, wie es sich konkret anfühlt im Alltag, statt Sprit im Tank den Strom im Energieköcher zu haben. Die drei gezogenen Gewinner stehen für viele tausend in Deutschland, die es einfach ausprobieren wollen, bevor sie vielleicht bald schon den großen Schritt, nicht nur zu einem neuen Auto statt eines gebrauchten, wagen, sondern noch zum ungeheuerlichen Sprung zu einer neuen, bis dato völlig unbekannten Technologie ansetzen.

Sebastian Sarnow (29), Student
an der Universität Potsdam
fährt den Kia e-Soul

Unser erster Gewinner, Sebastian Sarnow, kommt aus dem schönen Leipzig und hatte sich ganz feste den Kia e-Soul als Aktions-Fahrzeug gewünscht. Schon früher hatte er die Chance, den elektrischen Soul einmal für eine kurze Strecke zu fahren und war sofort vom Ambiente und stylischen Exterieur des Fahrzeugs begeistert. Eine längere Testperiode, wie wir sie also anboten, war genau das, auf das Sebastian gewartet hatte. Dass er nun von unserer Glücksfee gezogen wurde, dürfte ein klarer Wink des Schicksals sein, denn der Youngster sieht seien alten Corsa C aus dem Jahre 2006 dahinsiechen und schaut sich deshalb schon lange nach einem umweltfreundlichen und wendigen Auto um. Davor besaß er einen konventionellen Kia Soul, weshalb der Umstieg, wie er selbst sagt, „jetzt besonders einfach“ fiel. Zudem sitze man – und das war ein wichtiges Entscheidungskriterium für ihn – im e-Soul etwas höher, die Reichweite solle recht gut sein. Und selbst für längere Strecken wolle er nun das neue Probefahrzeug nutzen, gerne auch mal zu Freunden nach Berlin oder Magdeburg fahren. Das soll schließlih „drin sein, und nach 2 Stunden Fahrt macht ja jeder mal sowieso eine Pause. Da kann man auch mal für eine halbe Stunde laden“, erläuterte „Basti“ bei der Schlüsselübergabe.
Überhaupt sei er sehr „technolgie- und innovationsgetrieben“. Innerhalb seines Studiums „Interaction Design“ beschäftigt er sich mit der Programmierung von digitalen Systemen und der Gestaltung von Software-Oberflächen und Displays. Parallel zu den Studienaktivitäten wolle er mit einem E-Auto auch Umweltfreundlichkeit praktizieren, denn für ihn stehe ganz klar fest: „Der reine Betrieb eines Elektrofahrzeugs ist in Bezug auf den Klimawandel auf jeden Fall das Beste.“
Recht so! Wir bleiben mit Sebastian die kommenden Wochen in Kontakt und werden danach, ebenso wie mit den anderen zwei Gewinnern, ausgiebig über den Umstieg auf die neue Technik berichten.

Max Weiß (31 Jahre), Elektro-
Meister in Hamburg begeistert
sich für den Smart EQ

Der vielseitig interessierte Fachmann aus Hamburg-Othmarschen kennt sich schon ziemlich lange mit allem aus, was mit Strom zu tun hat, so natürlich auch mit Elektro-Autos. Die hat er bisher zwar noch nicht gefahren, will aber nun ein E-Fahrzeug unbedingt mal ausprobieren, auch aus umwelt-, mehr aber noch praktischen Erwägungen. Denn E-Autos kann man mittlerweile sowohl als Privat- wie als Geschäftsmann leasen. „Das gefällt mir“, unterstreicht Weiß. Da er berufsbedingt nur kurze Strecken von seinem Haus zum Flughafen Fuhlsbüttel fahren muss, reicht ihm ein wendiger, flinker Stromer. Bevor er aber seinen Verbrenner-Golf in einem Jahr aus dem Leasing rausnehmen kann, möchte er schon mal ein E-Fahrzeug antesten, am liebsten den Smart EQ. Diesen Gefallen tun wir ihm nun gerne, nachdem das Los auf ihn gefallen ist. Hinzu kommt, dass sein Arbeitgeber am Flughafen plant, Ladesäulen für die Mitarbeiter zu installieren. „Dann kann ich bequem über Tag laden“, so sein Wunsch, der möglichst schon in der Probezeit in Erfüllung gehen soll. Ein weiterer Pluspunkt, den er gerade beim Smart sieht, ist die Größe des Winzlings. „In der Innenstadt habe ich oft Probleme, einen Parkplatz zu ergattern. Mit dem Smart dürfte das einfacher sein.“
Tja, Recht hat er. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die Max mit dem Elektro-Zwerg demnächst machen wird.

Nikolai Nikiforov (36 Jahre),
Software-Engineer im
Herzen von Berlin

Der gelernte Programmierer kennt sich mit den mobilen Hindernissen einer Metropole wie Berlin bestens aus. Er selbst wohnt mit Ehefrau und Kindern in Pankow und muss jeden Tag nicht nur zu seinem Arbeitgeber nach Berlin-Mitte, sondern Sohn und Tochter auch zu Schule und Kita fahren, da es an Angeboten des Nahverkehrs auf den für ihn wichtigen Strecken mangelt. Hinzu kommt noch: Mutter besuchen, Kind zum Arzt bringen, seine Frau im Krankenhaus besuchen – alles Dinge, die nicht aufschieb- oder abstellbar sind. Was ihm in der derzeitigen Umweltdiskussion besonders bewegt, sind die Fragen seines achtjährigen Sohnes, der bereits jetzt ein feines Gespür für die vielen notwendigen Verbesserungen zeigt, betont Nikolai. „Wie kann die Luft sauberer werden?“, „Was macht denn Fridays for Future?“ oder auch „Warum ist es so laut in den Städten“, sind nur einige Fragen, die den aufgeweckten Sprössling interessieren und auf die der Software-Spezialist so gut wie möglich eine Antwort geben will. Umso mehr hat sich Nikolai, der selbst aus Moskau stammt und bereits mehrere Jahre in Berlin lebt, gefreut, den Nissan Leaf nun ausprobieren zu können. Sein älterer Audi A2 darf nun ein paar Wochen pausieren. Vielleicht findet Nikiforov ja Gefallen an dem bevorstehenden Probezeitraum und wird sich irgendwann für den Kauf eines E-Autos entscheiden. Schon allein aus praktischen Erwägungen ist das gar nicht so unwahrscheinlich: „Mit dem Elektroauto“, unterstreicht er, „hoffe ich, entspannter und ruhiger fahren zu können. Das wäre für alle meine Familienmitglieder ein großer Segen“.

Es geht los
So werden nun also alle drei E-Auto-Alltagstester die kommenden Wochen ihre Stromer ausgiebig erproben und Erfahrungen machen, die sie vielleicht niemals so erwartet hätten.
Wir von arrive bleiben jedenfalls am Ball und sind gespannt. Wir werden in der kommenden Ausgabe über diese wertvollen Erfahrungen von Sebastian Sarnow, Maximilian Weiß und Nikolai Nikiforov berichten.


Tesla3

Die Elektroautos mit der größten Reichweite

Wie weit kommen denn die Elektroautos nun wirklich? Diese Frage hören wir in der Redaktion immer wieder. Eine zu Recht gestellte Frage, denn die Reichweite ist für viele potenzielle Elektro-Autokäufer entscheidend. Wirklich hohe Reichweite brauchen vor allem Fahrer, die häufig längere Strecken ohne zeitraubende Lade-Pausen zurücklegen müssen. E-Fahrzeuge mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern gibt es wenige, aber es gibt sie. Hier zeigen wir 7 E-Autos mit satt Strecke oberhalb der 300-Kilometer-Reichweitengrenze.

Was dabei für viele nicht erstaunlich ist: Die Plätze 1 bis 3 belegt Tesla.

Platz 1: Tesla Model S
Das Model S ist seit dem Markt-Start 2013 in Deutschland der Maßstab für elektrische Business-Limousinen. Das Fahrzeug erfährt regelmäßige Modellpflege und strotzt vor immer mehr Leistung: Als P100D mit dem „Ludicrous Mode“ sind es zirka 770 PS, die das E-Auto in unter 3 Sekunden auf 100 beschleunigen lässt. Doch das Model S hat auch echte Langstrecken-Qualitäten: Mit einer Reichweite bis zu 632 Kilometer ist das Model S absoluter Spitzenreiter in Sachen elektrischer Reichweite. Die Batteriekapazität beträgt dabei 100 kWh und der Verbrauch liegt bei knapp unter 19 kWh/100 km.

Platz 2: Tesla Model X
Das Model X ist die SUV-Variante des Model S. Die Leistung ist ähnlich extrem wie beim Model S, aber die Reichweite wegen des höheren Gewichts und des größeren Luftwiderstands etwas schlechter. Trotzdem sind immerhin bis zu 565 Kilometer Reichweite mit nur einer Akku-Ladung möglich. Verbaut ist ebenfalls eine 100kWh-Batterie. Auch der Verbrauch liegt mit 20,8 kWh/100 km etwas über dem des Model S.
Dafür bietet das Model X Platz für 7 Personen - ganz hinten können dabei nicht nur Kinder sitzen. Sogar einen Anhänger kann das Model X ziehen.

Platz 3: Tesla Model 3
Teslas Model 3 wurde als Massenfahrzeug für größere Bevölkerungsschichten konzipiert. In den USA beginnt der Einstiegspreis bei 35.000 Dollar. Und auch die Reichweite ist wohl für fast jeden Anwender ausreichend: Mit einer Batterie-Kapazität von 75 kW/h bringt es der „kleine“ Tesla auf bis zu 560 Kilometer Reichweite. Der Verbrauch fällt mit gut 14 kWh/100 km deutlich niedriger aus als bei den größeren Modellen. Dafür ist das Model 3 auch etwas kleiner als seine teureren Geschwister S und X. Die Abmessungen sind in etwa mit dem 3er von BMW vergleichbar, das Platzangebot ebenfalls. Im Gegensatz zu den großen Model S und X setzt das Model 3 auf den europäischen CCS-Schnelllade-Anschluss. Die Supercharger-Stationen von Tesla sind entsprechend aufgerüstet worden, die Autos können aber auch an jeder anderen CCS-Ladesäule laden.
In Deutschland sind bislang nur die sehr Leistungsstarken Allrad-Varianten mit bis zu 490 PS Leistung orderbar.

Platz 4: Jaguar i-Pace
Auch Jaguar wirft einen E-SUV ins Rennen und gibt eine Reichweite von 480 Kilometer nach WLTP an. Der Jaguar i-Pace hat damit zwar nicht die Reichweite von Teslas großem Model X, doch ist deutlich günstiger und eleganter. In Deutschland wurde der i-Pace zum Bestseller und zum Auto des Jahres. Die Batterie bietet zwar 90kWh Kapazität, doch der Verbrauch ist mit 21,1 bis 24,2 kWh/100 km – je nach Ausstattung - höher als bei den Konkurrenten. Der britische Herausforderer von Teslas Familienkutsche, dem Model X bietet im Vergleich zwar etwas weniger Platz und Reichweite, überzeugt aber innen wie außen mit sauberer Verarbeitung und solider Technik – und das zu viel tieferen Preisen.

Platz 5: Kia e-Niro
Der e-Niro ist ein kompakter SUV, mit dem Sie bis zu 450 Kilometer weit kommen. Dabei verbraucht er knapp 16 kWh/100 km. Im e-Niro verbaut Kia seine größte Batterie mit 64kWh. Der e-Niro gilt als besonders geräumig: Fahrer, Passagiere und deren Gepäck finden im Niro gut Platz.
Mit seinen elektrischen 204-PS lässt sich der e-Niro dynamisch bewegen. Auch die Verarbeitungsqualität des Elektro-Koreaners überzeugt.

Platz 6: Kia e-Soul
Die neueste Generation von Kias kastigem Klassiker wird in Europa nur noch rein elektrisch verkauft. Das Top-Model mit großem 64 kWh-Akku glänzt dabei mit einer satten Reichweite von 452 Kilometern. Einen komplett entladenen Akku lädt der e-Soul an einer Schnell-Ladestation in unter einer Stunde wieder auf 80 Prozent Reichweite auf und ist damit auf der Langstrecke besonders komfortabel. Dafür sorgen auch 204 PS Leistung und der hohe Platzkomforts im Innenraum.
An den wesentlich häufigeren 22 kW-Säulen sieht die Lade-Performance des e-Souls leider schwach aus: Hier kann der kastige Koreaner nur mit 7,4 kW Strom ziehen. Das ist problematisch, denn eine Vollladung von null auf 100 Prozent würde an solchen Säulen über neun Stunden dauern. In Städten wie München darf man aber an öffentlichen Säulen nur vier Stunden parken. Anders als bei vielen seiner koreanischen Kollegen ist der e-Soul dafür schneller bei seinen Käufern: Nur sechs Monate Lieferzeit verspricht Kia. Die Koreaner gewähren sieben Jahre Garantie auf die Batterie.

Platz 7: Hyundai Kona Electro
Mit dem Elektro-Kona ist Hyundai ein echter Überraschungserfolg gelungen. Der Preis ist ebenfalls äußerst gut und sehr konkurrenzfähig. Mit 64 kWh ist er wie der Kia e-Niro auf 450 Kilometer Reichweite ausgelegt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 14,3 kWh/100 km. Mit seinem Konzern-Bruder, Kias e-Niro, teilt sich der E-Kona eine gute Reichweite, das dynamische Fahrverhalten, viel Platz und den im Verhältnis zum Tesla S anständigen Preis:
39.000 Euro verlangen die Koreaner für den großen Kona mit 64 kWh. Im Vergleich zur Elektro-Konkurrenz ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des Kona aber mehr als in Ordnung: Der schlechter ausgestattete Opel Ampera-e kostet 4.000 Euro mehr, e-Golf, BMW i3 und auch der Hyundai Ioniq bieten für etwas weniger Geld viel weniger Auto.

Dieser Text erschien zuerst auf www.efahrer.com.