Elektro

Der ID.3

arrive Nr. 6: Der ID.3 von Volkswagen. Das beste deutsche Elektroauto

Die Auslieferung des ID.3 läuft seit wenigen Tagen auf Hochtouren. Und wenn es nach dem Willen von Volkswagen geht, so soll es mindestens in diesem Jahr das beste deutsche Elektro-Auto sein. Nach dem sich lange hinziehenden Dieselskandal will der weltweit größte Autobauer sich an die Spitze der neuen Stromer setzen und ein großes Massenpublikum begeistern. Inwieweit das gelingen könnte, zeigen wir in unserer Titelgeschichte über das Modell, das mit drei Batterieausführungen auf den Markt kommt.
Weitere aktuelle Fahrzeuge, die wir als Test oder Vorabbericht im Heft präsentieren: der Polestar 2, der Audi Q4 Sportback e-tron, der Audi e-tron 55 quattro, Fiat 500, BMW 545e und DS3 Crossback. In einem kleinen Block wenden wir uns den strategischen Elektro-Aktivitäten von BMW zu und erklären, warum der iX3, den wir vorstellen, so wichtig für den bayrischen Konzern ist.
Aber auch die Hybride und Plug-in-Hybride sollen bei uns nicht zu kurz kommen. Mit dabei: Die neue S-Klasse von Mercedes, die Jeep-Modelle Renegarde und Compass, Maserati Ghibli, Toyotas RAV4 Hybrid, und der Volvo V40.
Was aber wird uns die Elektro-Auto-Zukunft bescheren? Das verrät der Nissan Ariya, den unser Autor Michael Specht für uns exklusiv beschreibt.
Und was gibt´s sonst noch? Wie immer wird das Heft durch Service- und Hintergrund-Artikel abgerundet. Ganz zum Schluss kommt wieder unsere bewährte Kolumne von Fernseh-Moderator Thomas Ranft, einige Infografiken zur Innovationsfähigkeit der E-Auto-Produzenten und der letzte Teil der E-Auto-Liste mit Mild-, Vollhybridfahrzeugen und Vans.

Ab sofort ist Ausgabe 6 der arrive in vielen gut sortierten Zeitschriftenregalen erhältlich!


ID.4

Premiere des VW ID.4: Auf dem Weg zum Weltauto?

Nach dem Marktstart des kompakten ID.3 bringt der Wolfsburger Konzern den elektrischen Crossover-SUV ID.4 auf den Markt.

Als VW dieses Jahr mit dem ID.3 sein erstes vollelektrisches Modell auf den Markt brachte, war trotz moderner Aufmachung klar, dass es ein eher für den europäischen Markt bestimmtes Golf-Äquivalent sein sollte. Nun folgt mit dem ID.4 ein als „Weltauto“ bezeichnetes Fahrzeug, das den global hochrelevanten Markt der Kompakt-SUVs bedient. So verwundert es kaum, dass Chefingenieur Frank Bekemeier den ID.4 als zentralen Bestandteil von VWs Elektrifizierungskampagne bezeichnet. Neben dem Werk in Zwickau wird der elektrische Crossover-SUV auch in China und den USA vom Band rollen.

Zunächst ist der ID.4 als Sondermodell 1ST bestellbar. Mit einer Batteriekapazität von 77 kWh bringt er es auf eine Reichweite von 520 km. Der E-Motor mit Heckantrieb leistet 150 kW (204 PS) und beschleunigt in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. An einer Schnellladesäule kann der ID.4 mit 125 kW geladen werden – genug, um in einer halben Stunde Reichweite für 320 Kilometer zu tanken.

Im Exterieur folgt der Elektro-SUV der modernen Designsprache des ID.3: Fließende und stringente Gestaltung, die gleich darauf deutet, dass es sich hier um ein E-Fahrzeug handelt. Die Scheinwerfer und Rücklichter verlaufen in einem kontinuierlichen LED-Band, in dessen Mitte das VW-Logo platziert wird. Auch im Interieur setzen die Wolfsburger moderne Akzente: Das Cockpit kommt ganz ohne Knöpfe oder physische Tasten aus. Stattdessen dominieren zwei Displays den Innenraum, die per Touchscreen oder Sprachsteuerung bedient werden können. Optional ist ein Head-Up-Display, das etwa Navigationshinweise direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Durch den langen Radstand entsteht ein geräumiger Innenraum, der es, wie VW betont, mit dem Raumangebot der nächstgrößeren SUV-Klasse aufnehmen kann. Auf einer Länge von 4,58 Meter profitiert der ID.4 so von der Raumaufteilung der Wolfsburger MEB-Plattform.

Der ID.4 1ST ist als teurere Ausstattungsversion förderungsfähig. Mit Elektrobonus ist er demnach für 40.470 Euro erhältlich. Ab 2021 soll das elektrische Fließheck-SUV dann auch in anderen Motor-und-Akkuvarianten auf den Mark
t kommen. Eine günstigere Version mit kleinerem Akku, die es mit 52 kW/h auf 350 km Reichweite bringt, soll ab 37.000 Euro zu haben sein. Im neuen Jahr folgen dann auch weitere Motorversionen mit 109, 125, 128 oder 150 kW. Zudem steht eine Allrad-Motorisierung an, die es mit zusätzlichem Frontmotor mit 75 kW (102 PS) auf eine Systemleistung von 225 kW (306 PS) bringt.

Der ID.4 kommt mit der Ambition auf den Markt, wie sein Gegenstück Tiguan zu einem „Weltauto“ zu werden. Die Weichen dafür sind gestellt, der ID.4 ist ab sofort bestellbar, die Produktion im VW-Werk in Zwickau läuft seit August. Die ersten Kunden sollen ihr Auto noch vor Weihnachten geliefert bekommen.


Nachfrage nach Plug-in-Hybriden steigt rasant

Noch nie war die Nachfrage nach Elektro-Fahrzugen so hoch wie in diesen Monaten. Während die Hersteller bei den Verbrenner-Autos mit einem dicken Minus zu kämpfen haben, sind die Produktionen für E-Fahrzeuge in den gleichen Konzernen mehr als ausgelastet. Bedonders im August war die Nachfrage nach elektrifizierten Pkw enorm hoch. Deutschlandweit wurden 33.203 Neuwagen mit reinem Elektro- oder Plug-in-Hybridantrieb neu zugelassen. Das entspricht einem Rekord-Marktanteil von 13,2 Prozent, wie der Branchenverband VDA mitteilt. In den ersten acht Monaten kamen damit 163.139 elektrifizierte Pkw neu auf die Straße, der Marktanteil beträgt 9,2 Prozent.
Besonders gefragt waren im August die Plug-in-Hybride mit einem Plus von 448 Prozent auf 17.095 Einheiten. Die reinen E-Autos legten um 221 Prozent auf 16.076 Einheiten zu. Wichtigste Haltergruppe waren Privatpersonen mit 40 Prozent. Insgesamt liegt der Bestand an E-Autos in Deutschland nun bei rund 318.000 Fahrzeugen (Stand: 1. Juli). Das sind weniger als 1 Prozent von den etwa 47,7 Millionen PKW in Deutschland.


Bollinger mit futuristischem Elektro-Lieferwagen

Das amerikanische Elektroauto-Start-up Bollinger will zusätzlich zum SUV B1 und Pick-up B2 ab 2022 einen elektrischen Lieferwagen namens Deliver-E produzieren. Der Transporter wird eine eigene Frontantriebsplattform aus Stahl bekommen, bei den Antriebskomponenten jedoch auf die Technik von B1 und B2 zurückgreifen. Zwischen fünf Batteriegrößen sollen Kunden wählen: 70, 105, 140, 175 und 210 kWh große Akkus will das Unternehmen anbieten. Reichweiten des Deliver-E hat Bollinger keine genannt. Ebenfalls unklar ist, ob der Elektro-Van wie B1 und B2 nach Europa kommen soll.

Der Bau elektrisch angetriebener Transporter gilt derzeit als Zukunftsmarkt, da Online-Handelsriesen und einige Logistik-Unternehmen CO2-neutral werden und deshalb ihre Fuhrparks auf elektrisch angetriebene Lieferwagen umstellen wollen. So hat Amazon bei Rivian bereits 100.000 und bei Mercedes 1.800 elektrische Lieferwagen bestellt, während das britische Start-up Arrival bis 2024 insgesamt 10.000 Elektro-Transporter exklusiv für UPS bauen soll.


Cover der Arrive Ausgabe No. 5 - Irre Prämien für Neue und Gebrauchte

arrive Nr. 5: Fördern – was das Zeug hält

Der Wechsel vom Verbrenner zum Stromer zieht sich dahin wie der Hefeteig, den wir zwischen unseren Fingern kneten. Das hat auch die Bundesregierung gemerkt und versucht mit reichlich Fördergeldern den Umstieg auf das E-Auto so attraktiv wie möglich zu machen. In der Folge sind die Anträge bei der BAFA in die Höhe geschossen. Dabei gibt’s oft noch Geld zusätzlich vom Land, den Städten oder auch Energieversorgern. Wie man alle Fördermöglichkeiten ausschöpft, steht in der neuen arrive Nr. 5, die ab sofort im Handel erhältlich ist. Hyundai und Renault machen übrigens zusätzlich Zuschüsse on top locker. Wer kann da jetzt noch widerstehen?
Aber auch andere Hersteller locken jetzt mit neuen, reichweitenstarken Fahrzeugen. Unsere Tests mit dem Mazda MX-30, dem Model Y von Tesla, dem Citroen E-C4 zeigen das eindrucksvoll. Weitere Tests gefällig? Schaut mal im Heft auf die zahlreichen kleineren Nutzfahrzeuge oder die vielen Hybride, zum Beispiel den VW Tiguan, den Clio E-Tec h, den Ford Explorer Plug-in-Hybrid, den Honda Jazz Hybrid oder den Jeep Defender P400e PHEV.
Aber auch Zukunftsthemen kommen dieses Mal nicht zu kurz. Wir gegen einen Einblick in ein „Vehicle-to-grid“-Großprojekt von Fiat in Italien und zeigen, dass schon bald nicht verfahrener Strom problemlos ins Hausnetz rückeingespeist werden kann. Eine ganz praktische Frage wollen wir zudem lösen. Nämlich: Ist das Laden mit dem Verlängerungskabel auf der Trommel erlaubt. Und außerdem: Wie weit sind wir bereits mit den Robo-Trucks, die völlig ohne Fahrer auskommen und Waren über lange Distanzen transportieren?
Unsere Liste aller batterie-elektrischen Fahrzeuge, alle Plug-in-Hybride und die Wasserstoffautos rundet das Heft ab.

Arrive Nr. 5 – jetzt im Handel oder online unter www.arrive-magazin.com


eBussy

Elektrokleinfahrzeug eBussy überzeugt mit Retro-Zitaten

Die deutsche Firma Electric Brands will 2021 mit dem eBussy ein elektrisches Nutzfahrzeug der Leichtbauklasse L7e in Deutschland auf den Markt bringen. Der kleine Stromer, den es auch als Personenbus oder Camper geben soll, vereint modernes Design mit Retro-Zitaten, die entfernt an den ersten VW Bus oder Ford Transit erinnern.

Der eBussy basiert auf einem modularen Konzept, welches neben verschiedenen Aufbauten auf einer 3,65 Meter kurzen Plattform auch unterschiedliche Batteriegrößen erlaubt. Die Speicherkapazität der Akkus variert zwischen 10 und 30 kWh, was Reichweiten von 200 bis 600 Kilometer erlaubt. Sind optionale Solarzellen am Fahrzeug, sollen bis zu 800 Kilometer Reichweite möglich sein.

Bei den Aufbauten werden neben Personen- oder Campingbus auch Pritsche, Kipper, Kastenwagen oder Kofferaufbauten zur Wahl stehen. Insgesamt 10 Karosserievarianten sind angedacht. Zudem sollen sich Aufbauten leicht wechseln lassen, was eine variable Nutzung einer Plattform erlaubt. Das dank Drive-by-Wire-Technik nicht mechanisch mit den Vorderrädern verbundene Lenkrad lässt sich auf dem Armaturenbrett verschieben. Entsprechend kann der eBussy ganz einfach zum Rechts-, Links- oder Mittellenker gewandelt werden.

Für den Vortrieb ist ein gerademal 15 kW/20 PS starker Allradantrieb verantwortlich, der den eBussy auf maximal 90 km/h beschleunigt. Wie in der L7e-Klasse üblich, empfiehlt sich damit auch dieser kleine Stromer vornehmlich für den urbanen Einsatz.

Ab dem dritten Quartal 2021 will Electric Brands die Serienproduktion des eBussy bei einem Auftragsfertiger in Deutschland starten. Rund 16.000 Euro soll die Basisversion mit Fahrerkabine ohne Aufbauten kosten. Für die Camper-Version werden rund 29.000 Euro angepeilt. Bei Electric Brands erwartet man eine Jahresproduktion von 30.000 Fahrzeugen. Eine Vertriebsstruktur ist bereits vorhanden. So sollen sich bereits 80 Händler in Deutschland auf den Start des Mehrzweckstromers vorbereiten.

In Deutschland sind diese Klein-Nutzfahrzeuge für den Straßenbereich eher noch eine große Ausnahme. Allerdings gibt es schon große Robo-Trucks, die auf den Straßen Amerikas oder Australiens Ihren Dienst verrichten. Besonders interessant für den europäischen Markt sind die Trucks von Volvo Trucks, weil sie eigens für den Transport ohne Fahrer, und damit auch ohne Fahrerkabine konzipiert wurden. Nachzulesen in der kommenden Ausgabe 5 der arrive. Bald im Handel!


U5

Mut zur Lücke: Der chinesische Hersteller Aiways mit dem U5

Von Michael Specht

Als der junge chinesische Autohersteller Aiways vor zwei Jahren mit der Entwicklung eines elektrischen SUV begann, entschied man sich gezielt für das Volumensegment der Mittelklasse. Denn sehr wohl wusste das Start-up, was Tesla im Programm hat, und womit Audi, Jaguar und Mercedes auf den Markt kommen würden. Alle sind mit luxuriösen 2,5-Tonnen-Brocken unterwegs und rufen Preise von teils weit mehr als 80.000 Euro auf. Dass es auch wesentlich günstiger geht, zeigt Aiways nun mit dem U5, und bringt das Modell für weniger als die Hälfte der Preise der Premium-Anbieter in den Handel – bei gleichzeitig mehr Reichweite und teils besserem Platzangebot. Der U5 ist ein SUV in der Größe eines Skoda Kodiaq oder VW Tiguan Allspace. Wer jetzt denkt, Elektroautos aus dem Reich der Mitte interessieren in Europa doch keinen Menschen, irrt gewaltig. Schon bald soll der China-Stromer bei uns in Deutschland bestellbar sein.
Es wäre ein erneuter Versuch eines chinesischen Autobauers, im schwierigsten Markt der Welt einen Fuß in die Tür zu bekommen. Manche mögen sich noch an die Marken Brilliance oder Landwind erinnern. Letztere endete bei seinem Deutschland-Debüt als „China-Kracher“ mit verheerendem Resultat an der ADAC-Crash-Wand.
Aiways will es nun besser machen, verzichtet von vornherein auf konventionelle Verbrennungsmotoren und setzt gleich zu 100 Prozent auf Elektroantrieb, wohlwissend, dass man anders keine Chance hätte. Auch in Sachen Crash-Sicherheit glaubt Aiways, alle global gültigen Normen erfüllen zu können. Stolz sind die Chinesen auf ihre im Segment bislang einmalige Karosseriekonstruktion. Während das Chassis komplett aus Aluminium besteht, ist die Karosserie aus Stahl.
Um Qualität und Langstreckentauglichkeit unter Beweis zu stellen, schickten die Marketing-Strategen von Aiways werbewirksam zwei U5-Prototypen von China auf die Reise nach Deutschland. Die Marathon-Tour verlief über Kasachstan, Russland, Skandinavien, Niederlande, Belgien und Frankreich, 14.200 Kilometer insgesamt. Ziel war die IAA in Frankfurt. Wir erhielten Gelegenheit, die Etappe von Moskau nach St. Petersburg unter die Räder zu nehmen.

140 KW SIND VÖLLIG AUSREICHEND
Wie alle Elektroautos beschleunigt auch der U5 gleichmäßig, leise und kraftvoll. Ein leichtes „Straßenbahn-Singen“ ist nur anfangs hören. Dann wird es ruhig. Unter der Haube sitzt ein 140-kW-Motor. Er liefert ein Drehmoment von 310 Newtonmetern, etwa so viel, wie ein moderner Zweiliter-Diesel erzeugt. Nur mit dem Unterschied, dass der Kick vom Stand weg zur Verfügung steht. Die Leistung reicht aus, um bestens im Alltagsverkehr zurechtzukommen, und zeigt nur zu deutlich, wie überdimensioniert Audi, Mercedes, Jaguar und Tesla ihre Elektro-SUVs eigentlich ausgelegt haben. Auch Lenkung, Fahrwerk und Bremsen hinterlassen im U5 bereits einen professionellen Eindruck, selbst wenn es hier und da noch an etwas Finetuning fehlt. 503 Kilometer Reichweite (nach NEFZ) verspricht Aiways, eine mutige Ansage. Nach dem WLTP-Zyklus dürften es aber immer noch um die 400 Kilometer sein. Diese Distanz haben wir auf den russischen Straßen bereits locker übertroffen, mögen auch sommerliche Temperaturen und ein Tempolimit von 110 km/h – mehr sind in dem Riesenland nicht erlaubt – positiv dazu beigetragen haben. Die Energie liefert eine 65-kWh-Batterie. Damit bleibt Aiways deutlich unter Audi und Co, die zwischen 80 und 100 kWh an Bord haben und daher auch erheblich mehr wiegen. Nur 1.730 Kilogramm geben die Chinesen als Leergewicht an.

DEN AIWAYS GIBT ES IN DEUTSCHLAND NUR ONLINE
Bemerkenswert ist das Raumgefühl im Aiways U5. Konsequent haben sich die Ingenieure die Vorteile des platzsparenden Elektroantriebs zunutze gemacht. Dies spüren besonders die Gäste im Fond. Bis zu den Vordersitzlehnen ist so viel Platz, dass man bequem die Beine übereinanderschlagen kann. Kein anderes SUV in diesem Segment bietet solchen Komfort. Hinter den Rücksitzen bleiben zirka 550 Liter fürs Gepäck. Werden die geteilten Lehnen umgelegt, wächst der Stauraum auf das etwa dreifache Volumen. Hier fährt der Aiways den erwähnten Modellen Kodiaq und Tiguan Allspace somit hinterher.
Kaufen wird man den U5 bei uns vorerst nicht können, das Vertriebskonzept sieht ausschließlich Leasing vor. Dazu verhandelt Aiways derzeit mit großen Leasing-Gesellschaften. Wer den Zuschlag erhält, will man zum Jahresende bekanntgeben. Die monatlichen Raten sollen „um die 400 Euro“ liegen, heißt es aus der Firmenzentrale in Shanghai.
Bestellbar wird der U5 nur online sein. Händler und Showrooms? Fehlanzeige. Probefahrten können angemeldet werden, Aiways-Mitarbeiter kommen dann bis vor die Haustür. Wie das logistisch bewältigt werden soll, bleibt offen. Möglichkeiten, den U5 in Augenschein zu nehmen und Probe zu fahren, sollen sogenannte Pop-up-Stores bieten. Mit ihnen tingelt Aiways im ersten Jahr durch eine Vielzahl von Städten. Die wichtigen Themen Service, Reparaturen und Ersatzteile will man zusammen mit der Allianz angehen. Der Versicherer übernimmt dann sämtliche Dienstleistungen.
Das Aiways mit seiner Strategie in Europa Erfolg hat, ist möglich. Trotzdem: Die Marke ist unbekannt. „Das Vertrauen der Kunden muss erst gewonnen werden“, sagt Peter Fintl, China- und E-Mobilitätsexperte beim Beratungsunternehmen Altran, und sieht den U5 insgesamt zwar als „technisch und preislich interessantes Paket“ an. „Doch bald trifft das Modell auf etablierte Konkurrenz, allen voran auf Volkswagen. Und die Wolfsburger stellen mit ihrer MEB-Architektur nicht nur ihre technologische Kompetenz unter Beweis, sondern verfügen auch über eine exzellente Vertriebsorganisation.“


Jetzt gibt es noch mehr Geld vom Staat

Es kommt Schwung in die e-automobile Landschaft in Deutschland. Zwar haben sich die Zulassungszahlen auf niedrigem Niveau stark verbessert, ein echter Durchbruch für E-Mobile und Plug-in-Hybride blieb jedoch bisher aus. Das kann sich mit der Verabschiedung des 150 Milliarden schweren Konjunkturpaketes der Bundesregierung nun schlagartig ändern. Neben einer Reihe weiterer Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität ist vor allem die Quasi-Verdoppelung des staatlichen Anteils am Umweltbonus in Form einer Innovationsprämie für Autofahrer höchst interessant.
„Durch die Umweltprämie fördern wir den Austausch der Kfz-Fahrzeugflotte durch klima- und umweltfreundlichere Elektrofahrzeuge“, beschreibt ein 15-seitiges Papier die Maßnahmen. Die Verbrenner sind bei all diesen direkten Förderungen erstmal ausgeschlossen, werden aber dennoch indirekt von der angekündigten Absenkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 % profitieren. Wichtig dabei ist der Bundesregierung, dass die Steuerabsenkungen real an die Verbraucher weitergegeben werden. Andere Waren, die bisher mit 7 % besteuert wurden, werden vom 1.7.2020 bis 30.12.2020 mit lediglich 5 % Mehrwertsteuer belegt.

Gesamtförderung kann auf 9.000 Euro steigen
Die Gesamtförderung pro Fahrzeug kann in der Spitze bis auf 9.000 Euro klettern, wovon 6.000 Euro vom Bund kommen können. Ob dann auch Plug-in-Hybride von der Erhöhung profitieren können, soll unter anderem in einem Diskurs, der in der nationalen Plattform „Mobilität der Zukunft“ abgehalten werden soll, geklärt werden. Das Gesamtpaket ist bis Ende 2021 befristet. Das Volumen beziffert die Koalitionsregierung auf 2,2 Milliarden Euro.
Die bisherigen Förderungen (siehe auch arrive Nr. 4 / 2020, derzeit stark nachgefragt im Rahmen des Abos) bleiben unberührt.
Andere indirekte Förderungen betreffen die Dienstwagenbesteuerung und die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung von E-Autos. Die ausschließlich elektrisch angetriebenen Dienstwagen werden lediglich mit nur 0,25 % besteuert. Auch teurere Dienstwagen oberhalb der bisher gültigen 40.000-Euro-Grenze können nun (bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro) von der niedrigen Besteuerung profitieren. Profitieren können davon nun auch verstärkt deutsche Modelle und mehrere Varianten des Model 3.
Ein weiterer Anreiz: Die Kfz-Steuer für E-Mobile entfällt beim Kauf bis 2030, bisher war 2025 Schluss mit der Befreiung. Für alle anderen Fahrzeuge wird der CO2-Ausstoß ab 2021 als Grundlage zur Bemessung für die Kfz-Steuer hergezogen und „in Stufen“ angehoben.
Weiter Förderungen betreffen die die Hersteller (Investitionen in neue Technologien, Forschung und Entwicklung) und den „Ausbau der Ladeinfrastruktur als notwendige Voraussetzung zum Hochlauf der E-Mobilität“. Hierzu wird der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ zügig umgesetzt, „zum Beispiel bei Kitas, Krankenhäusern, Stadtteilzentren, Sportplätzen“.


arrive Nr. 4 2020

22 Gründe, gerade jetzt auf E-Mobile umzusteigen – jetzt in der arrive Nr. 4

Schwere Zeiten erleben viele von uns. Und dennoch könnte aus der alten Autowelt der Verbrenner was Neues entstehen. Die Gelegenheit ist günstig. Gerade jetzt gibt es viele Gründe, auf E-Mobilität umzusteigen und das neue Zeitalter einer zukunftsweisenden Mobilität einzuläuten. Was dafür spricht, verrät in der Titelstory der aktuellen arrive Nr. 4, Willy Loderhose in 22 Punkten, die es in sich haben. Natürlich haben wir auch viele Tests wieder im Programm. Zum Beispiel die reinen E-Fahrzeuge Opel Corsa-e, Skoda Enyaq, und Renault Twingo. Zudem präsentieren wir exklusiv Einblicke in das längenverstellbare Konzeptfahrzeug Renault Morphoz, das die Welt der E-Mobilität in einigen Jahren revolutionieren wird. Natürlich wurden im Heft wieder eine Reihe an Hybriden bei den Tests berücksichtigt, so zum Beispiel der Toyota Yaris Hybrid Cross, der Audi Q5 TFSIe und der BMW X5 Plug-in-Hybrid.
Über erste Erfahrungen im Rahmen seines Langzeittests mit dem Kia e-Soul berichtet Willy Loderhose, ebenso über Promis wie Maximilian Günther, jüngster Formel-E-Sieger aller Zeiten, oder Stuntman Tanner Foust.
Damit der Wechsel auf umweltfreundliche Technologien weiter gelingt, sind Förderungen für Endverbraucher ein zentraler Baustein. Wir erläutern hier den Stand der Dinge und geben Tipps, wo im Internet weitere geldwerte Tipps abrufbar sind.
Wer zudem ein Liebhaber von Ausstellungen und E-Fahrzeugen gleichzeitig ist, der könnte im Volkswagen Forum DRIVE in Berlin-Mitte genau das Richtige für sich finden. Dort sind Exponate und Installationen zum Thema E-Mobile für jedermann verständlich aufgebaut. Auch Historisches über die Entwicklung der Elektromobilität kann dort jeder erfahren. Natürlich wollen wir aber auch dem Wasserstoff in der aktuellen Ausgabe wieder Platz einräumen und lassen deshalb Träume vom ganz großen Luxus auf der Wasserstoffyacht Aqua des Superyachtdesigner Sander Sinot wahr werden. Freuen Sie sich auf beeindruckende Bilder und pure Ästhetik dieses ungewöhnlichen „Hausbootes“.

Die neue arrive Nr. 4 – am besten als Abo. Weitere Infos unter www.arrive-magazin.com


Arrive probt den Elektroaufstand.

Autotausch-Aktion: Einfach mal ausprobieren

Einfach mal ausprobieren. Einfach mal den eigenen, „ollen“ Benziner oder Diesel links liegen lassen und ein E-Auto mehrere Wochen fahren. Das hatten wir und E-Autovermieter nextmove in der Ausgabe 5 einigen arrive-Lesern im Rahmen einer Autotausch-Gewinnaktion angeboten. Gemeldet hatten sich mehrere hundert Leser. Unglaublich. 3 wurden nun per Los ermittelt.

Selbst wir von arrive waren von der Resonanz auf unseren Aufruf überwältigt, fühlen uns aber bestätigt, dass die Aktion mit unserem Partner nextmove genau den Nerv der Zeit trifft. Drei Gewinner dürfen sich nun freuen und erhielten bereits die Schlüssel für einen mehrwöchigen, emissionsarmen Fahrspaß. Schließlich wollen wir nach der Testphase wissen, wie die Erfahrungen waren, wie der Umstieg sich anfühlte, und ob man den Verbrenner, seine größere Reichweite, wirklich irgendwann vermisste.
Viele Vorurteile kursieren noch heute in den Köpfen von Endverbrauchern, viele beruhen auf Stammtischgerede, andere könnten berechtigt sein. Wir werden es berichten, live von Endverbrauchern, die wie die meisten von uns, auf das Auto angewiesen sind und irgendwie so gar keine praktische Vorstellung haben, wie es sich konkret anfühlt im Alltag, statt Sprit im Tank den Strom im Energieköcher zu haben. Die drei gezogenen Gewinner stehen für viele tausend in Deutschland, die es einfach ausprobieren wollen, bevor sie vielleicht bald schon den großen Schritt, nicht nur zu einem neuen Auto statt eines gebrauchten, wagen, sondern noch zum ungeheuerlichen Sprung zu einer neuen, bis dato völlig unbekannten Technologie ansetzen.

Sebastian Sarnow (29), Student
an der Universität Potsdam
fährt den Kia e-Soul

Unser erster Gewinner, Sebastian Sarnow, kommt aus dem schönen Leipzig und hatte sich ganz feste den Kia e-Soul als Aktions-Fahrzeug gewünscht. Schon früher hatte er die Chance, den elektrischen Soul einmal für eine kurze Strecke zu fahren und war sofort vom Ambiente und stylischen Exterieur des Fahrzeugs begeistert. Eine längere Testperiode, wie wir sie also anboten, war genau das, auf das Sebastian gewartet hatte. Dass er nun von unserer Glücksfee gezogen wurde, dürfte ein klarer Wink des Schicksals sein, denn der Youngster sieht seien alten Corsa C aus dem Jahre 2006 dahinsiechen und schaut sich deshalb schon lange nach einem umweltfreundlichen und wendigen Auto um. Davor besaß er einen konventionellen Kia Soul, weshalb der Umstieg, wie er selbst sagt, „jetzt besonders einfach“ fiel. Zudem sitze man – und das war ein wichtiges Entscheidungskriterium für ihn – im e-Soul etwas höher, die Reichweite solle recht gut sein. Und selbst für längere Strecken wolle er nun das neue Probefahrzeug nutzen, gerne auch mal zu Freunden nach Berlin oder Magdeburg fahren. Das soll schließlih „drin sein, und nach 2 Stunden Fahrt macht ja jeder mal sowieso eine Pause. Da kann man auch mal für eine halbe Stunde laden“, erläuterte „Basti“ bei der Schlüsselübergabe.
Überhaupt sei er sehr „technolgie- und innovationsgetrieben“. Innerhalb seines Studiums „Interaction Design“ beschäftigt er sich mit der Programmierung von digitalen Systemen und der Gestaltung von Software-Oberflächen und Displays. Parallel zu den Studienaktivitäten wolle er mit einem E-Auto auch Umweltfreundlichkeit praktizieren, denn für ihn stehe ganz klar fest: „Der reine Betrieb eines Elektrofahrzeugs ist in Bezug auf den Klimawandel auf jeden Fall das Beste.“
Recht so! Wir bleiben mit Sebastian die kommenden Wochen in Kontakt und werden danach, ebenso wie mit den anderen zwei Gewinnern, ausgiebig über den Umstieg auf die neue Technik berichten.

Max Weiß (31 Jahre), Elektro-
Meister in Hamburg begeistert
sich für den Smart EQ

Der vielseitig interessierte Fachmann aus Hamburg-Othmarschen kennt sich schon ziemlich lange mit allem aus, was mit Strom zu tun hat, so natürlich auch mit Elektro-Autos. Die hat er bisher zwar noch nicht gefahren, will aber nun ein E-Fahrzeug unbedingt mal ausprobieren, auch aus umwelt-, mehr aber noch praktischen Erwägungen. Denn E-Autos kann man mittlerweile sowohl als Privat- wie als Geschäftsmann leasen. „Das gefällt mir“, unterstreicht Weiß. Da er berufsbedingt nur kurze Strecken von seinem Haus zum Flughafen Fuhlsbüttel fahren muss, reicht ihm ein wendiger, flinker Stromer. Bevor er aber seinen Verbrenner-Golf in einem Jahr aus dem Leasing rausnehmen kann, möchte er schon mal ein E-Fahrzeug antesten, am liebsten den Smart EQ. Diesen Gefallen tun wir ihm nun gerne, nachdem das Los auf ihn gefallen ist. Hinzu kommt, dass sein Arbeitgeber am Flughafen plant, Ladesäulen für die Mitarbeiter zu installieren. „Dann kann ich bequem über Tag laden“, so sein Wunsch, der möglichst schon in der Probezeit in Erfüllung gehen soll. Ein weiterer Pluspunkt, den er gerade beim Smart sieht, ist die Größe des Winzlings. „In der Innenstadt habe ich oft Probleme, einen Parkplatz zu ergattern. Mit dem Smart dürfte das einfacher sein.“
Tja, Recht hat er. Wir sind gespannt auf die Erfahrungen, die Max mit dem Elektro-Zwerg demnächst machen wird.

Nikolai Nikiforov (36 Jahre),
Software-Engineer im
Herzen von Berlin

Der gelernte Programmierer kennt sich mit den mobilen Hindernissen einer Metropole wie Berlin bestens aus. Er selbst wohnt mit Ehefrau und Kindern in Pankow und muss jeden Tag nicht nur zu seinem Arbeitgeber nach Berlin-Mitte, sondern Sohn und Tochter auch zu Schule und Kita fahren, da es an Angeboten des Nahverkehrs auf den für ihn wichtigen Strecken mangelt. Hinzu kommt noch: Mutter besuchen, Kind zum Arzt bringen, seine Frau im Krankenhaus besuchen – alles Dinge, die nicht aufschieb- oder abstellbar sind. Was ihm in der derzeitigen Umweltdiskussion besonders bewegt, sind die Fragen seines achtjährigen Sohnes, der bereits jetzt ein feines Gespür für die vielen notwendigen Verbesserungen zeigt, betont Nikolai. „Wie kann die Luft sauberer werden?“, „Was macht denn Fridays for Future?“ oder auch „Warum ist es so laut in den Städten“, sind nur einige Fragen, die den aufgeweckten Sprössling interessieren und auf die der Software-Spezialist so gut wie möglich eine Antwort geben will. Umso mehr hat sich Nikolai, der selbst aus Moskau stammt und bereits mehrere Jahre in Berlin lebt, gefreut, den Nissan Leaf nun ausprobieren zu können. Sein älterer Audi A2 darf nun ein paar Wochen pausieren. Vielleicht findet Nikiforov ja Gefallen an dem bevorstehenden Probezeitraum und wird sich irgendwann für den Kauf eines E-Autos entscheiden. Schon allein aus praktischen Erwägungen ist das gar nicht so unwahrscheinlich: „Mit dem Elektroauto“, unterstreicht er, „hoffe ich, entspannter und ruhiger fahren zu können. Das wäre für alle meine Familienmitglieder ein großer Segen“.

Es geht los
So werden nun also alle drei E-Auto-Alltagstester die kommenden Wochen ihre Stromer ausgiebig erproben und Erfahrungen machen, die sie vielleicht niemals so erwartet hätten.
Wir von arrive bleiben jedenfalls am Ball und sind gespannt. Wir werden in der kommenden Ausgabe über diese wertvollen Erfahrungen von Sebastian Sarnow, Maximilian Weiß und Nikolai Nikiforov berichten.