Elektro

BMW i8 Roadster

Der BMW i8 Roadster: Oben ohne - und stets politisch korrekt

Sozusagen „topless“ soll BMWs Musterschüler in Sachen Innovation und Emotion neue Maßstäbe setzen: Der Hybrid-Sportwagen i8 Roadster bietet puren Frischluft-Fahrspaß und gibt sich praktisch keine Blößen. Das exquisite Käuferpublikum wird es dem Flitzer danken.

Im Trubel rund um die Kathedrale von Palma de Mallorca ist es gar nicht so einfach, die Blicke auf sich zu ziehen. Wer Wert darauf legt, setzt sich zum Beispiel in ein kupfer-metallic lackiertes, offenes Geschoss und demonstriert dessen Vielseitigkeit: flüsterleises Dahingleiten und im nächsten Moment markanter Motorsound und fulminante Beschleunigung. Der BMW i8 Roadster ist sogar auf der reizüberfluteten Mittelmeerinsel ein wahrer Eyecatcher. Und er beweist, wie viel Fahrspaß nachhaltige Technologie vermitteln kann.

Schwer zu glauben und doch wahr – ein Traumauto lässt sich noch verbessern: BMW reißt seinem 2+2-sitzigen Hybrid-Sportwagen i8 das feste Coupé-Dach weg, heraus kommt ein zweisitziger Roadster mit noch mehr Emotion als bisher sowie verbesserter Batterietechnologie und erweiterten Elektro-Fahreigenschaften. Jahrelange Entwicklungsarbeit hat das hochemotionale und dabei extrem sparsame Plug-In-Hybrid-Coupé BMW i8 (mit bisher rund 14.000 verkauften Exemplaren erfolgreichster Hybrid-Sportwagen der Welt) in einen noch faszinierenderen Roadster verwandelt: Sparsam im Verbrauch, weil vorne ein Elektromotor für Vortrieb sorgt und Bremsenergie rekuperiert, soundstark in jeder Lebenslage, weil im Heck ein Twinturbo-Benziner die knackige Klangkulisse eines Dreizylinder-Verbrenners beisteuert.

Kein Problem: Ordentlich
mal den E-Motor aufdrehen

Output des Plug-In-Hybriden: 374 PS Systemleistung, in 4,6 s von Null auf hundert, 250 km/h Spitze und dabei nur 2,0 l/100 km Normverbrauch. Ab sofort kostet der offene i8 Roadster 155.000 Euro – stolze 17.000 mehr als das geschlossene Coupé. Dennoch erwartet BMW wohl zurecht: Von den beiden flexibel entsprechend Nachfrage produzierbaren i8-Varianten werden werden vor allem Roadster ohne festes Dach das Werk Leipzig verlassen.

Wer phasenweise auf die geballte Systemleistung aus E- und Benzinmotor verzichten kann, bewegt sich dank stärkerer Akkus als bisher bis zu 105 km/h (bisher nur Tempo 70) schnell und 53 Kilometer weit flüsterleise und rein elektrisch. Im Zuge der Roadster-Entwicklung hat BMW den Plug-in-Hybrid-Antrieb auch fürs Coupé optimiert. Bei der jüngsten „eDrive“-Technologie stieg die Zellkapazität der Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie von 20 auf 34 Ah. Der Brutto-Energiegehalt hat sich von 7,1 auf 11,6 kWh erhöht. Der Elektromotor hat um 9 kW/12 PS auf 105 kW/143 PS Spitzenleistung zugelegt. Das bringt im neuen Roadster und Coupé eine höhere Fahrdynamik und spürbar erweiterte Möglichkeiten für lokal emissionsfreies Fahren: Bis 105 km/h (bisher 70 km/h) kann allein der Elektromotor genutzt werden. Mit aktivierter eDrive Taste ist sogar rein elektrisches Fahren mit bis zu 120 km/h möglich. Die rein elektrische Reichweite beträgt jetzt 53 Kilometer beim i8 Roadster und 55 beim Coupé.

Auf kurvigen Straßen kommt mit dem offenen BMW i8 so richtig Freude auf, denn unter freiem Himmel erhöht sich der Fahrspaß im Hybrid-Sportler nochmals deutlich. Schnell wird klar: Die Entwickler des Verdecks haben ganze Arbeit geleistet. In sehr schnellen 15 Sekunden öffnet oder schließt es sich, und zwar auch in Fahrt bei bis zu 50 km/h. Das hochwertige Softop verschwindet hinter den zwei Roadster-Sitzen. Dabei bleibt immer noch genug Platz, um den Insassen 92 Liter zusätzlichen Stauraum zu bieten im Vergleich zum geschlossenen Coupé. Das ist ein starker Trost für jene, die die beiden Rücksitze des 2+2-Sitzers vermissen – zumal sich die 88 Liter Stauraum im Heck direkt hinter dem Benzinmotor relativ start aufheizen.

Hochintensive
Frischluftdusche

Turbulenzen im Innenraum des geöffneten BMW i8 Roadster? Fehlanzeige. Lang genug hat's gedauert, ehe das Team um den Formel 1-erprobten Projektleiter Rainer Rump grünes Licht gab für den serienreifen Sportwagen, wie wir ihn über die Straßen von Mallorca bewegen. Nichts mehr ist zu spüren von 70 Grad heißer Kühlerabluft, die in die ersten Prototypen strömte. Grund: Modifikationen an Motorhaube und Unterboden haben Abhilfe geschaffen. Kleine Mankos trüben das Offenfahren mit dem BMW i8 nicht wirklich. So ragen zwar die versenkten Seitenscheiben knapp vier Zentimeter über die Fensterlinie der Flügeltüren hinaus. Aber mit dem i8 Roadster fährt man ohnehin nicht Ellbogen-betont durch die Gegend – das machen eher die jugendlichen Fahrer alter Dreier-Cabrios. Nicht wirklich störend außerdem: Die recht massive A-Säule, die links und rechts relativ nah an die Köpfe von Fahrer und Beifahrer ragt. Erstens liegt dies vor allem an hohen Sicherheitsanforderungen, zweitens verdrängt nach kurzer Eingewöhnung der enorme offene Fahrspaß solche Details völlig.

Der spezielle Fahrspaß im Hybrid-Roadster: Rasante Beschleunigung, untermalt vom dezenten Zischen des Elektromotors und dem knackigen Dreizylinder-Sound des Benziners im Heck. Dazu die Agilität des relativ leichtgewichtigen Carbonflitzers. 4,6 statt beim etwas leichteren und windschlüpfrigeren Coupé 4,4 s für den Standardsprint auf 100 km/h sind immer noch sehr flott. Dafür sind im Roadster sämtliche Sinne, vor allem das Gehör, noch dichter am Fahrerlebnis mit dem Hybrid-Sportler. Der i8 Roadster-Pilot und eventuelle Begleiter bewegen sich noch näher am Puls der Passstraßen, Strandpromenaden oder engen Ortsdurchfahrten, die das Offenfahren im i8 zum hochintensiven Erlebnis werden lassen.

2,0 l/100 km Normverbrauch sind zweifellos ein Laborwert. In der Praxis übertreffen wir ihn zwar deutlich, jedoch verzeihen dem zweisitzigen Frischluft-Sportler dank seiner atemberaubenden Performance die gemessenen 5,2 l/100 km. Außerdem glänzt der i8 Roadster mit jenen vom Coupé her bekannten Qualitäten als Blickfang: Das futuristische und aerodynamisch geprägte Design der nur 1,29 m flachen Flunder zieht überall die Blicke auf sich. Vor allem, wenn sich der frischgebackene i8 Roadster-Fahrer den Spaß erlaubt, nahezu lautlos rein elektrisch daherzusäuseln, um dann urplötzlich mit wuchtigem und sonorem Dreizylinder-Einsatz davonzuröhren. Einen reinen Benzin-Sportwagen vermisst man bei der Fahrt im Hybrid-Roadster nie.

Politisch korrekt
und kaum hörbar

Der Sound des offenen i8 klingt wie auch beim neuen Coupé deutlich dunkler und sonorer als bisher. Produktmanager Marcus Pluntke findet das ebenso wichtig, wie die praktisch nicht hörbaren Elektromotoren, die das Verdeck lautlos öffnen und schließen. Man hat offenbar bei der Entwicklung von BMWs jüngstem Hybrid-Sportler höchsten Wert gelegt auf die Emotionen der Insassen. Dennoch verdient sich auch der neue i8 Roadster zurecht den Ruf des Musterschülers in Sachen Umwelt. Oder wie Marcus Pluntke es nicht ohne spürbaren Stolz ausdrückt: „Der i8 Roadster ist so politisch korrekt, wie es derzeit ein Sportwagen nur sein kann.“ Zum Preis des offenen Hybrid-Sportwagens könnte man auch einen geschlossenen i8 und dazu ein Kompaktauto kaufen. Aber wer sich die 155.000 Euro leisten kann, wird das kaum wollen.


VW Neo

Elektrofahrzeuge kommen in 2019 verstärkt - erst langsam, dann mächtig

Das Angebot der reinen Elektrofahrzeuge ist bislang eher langsam gewachsen in Deutschland. In den kommenden Monaten dürfte es sprunghaft zunehmen - und die E-Mobilität auch für neue Kundengruppen attraktiv machen. Eine Auswahl der erwarteten Neuerscheinungen bis Ende nächsten Jahres haben wir einmal für Sie zusammengestellt.

Es geht schon los in den kommenden Wochen: Ende diesen, Anfang nächsten Jahres starten zunächst die deutschen Tesla-Jäger Audi E-Tron und Mercedes. Die beiden Elektro-SUV der 400-PS-Klasse sind passgenau gegen das Model X der Stromer-Pioniere aus Kalifornien positioniert, bieten bei leicht geringeren Abmessungen ähnliche Fahrleistungen zu einem etwas günstigeren Preis. 73.000 Euro für den Mercedes und 80.000 Euro für den Audi engen die Zielgruppe williger und potenter Kunden allerdings immer noch spürbar ein.

Im Laufe des kommenden Jahres dürfte aber auch die Auswahl für Normalverdiener wachsen. Nicht zuletzt, weil dann VW seine E-Mobilität für alle anlaufen lässt. Ende 2019 soll der Kompaktwagen Neo debütieren, ein geräumiges Familienauto mit mindestens 400 Kilometern Reichweite, das nicht teurer sein soll als ein Diesel-Golf. Die Modellfamilie auf Basis einer neu entwickelten Baukastenarchitektur wird über die folgenden Jahre ständig wachsen: Geplant ist neben SUVs und Limousinen als besonderer Sympathieträger auch ein Kleinbus im Stil des legendären Bulli.

Auch beim bisher in Sachen Elektrofahrzeuge eher vorsichtigen PSA-Konzern startet 2019 das Elektro-Zeitalter. Premiere feiert der E-Antrieb im kleinen Crossover DS3 Crossback, bevor er auch in die gängigeren Modelle des Mehrmarkenkonzerns einzieht, 2020 etwa in den Opel Corsa und den Peugeot 208. PSA setzt jedoch stärker als viele andere Hersteller auf den Plug-in-Hybridantrieb, der vor allem in den größeren Baureihen zunächst dominierend bleiben dürfte.

Ebenfalls für 2019 steht wohl die Premiere des Honda Urban EV an. Der Kleinwagen im Retro-Stil hatte auf der IAA 2017 als Studie für Furore gesorgt und soll nun auch in der Serienversion Europas Stadtbewohner ansprechen. Details und Preise sind allerdings noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Japaner auf wachsende Konkurrenz im Segment der Elektro-Citycars treffen wird. Häufig kommen diese nicht von etablierten Herstellern, sondern von Start-ups. So wie der Dreitürer e.Go, der von dem Team entwickelt wurde, das zuvor den E-Lieferwagen Streetscooter auf die Straße gebracht hat. Das Konzept ist ähnlich: Freundlicher Look, eher spartanischer Innenausbau und günstige Preise ab rund 16.000 Euro. Zum gleichen Preis startet voraussichtlich der Sion von Sonos Motors aus München, der als besonderes technisches Gimmick über eine mit Solarzellen gepflasterte Karosserie verfügt, die zumindest an sonnigen Tagen Strom für rund 30 Kilometer Fahrt liefern und so die Batterie entlasten soll.

Abgerundet wird die Elektrofahrzeuge-Offensive der kommenden Monate wieder durch ein Luxusmodell. Voraussichtlich Ende 2019 startet mit dem Porsche Taycan die Serienversion der lange Zeit als Mission E bekannten Messestudie. Der Model-S-Konkurrent basiert auf einer eigens entwickelten E-Plattform, die ab 2020 auch Konzernschwester Audi nutzen soll. Neben einer Reichweite um 500 Kilometer soll die neue Technik auch das ultraschnelle Laden ermöglichen – einmal Volltanken soll dann in rund 15 Minuten möglich sein.


Die neue Arrive: Kommt jetzt das i-car von apple?

Stromautos zu teuer? Mitnichten! Viele von Ihnen sind bereits weit unter 40.000 Euro zu haben und verfügen über eine ordentliche Reichweite. Wer das noch nicht so recht glauben mag, kann sich gerne einmal die neue Ausgabe der Zeitschrift arrive anschauen, die es ab Freitag, dem 28. September, im Handel zu kaufen gibt. Vom e-golf, über den Hyundai Kona, die Zoe von Renault oder Nissan Leaf, gibt es für jeden Geschmack etwas am Markt, und dazu noch mit ausreichend Reichweite bis fast 500 Kilometer. Wir haben die wichtigsten E-Mobile für Sie mit Daten zusammengestellt.

Aber auch sonst gibt es wieder für alle, die sich für alternative Antriebe und neue, brandaktuelle Mobilitätschancen interessieren, einen tollen Themenstrauß mit viel Hintergrundwissen und zahlreichen Service-Infos.

In der Rubrik „Fahren und Fühlen“ haben wir mehrere Fahrberichte und Präsentationen zusammengestellt, unter anderem über den Mild Hybrid Diesel Kia Sportage 2.0 CRDi,
Audi e-tron, Hyundai Nexo, Renault Zoe, das Solarauto Stella Vie, den Erdgas Panda von Fiat und den Volvo XC 90. Eine Übersicht über den aktuellen Elektro-Roller-Markt und Storys über den Ausbau der Ladesäulen an Supermärkten und Discountern rundet den Themenstrauß hervorragend ab.

Apple-i-car: Kommt der Konzern mit einem eigenen Auto?
Ganz besonders dürften aber apple-Fans auf ihre Kosten kommen. Denn wir gehen der Frage nach, wieweit die Erben von Steve Jobs bereits ein eigenes apple-car entwickelt haben. Hier stellen wir Gerüchte und Fakten zusammen und wagen eine Prognose für die unmittelbare Zukunft. Unter „autonom und vernetzt“ gehen wir noch dem Megatrend E-Bike-Dienstrad-Leasing nach und erklären anhand von konkreten Beispielen, warum das „Jobrad“ so beliebt derzeit ist.

Und für alle Autogas-Fahrer haben wir wieder den beliebten Aral-Payback-Gutschein im Heft. Damit lässt sich an den LPG-Säulen der größten deutschen Tankstellengesellschaft hervorragend, nämlich gleich 10fach punkten.

Jetzt wünschen wir allen Lesern erstmal viel Spaß beim Lesen!

Martin Steffan

PS: Suchen Sie nach arrive im Zeitschriftenhandel? Schauen Sie einfach für Ihren Ort auf www.mykiosk.de.


Audi e-tron feiert Weltpremiere in San Francisco

Der Audi e-tron ist das erste rein elektrisch angetriebene Serienmodell der Marke mit den Vier Ringen und dürfte sowohl den Tesla-Fahrzeugen, als auch dem E-Pace einen guten Wettbewerb um die Kundschaft ein starker Sparrings-Partner sein. In San Francisco nun präsentierte heute das Unternehmen seinen lange erwarteten Oberklasse-SUV erstmals der Weltöffentlichkeit. Damit reiht sich Audi in die VW-Elektro-Gesamtstrategie des Wolfsburger Konzerns ein.

Der Audi e-tron ist ein Elektro-SUV für Sport, Familie und Freizeit. Er ist 4.901 Millimeter lang, 1.935 Millimeter breit und 1.616 Millimeter hoch. Raumangebot und Komfort entsprechen einem typischen Oberklasse-Modell der Marke. Mit einem Radstand von 2.928 Millimetern bietet der Audi e-tron fünf Personen nebst Gepäck reichlich Platz. Das Gesamtladevolumen beträgt 660 Liter und wappnet den Elektro-SUV für große Reisen.

Effizienz, Performance und souveräne Ruhe – der Lieferbar ab Ende 2018 steht laut Konzern als Eisbrecher jetzt bereit, die neue Elektro-Ära bei Audi einzuläuten. Gleich zwei E-Maschinen treiben den Elektro-SUV mit einer Systemleistung von bis zu 300 kW und 664 Nm Drehmoment kraftvoll, emissionsfrei und nahezu lautlos an. In Sekundenbruchteilen liegt das maximale Antriebsmoment an und sorgt für enormen Durchzug. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Audi e-tron in 5,7 Sekunden. Das ist für einen Stromer richtig schnell. Bei 200 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Selbst für die deutschen Autobahnen ist das völlig ausreichend.

Super Rekuperation – 400 Kilometer Reichweite
Mit einer Batterieladung fährt der Audi e-tron im WLTP-Prüfzyklus mehr als 400 Kilometer. Hinter diesem Wert steht vor allem das innovative Rekuperationssystem, das bis zu 30 Prozent zur Reichweite beiträgt. Der Elektro-SUV kann auf zwei Arten Energie zurückgewinnen: wenn der Fahrer vom Fahrpedal geht über die Schubrekuperation oder wenn er aufs Bremspedal tritt über die Bremsrekuperation. In beiden Fällen arbeiten die Elektromotoren als Generator und wandeln die Bewegungsenergie des Audi e-tron in elektrische Energie um. Bis 0,3 g rekuperiert der Elektro-SUV allein über die E-Maschinen. Dies ist bei weit mehr als 90 Prozent aller Verzögerungen der Fall.

Das elektrohydraulisch integrierte Bremsregelsystem entscheidet je nach Fahrsituation, ob der SUV mit E-Maschine, Radbremse oder einer Kombination aus beidem rekuperiert – und das individuell an jeder Achse. Der Übergang zwischen elektrischem und hydraulischem Bremsen vollzieht sich weich und homogen, unmerklich für den Fahrer, laut Herstellerangabe.
Entscheidend für die Effizienz des Audi e-tron ist auch die Aerodynamik: Highlight im Konzept sind die optionalen virtuellen Außenspiegel – eine Welt-Innovation im Serien-Automobilbau. Ihre Träger integrieren je eine kleine Kamera, deren Bilder auf kontraststarken OLED-Displays im Interieur erscheinen. Andere Aerodynamik-Lösungen erfüllen ihren Zweck im Verborgenen, beispielsweise der vollverkleidete Unterboden mit der Aluminiumplatte zum Schutz der Hochvolt-Batterie und die Luftfederung. Sie reduzieren den Luftwiderstand ebenso wie der steuerbare Kühllufteinlass. Er integriert Kanäle zur Kühlung der vorderen Bremsen und dient als Schaltstelle des komplexen Thermomanagements mit der serienmäßigen Wärmepumpe. Es ermöglicht gleichbleibend starke Fahrleistungen auch bei hoher Beanspruchung, eine lange Lebensdauer der Batterie und schnelles Laden mit Gleichstrom.

Die Ladekonzepte
Als erstes Serienautomobil kann der Audi e-tron an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW Gleichstrom (DC) laden. Damit gehört er derzeit zu einer Handvoll an Modellen, die so eine Leistung überhaupt vertragen. Eine halbe Stunde an der Strippe reicht dann für die lange Strecke. Es geht aber auch gemächlich mit Wechselstrom (AC) mit bis zu 11 kW, optional mit 22 kW. Hipp dabei ist der Audi-eigene Ladedienst, mit dem der e-tron-Kunden einen Zugang zu zirka 80 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in Europa ermöglicht. Ob AC- oder DC-Laden, ob 11 oder 150 kW – eine einzige Karte genügt, um den Vorgang zu starten. Mit der Funktion Plug & Charge, die 2019 folgt, wird das Prozedere noch komfortabler: Das Auto autorisiert sich selbst an der Ladesäule und schaltet sie frei.
Für das Laden in der eigenen Garage bietet Audi verschiedene Lösungen an. Das serienmäßige mobile Ladesystem lässt sich sowohl an einem 230 Volt-Haushaltsanschluss nutzen als auch an einer 400 Volt-Drehstromsteckdose. Das optionale System connect verdoppelt die Ladeleistung auf bis zu 22 kW. Im Zusammenspiel mit einem Heimenergie-Managementsystem bietet es intelligente Funktionen, etwa das Laden zu kostengünstigen Zeiten oder mit Solarstrom, sofern das Haus über eine Photovoltaik-Anlage verfügt. Mit der myAudi App managen Audi-Kunden alle Ladevorgänge sowie die Vorklimatisierung über ihr Smartphone.
Zahlreiche Assistenzsysteme machen die Fahrt noch entspannter, darunter der serienmäßige Effizienzassistent. Er unterstützt den Fahrer durch prädiktive Hinweise im Audi virtual cockpit und die automatische Rekuperation bei einer ökonomischen Fahrweise.

Als erstes Modell der Marke ermöglicht der Audi e-tron seinen Kunden ab Mitte 2019, bestimmte Funktionen online hinzu zu buchen – je nach Bedarf und zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

Erste Auslieferungen: Ende 2018
Der e-tron fährt im CO2-neutralen Werk in Brüssel bereits seit ein paar Wochen vom Band. Die ersten Auslieferungen an europäische Kunden werden Ende 2018 getätigt. In Deutschland beträgt der Basispreis 79.900 Euro. Für Kunden, die bereits reserviert haben, bieten einige Märkte exklusiv das auf 2.600 Exemplare limitierte Sondermodell „Audi e-tron edition one“ an, das spezielle Designdetails und eine besonders großzügige Ausstattung umfasst.


EQC: Der Mercedes-Benz unter den edlen Elektrofahrzeugen

Weltpremiere des Mercedes-Benz EQC in Stockholm: Das, was Mitte 2019 mit dem ersten Vollelektro-Benz auf den Markt kommen wird, konnte gestern unser Mitarbeiter Willy Loderhose direkt in der schwedischen Hauptstadt in Augenschein nehmen. Das Fahrzeug mit einem kombinierten Stromverbrauch von 22,2 kWh auf 100 Kilometer kommt als erstes Mercedes-Benz Fahrzeug der Marke EQ schon bald auf die Straße.

Mit einem nahtlosen, klaren Design und markentypischen Farbakzenten soll das Auto laut Konzernangaben Vorreiter einer avantgardistischen Elektro-Ästhetik sein. In puncto Qualität, Sicherheit und Komfort macht Daimler mit dem EQC keine Kompromisse. Dank zweier Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse kommt das Modell auf 300 kW Leistung gesamt. So ist eine Reichweite von mehr als 450 Kilometer nach dem neuen NEFZ (vorläufige Angaben) möglich.

Mit Mercedes me bietet die Marke EQ, von der noch mehrere Elektro-Modelle in den kommenden Jahren auf den Markt kommen werden, noch mehr Helfer, so dass Elektromobilität „bequem und alltagstauglich“ werden soll, so CEO Dieter Zetsche. Zugleich soll der EQC Sinnbild für den Beginn einer neuen Mobilitätsära bei Daimler werden.
Aufgrund seiner Proportionen gehört der EQC zu den Crossover-SUV. Die gestreckte Dachlinie und die Scheibengrafik mit einer tief positionierten Bordkante und dem coupéhaften Dacheinzug am Heck positionieren ihn optisch zwischen einem SUV und einem SUV-Coupé.
Prägnantes Merkmal der Front ist die große Black-Panel-Fläche, die die Scheinwerfer und den Grill umschließt. Den oberen Abschluss des Black Panels bildet erstmals ein Lichtleiter als optische Verbindung zwischen den Mercedes Benz typischen Tagfahrlicht-Fackeln. Bei Nacht entsteht ein nahezu durchgängiges, horizontales Positionslichtband.

Der Antrieb: Hohe Fahrdynamik trifft auf Effizienz
Als Mercedes-Benz Primus der neuen Produkt- und Technologiemarke EQ besitzt der EQC ein komplett neu entwickeltes Antriebssystem mit je einem kompakten elektrischen Antriebsstrang (eATS) an Vorder- und Hinterachse. Damit hat der EQC die Fahreigenschaften eines Allradantriebs.
Zur Verringerung des Stromverbrauchs und zur Steigerung der Dynamik sind die eATS unterschiedlich ausgelegt: Die vordere E-Maschine ist für den schwachen bis mittleren Lastbereich auf bestmögliche Effizienz optimiert, die hintere bestimmt die Dynamik. Zusammen bringen sie eine Leistung von 300 kW auf die Straße, das maximale Drehmoment beider E-Maschinen beträgt zusammen 765 Nm.
Mit 80 kWh (NEFZ) Energieinhalt versorgt die Lithium-Ionen-Batterie das Fahrzeug. Der EQC unterstützt seinen Fahrer durch fünf Fahrprogramme mit unterschiedlicher Charakteristik. Eine wesentliche Rolle bei den sparsameren Fahrprogramm-Varianten spielt das haptische Fahrpedal, das den Fahrer beim ökonomischen Fahren leitet. Darüber hinaus hat der Fahrer die Möglichkeit, die Rekuperationsleistung über Schaltwippen, so genannten Paddles, hinter dem Lenkrad zu beeinflussen.

Beim vorausschauenden Fahren hilft das Assistenzsystem ECO Assistent dem Fahrer umfassend: durch Hinweise, wann er den Fuß vom Fahrpedal nehmen kann, etwa weil ein Geschwindigkeitslimit folgt, und durch Funktionen wie Segeln und gezielte Steuerung der Rekuperation. Dafür werden Navigationsdaten, Verkehrszeichenerkennung und Informationen der Intelligenten Sicherheitsassistenten (Radar und Stereokamera) vernetzt genutzt.

Das Laden: Flexibel und schnell
Der EQC verfügt serienmäßig über ein Ladesystem mit einer Leistung von 7,4 kW und ist damit für das Wechselstrom- (AC-) Laden zu Hause und an öffentlichen Ladestationen vorbereitet.
Bis zu drei Mal schneller als an einer Haushaltssteckdose erfolgt das Laden an einer Mercedes-Benz Wallbox. Und noch schneller geht es über Gleichstromladen – beim EQC serienmäßig – zum Beispiel via CCS (Combined Charging Systems) in Europa und den USA sowie CHAdeMO in Japan oder GB/T in China. Abhängig vom Ladestand lädt der EQC an einer entsprechenden Ladestation mit einer maximalen Leistung von bis zu 110 kW. Die Ladezeit beträgt dann etwa 40 Minuten von 10 bis 80 Prozent (vorläufige Angabe).

Der EQC erhält das Multimediasystem MBUX - Mercedes-Benz User Experience, ergänzt um zahlreiche EQ spezifische Inhalte wie beispielsweise die Anzeige von Reichweite, Ladezustand und Energiefluss. EQ optimierte Navigation, Fahrprogramme, Ladestrom und Abfahrtszeit lassen sich ebenfalls über MBUX bedienen und einstellen.

Weitere Features enthält das Technik-Paket „Mercedes me“. Und mit der Navigation können Mercedes-Benz Kunden Ladestationen leicht finden und bekommen über Mercedes me Charge bequemen Zugang zu Ladesäulen zahlreicher Anbieter, auch über Landesgrenzen hinweg. Dabei profitieren die Kunden von einer integrierten Bezahlfunktion mit einfacher Abrechnung.
Die Serienproduktion des EQC startet 2019 im Mercedes-Benz Werk Bremen. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren. Der neue EQC wird als rein elektrisches Fahrzeug in die laufende Serienfertigung integriert. Parallel dazu fährt bereits die Produktion eigener Batterien für den EQC im dafür ausgebauten Batteriestandort Kamenz (bei Dresden) hoch. Neben Bremen bereitet sich außerdem das deutsch-chinesische Produktions-Joint Venture Beijing Benz Automotive Co. Ltd. (BBAC) auf den Produktionsstart des EQC für den lokalen Markt vor.


Autobahnbetreiber ASFINAG lädt E-Auto-Flotte mit NRGkick-Ladeeinheiten

Der österreichische Autobahnbetreiber ASFINAG, der in unserem Nachbarland auch Bundesstraßen finanziert, plant, erhält und baut und gleichzeitig Einnahmeunternehmen für zahlreiche Mauten ist, erweitert den Elektroauto-Anteil des eigenen Pkw-Fuhrparks auf ein Fünftel bis 2020 und stattet seine Ladeeinheiten mit einheitlichen NRGkick-Ladeeinheiten aus. Der Autobahnbetreiber vereinheitlicht damit die Ladevorgänge für alle Elektroautos an seinen Säulen. Mittlerweile ist aber ohnehin jedes dritte Elektroauto in Österreich selbst mit einem NRGkick-Ladegerät ausgestattet.
„Wir sind stolz darauf, mit der ASFINAG einen großen Partner gefunden zu haben, bei dem die Stärken unserer Ladeeinheit – Mobilität, Sicherheit und Zuverlässigkeit – voll zur Geltung kommen!“, zeigt sich Geschäftsführer und NRGkick-Erfinder Dietmar Niederl erfreut. Mit NRGkick können Elektroautos von der Schuko- bis hin zur 400-V-Drehstromdose mit bis zu 22 kW geladen werden. Sicherheitsmechanismen, etwa zum Schutz vor Fehlerströmen oder Diebstahl, machen die Ladeeinheit zur sichersten mobilen Ladelösung am Markt. NRGkick ist mit fahrzeugseitigem Typ 1 oder Typ 2 Anschluss verfügbar, wodurch eine Vielzahl von Elektroautos unterstützt wird. Durch die automatische Adaptererkennung wird der Ladestrom automatisch auf die maximal zugelassene Höhe des NRGkick-Adapters begrenzt. Die Vertreiber der Box sehen diese deshalb auch als Alternative zu einer Wallbox.

Auch weltweit wird die Box immer stärker verkauft und wird zunehmend zum Inventar deutscher Fahrzeuge.


Neue Carsharing-Angebote von Volkswagen

Der Volkwsagen-Konzern will im kommenden Jahr einen Carsharing-Dienst mit E-Autos starten. Neben Pkw-Modellen, unter anderem aus der neuen I.D.-Familie, sollen auch elektrische Micromobile verfügbar sein. Als Vorbild dienen die Konzeptstudien Streetmate und Cityskater, zwei Roller für den Stadtverkehr. Nach dem Start auf dem Heimatmarkt soll das Angebot 2020 in ausgewählten Metropolen in Europa, Asien und Nordamerika starten.
Mit dem neuen Carshring-Angebot tritt VW in Konkurrenz zu Car2go von Daimler und BMW. Das süddeutsche Unternehmen setzt bislang allerdings auf eine Mischung aus elektrisch und konventionell angetriebenen Pkw. Für VW ist der neue Dienst keine Premiere im Carsharing-Geschäft: 2012 startet der Konzern in Hannover mit der Marke Quicar, stellte das Projekt vier Jahre später mangels Erfolg wieder ein. Seit 2013 ist VW jedoch am holländischen Anbieter Greenwheels beteiligt, der mittlerweile auch in Deutschland aktiv ist. Zudem zählt mit der Submarke MOIA ein Mobilitätsdienstleister zum Portfolio der Norddeutschen.
Der neue Anlauf soll vor allem in Berlin neue Kunden bringen. Unter der Sub-Marke „We Share“ werden 1.500 VW e-Golf in Berlin zum Leihen bereitstehen, weitere 500 e-up!-Stromer sollen dann später folgen und das bereits existierende Angebot ergänzen.
„Berlin bietet für Carsharing aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl und –dichte den idealen Markt und hat das größte Potenzial“, sagt VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. „Hier leben viele Menschen, die das Teilen von Fahrzeugen schon ausprobiert haben – und es werden immer mehr.“ Man wolle mit der „großen Sichtbarkeit“ der „We Share“-Flotte auf die Vorteile der Elektromobilität aufmerksam machen und Interesse für die Technologien wecken, so Stackmann weiter.
Auch Philipp Reth, Geschäftsführer der Volkswagen-Tochter UMI Urban Mobility International, die das Thema Carsharing als Start-up im Unternehmen operativ von Berlin aus steuert, prognostiziert für das neue Angebot ein erstklassiges Wachstum. Nach Berlin soll „We Share“ in weiteren großen Städten in Deutschland eingeführt werden. Eine großangelegte Expansion nach Übersee, insbesondere Nordamerika ist ebenfalls angedacht.
Mehrere Unternehmen in Deutschland - vom kleinen Start-up bis zum Konzern - planen im Übrigen die Kreation neuer Mobilitätsdienste. Mehrere Messen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema. Einer der größeren ist die Hypermotion, die vom 20.-22. November in der Messe Frankfurt stattfinden wird.


Arrive Nr. 5 ab heute im Zeitschriftenhandel, Kiosk und Bahnhofsbuchhandel

Killt der Jaguar I-Pace den Tesla X? Diese provokante Frage stellen wir wohl zu Recht in der brandneuen Ausgabe 5 der „Arrive“, die heute Freitag, den 27. Juli, im Handel erscheint. Die elektrische Performance des neuen Elektro-Jaguar ist jedenfalls beeindruckend und hat sowohl Mit-Herausgeber Willy Loderhose wie Schauspieler und Markenbotschafter Jürgen Vogel begeistert. Auf der Rennpiste im Motorsport macht das Fahrzeug auf jeden Fall schon mal eine gute Figur und hat uns zu einer ungewöhnlichen Story inspiriert.

Auch unsere weiteren Lesegeschichten zeichnen den Weg der neuen Mobilität in Deutschland und zeigen wie dynamisch der Markt derzeit ist. Wie ist es eigentlich so, mit einem Wasserstoffauto zu fahren? Das fragten wir einen der wenigen privaten Besitzer eines Hyundai ix35 in Münster und trafen dabei auf erstaunliche Erkenntnisse beim ehemaligen Apotheker Norbert Mattern.

Auch das große Elektro-Auto-Rennen am Pikes Peak in Colorada/USA greifen wir auf, ebenso natürlich viele Modelle in Fahrberichten: z. B. den Toyota C-HR Hybrid, BMW i8 Roadster, Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid, den Voll-Elektro-Ioniq von Hyundai und natürlich den neuen Nissan Leaf.

Mit weiteren echten Zukunftsgeschichten wollen wir wieder dem Puls der neuen mobilen Zeit noch weiter nachfühlen: Unsere Kernfrage hier bleibt: Wer baut den wirklich reichweitenstarken Akku der Zukunft? Wir von Arrive wissen es nicht, können aber heute schon sagen, dass die Feststoffbatterie irgendwann die derzeit gebräuchliche Lithium-Ionen-Batterie ablösen wird. Sehr aktuell und nicht mehr zukunftsgerichtet ist die Tatsache, dass Fahrzeuge schon bald eine Panne vorhersagen werden, bevor sie eintritt. Unglaublich, aber keine Science Fiction!

Weitere Themen im aktuellen Heft: Die VW-Elektrostrategie wird mit dem I.D. Vizzion noch konkreter und visionärer. Und Mercedes macht sich schon mal mit ersten Tests im spanischen Andalusien für den 2019 auf den Markt kommenden rein elektrischen EQC warm. Ein fantastisches Fahrzeug! Aber auch den globalen Blick wollen wir nicht vernachlässigen: Beispiel? Das kleine, aber sehr reiche Land Katar am Persischen Golf mutiert ganz langsam vom gigantischen Öl-Exporteur zum Öko-Staat. Verblüffend!

Jetzt wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen!
Ihr

Dr. Martin Steffan
Chefredakteur


Münchner Taxi Zentrum nutzt 10 Jaguar I-Pace

Edel-Karossen für die Münchner Taxi-Welt. Jaguar Land Rover hat gestern in Person von CEO Prof. Dr. Ralf Speth 10 vollelektrische Jaguar I-PACE an das Münchner Taxi Zentrum übergeben. Mit der vor der Staatsoper aufgereihten I-PACE Flotte haben Kunden nun die Möglichkeit, ein ganz besonderes Fahrgefühl zu erleben. Hochwertig, leise, komfortabel und emissionsfrei. „Es ist eine neue Art von Automobil für eine neue Art der Mobilität“, sagte Prof. Dr. Ralf Speth bei der Übergabe. „Ich freue mich sehr, gemeinsam mit der Stadt München, dem ADAC und dem Münchner Taxi Zentrum das ‘eTaxi-Projekt’ mit der ersten vollelektrischen Premium-Taxiflotte in Deutschland auf die Straße zu bringen.“
Die neuen Jaguar Taxen können ab August regulär über die Münchner Funk-Zentrale IsarFunk450540 oder die App taxi.eu gebucht werden. Die im typischen Taxi-Aussehen kreierten Jaguar I-PACE-Fahrzeuge werden von speziell geschulten Fahrern gefahren, die sich auf das neue Drive-Feeling freuen. Taxi-Unternehmer Gregor Beiner weiß genau: „Unsere Fahrer erhielten ein gesondertes Training, um sie mit einem E-Auto und den spezifischen Produkteigenschaften des I-Pace vertraut zu machen. Sie freuen sich auf den Komfort des ‘One-Pedal Betriebs’ und des geräuschlosen Fahrens, wie auch auf die sofortige Beschleunigung, die ein E-Auto bietet.“ Der Jaguar I-PACE kann in den meisten Fällen ohne Betätigung des Bremspedals verzögern und speist dann durch Rekuperation Energie in die Batterie zurück. Auch steht das Drehmoment stets von der ersten Sekunde an zur Verfügung. Nachgeladen werden die im 24-Stunden-Betrieb eingesetzten I-PACE an den neuen Schnellladestationen, die das Münchner Taxi Zentrum auf seinem Betriebshof installiert hat. „Im Wechsel werden immer fünf Autos laden und die anderen fünf unterwegs sein“, erklärt Beiner, der sich dank geringerer Wartungs- und Unterhaltungskosten auch Kostenvorteile von seiner neuen Stromer-Flotte verspricht.
Mit der 90kWh Lithium-Ionen-Batterie – auf die Jaguar acht Jahre Garantie gewährt – steht eine Reichweite von 480 Kilometern (im WLTP-Zyklus) zur Verfügung. An einer 100 kW Schnellladesäule mit Gleichstrom ist der Akku in zirka 40 Minuten wieder zu 80 % gefüllt.


Ultraschnellladesäulennetz vor europaweitem Rollout

Erstmals wurde nun eine Ultraschnellladesäule an einer Autobahn eröffnet. Platz der Eröffnung war eine markante Stelle auf dem Rasthof Brohtal Ost an der A 61, wo ab sofort sechs Elektroautos parallel rund 350 Kilowatt Leistung laden können. Mit der Eröffnung dieser ersten Säule haben die deutschen Autohersteller mit dem versprochenen Ausbau ihres europäischen Schnellladenetzes begonnen, nachdem Hemmnisse für das Rollout der Ladesäulen-Struktur in den vergangenen Jahren nun sukzessive beseitigt wurden.
Bis 2020 sollen in Europa weitere 400 Standorte mit jeweils 6 Stationen dazukommen. Alle Säulen sorgen mit der hohen Leistung dafür, dass die dort ladenden E-Mobile innerhalb weniger Minuten komplett geladen werden können. Der Ladevorgang bei einer Ultraschnellladesäule ist also nicht wesentlich länger als beim Benzin- oder Dieseltanken.
Bislang ist die Maximalleistung allerdings ein theoretischer Wert – kein aktuelles Elektroauto kann sie ausschöpfen. Der aktuelle Höchstwert liegt im Bereich von 100 bis 150 kW und wird nur von wenigen Luxus-E-Mobilen wie dem Tesla Model S oder dem Jaguar E-Pace erreicht. Vermutlich werden die bald auf den Markt kommenden Modelle Porsche Taycan, die EQ-Modelle von Mercedes (ab 2019) und vor allem die E-Tron-Reihe von Audi einen größeren Teil des Potenzials der ultraschnellen Ladesäulen ausschöpfen.
Das Rollout führt das Münchener Gemeinschaftsunternehmen IONITY durch, in dem die Autohersteller Audi, BMW, Daimler, Ford und Porsche vereint sind und das 2017 gegründet wurde. Die für Europa geplanten 400 Stationen sollen unter anderem entlang von Autobahnen in Deutschland, aber auch Norwegen, und Österreich entstehen. Alle 120 Kilometer soll so eine Ladesäule dann stehen. Der Ladestandard wird das von den deutschen Herstellern bevorzugte CCS-System sein. Mit den Chademo-Anschlüssen japanischer und französischer Autos (auch des derzeit noch beliebten Renault ZOE) sowie den Supercharger-Steckern von Tesla ist dieses System aber nicht kompatibel. Möglicherweise wird dieses System langfristig auslaufen. Manche der letztgenannten Hersteller treffen aber bereits Vorkehrungen, um auch demnächst den CCS-Systemstandard bald nutzen zu können.