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Der Buzz kommt später.

Vier im Bunde: VW bezieht Batteriezellen bald aus der ganzen Welt

Der südkoreanische Batteriezellen-Hersteller SK Innovation (SKI) wird in Zukunft für den Volkswagen Konzern der vierte strategische Lieferant für E-Fahrzeuge auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) sehr wahrscheinlich sein. SKI wird den Bedarf für Nordamerika und einen Teil des Bedarfs für die Produktion von rein elektrischen Fahrzeugen in Europa decken. Damit sind die wichtigsten strategischen Lieferanten von Batteriezellen für die Ausstattung der schnell wachsenden E-Flotte des Konzerns in den wichtigsten Weltregionen benannt.

Im Rahmen der „Roadmap E“ planen die Marken des Volkswagen Konzerns bis zum Jahr 2025 zunächst 50 neue reine Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen. Los geht es nach der jetzigen Planung Ende 2019 mit dem Markteintritt des ersten Fahrzeugs der völlig neuen Elektro-I.D.-Reihe. Nach dem ersten Modell folgen zügig in kurzen Abständen weitere Modelle bis 2025. Für die Ausstattung der eigenen E-Flotte benötigt der Konzern allein bis 2025 eine Batteriekapazität von mehr als unglaublichen 150 GWh pro Jahr. Das entspricht einer Jahreskapazität von mindestens vier „Gigafactories“ für Batteriezellen. Für Europa hat der Volkswagen Konzern LG Chem, Samsung und SKI als strategische Lieferanten an Bord geholt. Ab 2019 wird mit diesen Partnern die Batterieversorgung sichergestellt. Ab 2022 wird SKI zusätzlich den Bedarf des nordamerikanischen Markts für den Konzern abdecken. Der strategische Partner in China ist der Konzern CATL, der dort in China die Batterien für die konzerneigenen E-Fahrzeuge ab 2019 zuliefern wird und der gleichzeitig den Bau eines eigenen Herstellerwerkes bei Erfurt plant, um von dort aus europäische Hersteller, insbesondere BMW, zu beliefern.
Dr. Stefan Sommer, Konzernvorstand für das Ressort Komponenten und Beschaffung der Volkswagen Aktiengesellschaft, will in dieser Konstellation, wie er selbst sagt, „die bestmöglichen Batterien“ bekommen – und zwar „in all den Varianten, die wir brauchen, um die kunden- und markenspezifischen Anforderungen zu erfüllen.“ Damit seien wesentliche Weichen für die Transformation des Volkswagen-Konzerns hin zur Elektromobilität gestellt, so Sommer.
In Deutschland werden die Standorte Zwickau und sehr wahrscheinlich Emden zu reinen E-Produktionsstandorten umgebaut. In Hannover werden ebenso Elektrofahrzeuge bald produziert. Die zum VW-Konzern gehörende „Gläserne Manufaktur“ in Dresden ist bereits jetzt Elektro-Produktionsstandort des e-Golf.

Sehr detailierte Angaben machte VW am 15.11.2018.


Volvo folgt der Elektrolinie.

Polestar könnte zum Zugpferd werden

Volvo hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, in unmittelbarer Zukunft, genauer gesagt ab dem kommenden Jahr 2019, nur noch elektrische Fahrzeuge produzieren zu wollen. Jetzt wurden für den Elektro-Fahrplan der Marke Polestar erste Einzelheiten veröffentlicht, fast parallel zum Start der Produktion der ersten Polestar 1-Fahrzeuge im nordschwedischen Göteborg, die aber erstmal als Vorserienmodelle für Crash- und Fahrtests eingesetzt werden sollen.
Nach diesem Fahrplan bringt also die neue Volvo-Tochter bis 2022 sowohl eine rein elektrische Limousine als auch ein SUV-Coupé auf den Markt, wie Brent Ellis von Polestar vor kurzem erläuterte. Der reinelektrische „Polestar 2“ wird ab 2019 erst auf Messen gezeigt, ein Jahr später folgt dann das Fahrzeug mit einer Reichweite von 500 Kilometern in der Serie. Damit könnte das Auto zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber des Model 3 von Tesla avancieren, neben dem Jaguar E-Pace, dem Audi E-tron und dem Mercedes EQC. Der Preis des Polestar 2 wird vermutlich bei zirka 40.000 Euro liegen, heißt es aus dem Umfeld von Volvo.
Allerdings soll der Newcomer im Hause Volvo erstmal nicht als konventionelles Kauffahrzeug sondern nur als Abo-Auto mit einem zwei- oder drei-jährigen Abonnement angeboten werden. 2021 oder 2022 soll dann der „Polestar 3“ auf den Markt kommen. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein ebenfalls rein elektrisches SUV-Coupé, das ebenfalls über eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern verfügen soll. Beide Marken-Autos werden in ihrem Design ganz anders aussehen als der bereits vorgestellte Polestar 1, der noch deutliche Anleihen bei den traditionellen Volvo-Fahrzeugen aufweist.
Die neue Marke ist für den schwedisch-chinesischen Player Volvo eine zukunftsweisende Tochter und sowas wie ein hausinterner Tuner, der an Volvo ähnlich angedockt ist wie AMG bei Mercedes. Seit Oktober 2017 wird die Marke für Hybrid- und Elektroautos schrittweise ausgebaut und soll schon bald zu einem echten Zugpferd in der Branche werden. So wünscht es sich jedenfalls die Unternehmensführung.


Nia Niro

Der Kia Niro EV kommt – erst in die Niederlande, dann nach Deutschland

Als Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Modell gibt es den Kia Niro schon seit 2016 bzw. 2017. Jetzt werfen die Koreaner die Benziner-Variante ganz raus aus ihrem Modellprogramm und nehmen eine rein elektrische Version – den Niro EV, mit zwei unterschiedlich großen Akkus, mit offenen, zukunftsgewandten Händen auf. Die ersten Fahrzeuge sollen schon bald in den Niederlanden in den Showrooms stehen.

Die beiden koreanischen Schwestermarken Kia und Hyundai, die in Deutschland ihr Geschäft streng getrennt voneinander verrichten, versuchen sich schon länger am Thema Elektromobilität. Mit durchaus respektablem Erfolg. Zuerst hat Hyundai den ix 35 mit Brennstoffzelle, die Strom erzeugt auf den Markt gebracht, danach folgte etwas später der Ioniq, der als nicht ganz so reichweitenstarkes E-Auto, Hybrid und Plug-in-Hybrid-Modell auf den Markt kam.
Sehr aktuell im Programm sind der relativ reichweitenstarke, rein elektrisch fahrende Kona und der Wasserstoff-betriebene Nexo, den wir in unserer aktuellen arrive-Ausgabe vorstellen. Mit demütigem zeitlichem Abstand folgt nun der kleine Konzernbruder Kia, der jetzt also den Niro-Benziner rauswirft und sodann den Mini-SUV in seine Reihen reinnimmt. Bereits auf dem Pariser Autosalon in diesem Jahr war der Niro EV, der schon seit Juli in Korea auf den Straßen rollt, zu bewundern.
Jetzt kommt Europa auch an die Reihe mit ersten Fahrzeugen. Allerdings: Ab Anfang 2019 gehen die ersten Autos zunächst in den typischen E-Auto-Märkten wie den Niederlanden oder Norwegen an den Start. Wann genau der E-Niro auch bei den deutschen Händlern steht, ist noch offen, und auch zum hiesigen Preis hält sich Kia noch bedeckt. Branchenexperten gehen allerdings davon aus, dass er so um die 35.000 Euro kosten wird.
Bis zu 485 Kilometer Normreichweite nach WLTP nennt Kia für den e-Niro mit 64-kWh-Akku und 150 kW Motorleistung. Die schwächere 100- kW-Basisversion kommt dagegen nur auf eine kombinierte Reichweite von 312 Kilometer.
Etwas länger als die EV-Version gibt es wie bereits erwähnt den Niro Hybrid, und zwar seit September 2016. Etwas später, in 2017, folgte dann die Plug-in-Hybrid-Version. Laut Herstellerangaben wurden beide Versionen mehr als 200.000 Mal verkauft. 8.600 Exemplare wurden von deutschen Käufern geordert.


VW Neo

Elektrofahrzeuge kommen in 2019 verstärkt - erst langsam, dann mächtig

Das Angebot der reinen Elektrofahrzeuge ist bislang eher langsam gewachsen in Deutschland. In den kommenden Monaten dürfte es sprunghaft zunehmen - und die E-Mobilität auch für neue Kundengruppen attraktiv machen. Eine Auswahl der erwarteten Neuerscheinungen bis Ende nächsten Jahres haben wir einmal für Sie zusammengestellt.

Es geht schon los in den kommenden Wochen: Ende diesen, Anfang nächsten Jahres starten zunächst die deutschen Tesla-Jäger Audi E-Tron und Mercedes. Die beiden Elektro-SUV der 400-PS-Klasse sind passgenau gegen das Model X der Stromer-Pioniere aus Kalifornien positioniert, bieten bei leicht geringeren Abmessungen ähnliche Fahrleistungen zu einem etwas günstigeren Preis. 73.000 Euro für den Mercedes und 80.000 Euro für den Audi engen die Zielgruppe williger und potenter Kunden allerdings immer noch spürbar ein.

Im Laufe des kommenden Jahres dürfte aber auch die Auswahl für Normalverdiener wachsen. Nicht zuletzt, weil dann VW seine E-Mobilität für alle anlaufen lässt. Ende 2019 soll der Kompaktwagen Neo debütieren, ein geräumiges Familienauto mit mindestens 400 Kilometern Reichweite, das nicht teurer sein soll als ein Diesel-Golf. Die Modellfamilie auf Basis einer neu entwickelten Baukastenarchitektur wird über die folgenden Jahre ständig wachsen: Geplant ist neben SUVs und Limousinen als besonderer Sympathieträger auch ein Kleinbus im Stil des legendären Bulli.

Auch beim bisher in Sachen Elektrofahrzeuge eher vorsichtigen PSA-Konzern startet 2019 das Elektro-Zeitalter. Premiere feiert der E-Antrieb im kleinen Crossover DS3 Crossback, bevor er auch in die gängigeren Modelle des Mehrmarkenkonzerns einzieht, 2020 etwa in den Opel Corsa und den Peugeot 208. PSA setzt jedoch stärker als viele andere Hersteller auf den Plug-in-Hybridantrieb, der vor allem in den größeren Baureihen zunächst dominierend bleiben dürfte.

Ebenfalls für 2019 steht wohl die Premiere des Honda Urban EV an. Der Kleinwagen im Retro-Stil hatte auf der IAA 2017 als Studie für Furore gesorgt und soll nun auch in der Serienversion Europas Stadtbewohner ansprechen. Details und Preise sind allerdings noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Japaner auf wachsende Konkurrenz im Segment der Elektro-Citycars treffen wird. Häufig kommen diese nicht von etablierten Herstellern, sondern von Start-ups. So wie der Dreitürer e.Go, der von dem Team entwickelt wurde, das zuvor den E-Lieferwagen Streetscooter auf die Straße gebracht hat. Das Konzept ist ähnlich: Freundlicher Look, eher spartanischer Innenausbau und günstige Preise ab rund 16.000 Euro. Zum gleichen Preis startet voraussichtlich der Sion von Sonos Motors aus München, der als besonderes technisches Gimmick über eine mit Solarzellen gepflasterte Karosserie verfügt, die zumindest an sonnigen Tagen Strom für rund 30 Kilometer Fahrt liefern und so die Batterie entlasten soll.

Abgerundet wird die Elektrofahrzeuge-Offensive der kommenden Monate wieder durch ein Luxusmodell. Voraussichtlich Ende 2019 startet mit dem Porsche Taycan die Serienversion der lange Zeit als Mission E bekannten Messestudie. Der Model-S-Konkurrent basiert auf einer eigens entwickelten E-Plattform, die ab 2020 auch Konzernschwester Audi nutzen soll. Neben einer Reichweite um 500 Kilometer soll die neue Technik auch das ultraschnelle Laden ermöglichen – einmal Volltanken soll dann in rund 15 Minuten möglich sein.


Arrive Nr. 5 ab heute im Zeitschriftenhandel, Kiosk und Bahnhofsbuchhandel

Killt der Jaguar I-Pace den Tesla X? Diese provokante Frage stellen wir wohl zu Recht in der brandneuen Ausgabe 5 der „Arrive“, die heute Freitag, den 27. Juli, im Handel erscheint. Die elektrische Performance des neuen Elektro-Jaguar ist jedenfalls beeindruckend und hat sowohl Mit-Herausgeber Willy Loderhose wie Schauspieler und Markenbotschafter Jürgen Vogel begeistert. Auf der Rennpiste im Motorsport macht das Fahrzeug auf jeden Fall schon mal eine gute Figur und hat uns zu einer ungewöhnlichen Story inspiriert.

Auch unsere weiteren Lesegeschichten zeichnen den Weg der neuen Mobilität in Deutschland und zeigen wie dynamisch der Markt derzeit ist. Wie ist es eigentlich so, mit einem Wasserstoffauto zu fahren? Das fragten wir einen der wenigen privaten Besitzer eines Hyundai ix35 in Münster und trafen dabei auf erstaunliche Erkenntnisse beim ehemaligen Apotheker Norbert Mattern.

Auch das große Elektro-Auto-Rennen am Pikes Peak in Colorada/USA greifen wir auf, ebenso natürlich viele Modelle in Fahrberichten: z. B. den Toyota C-HR Hybrid, BMW i8 Roadster, Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid, den Voll-Elektro-Ioniq von Hyundai und natürlich den neuen Nissan Leaf.

Mit weiteren echten Zukunftsgeschichten wollen wir wieder dem Puls der neuen mobilen Zeit noch weiter nachfühlen: Unsere Kernfrage hier bleibt: Wer baut den wirklich reichweitenstarken Akku der Zukunft? Wir von Arrive wissen es nicht, können aber heute schon sagen, dass die Feststoffbatterie irgendwann die derzeit gebräuchliche Lithium-Ionen-Batterie ablösen wird. Sehr aktuell und nicht mehr zukunftsgerichtet ist die Tatsache, dass Fahrzeuge schon bald eine Panne vorhersagen werden, bevor sie eintritt. Unglaublich, aber keine Science Fiction!

Weitere Themen im aktuellen Heft: Die VW-Elektrostrategie wird mit dem I.D. Vizzion noch konkreter und visionärer. Und Mercedes macht sich schon mal mit ersten Tests im spanischen Andalusien für den 2019 auf den Markt kommenden rein elektrischen EQC warm. Ein fantastisches Fahrzeug! Aber auch den globalen Blick wollen wir nicht vernachlässigen: Beispiel? Das kleine, aber sehr reiche Land Katar am Persischen Golf mutiert ganz langsam vom gigantischen Öl-Exporteur zum Öko-Staat. Verblüffend!

Jetzt wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen!
Ihr

Dr. Martin Steffan
Chefredakteur


Langfristig ersetzt die Feststoffbatterie die Lithium-Ionen-Batterie

In naher Zukunft werden sich die Reichweiten der Batterien, wenn man den Ankündigungen der Hersteller glaubt, von aktuell rund 250 Kilometer auf mindestens 500 Kilometer verdoppeln. Wenn sich die Elektromobilität in den Vordergrund der Mobilität schieben will, sind solche Steigerungen auch notwendig, denn die Reichweite ist eine Schlüsselfrage der Elektromobilität. Für den Zuwachs an Reichweite sind, so Martin Winter, Professor für Materialwissenschaften, Energie und Elektrochemie, an der Universität Münster und Sprecher der deutschen Batterieforschung, vor allem „neue Zellchemien und größere Batterien“ verantwortlich. „Mit der Lithium-Ionen-Technologie gelang uns seit 1991 eine Verdreifachung der Energie pro Kilogramm und Liter.“ Einer der Treiber zu immer größeren Reichweiten ist Elon Musk, der mit Tesla zeigte, wie man großvolumige Batterien in einer Limousine montieren kann: „Heute sind es bis zu 800 Kilogramm.“ Die Rechnung hinter Musks Strategie ist einfach: Aktuell bringt ein Kilogramm Batterie rund 700 Meter Fahrstrecke. In Zukunft mit weiter optimierten Energiespeichern wird dieser Wert auf rund 1,3 Kilometer steigen.

Vor allem asiatische Unternehmen haben rechtzeitig vor den Europäern das Die CATL kommt nach Thüringenfür sich entdeckt und bestimmen heute diesen Markt, indem sie die meisten Batteriezellen liefern, ohne die kein Elektromobil fahren kann. „Sie nutzen dabei die Zellchemie-Kenntnisse, die sie in den vergangenen Jahren bei der Entwicklung und Produktion von Batterien für Mobiltelefone, Laptops und Tablets gewonnen haben“, erklärt Professor Winter. Für die asiatischen Hersteller ist die Konzentration auf die Batteriezellen eine Wette auf die Zukunft. „Aktuell verkaufen viele Zellhersteller ihre Produkte unter Herstellungskosten, um sich so ihre Marktposition zu sichern.“
Inzwischen stellen einige asiatische Hersteller auch ihre eigene Chemie her und wurden so auch zu Konkurrenten von Chemiekonzernen. Selbst bei der Herstellung der Batteriesysteme und der Elektroantriebe machen die Zellhersteller mit. Die Rollen in der Wertschöpfungskette werden neu verteilt und geordnet. Eine Batteriezellproduktion in Deutschland oder zumindest in der EU wäre, so Professor Winter, „sinnvoll, auch um nicht völlig von auswärtigen Herstellern abhängig zu sein.“

Noch ist Kobalt
unverzichtbar – noch!

Neben den Marktanteilen bei den Batteriezellen sichern sich die asiatischen Hersteller auch zunehmend wichtige Rohstoffe. So hat gerade das chinesische Batterierecycling-Unternehmen GEM einen bedeutenden Teil der weltweiten Kobalt-Produktion erworben. (Lesen Sie den ganzen Artikel in der neuen Ausgabe 5 von arrive, die am Freitag, 27.07.2018 im Zeitschriftenhandel erscheint.)


Mit dem Airtaxi raus aus den Staus der Metropolen

Raus aus dem Stau, ab in die Luft und die Blechschlange im Flug einfach unter sich lassen – welcher Automobilist hat diesen Traum beim nutzlosen und nervigen Stillstand auf den überlasteten Autobahnen nicht schon mindestens einmal geträumt? Mit einem Airtaxi oder Gyrocopter ist dies möglich.

Schon lange bevor der Stau zum ständigen Begleiter der Automobilität wurde, geisterte diese Vorstellung durch die Köpfe kreativer Zeitgenossen, die allerdings zumeist belächelt wurden. Und das zurecht, denn die abenteuerlichen Konstruktionen waren stets zu sperrig, unsicher und viel zu weit von der Praxis entfernt als das eine Serienproduktion gestartet werden konnte. Am Ende freundeten sich weder die Piloten noch die irdischen Chauffeure mit der Technik an und die Konstruktionen mutierten zu Fußnoten im Kuriositätenkabinett der Technikgeschichte.
Doch nun könnte sich die Freiheit, die über den Wolken ja angeblich so grenzenlos ist – wenn man mal die Jungs von der Flugsicherung mit ihren Anweisungen vergisst – tatsächlich einstellen. In den Niederlanden steht die Kombination aus Fliegen und Fahren kurz vor der endgültigen Zertifizierung durch die Luftfahrtbehörden und wird im kommenden Jahr an die ersten „Autopiloten“ – der Begriff bekommt dann eine ganz neue Bedeutung – ausgeliefert.

Die Zukunft einer Kombination aus bodenständiger und luftiger Mobilität wird in Raamsdonksveer, einem eher unscheinbaren Ort in der Nähe von Breda montiert. Hier entsteht das Airtaxi PAL-V Liberty, eine zweisitzige Mischung aus Helicopter und Taxi, welche den Antrieb für den Flugbetrieb so geschickt zusammenfaltet, dass die Konstruktion problemlos in jede Garage passt, und nicht mehr Platz in Anspruch nimmt als ein Golf. Damit hat sich das Thema Golf aber auch schon erledigt, denn bei voller Besetzung passen die Golfbags angesichts des überschaubaren Gepäckabteils nicht mehr an Bord. Allerdings haben die Macher hinter dem Liberty ohnehin andere Transportaufgaben für den Gyrocopter vorgesehen. „Wir sehen den Liberty als Modell für eine Mobilität von Tür zu Tür“, erklärt Chief Operating Officer Marco van den Bosch. „Wenn man fliegt, muss man sein Auto zunächst am Flughafen abstellen, und wenn man schließlich gelandet ist, erst mit einem Taxi zu seinem Ziel fahren. Das kostet alles viel Zeit. Mit dem Liberty fährt man von zu Hause aus los, startet auf einem Flugfeld, landet und fährt weiter zu seinem Termin.“ PAL-V steht, so van den Bosch, für „Personal Air Land Vehicle“.

Problemlos und
bequem den
Stau umfliegen

Freilich ganz grenzenlos ist die Freiheit auch für den PAL-V Liberty dann doch nicht. Starten und Landen ist ausschließlich auf registrierten Pisten erlaubt. Dennoch kann der Liberty-Pilot den Stau umfliegen, denn das Navigationssystem kennt neben den aktuellen Staumeldungen auch den Weg zum nächstgelegenen Flugfeld. Dort angekommen, dauert es rund vier Minuten, bis sich das Automobil in einen Gyrocopter verwandelt hat. „Natürlich muss der Pilot noch vor dem Start alle Teile inspizieren, und dann kann der Flug beginnen“, erklärt van den Bosch.
In der Vergangenheit scheiterten die meisten Versuche, Flugzeug und Automobil zu einem Gefährt zu verschmelzen auch an den Abmessungen, weil sich die Konstrukteure zu sehr auf Tragflächen-Konstruktionen konzentrierten, die entsprechend lange Start- und Landebahnen benötigten. Das bedeutete: wenige alltagstaugliche Abmessungen, sodass die Garagen am Ende die Abmessungen von Flugzeughangars annahmen.
Derartige Fluggeräte fuhren und flogen daher allenfalls in Spielfilmen auf den Leinwänden. Mit PAL-V Liberty kann man sich sogar in Parkhäuser wagen. So eignet sich das Gefährt auch zum Shopping-Ausflug in die City, wobei sich das eingeschränkte Gepäckvolumen durchaus positiv auf die Kreditkartenabrechnung auswirkt.
Die Kreativen hinter PAL-V verzichteten bewusst auf Tragflächen und entwickelten einen dreirädrigen Gyrocopter. Diese Entwicklung, so van den Bosch, selbst ehemaliger Hubschrauberpilot der niederländischen Luftwaffe, „ist die sicherste Art zu fliegen. Selbst wenn beide Motoren ausfallen, dient der Rotor als eine Art Fallschirm, sodass man immer noch sicher landen kann.“ Für den Vortrieb sind zwei Rotax-Motoren an Bord. Zum Landen reichen 30 Meter. Außerdem kann ein Gyrocopter in der Luft nicht instabil werden. „Und die Unterhaltskosten sind wesentlich geringer als bei einem Hubschrauber, und ein Gyrocopter lässt sich deutlich einfacher fliegen“, erklärt van den Bosch die Vorteile der Konstruktion.

Auf der Straße
fast so schnell
wie in der Luft

Ein Dreirad, vor allem wenn es einen so hohen Schwerpunkt besitzt wie das Airtaxi PAL-V Liberty, hat durchaus Probleme mit der Fahrstabilität. Um zu vermeiden, dass sich die feinen Gefährte auf dem Weg zum Startplatz ganz banal in der Kurve auf die Seite legen, bekam das Gefährt eine Neigungstechnik, die genau dies in engen Kurven verhindern soll. Auf der Straße erreicht das Leichtgewicht (650 Kilogramm) maximal 160 km/h und beschleunigt in weniger als neun Sekunden von Null auf 100 km/h. In der Luft werden bis zu 180 km/h erreicht, wobei die wirtschaftlichste Geschwindigkeit allerdings bei 140 km/h liegt.
Zum Starten benötigt der Liberty eine 180 Meter lange Startbahn, und die Reichweite liegt je nach Besatzung und Gewicht bei 400 bis 500 Kilometer. Der Liberty ist ausschließlich für Sichtflug zugelassen. Bei Dunkelheit wird der Flieger daher zum Fahrzeug. Das Design wurde von der Mannschaft in Ramsdonksveer entwickelt und von einem italienischen Designbüro verfeinert.

Ein Traum: Zukünftig
von großen Rastplätzen
einfach abheben

Beim Blick in die Zukunft träumt van den Bosch von Start- und Landebahnen neben der Autobahn, am besten neben großen Rastplätzen. „Wir reden darüber bereits mit unserer Regierung.“ Und bei einem noch viel weiteren Blick in die Zukunft kann sich der ehemalige Hubschrauberpilot sogar einen Elektroantrieb vorstellen, „wenn sich die Batterietechnik entsprechend weiterentwickelt.“
Für das Airtaxi Liberty benötigen die „Autopiloten“ eine private Pilotenlizenz (PPL), die auch bei PAL-V in einem Schnelllehrgang erworben werden kann. Im sogenannten PPL-Bootcamp können die künftigen Piloten in der PAL-V Flight Academy innerhalb von vier Wochen den Schein erwerben. Aktuell stehen die vier Standorte in Breda, Marbella, Florida und auf der niederländischen Karibikinsel St. Eustace zur Verfügung. Insgesamt kostet die Lizenz 20.000 Euro. Die ersten Modelle, der auf 90 Exemplare begrenzten und üppig ausgestatteten Auftaktserie, kosten 499.000 Euro. Bei den später gebauten Modellen beginnt die Preisliste bei 299.000 Euro. Viel Geld. Ist aber auf jeden Fall weniger, als für einen Supersportwagen fällig wird. Und der kann gegen einen Stau ja auch nichts ausrichten.


35 Prozent mehr Energie für den eCitaro ab 2020

Der Darmstädter Batteriespezialist AKASOL steht vor einem Entwicklungssprung bei den Batterien für Elektrobusse. Erst in diesem Herbst startet die erste Generation der Batterien, die für den Mercedes-benz eCitaro eingesetzt werden. Bereits für 2020 ist die zweite Generation in der Vorbereitung und soll laut Unternehmensangaben rund 35 % mehr Energie für Fahrzeuge, insbesondere in den Mercedes-benz eCitaro liefern, berichtet das Portal AKASOL-Batteriesysteme für den eCitaro. Die Zusammenarbeit und Entwicklung der Batterien geschieht in enger Abstimmung mit Daimler Buses, so ein Sprecher von AKASOL.

Statt derzeit 25 kWh Speicherkapazität pro Akkupack soll die zweite Generation 33 kWh pro Akkupack speichern. Das bedeutet, dass es eine Steigerung von 35 Prozent, also von 243 auf 330 Kilowattstunden pro Fahrzeug bei gleichbleibendem Gewicht geben soll.

Möglich ist dies, so AKASOL, durch eine flexible Systemarchitektur, die das Unternehmen seinen Kunden bieten will. Laut Daimler Buses wird dieser Technologiesprung in Verbindung mit anderen Faktoren dazu beitragen, die Reichweite des Fahrzeugs auf derzeit fast 200 Kilometer (SORT2-Zyklen, mittlerer Verkehr), gegebenenfalls sogar auf bis zu 250 Kilometer zu erhöhen.

Neben den weiter entwickelten Batterien sollen weitere kleinere Optimierungen, beispielsweise im Batteriemanagementsystem und der mechanischen Architektur, zur Verbesserung der Systeme der zweiten Generation insgesamt beitragen. Die Lithium-Ionen-Batteriesysteme beider Generationen sind in der Lage, Schnellladungen bis zu 300 kW zu verkraften und danach Verbraucher im Fahrzeug wie Klimaanlagen und elektrische Systeme problemlos mit Energie zu versorgen.

Ausschlaggebend für die Robustheit und Langlebigkeit der Akkus ist die effiziente Wasserkühlung der AKASOL-Batterien, die ein stabiles Temperieren bei 25 Grad Celsius garantieren und Batteriebusse in allen Klimazonen fit für die Straße machen. Die Hochleistungs-Batteriesysteme sind teilweise auf dem Dach, teilweise auf der Rückseite montiert.

Die Darmstädter AKASOL entwickelt und vertreibt seit vielen Jahren eine Vielzahl von Batteriesystemen für Elektro- und Hybridelektrobusse. Busse mit der AKASOL-Batterietechnologie fahren unter anderem täglich in London, Berlin, Köln und Braunschweig.


Chinesische CATL baut Batteriezellen-Fabrik nahe dem thüringischen Erfurt

Thüringen erhält eine der größten Produktionsstandorte für E-Auto-Batteriezellen in Europa. Der Vertrag für den Bau der Fabrik des chinesischen Herstellers Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) wurde am Montag im Umfeld der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin unterzeichnet. Mehrere Medien, unter anderem auch die DPA (Deutsche Presse Agentur), berichteten hierüber.

Erster Kunde des Werkes, das nahe Erfurt gebaut wird, ist BMW. Noch am Montag vergab der bayrische Autobauer einen Auftrag in Höhe von 4 Milliarden Euro an die Chinesen. Die Hoffnung von CATL ist es nun, dass andere deutsche und europäische Autokonzerne dem Beispiel von BMW folgen werden. Nach dem Willen der chinesischen CATL sollen bis 2022 240 Millionen Euro in das Werk nahe der thüringischen Metropole investiert werden. Für die Ansiedlung der Fabrik erhält CATL zudem eine Förderung vom Land Thüringen in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Gemessen an der Größe der Fabrik, jedoch vor dem Hintergrund des hohen Automatisierungsgrades in der Fabrik, plant der Produzent nur mit der relativ niedrigen Zahl von 600 neuen Arbeitskräften zunächst.

Da aber allgemein ein starkes Anwachsen von Elektroautos in Europa in den kommenden Jahren erwartet wird, dürfte auch die Nachfrage nach Batterien sowie Batteriezellen anziehen, was zu mehr Einstellungen führen könnte. VW, BMW, Daimler und andere europäische Hersteller kaufen Zellen derzeit und auch in Zukunft stark in Asien ein und bauen sie dann zu Akkus für E-Mobile zusammen. Eine von vielen befürchtete Abhängigkeit vom chinesischen Produzenten CATL dürfte also auch in Zukunft nicht eintreten.

Gewerkschaften, Bundesregierung und vor allem Angela Merkel fordern schon lange eine deutsche oder europäische Produktion. Zwar wären der Kanzlerin mehr eigenständige deutsche Investitionen am liebsten gewesen, sie betonte aber, dass wenn ein chinesischer Investor nach Europa komme, sei es gut, wenn dieser nach Deutschland gehe und hier investiere. Sie sprach unter anderem deshalb am Montag auch von einem wichtigen Tag für Thüringen.

Der in China größte Produzent von Batterien, CATL, existiert seit 2011 und ist seit diesem Jahr an der Börse gelistet. Außer in Thüringen wird noch in Schweden eine Batteriezellenproduktion für Elektroautos in Europa aufgebaut. Dort kooperiert die schwedische Northvolt mit dem deutschen Mega-Player Siemens. Interessant sein dürfte ebenso, dass für Deutschland auch Elon Musk angekündigt hat, eventuell an der Grenze zu den Benelux-Staaten eine Batterienfabrik aufbauen zu wollen.

Mit Material von auto-medienportal.net

Foto: ampnet / CATL


Mit dem Vizzion startet VW in die übernächste Zukunft der E-Mobilität

Das Flaggschiff der übernächsten elektrischen Autogeneration von Volkswagen wird in ein paar Jahren wohl den Namen Vizzion erhalten. Eine Kostprobe, wie diese Zukunft aussehen wird, zeigt die Ausstellung „Driving Vizzions to reality“ im VW-Gebäude „Drive“ an der Friedrichstraße in Berlin.
Seit Anfang der Woche steht die Studie I.D. Die Zukunft von Volkswagen als Highlight der Ausstellung dort. Die erstmals im März auf dem Genfer Autosalon vorgestellte Limousine zeigt die ganz reale Vision der Marke für einen Volkswagen von morgen: Anspruchsvoll in Design, Technik und Qualität – und tatsächlich konsequent für die E-Mobilität entwickelt. Das Fahrzeug ist Teil einer Ausstellung, die für Konzepte für die emissionsfreie und voll vernetzte Zukunft von Automobilen wirbt.
Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen (Foto), erklärte bei der Eröffnungsveranstaltung: „Leitidee von DRIVING VIZZIONS TO REALITY ist es, die Tür zur Zukunft zu öffnen und die Transformation der Marke zum Anbieter von ganzheitlichen Mobilitätskonzepten erlebbar zu machen.“
Schon jetzt können Besucher sich im jungen, bunten Ambiente der Ausstellung von den Vorteilen der E-Mobilität und des Vizzion übrzeugen. Auch das autonome Fahren sowie digitale Dienste unter dem Stichwort Connectivity werden erfahrbar.
Zu den Highlights gehört bis Mitte August und ab Mitte September auch der I.D. CROZZ. Die Studie dieses batterie-elektrisch angetriebenen Crossovers aus SUV und viertürigem Coupé kann von Anfang August an besichtigt werden. Ebenso sind Indoor-Probefahrten mit dem I.D. Cityskater möglich. Der zusammenklappbare Last-Mile-Surfer wird von Volkswagen Sachsen von Herbst 2018 an in St. Egidien bei Zwickau gebaut. Im Juli und August finden unter Anleitung von Trainern der Driving Experience zudem Probefahrten mit dem Volkswagen e-Golf und dem neuen Volkswagen Touareg statt.
Das erste vollelektrische I.D.-Modell soll ab Ende 2019 gebaut werden. Dann ab zirka März 2020 startet die Auslieferung. Angetrieben wird der erste I.D. von einem 125 kW/170 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, die Reichweite soll zwischen 400 und 600 Kilometer liegen. Preislich wird sich das Fahrzeug mit unter 30.000 Euro auf dem Niveau eines gut ausgestatteten Golf mit Dieselaggregat bewegen. dann werden sehr zügig weitere Modelle folgen. Denn VW will bis 2025 mehr als 20 weitere reine E-Mobil-Modelle in den Markt bringen. Bislang existieren die Fahrzeuge aber nur in Form von Studien. Das wird sich aber, wie beschrieben, ab 2020 radikal und sehr schnell ändern.