Autogas

Lada Vesta: Frischer Wind für den Wolga-Segler

Kein anderes europäisches Auto dürfte wohl ein so verfestigtes Image besitzen wie der russische Lada. Technisch rückständig, verstaubt, und unbequem – das sind wohl die ersten Attribute, die vielen Fahrern in den Sinn kommen, sofern sie nicht Förster sind. Denn die lieben den einfach gebauten Niva und machen ihn zu einer Art Bestseller der grünen Szene. Dass es auch ausgereifter geht, beweist nun der Vesta, der technische Anleihen des Renault-Nissan-Konzerns verinnerlicht, zu dem Lada-Bauer AwtoWAS seit geraumer Zeit mehrheitlich gehört.

Martin Steffan    27.10.2017

Dennoch scheint nach unserem Test klar: So ganz an westliche Standards reicht die Stufenhecklimousine mit 5-Gang-Schaltgetriebe noch nicht heran – noch nicht! Dafür muss sich der Halter, der das Fahrzeug mit Autogasanlage bestellt, auch keine Gedanken über Fahrverbote oder Dieselskandale machen. Und das ist doch ok!

Wir haben das Fahrzeug mit integrierter LPG-Anlage direkt von Lada Deutschland erhalten und waren überrascht. Das Interieur hat alles, was ein Mittelklassefahrzeug von der Stange braucht:  Zum Beispiel – ganz wichtig – viel Platz, sowohl vorne wie hinten. Auch der Kofferraum ist mit 440 Litern ansprechend und sollte für die täglichen Einkaufs- und Arbeitsfahrten, aber auch kleinere Umzüge reichen. Bei umgelegter Rücksitzbank

und bis zur Fensterunterkante beladen kommt das Fahrzeug sogar auf satte 825 Liter.

Die Serie hat zudem einiges zu bieten: beheizte Frontscheibe, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Tempomat, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, aber auch Parksensoren hinten und – nicht zu vergessen: das auffällig große Handschuhfach, in das mehr als nur der obligatorische „Lappen“ samt Eiskratzer reinpasst.

 

Alltagstaugliches Arbeitstier

Mit 12.740 Euro plus Prins-VSI II-Autogasanlage für 2.500 Euro ist der 4,4 Meter lange Vesta mit seinen 78 kW (106) PS, 148 Newtonmeter Drehmoment, dem 4-Zylinder-Reihen-Motor inklusive der Multipoint-Einspritzanlage ein fulminantes Arbeitstier, das optisch versucht, sich in die Mittelklasse westeuropäischer Modelle einzureihen. Eine Zahnstangenlenkung mit elektromechanischer Servolenkung, ein höhen- sowie längsverstellbares Lenkrad, das einen Airbag beinhaltet inklusive Sicherheitspaket mit Beifahrerairbag reichen für das durchschnittliche Fahrgeschehen auf deutschen Straßen allemal. Wer allerdings etwas mehr Komfort haben möchte, sollte sich eher beim Wettbewerb umsehen.

Dem Sicherheitsempfinden des Durchschnittsbürgers wird mit dem 4-Kanal-ABS-System mit Bremsassistent (BAS) und elektronischem Stabilitätsprogramm in jedem Fall Genüge geleistet. Vorbei scheinen zumindest die Zeiten, wo sich die Sicherheit des Fahrzeugs auf möglichst viel Blech an den Seiten konzentrierte. (…)

(Lesen Sie mehr in der aktuellen arrive, die seit dem 27.10.2017 im Handel ist.)