Deutsche

Schade: Wenig Lademöglichkeiten für E-Mobile in Tiefgaragen

In Mehrfamilienhäusern fehlt es an Lademöglichkeiten für E-Autos. Lediglich bei 4 % aller Objekte mit Tiefgarage in Deutschland ist zumindest ein Stromanschluss für Fahrzeuge verfügbar. Und auch nur in der Hälfte davon ist bereits eine Wallbox für das schnelle und regelmäßige Laden installiert, wie aus einer Untersuchung des ADAC hervorgeht, auf die der Club vor kurzem nochmal hinwies.

An der Situation dürfte sich in den kommenden Jahren wenig ändern: Lediglich für 13 % aller Mehrfamilienhäuser gibt es Pläne, eine Lademöglichkeit zu installieren.
Zu den Gründen für die vielerorts fehlende Infrastruktur zählen neben den teils hohen Installationskosten und der noch relativ niedrigen Verbreitung von E-Autos im Verhältnis zum Gesamtbestand auch die speziellen rechtlichen Hürden bei gemeinsam genutztem Wohneigentum. Eine Ladesäule kann in der Regel nur bei einstimmigem Beschluss der Miteigentümer installiert werden, was in der Praxis oft schwierig zu erreichen ist. Der Automobilclub setzt sich daher wie auch andere Verbände für eine neue gesetzliche Regelung ein.

Deutsche laden am
liebsten zuhause

Die praktische Unmöglichkeit, Ladestationen in Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern zu installieren, gilt derzeit als großes Hindernis beim Ausbau der E-Mobilität. In Deutschland gibt es mehr als neun Millionen Mehrfamilienhäuser in Gemeinschaftsbesitz, zu ihnen gehören rund vier Millionen Pkw-Stellplätze. Wer als E-Autofahrer in solch einer Immobilie wohnt, muss sein Fahrzeug in der Regel an öffentlichen Ladesäulen oder beim Arbeitgeber laden. Zur Lösung dieser Hemmnisse ist tatsächlich eine Lösung notwendig, denn eine Umfrage des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDSW) würden 65 % der Deutschen ihr E-Auto am liebsten zuhause laden. Öffentliche Lademöglichkeiten wären für 15 % die bevorzugte Adresse, 7 % würden die Arbeitsstelle vorziehen. Der Berliner Verband wertet diese Ergebnisse als eindeutigen Beleg für die Notwendigkeit, die bestehenden Hindernisse beim Ausbau privater Ladeinfrastruktur zu beseitigen. Hierfür bedarf es allerdings einiger Änderungen im Miet- und Wohneigentumsrecht, die nach Meinung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDSW) vom Bundesjustizministerium nun schleunigst umgesetzt werden sollte. Dies sei allerdings nicht die einzige Baustelle, der sich die Politik nun widmen müsse.


Mehr Elektrobusse für Nordrhein-Westfalen

Nach Kernaussage einer Umfrage, die die Deutsche Presseagentur durchgeführt hat, sollen bis 2020 in allen Großstädten Nordrhein-Westfalens Elektrobusse zum Einsatz kommen. Bremsschuh bei der Anschaffung sind allerdings derzeit die hohen Anschaffungskosten. Darum werden nur sehr wenige Busse zunächst in den Großstädten zu sehen sein. Die Beschaffung wird durch die öffentliche Hand stark gefördert. So kostet ein E-Bus aus europäischer Produktion kostet derzeit um die 700.000 Euro. Er ist also doppelt so teuer wie konventionelle Busse. Allerdings gibt es bereits in China vom dortigen Hersteller BYD, Elektrobusse zu wesentlich niedrigeren Kosten. Viele deutsche Kommunen weichen bei der Beschaffung mittlerweile auch auf den polnischen Hersteller Solaris aus.

Der derzeitige Bestand an Elektrobussen in NRW liegt bei cirka 30. Köln ist hier führend mit 8 Fahrzeugen. Weitere 50 Busse sollen in der Rheinmetropole demnächst mit weiteren Landeszuschüssen rollen.

Foto: Pressestelle Üstra / Hannover