Elektro

Der Elektro-T1 als Samba-Bus der neuen Generation

In altes Autoblech einen Elektroantrieb einpflanzen, ist zurzeit in. Das hat man jetzt auch bei VW Nutzfahrzeuge erkannt und den Elektro-T1 kreiert.

Alte Karosse, moderner Antrieb: VW Nutzfahrzeuge implantierte einem restauriertem T1-Samba-Bus von 1966 einen modernen elektrischen Antriebsstrang aus dem E-Antriebs-Baukasten (MEB) des Konzerns. Statt dem 32 kW/44 PS und 102 Nm starken Vierzylinder-Boxer-Motor kommt ein 61 kW/83 PS-E-Triebwerk mit 212 Nm zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit des elektrifizierten Bullis beträgt 130 km/h.

Die Kombination aus Getriebe und Elektromotor des Elektro-T1 ist im Heck integriert und treibt die Hinterachse an. Die 45 kWh-große Batterie ist mittig im Fahrzeugboden untergebracht und soll für eine Strecke von 200 Kilometern reichen. Über einen AC-Schnelllader wird die Batterie je nach Stromquelle mit 2,3 kW bis 22 kW Ladeleistung aufgeladen. Außerdem kann sie auch an einer DC-Schnellladesäule mit bis zu 50 kW-Ladeleistung gefüllt werden. Neu ist auch das Fahrwerk. Zudem gibt es unter anderem LED-Scheinwerfer, einen neuen Tacho sowie ein DAB+-Radio im Retrolook.

Der Umbau des Elektro-T1 kostet mindestens 65.000 Euro und wird von eClassics durchgeführt. T2 und T3-Besitzer können ebenfalls ihren Bulli umrüsten lassen. Wer es moderner haben will, der kann gerne demnächst auf die neuen E-Fahrzeuge aus der ID-Reihe zurückgreifen.


Lufttaxi von Hyundai.

Lufttaxi von Hyundai: Und Uber will das bedienen

Taxi-Schreck Uber will seine Kunden in Zukunft auch in die Luft bringen. Dazu hat sich der Uber-Ableger Elevate mit Hyundai als Entwicklung- und Produktionspartner für ein Flugtaxi zusammengetan. Ein von den Koreanern erdachtes und als Konzept deklariertes Flugzeug mit Namen S-A1 feiert derzeit auf der Elektronikmesse CES (bis 10. Januar 2020) seine Weltpremiere. In einigen Jahren soll dieses ungewöhnliche Lufttaxi von Hyundai tatsächlich den Schritt von der Vision zur Wirklichkeit machen.

Die zusätzliche Bezeichnung eVTOL übrigens deutet bereits einen wichtigen Teil der Technik an. Das S-A1 wird nämlich von E-Motoren angetrieben, die ein senkrechtes Starten und Landen erlauben. Insgesamt gibt es 12 Rotorblätter, acht mit je zwei Flügeln sowie vier mit fünf Flügeln. Während die Zweiflügler ausschließlich bei Start und Landung eingesetzt werden, unterstützen die Rotoren mit fünf Blättern zunächst nur und übernehmen anschließend die Vortriebsarbeit. Beim Start sind die variabel nutzbaren Rotoren zunächst noch vertikal ausgerichtet, beim Übergang in den Reisemodus richten sie sich dann horizontal aus. Maximal sollen 290 km/h bei 300 bis 600 Meter Reiseflughöhe möglich sein. Die Akkus erlauben bis 100 Kilometer Reichweite, die Ladezeit soll nur 5 bis 7 Minuten betragen.

Das Hyundai-Flugtaxi wurde als Fünfsitzer konzipiert, wobei der vordere Sitz für den Piloten reserviert ist. Zunächst will Uber Flugtaxis von Menschen lenken lassen, später soll tatsächlich auch ein autonomer Taxibetrieb möglich werden. Das aber ist erstmal absolute Zukunftsversion - mehr nicht.

Der koreanische Autohersteller Hyundai hat neben dem Fluggerät auch schon einen Landeplatz erdacht, der als Hub dienen soll. Von der Plattform aus hat man Zugang zu Straßenfahrzeugen, welche dann die Fluggäste zu ihrem endgültigen Bestimmungsort bringen können.

In Deutschland ist Hyundai derzeit mit mehreren Elektro-, Hybrid-, und Plug-in-Hybrid-Modellen vertreten. Besonders die IONIQ-Varianten und der Elektro-Kona erfreuen sich größerer Beliebtheit. Der Fahrdienstleister Uber ist nur in den wenigen Metropolen Deutschlands mit seinen Dienstleistungen derzeit vertreten.


Tausche Verbrenner gegen E-Auto: Jetzt in Heft Nr. 1/2020

So langsam wird´s was mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für die vielen kommenden Elektroautos in Deutschland. Ab heute kann sich jeder selbst bei unserer Zeitschrift nun überzeugen: Schafft ein Elektroauto tatsächlich all das, was ich täglich machen muss? Unser jetzt gestarteter Aufruf zum zeitlich begrenzten Autotausch (Elektro gegen Verbrenner) ist praktisch veranlagt und soll allen, insbesondere Familien, die Gelegenheit geben, einen Smart EQ, einen Nissan Leaf oder einen Kia e-Niro ganz konkrete kennenzulernen. Bewerben Sie sich gerne auf autotausch@arrive-magazin.com. Mehr zur Autotausch-Aktion und zu unserem Partner Nextmove finden Sie zudem in der aktuellen arrive-Ausgabe 1/2020, die im Handel ist Mit unserer Aktion ist es so einfach wie nie, mal das Elektroauto-Feeling zu testen.

Aber auch mit anderen Themen wollen wir Sie an die neue mobile Zeit heranführen. Mehrere Tests, vom Porsche Taycan, über den Peugeot e-208, bis hin zum Smart EQ Fortwo, Honda Jazz Hybrid und Toyota C-HR Hybrid sollen zeigen, dass die frischen, neuen Voll- und Teilzeitstromer schon heute ihre „alten“ Verbrenner ersetzen können. Dabei zeigt sich auch, dass Reichweite nicht immer alles ist. In unserer Story „Die Kostenkönige“ zeigen wir, dass der Preis des Fahrzeugs pro Kilowattstunde oft entscheidend für die Auswahl ist. Genau das könnte auch für die neuen Golf8-Hybrid-Varianten ein interessantes Kaufkriterium werden, die kürzlich in Wolfsburg Weltpremiere feierten. Damit der Kauf demnächst noch attraktiver wird, werden die Prämien vom Staat erhöht: Wir zeigen wann und was Sie beachten müssen für den Kauf!

Viel Spaß beim Lesen

wünscht Ihnen

das Team von arrive

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Nach dem Golf kommt Ende des Jahres der I.D. Neo.

ADAC Ecotest: Elektro- und Erdgasfahrzeuge am umweltfreundlichsten

Fünf Elektromobile waren die saubersten Autos 2018. Das geht aus dem ADAC Ecotest des abgelaufenen Jahres hervor, bei denen der VW E-Golf, der VW E-Up, der BMW i3s, der Smart Fortwo Coupé EQ und der Hyundai Kona Elektro unter allen 109 überprüften Modellen am besten abschnitten. Das sauberste Auto mit Verbrennungsmotor war der mit Erdgas betriebene Fiat Panda 0.9 8V Twinair Natural Power. Der beste Benziner war interessanterweise der VW Up GTI auf Rang 13. Der sauberste Diesel folgt erst weit abgeschlagen auf Rang 16 an Bord des Kia Ceed 1.6 CRDi. Die letztgeannte Antriebsart steht also nicht mehr in der Umweltgunst selbst der ADAC-Tester. Ein absolut schlechtes Ergebnis für die einst so hoch globten Selbstzünder.

Insgesamt zeigten sich neue Dieselmodelle mit der Abgasnorm Euro 6d-Temp relativ sauber. Obwohl es hier auch Ausnahmen gebe, wiesen die meisten neuen Diesel gute Schadstoffwerte auf, so der Münchener Automobilclub. Aber auch Hybrid- und Erdgasfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6b konnten in der Umweltwertung mit gleichzeitig geringem Schadstoffausstoß und Verbrauch überzeugen. Damit hat der Club etwas andere Ranking-Ergebnisse als andere Andere Ergebnisse.

Am schlechtesten schnitten im vergangenen Jahr beim ADAC Ecotest vor allem SUV und Geländewagen von Importmarken ab. So landeten Jeep Compass 1.4 Multiair 140, Fiat 500X 1.4 MultiAir Start&Stopp 4x2 DCT, Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik und SsangYong Rexton 2.2 Diesel 4WD Automatik am Ende der Rangliste. Gleiches gilt für den Sportwagen Chevrolet Camaro Coupé 6.2 V8 Automatik. Alle Modelle schnitten sowohl bei CO2- als auch Schadstoffausstoß schlecht ab.

Die Autos werden im Ecotest laut ADAC im Labor wesentlich realitätsnäher geprüft als bei Herstellern und staatlichen Institutionen üblich. Einige Modelle wurden zudem einem zusätzlichen Test im Straßenverkehr unterzogen. Bewertet wurden jeweils Schadstoffausstoß und CO2-Emissionen beziehungsweise Kraftstoffverbrauch.


Weltstadt Hamburg hat die meisten Ladesäulen

Die Ausstattung mit Ladesäulen ist in Deutschland sehr unterschiedlich ausgestaltet. Berlin und Hamburg als die großen hippen Metropolen hierzulande schneiden hervorragend ab (Stand: Anfang Oktober 2018). Ganz besonders Hamburg kann sich sehen lassen und liegt mit rund 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten einsam an der Spitze, dicht gefolgt von der deutschen Hauptstadt mit rund 750 Möglichkeiten.
Sehr weit dahinter kommen erst andere deutsche Großstädte: Mit klarem Abstand folgen München (392) Stuttgart (382) und Düsseldorf (209), wie aus dem Ladesäulenregister des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft hervorgeht.
Beim Vergleich der Bundesländer untereinander ist Bayern (2.715) unangefochtener Musterknabe, weit vor dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (2.345) und dem Auto-Musterländle Baden-Württemberg (2.205).
Insgesamt schreitet die Entwicklung in Deutschland gut voran. So ist innerhalb des vergangenen Jahres die Zahl der Lademöglichkeiten um ein sattes Viertel gewachsen, deutschlandweit waren es Anfang Oktober, so die Angaben des BDEW, 13.500 Ladepunkte an 6.700 Ladesäulen. 13 % der Säulen sind Schnelllader.


VW Neo

Elektrofahrzeuge kommen in 2019 verstärkt - erst langsam, dann mächtig

Das Angebot der reinen Elektrofahrzeuge ist bislang eher langsam gewachsen in Deutschland. In den kommenden Monaten dürfte es sprunghaft zunehmen - und die E-Mobilität auch für neue Kundengruppen attraktiv machen. Eine Auswahl der erwarteten Neuerscheinungen bis Ende nächsten Jahres haben wir einmal für Sie zusammengestellt.

Es geht schon los in den kommenden Wochen: Ende diesen, Anfang nächsten Jahres starten zunächst die deutschen Tesla-Jäger Audi E-Tron und Mercedes. Die beiden Elektro-SUV der 400-PS-Klasse sind passgenau gegen das Model X der Stromer-Pioniere aus Kalifornien positioniert, bieten bei leicht geringeren Abmessungen ähnliche Fahrleistungen zu einem etwas günstigeren Preis. 73.000 Euro für den Mercedes und 80.000 Euro für den Audi engen die Zielgruppe williger und potenter Kunden allerdings immer noch spürbar ein.

Im Laufe des kommenden Jahres dürfte aber auch die Auswahl für Normalverdiener wachsen. Nicht zuletzt, weil dann VW seine E-Mobilität für alle anlaufen lässt. Ende 2019 soll der Kompaktwagen Neo debütieren, ein geräumiges Familienauto mit mindestens 400 Kilometern Reichweite, das nicht teurer sein soll als ein Diesel-Golf. Die Modellfamilie auf Basis einer neu entwickelten Baukastenarchitektur wird über die folgenden Jahre ständig wachsen: Geplant ist neben SUVs und Limousinen als besonderer Sympathieträger auch ein Kleinbus im Stil des legendären Bulli.

Auch beim bisher in Sachen Elektrofahrzeuge eher vorsichtigen PSA-Konzern startet 2019 das Elektro-Zeitalter. Premiere feiert der E-Antrieb im kleinen Crossover DS3 Crossback, bevor er auch in die gängigeren Modelle des Mehrmarkenkonzerns einzieht, 2020 etwa in den Opel Corsa und den Peugeot 208. PSA setzt jedoch stärker als viele andere Hersteller auf den Plug-in-Hybridantrieb, der vor allem in den größeren Baureihen zunächst dominierend bleiben dürfte.

Ebenfalls für 2019 steht wohl die Premiere des Honda Urban EV an. Der Kleinwagen im Retro-Stil hatte auf der IAA 2017 als Studie für Furore gesorgt und soll nun auch in der Serienversion Europas Stadtbewohner ansprechen. Details und Preise sind allerdings noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass der Japaner auf wachsende Konkurrenz im Segment der Elektro-Citycars treffen wird. Häufig kommen diese nicht von etablierten Herstellern, sondern von Start-ups. So wie der Dreitürer e.Go, der von dem Team entwickelt wurde, das zuvor den E-Lieferwagen Streetscooter auf die Straße gebracht hat. Das Konzept ist ähnlich: Freundlicher Look, eher spartanischer Innenausbau und günstige Preise ab rund 16.000 Euro. Zum gleichen Preis startet voraussichtlich der Sion von Sonos Motors aus München, der als besonderes technisches Gimmick über eine mit Solarzellen gepflasterte Karosserie verfügt, die zumindest an sonnigen Tagen Strom für rund 30 Kilometer Fahrt liefern und so die Batterie entlasten soll.

Abgerundet wird die Elektrofahrzeuge-Offensive der kommenden Monate wieder durch ein Luxusmodell. Voraussichtlich Ende 2019 startet mit dem Porsche Taycan die Serienversion der lange Zeit als Mission E bekannten Messestudie. Der Model-S-Konkurrent basiert auf einer eigens entwickelten E-Plattform, die ab 2020 auch Konzernschwester Audi nutzen soll. Neben einer Reichweite um 500 Kilometer soll die neue Technik auch das ultraschnelle Laden ermöglichen – einmal Volltanken soll dann in rund 15 Minuten möglich sein.


Elektrofahrzeugbestand könnte dieses Jahr doch noch stark steigen

Rund 200.000 Elektrofahrzeuge könnten es am Ende des Jahres in Deutschland werden, berichteten nun der Donaukurier und die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) übereinstimmend. Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partner hochgerechnet und glaubt sogar, dass es Ende 2022 mehr als eine Million reine Stromer und Hybride werden. Das wäre für die Verfechter der umweltfreundlichen Fahrweise ein Erfolg und läge nur rund 2 Jahre hinter den Prognosen der Bundesregierung.
Die Berechnungen folgen den Zahlen aus 2017, die mit 123.000 Autos dreimal so hoch lagen wie in 2015. Damit hätte man zumindest ein Wachstum von 68 Prozent erzielt, wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Bei ähnlich exponentieller Steigerung prognostiziert nun die Unternehmensberatung einen Bestand von 250.000 E-Autos gegen Ende des Jahres. Dem entgegensprechen würden allerdings die erheblichen Lieferengpässe, die sich derzeit auftun. Gerade bei deutschen Herstellern ergeben sich bei manchen Fahrzeugen Wartezeiten von bis zu 14 Monaten. Sollten diese schnell behoben werden, wären dann doch noch theoretisch 600.000 stromgetriebene Autos bis 2020 auf deutschen Straßen möglich. Das wären trotzdem noch 40 Prozent weniger als die Bundesregierung sich das vor acht Jahren noch erhoffte.
Im Verhältnis zu den 45 Millionen Verbrenner-PKW, die derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs sind, bleibt der Anteil aber dann noch gering, dürfte allerdings ab 2020 exponentiell steigen, wenn VW in Deutschland mit dem ersten I.D.-Modell seine Modelloffensive beginnt. Dass die Zahl der E-Autos derzeit steige, liege vor allem am Ausbau des Angebots an Hybrid-Modellen, so ein Sprecher der Unternehmensberatung. Außerdem werden bestehende Elektro-Modelle mit stärkeren Batterien verbessert.

Foto: Cambio


Testberichte über das Model3 von Tesla: Viel Lob und ebenso viel Kritik

Endlich mehr Tempo: Tesla bekommt die Produktionsprobleme beim Model 3 offenbar langsam in den Griff und liefert seit kurzem größere Stückzahlen aus. Ganz vorne in der Warteschlange stehen Käufer aus Kalifornien, die bereits Besitzer eines Tesla sind und am allerersten Bestelltag geordert haben. Je mehr Kunden ihr Model 3 erhalten, desto häufiger tauchen Erfahrungsberichte im Internet auf. Bei der Beurteilung dieser Berichte sollte man bedenken, dass die Tester praktisch durchweg große Fans der Marke Tesla sind.

So überrascht es nicht, dass in Berichten nahezu alle Besitzer das Model 3 für ein bahnbrechendes Auto halten, welches die hohen Erwartungen noch übertreffe. Zu den größten Pluspunkten werden die Fahrleistungen gezählt. Die Beschleunigung könne mit der eines Tesla Model S 70 D mithalten, bei der Spitzengeschwindigkeit hat einer der Fahrer stolze 228 km/h erreicht. Lob gibt es auch für die Reichweite: Die von Tesla genannten 310 Meilen (knapp 500 Kilometer) sollen in der Praxis tatsächlich machbar sein.

Durchweg positiv werden zudem die Fahreigenschaften des Model 3 bewertet. Jameson Dow von der Website Electrek: „Das Handling ist großartig, ich liebe es. Es ist für mich bisher das Beste an dem Wagen.“ Dow begründet seine Euphorie mit der direkt ansprechenden Lenkung und dem im Vergleich zum Model S deutlich geringeren Gewicht des Fahrzeugs. Das Model 3 sei flinker als der große Bruder. Zum Fahrspaß kommen noch Nutzwert in Form eines großzügigen Innen- und Kofferraums, bequeme Sitze sowie eine bessere Verarbeitung als es beim Serienstart von Model X und S der Fall war.

Trotz der Begeisterung erkennen selbst treue Tesla-Anhänger so manches Defizit: Das Lenkrad ist für viele kein optischer Leckerbissen und die Funktionalität überzeugt nicht jedermann. Tom Moloughney vom Branchendienst Inside hätte sich beispielsweise mehr Bedienelemente am Lenkrad gewünscht statt alles auf dem großen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts zu bündeln: „Ich bin für Einfachheit, aber Tesla ist vielleicht etwas zu weit gegangen. Selbst um das Handschuhfach zu öffnen oder die Scheibenwischer anzustellen muss man den Touchscreen bemühen. Mir erscheint es nicht wirklich sicher, wenn man für jede Kleinigkeit nach rechts sehen soll.“

Während die Testfahrer beim Bildschirm geteilter Meinung sind, besteht Einigkeit bei der mangelhaften Sicht nach hinten. Moloughney: „Das Heck ist so hoch, ich konnte nachts an der Ampel nicht erkennen, ob ein Auto hinter mir steht.“ Als Behelf nutzen einige Besitzer die Rückfahrkamera, um zu sehen, was hinter ihnen vor sich geht.

Zu den grundsätzlichen Defiziten gesellen sich Kinderkrankheiten: Knacken aus der Audioanlage, schlechte Qualität der Wischerblätter, defekte Reifendrucksensoren, plötzlich blinkende Warnlichter, nicht identifizierbare Geräusche aus dem hinteren Teil des Autos und falsch abgerechnete Ladevorgänge am Supercharger sind nur einige Beispiele. Bei einem Fahrer poppte die Meldung auf, sein Fahrzeug müsse zur Inspektion. Der Wagen ließ sich anschließend nicht mehr starten. Derweil gibt es auch Berichte über Systemabstürze.

Wegen der sehr kurzen Testphase des Model 3 dürfte in den kommenden Monaten noch viel über Fehlfunktionen zu lesen sein. Solche Startprobleme hat Tesla bei seinen bisherigen Modellen mit der Zeit behoben. Interessanter ist, wie bei kritischeren Testern das grundsätzliche Urteil zum Model 3 ausfallen wird. Bleibt es bei der Begeisterung oder wird die Liste der Minuspunkte länger werden? Bis die ersten Exemplare irgendwann Ende 2018 oder Anfang 2019 in Deutschland eintreffen, wird man schlauer sein.

Foto: Tesla