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Der neue Nissan Leaf: So stark und so weit wie niemals zuvor

Mit der zweiten Auflage rollt der Nissan Leaf, unangefochten das meist verkaufte Elektromobil der Welt und im Jahr 2010 Auto des Jahres in Europa, aus der Exoten-Nische auf die große Bühne. Für die Verantwortlichen des Herstellers ist der neue Leaf daher weniger ein Elektromodell, sondern vielmehr ein weiteres Mitglied der Nissan-Modellpalette. Und doch ist der rund 4,50 Meter lange Fünftürer eine ausgefallende Erscheinung und zieht spätestens, wenn man an eine Ladesäule rollt, die Blicke der neugierig fragenden Passanten auf sich.

In der jüngsten Auflage kommt der Leaf nun seinen Verbrenner-Kollegen ein großes Stück entgegen. Dank des auf 40 kWh vergrößerten Akkus verbesserte sich die Energiedichte um 67 Prozent, sodass der Leaf (mit 16-Zollrädern) jetzt eine Reichweite bei der Überlandfahrt nach dem neuen realistischen WLTP-Messverfahren von maximal 285 Kilometern erreicht (beim bisher eingesetzten Neuen europäischen Fahrzyklus wären es sogar 378 gewesen). Bei der Messung für die Reichweite im städtischen Verkehr wächst der Wert sogar auf bis zu 415 Kilometer. Trotz der verbesserten Werte blieb das Volumen der zwischen den beiden Achsen montierten Batterie unverändert. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 144 km/h erreicht.

Die Optimierungen kommen bei der Kundschaft offensichtlich gut an, denn bisher haben die Händler in Europa bereits 35.000 Bestellungen geschrieben. Allein in Deutschland warten 3000 Kunden auf ihren neuen Leaf, den sie vermutlich nach einer Wartezeit von acht Monaten in Empfang nehmen werden.
Serienmäßig besitzt die zweite Leaf-Generation das sogenannte e-Pedal, mit dem die konventionelle Bremse fast überflüssig wird und der Wagen allein mit dem Beschleunigungspedal dirigiert wird. Das e-Pedal ist tatsächlich ein Schalter hinter dem Wahlknopf für die automatische Schaltung, der die Energie-Rekuperation einleitet, wenn der Fuß das Beschleunigungspedal verlässt. Die Verzögerung erreicht dann bis zu 0,2 g, und bremst den Wagen bei Bedarf bis zum Stillstand ab. Nach einiger Übung wird das Bremspedal so zu einem sehr einsamen Haken im Fußraum. Allerdings dauert es eine gewisse Zeit, bis man das Verzögerungsverhalten richtig einschätzen kann und tatsächlich vor der Ampel zum Stillstand kommt.

Im Stau nimmt zudem der Assistenz ProPilot dem Fahrer die Arbeit ab und folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug. ProPilot parkt bei Bedarf den Leaf auch ein. Der elektronische Gehilfe ist von der Ausstattungslinie N-Connecta an Bord.
Nach dem Start zeigt der Leaf von Beginn an sein Drehmoment von 320 Nm und fädelt sich rasant (in 7,2 Sekunden bis 100 km/h) in den Verkehr ein. Auf der Landstraße zeigt sich, dass die zusätzliche Investition in Dämmmaterial gut angelegt ist. Auch auf kurvigen Strecken rollt der Elektro-Nissan gelassen und scheinbar unbeeindruckt über den Asphalt, so lange der Fahrer die Gesetze der Physik akzeptiert.
Die Preisliste beginnt bei 31.090 Euro für das Basismodell. Von der Variante Acenta an ist ein CHAdeMO-Anschluss für schnelles Laden an Bord. So ausgestattet kostet der Leaf mindestens 35.600 Euro. Die Version N-Connecta lässt sich Nissan mit 37.450 Euro bezahlen, und die Top-Version startet bei 39.850 Euro.

Ein ausführlicher Fahrbericht folgt in der Print-Ausgabe 5 von arrive, die am 27. Juli in den Handel kommt.


Die zweite Ausgabe von "arrive" – ab heute im gut sortierten Handel

Nach dem fulminanten Erfolg des ersten Heftes haben wir mit einem zweiten sofort nachgelegt. Das neue Heft Nr. 2 ist ab heute, Freitag, den 2. Februar, im Zeitschriftenhandel und im Bahnhofskiosk.
Dabei gibt unsere Titelstory einen recht genauen Überblick über die Ladesäulen-Situation in Deutschland und das große Roll-Out der „Elektro-Koaliton“, bestehend aus mehreren Autoherstellern. Was die wiederum an Hybrid-Autos derzeit im Portfolio haben, zeigt unsere große Story im Mittelteil, gefolgt von Fahrberichten (u. a. Seat Leon TGI ) und unserem Artikel über die Car-Sharing-Metropole Madrid. Wichtige Kernfragen der aktuellen Mobilitätsdiskussion sollen nicht außen vor bleiben. So nähern wir uns im Beitrag von Willy Loderhose der Batteriefrage, also der Antwort, woher die Rohstoffe (besonders das Lithium) kommen und ob Sie für den ganz großen globalen elektromobilen Marktauftritt reichen. Tolle Berichte über die aktuell erhältlichen Brennstoffzellenautos, digitale Apps, E-Laster, Roboterautos und Geschäftsmodelle bei Schaeffler (Interview mit Prof. Dr. Gutzmer) runden den Themenstrauß ab. Und dass es im Motorrennsport auch mit Öko-Kraftstoffen gut klappt, zeigt Titus Dittmann, der einstmals das Skateboardfahren in Deutschland populär gemacht hat. Erstmals bei uns dabei als Kolumnenschreiber: Thomas Ranft, TV-Moderator von „Alles Wissen“, der großen Wissenschaftssendung des Hessischen Rundfunks.

Jetzt wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen!
Ihr

Martin Steffan

PS: Auf der Suche nach arrive im Zeitschriftenhandel? Schauen Sie mal für Ihren Ort hier. Es lohnt sich.