Erdgas

LPG-Fahrzeuge führend in der Statistik - aber Hybride holen stark auf

Die Prozentzahlen sind enorm und beeindruckend, die absoluten Zahlen sind aber eher verhalten. Rund 4.400 neu zugelassene Autogas-Neufahrzeuge für 2017 registrierte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zu Anfang des Jahres 2018. Das war immerhin eine prozentuale Steigerung von 47,2 Prozent. Allerdings gingen im gleichen Zeitraum eine um ein vielfaches höhere Anzahl, nämlich 26.742 Autogas-Fahrzeuge, aus dem Markt raus. Sie waren völlig überaltert und wurden zum Großteil verschrottet. Ähnliche Rückgänge sind für die kommenden Jahre zu erwarten, da weitere Fahrzeuge aus der Umrüstwelle der Jahre 2007 bis 2010 dann ihr Alter erreicht haben werden und dann ebenfalls den Markt verlassen werden.

Gemessen am Gesamtvolumen von 3,44 Millionen Neuzulassungen ist der Zugang von 4.400 LPG-Autos zudem sehr niedrig und weit entfernt von den großen Zuwächsen zu Beginn des Jahrzehnts. Ähnlich niedrige Zahlen liefert der Erdgasfahrzeug-Sektor. Hier gab es trotz Dieselkrise nur 3.723 Neuzulassungen in 2017. VW möchte jedoch zusammen mit Gasnetzbetreibern das CNG-Tankstellennetz von derzeit 900 auf 2.000 Stationen vergrößern, entsprechend nachziehen soll der Bestand von derzeit 75.459 Autos auf eine Million bis 2025. Ob dies jedoch realistisch ist, bezweifeln Experten, zumal die Steuerbegünstigung für Erdgas als Kraftstoff bis 2026 komplett abgebaut wird. Autogas könnte unter dem Auslaufen der Steuerbegünstigung ebenfalls leiden, da diese sogar schon Ende 2022 ganz wegfällt.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Auch wenn Hybride (236.710 Fahrzeuge) und Elektro-Autos (53.861), von einem niedrigen Niveau ausgehend, starke Zuwächse verzeichnen, ist Autogas mit 421.283 Fahrzeugen weiterhin der führende Alternativkraftstoff in Deutschland. Nicht unwahrscheinlich ist, dass dieser aus Butan und Propan bestehende Sprit – sollten sich die Zahlen für LPG-, CNG-, Hybrid- und Elektro-Autos so weiter entwickeln – seine führende Stellung in etwa 2 bis 3 Jahren verlieren könnte.

Zur Erklärung: Autogas (LPG = liquified petrolium gas) besteht aus Propan, Butan und deren Gemischen und wird bereits unter geringem Druck flüssig. Der Energieträger verbrennt CO2-reduziert und schadstoffarm. Flüssiggas wird als Kraftstoff (Autogas), für Heiz- und Kühlzwecke, in Industrie und Landwirtschaft sowie im Freizeitbereich eingesetzt. LPG ist ein Nebenprodukt der Erdölproduktion. Dem Erdgas als Kraftstoff wird oft auch Biogas beigemischt. Auch Propan lässt sich mittlerweile biologisch in einer Raffinerie in Rotterdam herstellen.

Foto: Westfalen Gruppe


Absatz von Gasfahrzeugen stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Dieselkrise und drohende Fahrverbote machen es möglich. Der mächtig unter die Räder gekommene Gasantrieb wird wieder stärker nachgefragt. Während das Jahr 2016 bei Autogasumrüstungen und verkauften Neuzulassungen den absouten Tiefpunkt markierte, gab es 2017 wieder eine leichte Erholung. Dies geht aus den Zahlen hervor, die das statistische Bundesamt veröffentlichte. Allerdings liegt diese positive Stagnation auf sehr niedrigem Niveau. Nur 3.723 Erdgas-Modelle wurde neu zugelassen (+14,9 % gegenüber dem Vorjahr). Bei den Autogas-Neuzulassungen gab es sogar ein sattes Plus von 47,2 %, bei einer mageren absoluten Zahl von nur 4.400 Fahrzeugen.
Diese mageren Zahlen sind weit entfernt von den hohen Zulassungs- und LPG-Umrüstzahlen aus den Jahren 2008 und 2009 entfernt. Wurden 2008 noch mehr als 14.000 LPG- und 12.000 Erdgas-Fahrzeuge verkauft, schnellte der Verkauf in den Folgejahren kontinuierlich Richtung Nordosten. Auch wenn es nun eine leichte Erholung beim Verkauf gibt, darf dies nicht darüber nichttäuschen, dass alte LPG-Fahrzeuge in den letzten drei Jahren massiv altersbedingt verschrottet wurden.

Archivfoto: Martin Steffan