Statistik

Elektrofahrzeugbestand könnte dieses Jahr doch noch stark steigen

Rund 200.000 Elektrofahrzeuge könnten es am Ende des Jahres in Deutschland werden, berichteten nun der Donaukurier und die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) übereinstimmend. Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partner hochgerechnet und glaubt sogar, dass es Ende 2022 mehr als eine Million reine Stromer und Hybride werden. Das wäre für die Verfechter der umweltfreundlichen Fahrweise ein Erfolg und läge nur rund 2 Jahre hinter den Prognosen der Bundesregierung.
Die Berechnungen folgen den Zahlen aus 2017, die mit 123.000 Autos dreimal so hoch lagen wie in 2015. Damit hätte man zumindest ein Wachstum von 68 Prozent erzielt, wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Bei ähnlich exponentieller Steigerung prognostiziert nun die Unternehmensberatung einen Bestand von 250.000 E-Autos gegen Ende des Jahres. Dem entgegensprechen würden allerdings die erheblichen Lieferengpässe, die sich derzeit auftun. Gerade bei deutschen Herstellern ergeben sich bei manchen Fahrzeugen Wartezeiten von bis zu 14 Monaten. Sollten diese schnell behoben werden, wären dann doch noch theoretisch 600.000 stromgetriebene Autos bis 2020 auf deutschen Straßen möglich. Das wären trotzdem noch 40 Prozent weniger als die Bundesregierung sich das vor acht Jahren noch erhoffte.
Im Verhältnis zu den 45 Millionen Verbrenner-PKW, die derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs sind, bleibt der Anteil aber dann noch gering, dürfte allerdings ab 2020 exponentiell steigen, wenn VW in Deutschland mit dem ersten I.D.-Modell seine Modelloffensive beginnt. Dass die Zahl der E-Autos derzeit steige, liege vor allem am Ausbau des Angebots an Hybrid-Modellen, so ein Sprecher der Unternehmensberatung. Außerdem werden bestehende Elektro-Modelle mit stärkeren Batterien verbessert.

Foto: Cambio


Absatz von Gasfahrzeugen stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Dieselkrise und drohende Fahrverbote machen es möglich. Der mächtig unter die Räder gekommene Gasantrieb wird wieder stärker nachgefragt. Während das Jahr 2016 bei Autogasumrüstungen und verkauften Neuzulassungen den absouten Tiefpunkt markierte, gab es 2017 wieder eine leichte Erholung. Dies geht aus den Zahlen hervor, die das statistische Bundesamt veröffentlichte. Allerdings liegt diese positive Stagnation auf sehr niedrigem Niveau. Nur 3.723 Erdgas-Modelle wurde neu zugelassen (+14,9 % gegenüber dem Vorjahr). Bei den Autogas-Neuzulassungen gab es sogar ein sattes Plus von 47,2 %, bei einer mageren absoluten Zahl von nur 4.400 Fahrzeugen.
Diese mageren Zahlen sind weit entfernt von den hohen Zulassungs- und LPG-Umrüstzahlen aus den Jahren 2008 und 2009 entfernt. Wurden 2008 noch mehr als 14.000 LPG- und 12.000 Erdgas-Fahrzeuge verkauft, schnellte der Verkauf in den Folgejahren kontinuierlich Richtung Nordosten. Auch wenn es nun eine leichte Erholung beim Verkauf gibt, darf dies nicht darüber nichttäuschen, dass alte LPG-Fahrzeuge in den letzten drei Jahren massiv altersbedingt verschrottet wurden.

Archivfoto: Martin Steffan