Tesla

Jetzt gibt es noch mehr Geld vom Staat

Es kommt Schwung in die e-automobile Landschaft in Deutschland. Zwar haben sich die Zulassungszahlen auf niedrigem Niveau stark verbessert, ein echter Durchbruch für E-Mobile und Plug-in-Hybride blieb jedoch bisher aus. Das kann sich mit der Verabschiedung des 150 Milliarden schweren Konjunkturpaketes der Bundesregierung nun schlagartig ändern. Neben einer Reihe weiterer Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität ist vor allem die Quasi-Verdoppelung des staatlichen Anteils am Umweltbonus in Form einer Innovationsprämie für Autofahrer höchst interessant.
„Durch die Umweltprämie fördern wir den Austausch der Kfz-Fahrzeugflotte durch klima- und umweltfreundlichere Elektrofahrzeuge“, beschreibt ein 15-seitiges Papier die Maßnahmen. Die Verbrenner sind bei all diesen direkten Förderungen erstmal ausgeschlossen, werden aber dennoch indirekt von der angekündigten Absenkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 % profitieren. Wichtig dabei ist der Bundesregierung, dass die Steuerabsenkungen real an die Verbraucher weitergegeben werden. Andere Waren, die bisher mit 7 % besteuert wurden, werden vom 1.7.2020 bis 30.12.2020 mit lediglich 5 % Mehrwertsteuer belegt.

Gesamtförderung kann auf 9.000 Euro steigen
Die Gesamtförderung pro Fahrzeug kann in der Spitze bis auf 9.000 Euro klettern, wovon 6.000 Euro vom Bund kommen können. Ob dann auch Plug-in-Hybride von der Erhöhung profitieren können, soll unter anderem in einem Diskurs, der in der nationalen Plattform „Mobilität der Zukunft“ abgehalten werden soll, geklärt werden. Das Gesamtpaket ist bis Ende 2021 befristet. Das Volumen beziffert die Koalitionsregierung auf 2,2 Milliarden Euro.
Die bisherigen Förderungen (siehe auch arrive Nr. 4 / 2020, derzeit stark nachgefragt im Rahmen des Abos) bleiben unberührt.
Andere indirekte Förderungen betreffen die Dienstwagenbesteuerung und die Verlängerung der Kfz-Steuerbefreiung von E-Autos. Die ausschließlich elektrisch angetriebenen Dienstwagen werden lediglich mit nur 0,25 % besteuert. Auch teurere Dienstwagen oberhalb der bisher gültigen 40.000-Euro-Grenze können nun (bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro) von der niedrigen Besteuerung profitieren. Profitieren können davon nun auch verstärkt deutsche Modelle und mehrere Varianten des Model 3.
Ein weiterer Anreiz: Die Kfz-Steuer für E-Mobile entfällt beim Kauf bis 2030, bisher war 2025 Schluss mit der Befreiung. Für alle anderen Fahrzeuge wird der CO2-Ausstoß ab 2021 als Grundlage zur Bemessung für die Kfz-Steuer hergezogen und „in Stufen“ angehoben.
Weiter Förderungen betreffen die die Hersteller (Investitionen in neue Technologien, Forschung und Entwicklung) und den „Ausbau der Ladeinfrastruktur als notwendige Voraussetzung zum Hochlauf der E-Mobilität“. Hierzu wird der „Masterplan Ladeinfrastruktur“ zügig umgesetzt, „zum Beispiel bei Kitas, Krankenhäusern, Stadtteilzentren, Sportplätzen“.


Tesla3

Die Elektroautos mit der größten Reichweite

Wie weit kommen denn die Elektroautos nun wirklich? Diese Frage hören wir in der Redaktion immer wieder. Eine zu Recht gestellte Frage, denn die Reichweite ist für viele potenzielle Elektro-Autokäufer entscheidend. Wirklich hohe Reichweite brauchen vor allem Fahrer, die häufig längere Strecken ohne zeitraubende Lade-Pausen zurücklegen müssen. E-Fahrzeuge mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern gibt es wenige, aber es gibt sie. Hier zeigen wir 7 E-Autos mit satt Strecke oberhalb der 300-Kilometer-Reichweitengrenze.

Was dabei für viele nicht erstaunlich ist: Die Plätze 1 bis 3 belegt Tesla.

Platz 1: Tesla Model S
Das Model S ist seit dem Markt-Start 2013 in Deutschland der Maßstab für elektrische Business-Limousinen. Das Fahrzeug erfährt regelmäßige Modellpflege und strotzt vor immer mehr Leistung: Als P100D mit dem „Ludicrous Mode“ sind es zirka 770 PS, die das E-Auto in unter 3 Sekunden auf 100 beschleunigen lässt. Doch das Model S hat auch echte Langstrecken-Qualitäten: Mit einer Reichweite bis zu 632 Kilometer ist das Model S absoluter Spitzenreiter in Sachen elektrischer Reichweite. Die Batteriekapazität beträgt dabei 100 kWh und der Verbrauch liegt bei knapp unter 19 kWh/100 km.

Platz 2: Tesla Model X
Das Model X ist die SUV-Variante des Model S. Die Leistung ist ähnlich extrem wie beim Model S, aber die Reichweite wegen des höheren Gewichts und des größeren Luftwiderstands etwas schlechter. Trotzdem sind immerhin bis zu 565 Kilometer Reichweite mit nur einer Akku-Ladung möglich. Verbaut ist ebenfalls eine 100kWh-Batterie. Auch der Verbrauch liegt mit 20,8 kWh/100 km etwas über dem des Model S.
Dafür bietet das Model X Platz für 7 Personen - ganz hinten können dabei nicht nur Kinder sitzen. Sogar einen Anhänger kann das Model X ziehen.

Platz 3: Tesla Model 3
Teslas Model 3 wurde als Massenfahrzeug für größere Bevölkerungsschichten konzipiert. In den USA beginnt der Einstiegspreis bei 35.000 Dollar. Und auch die Reichweite ist wohl für fast jeden Anwender ausreichend: Mit einer Batterie-Kapazität von 75 kW/h bringt es der „kleine“ Tesla auf bis zu 560 Kilometer Reichweite. Der Verbrauch fällt mit gut 14 kWh/100 km deutlich niedriger aus als bei den größeren Modellen. Dafür ist das Model 3 auch etwas kleiner als seine teureren Geschwister S und X. Die Abmessungen sind in etwa mit dem 3er von BMW vergleichbar, das Platzangebot ebenfalls. Im Gegensatz zu den großen Model S und X setzt das Model 3 auf den europäischen CCS-Schnelllade-Anschluss. Die Supercharger-Stationen von Tesla sind entsprechend aufgerüstet worden, die Autos können aber auch an jeder anderen CCS-Ladesäule laden.
In Deutschland sind bislang nur die sehr Leistungsstarken Allrad-Varianten mit bis zu 490 PS Leistung orderbar.

Platz 4: Jaguar i-Pace
Auch Jaguar wirft einen E-SUV ins Rennen und gibt eine Reichweite von 480 Kilometer nach WLTP an. Der Jaguar i-Pace hat damit zwar nicht die Reichweite von Teslas großem Model X, doch ist deutlich günstiger und eleganter. In Deutschland wurde der i-Pace zum Bestseller und zum Auto des Jahres. Die Batterie bietet zwar 90kWh Kapazität, doch der Verbrauch ist mit 21,1 bis 24,2 kWh/100 km – je nach Ausstattung - höher als bei den Konkurrenten. Der britische Herausforderer von Teslas Familienkutsche, dem Model X bietet im Vergleich zwar etwas weniger Platz und Reichweite, überzeugt aber innen wie außen mit sauberer Verarbeitung und solider Technik – und das zu viel tieferen Preisen.

Platz 5: Kia e-Niro
Der e-Niro ist ein kompakter SUV, mit dem Sie bis zu 450 Kilometer weit kommen. Dabei verbraucht er knapp 16 kWh/100 km. Im e-Niro verbaut Kia seine größte Batterie mit 64kWh. Der e-Niro gilt als besonders geräumig: Fahrer, Passagiere und deren Gepäck finden im Niro gut Platz.
Mit seinen elektrischen 204-PS lässt sich der e-Niro dynamisch bewegen. Auch die Verarbeitungsqualität des Elektro-Koreaners überzeugt.

Platz 6: Kia e-Soul
Die neueste Generation von Kias kastigem Klassiker wird in Europa nur noch rein elektrisch verkauft. Das Top-Model mit großem 64 kWh-Akku glänzt dabei mit einer satten Reichweite von 452 Kilometern. Einen komplett entladenen Akku lädt der e-Soul an einer Schnell-Ladestation in unter einer Stunde wieder auf 80 Prozent Reichweite auf und ist damit auf der Langstrecke besonders komfortabel. Dafür sorgen auch 204 PS Leistung und der hohe Platzkomforts im Innenraum.
An den wesentlich häufigeren 22 kW-Säulen sieht die Lade-Performance des e-Souls leider schwach aus: Hier kann der kastige Koreaner nur mit 7,4 kW Strom ziehen. Das ist problematisch, denn eine Vollladung von null auf 100 Prozent würde an solchen Säulen über neun Stunden dauern. In Städten wie München darf man aber an öffentlichen Säulen nur vier Stunden parken. Anders als bei vielen seiner koreanischen Kollegen ist der e-Soul dafür schneller bei seinen Käufern: Nur sechs Monate Lieferzeit verspricht Kia. Die Koreaner gewähren sieben Jahre Garantie auf die Batterie.

Platz 7: Hyundai Kona Electro
Mit dem Elektro-Kona ist Hyundai ein echter Überraschungserfolg gelungen. Der Preis ist ebenfalls äußerst gut und sehr konkurrenzfähig. Mit 64 kWh ist er wie der Kia e-Niro auf 450 Kilometer Reichweite ausgelegt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 14,3 kWh/100 km. Mit seinem Konzern-Bruder, Kias e-Niro, teilt sich der E-Kona eine gute Reichweite, das dynamische Fahrverhalten, viel Platz und den im Verhältnis zum Tesla S anständigen Preis:
39.000 Euro verlangen die Koreaner für den großen Kona mit 64 kWh. Im Vergleich zur Elektro-Konkurrenz ist das Preis-Leistungs-Verhältnis des Kona aber mehr als in Ordnung: Der schlechter ausgestattete Opel Ampera-e kostet 4.000 Euro mehr, e-Golf, BMW i3 und auch der Hyundai Ioniq bieten für etwas weniger Geld viel weniger Auto.

Dieser Text erschien zuerst auf www.efahrer.com.


Tesla will Gigafactory bei Berlin bauen

Elon Musk hat es wieder einmal allen gezeigt. Sein ungewöhnliches Marketing-Gespür für den richtigen Moment, Dinge zu verkünden, die die Autowelt bewegen, hat ihn auch auf der Verleihung des „Goldenen Lenkrades“, der Preisgala einer großen deutschen Autozeitung, nicht im Stich gelassen. Seine Botschaft: Tesla will bis Ende 2021 eine funktionstüchtige Gigafactory für E-Fahrzeuge und Batterien bauen, und zwar in dem Örtchen Freienbrink, dass zur brandenburgischen Gemeinde Grünheide gehört. Mehr als 8.000 Menschen sollen in der Gigafactory arbeiten. Das wäre für das immer noch strukturschwache Bundesland Brandenburg ein echter Segen und ein gehöriger Imagegewinn dazu. Experten und Verantwortliche der Ladesäulenaufstelleräußerten sich insgesamt positiv zu dieser Ankündigung. Derzeit gibt es bereits entsprechende Fabriken in Sparks, Buffalo (beide USA) in Shanghai (im Bau), und nun in Grünheide bei Berlin. Hinzu kommt noch das Stammwerk in Freemont/USA. Allein die erste Gigafactory erreichte schon Mitte 2018 eine auf Jahressicht berechnete Kapazitätsrate von rund 20 GWh, wodurch sie damals weltweit die Fabrik mit der höchsten hergestellten Batteriekapazität wurde. Laut Elon Musk soll sie einmal, wenn sie tatsächlich vollständig fertiggestellt ist, das größte Gebäude der Welt werden.

Mit 43 Fahrzeug- und Motorenfabriken ist Deutschland schon jetzt der größte Automobilstandort in der Europäischen Union. Realisiert der E-Autobauer Tesla seine nun geäußerten Pläne für das Werk nahe Berlin, wächst der Abstand auf Europas Nummer 2, Frankreich, mit 37 Werken weiter. Rang drei belegt laut einer Statista-Grafik auf Basis von Zahlen des Branchenverbands ACEA das Vereinigte Königreich mit 23 Werken. Ebenfalls eine zweistellige Zahl an Produktionsstandorten weisen Italien (23), Polen (16), Spanien (13) und die Niederlande (10) auf. Blickt man über die Grenzen der EU hinaus, teilt sich Russland mit 37 Werken europaweit den zweiten Rang mit Frankreich. Berücksichtigt sind jeweils Fabriken für Kraftfahrzeuge und Motoren, keine Werke von Zulieferern und keine Kleinserienhersteller. Insgesamt gibt es in der EU 229 Produktionsstandorte, in ganz Europa einschließlich der Türkei sind es 309.
Tesla-Chef Elon Musk hat zusätzlich angekündigt, am Fabrikstandort ein Design- und Ingenieurszentrum ansiedeln zu wollen. Die Eröffnung soll voraussichtlich Ende 2021 erfolgen.


Volvo folgt der Elektrolinie.

Polestar könnte zum Zugpferd werden

Volvo hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, in unmittelbarer Zukunft, genauer gesagt ab dem kommenden Jahr 2019, nur noch elektrische Fahrzeuge produzieren zu wollen. Jetzt wurden für den Elektro-Fahrplan der Marke Polestar erste Einzelheiten veröffentlicht, fast parallel zum Start der Produktion der ersten Polestar 1-Fahrzeuge im nordschwedischen Göteborg, die aber erstmal als Vorserienmodelle für Crash- und Fahrtests eingesetzt werden sollen.
Nach diesem Fahrplan bringt also die neue Volvo-Tochter bis 2022 sowohl eine rein elektrische Limousine als auch ein SUV-Coupé auf den Markt, wie Brent Ellis von Polestar vor kurzem erläuterte. Der reinelektrische „Polestar 2“ wird ab 2019 erst auf Messen gezeigt, ein Jahr später folgt dann das Fahrzeug mit einer Reichweite von 500 Kilometern in der Serie. Damit könnte das Auto zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber des Model 3 von Tesla avancieren, neben dem Jaguar E-Pace, dem Audi E-tron und dem Mercedes EQC. Der Preis des Polestar 2 wird vermutlich bei zirka 40.000 Euro liegen, heißt es aus dem Umfeld von Volvo.
Allerdings soll der Newcomer im Hause Volvo erstmal nicht als konventionelles Kauffahrzeug sondern nur als Abo-Auto mit einem zwei- oder drei-jährigen Abonnement angeboten werden. 2021 oder 2022 soll dann der „Polestar 3“ auf den Markt kommen. Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein ebenfalls rein elektrisches SUV-Coupé, das ebenfalls über eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern verfügen soll. Beide Marken-Autos werden in ihrem Design ganz anders aussehen als der bereits vorgestellte Polestar 1, der noch deutliche Anleihen bei den traditionellen Volvo-Fahrzeugen aufweist.
Die neue Marke ist für den schwedisch-chinesischen Player Volvo eine zukunftsweisende Tochter und sowas wie ein hausinterner Tuner, der an Volvo ähnlich angedockt ist wie AMG bei Mercedes. Seit Oktober 2017 wird die Marke für Hybrid- und Elektroautos schrittweise ausgebaut und soll schon bald zu einem echten Zugpferd in der Branche werden. So wünscht es sich jedenfalls die Unternehmensführung.


Arrive Nr. 5 ab heute im Zeitschriftenhandel, Kiosk und Bahnhofsbuchhandel

Killt der Jaguar I-Pace den Tesla X? Diese provokante Frage stellen wir wohl zu Recht in der brandneuen Ausgabe 5 der „Arrive“, die heute Freitag, den 27. Juli, im Handel erscheint. Die elektrische Performance des neuen Elektro-Jaguar ist jedenfalls beeindruckend und hat sowohl Mit-Herausgeber Willy Loderhose wie Schauspieler und Markenbotschafter Jürgen Vogel begeistert. Auf der Rennpiste im Motorsport macht das Fahrzeug auf jeden Fall schon mal eine gute Figur und hat uns zu einer ungewöhnlichen Story inspiriert.

Auch unsere weiteren Lesegeschichten zeichnen den Weg der neuen Mobilität in Deutschland und zeigen wie dynamisch der Markt derzeit ist. Wie ist es eigentlich so, mit einem Wasserstoffauto zu fahren? Das fragten wir einen der wenigen privaten Besitzer eines Hyundai ix35 in Münster und trafen dabei auf erstaunliche Erkenntnisse beim ehemaligen Apotheker Norbert Mattern.

Auch das große Elektro-Auto-Rennen am Pikes Peak in Colorada/USA greifen wir auf, ebenso natürlich viele Modelle in Fahrberichten: z. B. den Toyota C-HR Hybrid, BMW i8 Roadster, Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid, den Voll-Elektro-Ioniq von Hyundai und natürlich den neuen Nissan Leaf.

Mit weiteren echten Zukunftsgeschichten wollen wir wieder dem Puls der neuen mobilen Zeit noch weiter nachfühlen: Unsere Kernfrage hier bleibt: Wer baut den wirklich reichweitenstarken Akku der Zukunft? Wir von Arrive wissen es nicht, können aber heute schon sagen, dass die Feststoffbatterie irgendwann die derzeit gebräuchliche Lithium-Ionen-Batterie ablösen wird. Sehr aktuell und nicht mehr zukunftsgerichtet ist die Tatsache, dass Fahrzeuge schon bald eine Panne vorhersagen werden, bevor sie eintritt. Unglaublich, aber keine Science Fiction!

Weitere Themen im aktuellen Heft: Die VW-Elektrostrategie wird mit dem I.D. Vizzion noch konkreter und visionärer. Und Mercedes macht sich schon mal mit ersten Tests im spanischen Andalusien für den 2019 auf den Markt kommenden rein elektrischen EQC warm. Ein fantastisches Fahrzeug! Aber auch den globalen Blick wollen wir nicht vernachlässigen: Beispiel? Das kleine, aber sehr reiche Land Katar am Persischen Golf mutiert ganz langsam vom gigantischen Öl-Exporteur zum Öko-Staat. Verblüffend!

Jetzt wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen!
Ihr

Dr. Martin Steffan
Chefredakteur


Auswahl der Elektro- Fahrzeuge steigt weiter - ein Überblick

Die Auswahl an neuen E-Autos wird immer größer. Vom wendigen Kleinstwagen über kompakte Allrounder bis zu luxuriösen SUV – hier steht, welche Stromer man jetzt kaufen kann und was sie kosten.

Die Nachfrage nach neuen Elektroautos steigt: 2017 haben Autokäufer in Deutschland mehr als doppelt so viele elektrisch angetriebene Autos gekauft als im Jahr zuvor. In absoluten Zahlen sind 25.056 neu zugelassene E-Mobile gegenüber bei 3,4 Millionen Neuzulassungen insgesamt natürlich weiterhin nicht viel. Doch mit steigenden Reichweiten aktueller Stromer, zunehmendem Ausbau der Ladeinfrastruktur, der noch bis Mitte 2019 gewährten staatlichen E-Auto-Prämie (4.000 Euro für Fahrzeuge bis zu einem Listenpreis von 60.000 Euro netto) und angesichts anhaltender Diskussion um Fahrverbote liebäugelt so mancher Autofahrer mit der Anschaffung eines E-Autos. Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine Vielzahl attraktiver Modelle. Eine Marktübersicht.

Citroen C-Zero und Peugeot Ion:
Laut Preisliste ganz knapp die günstigsten E-Angebote sind die beiden baugleichen Elektro-Kleinstwagen, sie gehören allerdings auch zu den technisch ältesten auf dem Markt. Der E-Motor stellt eine Leistung von 49 kW/67 PS bereit, für rund 150 Kilometer reicht der Akku. Die Preise für C-Zero und Ion starten bei 21.800 Euro.

Smart Fortwo und Forfour EQ:
21.940 Euro kostet der 2,70 Meter kurze, zweisitzige Kleinstwagen mit 60 kW/82 PS starkem Elektromotor. Nur 660 Euro teurer ist die 3,50 Meter lange, viersitzige Version Forfour, die vom gleichen Aggregat angetrieben wird. Als Reichweite gibt Smart maximal 160 Kilometer für den Fortwo und 155 Kilometer für den Forfour an, jeweils nach NEFZ-Norm. Auch offen kann man elektrisch fahren: 25.200 Euro kostet die Cabrio-Version des Fortwo EQ.

Renault Zoe:
Im Sommer kommt der Kleinwagen Renault Zoe mit neuem Motor und erweiterter Konnektivität auf den Markt. Das neue Aggregat ist auf 80 kW/109 PS erstarkt, als Reichweite werden rund 300 Kilometer (WLTP) angegeben. Aktuell ist der Zoe noch mit 68 kW/91 PS starkem E-Motor erhältlich und kostet 22.100 Euro, plus mindestens 59 Euro Batteriemiete pro Monat.

Citroen E-Mehari:
Nach dem Vorbild des kultigen Strand-Buggy Mehari hat Citroen eine elektrische Neuauflage geformt, die die Franzosen nun in einer alltagstauglichen Variante nicht nur mit Softtop (25.270 Euro), sondern auch mit richtigem Dach (26.470 Euro) anbieten. Angetrieben wird der 3,80 Meter kurze Viersitzer, dessen Interieur komplett abwaschbar ist, von einem E-Motor mit 50 kW/68 PS, die Reichweite gibt Citroen mit 195 Kilometern an (NEFZ).

VW e-Up:
Die Elektro-Version des Kleinstwagens VW Up kostet 26.900 Euro. Den Antrieb übernimmt ein in der Spitze 60 kW/82 PS starker Elektromotor. Die Reichweite pro Akkuladung beträgt laut VW 160 Kilometer (NEFZ).

Kia Soul EV:
Der koreanische Stromer ist zwischen Kleinwagen und SUV angesiedelt und kostet 29.490 Euro. Das 81 kW/110 PS starke E-Mobil schafft eine theoretische Reichweite von 212 Kilometern (NEFZ).

Nissan Leaf:
Die zweite Generation des Nissan Leaf kommt gerade für rund 32.000 Euro in den Handel: Sein schrulliges Blechkleid hat er gegen eine etwas konventionellere Karosserie getauscht. Die Reichweite ist gewachsen, auf 378 km nach der NEFZ-Norm was 280 km nach dem strengeren WLTP-Messzyklus entspricht. Daneben punktet der 4,49 Meter lange Leaf auch mit mehr Leistung: 110 kW/150 PS statt 80 kW/109 PS.

Hyundai Ioniq:
Die kompakte Limousine ist das erste Fahrzeug, das von vornherein für die drei Antriebsarten Hybrid, Elektro und Plug-in-Hybrid ausgelegt wurde. Die 88 kW/120 PS starke Elektro-Version kostet 33.300 Euro. 280 Kilometer fährt der Koreaner nach Herstellerangaben mit einer Akkuladung (NEFZ).

Hyundai Kona:
In der zweiten Jahreshälfte bringt Hyundai sein Mini-SUV Kona auch als elektrische Variante auf den Markt, in zwei Leistungsstufen: Als Einstiegsvariante mit 99 kW/135 PS und 39-kWh-Batterie, die Strom für rund 300 Kilometer speichert, und als 150 kW/204 PS starkes Topmodell mit 64-kWh-Akku und einer maximalen Reichweite von 470 Kilometern (beides WLTP). Der Preis dürfte über dem des Markenbruders Ioniq liegen.

VW e-Golf:
Auch das seit Jahrzehnten beliebteste Auto der Deutschen ist mit Elektroantrieb erhältlich: Der im vergangenen Jahr geliftete VW e-Golf kostet 35.900 Euro. Der nun auf 100 kW/136 PS erstarkte E-Motor treibt den kompakten Fünftürer an, maximal fährt der Wolfsburger 300 Kilometer weit (NEFZ).

BMW i3
Den 125 kW/170 PS starken Bayern gibt es ab 37.550 Euro. Durch die Carbon-Karosserie ist er besonders leicht, durch kurze Überhänge und die Batterie im Unterboden besonders wendig. Die Reichweite beziffert BMW auf 300 Kilometer (NEFZ). Seit neustem gibt es den Münchner auch in einer stärkeren Version mit 135 kW/184 PS. Der i3s kostet mindestens 41.150 Euro und hat eine theoretische Reichweite von 280 Kilometern. Wem das zu wenig ist, wählt die Versionen mit Range-Extender (4.600 Euro Aufpreis).

Nissan e-NV200 Evalia
Die Pkw-Version des elektrischen Kleintransporters e-NV200 bietet bis zu sieben Sitzplätze und dank jüngst vergrößerter Batterie eine Reichweite von 200 Kilometern (WLTP). Den Antrieb übernimmt ein 80 kW/109 PS starker E-Motor. Investieren muss man für den Japaner derzeit mindestens 41.050 Euro.

Opel Ampera-e
Opel hat mit dem Ampera-e das erste E-Auto mit mehr als 500 Kilometern offizieller Reichweite unterhalb der Luxusliga auf den Markt gebracht. Der in den USA gebaute, 4,17 Meter lange Crossover-Kleinwagen fährt nach NEFZ-Norm theoretisch 520 Kilometer weit, nach dem praxisnäheren WLTP-Zyklus sind es 380 Kilometer. Kosten: 42.990 Euro.

Tesla Model S:
In der Basisversion 75D für gut 71.000 Euro fällt die Oberklasse-Limousine noch gerade so unter den E-Auto-Bonus. Dann sorgen zwei E-Motoren mit 244 kW/332 PS für Vortrieb, die Reichweite geben die Amerikaner mit theoretisch 490 Kilometern nach der NEFZ-Norm an.

Jaguar I-Pace:
Immerhin schon bestellen kann man das elektrische SUV für mindestens 77.850 Euro, zum Händler kommt es erst im Sommer. Zwei E-Motoren, einer pro Achse, erzeugen eine Leistung von 294 kW/400 PS. Fast 500 Kilometer Reichweite im strengeren WLTP-Zyklus sollen möglich sein.

Tesla Model X:
Das Oberklasse-SUV mit den charakteristischen Flügeltüren kostet mindestens 92.230 Euro. Dank je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse fährt der amerikanische Stromer mit Allrad und 244 kW/332 PS. Der Akku muss theoretisch nach 417 Kilometern (NEFZ) wieder an die Steckdose.

Weitere Fahrzeuge werden folgen. Einige Exoten sind in der Auflistung nicht erwähnt.

Mit Material von Spotpress.
Foto: Renault


Tesla Model 3: Liefertermine rücken weiter in die Ferne

In den vergangenen Tagen hat Tesla über seine Absatzzahlen im Jahr 2017 und die laufende Produktion berichtet. Für deutsche Kunden auf der Warteliste des Model 3 waren es schlechte Nachrichten – sie werden sich noch länger gedulden müssen als gedacht.

Zwar hat Tesla den Engpass in der Produktion des Model 3 überwunden, an dem ein Zulieferer schuld gewesen sein soll. Wirklich rund läuft die Produktion aber nach wie vor nicht. Der Autobauer aus Kalifornien meldet, dass nun mehr als 1.000 Model 3 pro Woche vom Band rollen. Diese Zahl basiert aber ausschließlich auf einer Hochrechnung der letzten drei Arbeitstage im Jahr 2017. In der letzten Arbeitswoche des vergangenen Jahres hat Tesla dagegen nur 793 Stück geschafft. Massenproduktion sieht anders aus.

Dabei wollte Firmenchef Elon Musk Ende 2017 eigentlich schon bei deutlich größeren Zahlen liegen. Das hat nicht geklappt und so werden auch die nächsten Ziele verschoben. Tesla plant nun, Ende des zweiten statt Ende des ersten Quartals auf eine Wochenproduktion von 5.000 Model 3 zu kommen. Dies ist die zweite Kürzung der Prognosen seit November. Man kann sich ausrechnen, dass Tesla 2018 wahrscheinlich deutlich weniger als 200.000 der Mittelklasse-Stromer fertigen wird.
Da mehr als 450.000 Bestellungen vorliegen und Kunden aus den USA zuerst bedient werden, könnte es bis weit ins Jahr 2019 dauern, bevor die ersten Model 3 in Deutschland ankommen. Die Nachrichtenlage ist nicht nur für die Kunden enttäuschend, dass Wall Street Journal sieht auch Anlass für Investoren, wegen der häufigen Planverfehlungen, nervös zu werden.

Kein Wunder, fehlen dem hochverschuldeten Autobauer doch Umsätze, wenn die Produktion nicht läuft wie erwartet. Dank Model S und Model X hat Tesla im letzten Quartal 2017 mit 29.870 Fahrzeugen dennoch einen Absatzrekord erreicht. Bei den beiden Oberklassemodellen ist aber ein nachlassendes Wachstum der Verkaufszahlen bereits zu erkennen. Das Model 3 muss im Jahr 2018 zum Erfolg werden, sonst könnten die Kalifornier unter Druck kommen.


Testberichte über das Model3 von Tesla: Viel Lob und ebenso viel Kritik

Endlich mehr Tempo: Tesla bekommt die Produktionsprobleme beim Model 3 offenbar langsam in den Griff und liefert seit kurzem größere Stückzahlen aus. Ganz vorne in der Warteschlange stehen Käufer aus Kalifornien, die bereits Besitzer eines Tesla sind und am allerersten Bestelltag geordert haben. Je mehr Kunden ihr Model 3 erhalten, desto häufiger tauchen Erfahrungsberichte im Internet auf. Bei der Beurteilung dieser Berichte sollte man bedenken, dass die Tester praktisch durchweg große Fans der Marke Tesla sind.

So überrascht es nicht, dass in Berichten nahezu alle Besitzer das Model 3 für ein bahnbrechendes Auto halten, welches die hohen Erwartungen noch übertreffe. Zu den größten Pluspunkten werden die Fahrleistungen gezählt. Die Beschleunigung könne mit der eines Tesla Model S 70 D mithalten, bei der Spitzengeschwindigkeit hat einer der Fahrer stolze 228 km/h erreicht. Lob gibt es auch für die Reichweite: Die von Tesla genannten 310 Meilen (knapp 500 Kilometer) sollen in der Praxis tatsächlich machbar sein.

Durchweg positiv werden zudem die Fahreigenschaften des Model 3 bewertet. Jameson Dow von der Website Electrek: „Das Handling ist großartig, ich liebe es. Es ist für mich bisher das Beste an dem Wagen.“ Dow begründet seine Euphorie mit der direkt ansprechenden Lenkung und dem im Vergleich zum Model S deutlich geringeren Gewicht des Fahrzeugs. Das Model 3 sei flinker als der große Bruder. Zum Fahrspaß kommen noch Nutzwert in Form eines großzügigen Innen- und Kofferraums, bequeme Sitze sowie eine bessere Verarbeitung als es beim Serienstart von Model X und S der Fall war.

Trotz der Begeisterung erkennen selbst treue Tesla-Anhänger so manches Defizit: Das Lenkrad ist für viele kein optischer Leckerbissen und die Funktionalität überzeugt nicht jedermann. Tom Moloughney vom Branchendienst Inside hätte sich beispielsweise mehr Bedienelemente am Lenkrad gewünscht statt alles auf dem großen Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts zu bündeln: „Ich bin für Einfachheit, aber Tesla ist vielleicht etwas zu weit gegangen. Selbst um das Handschuhfach zu öffnen oder die Scheibenwischer anzustellen muss man den Touchscreen bemühen. Mir erscheint es nicht wirklich sicher, wenn man für jede Kleinigkeit nach rechts sehen soll.“

Während die Testfahrer beim Bildschirm geteilter Meinung sind, besteht Einigkeit bei der mangelhaften Sicht nach hinten. Moloughney: „Das Heck ist so hoch, ich konnte nachts an der Ampel nicht erkennen, ob ein Auto hinter mir steht.“ Als Behelf nutzen einige Besitzer die Rückfahrkamera, um zu sehen, was hinter ihnen vor sich geht.

Zu den grundsätzlichen Defiziten gesellen sich Kinderkrankheiten: Knacken aus der Audioanlage, schlechte Qualität der Wischerblätter, defekte Reifendrucksensoren, plötzlich blinkende Warnlichter, nicht identifizierbare Geräusche aus dem hinteren Teil des Autos und falsch abgerechnete Ladevorgänge am Supercharger sind nur einige Beispiele. Bei einem Fahrer poppte die Meldung auf, sein Fahrzeug müsse zur Inspektion. Der Wagen ließ sich anschließend nicht mehr starten. Derweil gibt es auch Berichte über Systemabstürze.

Wegen der sehr kurzen Testphase des Model 3 dürfte in den kommenden Monaten noch viel über Fehlfunktionen zu lesen sein. Solche Startprobleme hat Tesla bei seinen bisherigen Modellen mit der Zeit behoben. Interessanter ist, wie bei kritischeren Testern das grundsätzliche Urteil zum Model 3 ausfallen wird. Bleibt es bei der Begeisterung oder wird die Liste der Minuspunkte länger werden? Bis die ersten Exemplare irgendwann Ende 2018 oder Anfang 2019 in Deutschland eintreffen, wird man schlauer sein.

Foto: Tesla