Volkswagen

Audi e-tron feiert Weltpremiere in San Francisco

Der Audi e-tron ist das erste rein elektrisch angetriebene Serienmodell der Marke mit den Vier Ringen und dürfte sowohl den Tesla-Fahrzeugen, als auch dem E-Pace einen guten Wettbewerb um die Kundschaft ein starker Sparrings-Partner sein. In San Francisco nun präsentierte heute das Unternehmen seinen lange erwarteten Oberklasse-SUV erstmals der Weltöffentlichkeit. Damit reiht sich Audi in die VW-Elektro-Gesamtstrategie des Wolfsburger Konzerns ein.

Der Audi e-tron ist ein Elektro-SUV für Sport, Familie und Freizeit. Er ist 4.901 Millimeter lang, 1.935 Millimeter breit und 1.616 Millimeter hoch. Raumangebot und Komfort entsprechen einem typischen Oberklasse-Modell der Marke. Mit einem Radstand von 2.928 Millimetern bietet der Audi e-tron fünf Personen nebst Gepäck reichlich Platz. Das Gesamtladevolumen beträgt 660 Liter und wappnet den Elektro-SUV für große Reisen.

Effizienz, Performance und souveräne Ruhe – der Lieferbar ab Ende 2018 steht laut Konzern als Eisbrecher jetzt bereit, die neue Elektro-Ära bei Audi einzuläuten. Gleich zwei E-Maschinen treiben den Elektro-SUV mit einer Systemleistung von bis zu 300 kW und 664 Nm Drehmoment kraftvoll, emissionsfrei und nahezu lautlos an. In Sekundenbruchteilen liegt das maximale Antriebsmoment an und sorgt für enormen Durchzug. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Audi e-tron in 5,7 Sekunden. Das ist für einen Stromer richtig schnell. Bei 200 km/h erreicht er seine Höchstgeschwindigkeit. Selbst für die deutschen Autobahnen ist das völlig ausreichend.

Super Rekuperation – 400 Kilometer Reichweite
Mit einer Batterieladung fährt der Audi e-tron im WLTP-Prüfzyklus mehr als 400 Kilometer. Hinter diesem Wert steht vor allem das innovative Rekuperationssystem, das bis zu 30 Prozent zur Reichweite beiträgt. Der Elektro-SUV kann auf zwei Arten Energie zurückgewinnen: wenn der Fahrer vom Fahrpedal geht über die Schubrekuperation oder wenn er aufs Bremspedal tritt über die Bremsrekuperation. In beiden Fällen arbeiten die Elektromotoren als Generator und wandeln die Bewegungsenergie des Audi e-tron in elektrische Energie um. Bis 0,3 g rekuperiert der Elektro-SUV allein über die E-Maschinen. Dies ist bei weit mehr als 90 Prozent aller Verzögerungen der Fall.

Das elektrohydraulisch integrierte Bremsregelsystem entscheidet je nach Fahrsituation, ob der SUV mit E-Maschine, Radbremse oder einer Kombination aus beidem rekuperiert – und das individuell an jeder Achse. Der Übergang zwischen elektrischem und hydraulischem Bremsen vollzieht sich weich und homogen, unmerklich für den Fahrer, laut Herstellerangabe.
Entscheidend für die Effizienz des Audi e-tron ist auch die Aerodynamik: Highlight im Konzept sind die optionalen virtuellen Außenspiegel – eine Welt-Innovation im Serien-Automobilbau. Ihre Träger integrieren je eine kleine Kamera, deren Bilder auf kontraststarken OLED-Displays im Interieur erscheinen. Andere Aerodynamik-Lösungen erfüllen ihren Zweck im Verborgenen, beispielsweise der vollverkleidete Unterboden mit der Aluminiumplatte zum Schutz der Hochvolt-Batterie und die Luftfederung. Sie reduzieren den Luftwiderstand ebenso wie der steuerbare Kühllufteinlass. Er integriert Kanäle zur Kühlung der vorderen Bremsen und dient als Schaltstelle des komplexen Thermomanagements mit der serienmäßigen Wärmepumpe. Es ermöglicht gleichbleibend starke Fahrleistungen auch bei hoher Beanspruchung, eine lange Lebensdauer der Batterie und schnelles Laden mit Gleichstrom.

Die Ladekonzepte
Als erstes Serienautomobil kann der Audi e-tron an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW Gleichstrom (DC) laden. Damit gehört er derzeit zu einer Handvoll an Modellen, die so eine Leistung überhaupt vertragen. Eine halbe Stunde an der Strippe reicht dann für die lange Strecke. Es geht aber auch gemächlich mit Wechselstrom (AC) mit bis zu 11 kW, optional mit 22 kW. Hipp dabei ist der Audi-eigene Ladedienst, mit dem der e-tron-Kunden einen Zugang zu zirka 80 Prozent aller öffentlichen Ladestationen in Europa ermöglicht. Ob AC- oder DC-Laden, ob 11 oder 150 kW – eine einzige Karte genügt, um den Vorgang zu starten. Mit der Funktion Plug & Charge, die 2019 folgt, wird das Prozedere noch komfortabler: Das Auto autorisiert sich selbst an der Ladesäule und schaltet sie frei.
Für das Laden in der eigenen Garage bietet Audi verschiedene Lösungen an. Das serienmäßige mobile Ladesystem lässt sich sowohl an einem 230 Volt-Haushaltsanschluss nutzen als auch an einer 400 Volt-Drehstromsteckdose. Das optionale System connect verdoppelt die Ladeleistung auf bis zu 22 kW. Im Zusammenspiel mit einem Heimenergie-Managementsystem bietet es intelligente Funktionen, etwa das Laden zu kostengünstigen Zeiten oder mit Solarstrom, sofern das Haus über eine Photovoltaik-Anlage verfügt. Mit der myAudi App managen Audi-Kunden alle Ladevorgänge sowie die Vorklimatisierung über ihr Smartphone.
Zahlreiche Assistenzsysteme machen die Fahrt noch entspannter, darunter der serienmäßige Effizienzassistent. Er unterstützt den Fahrer durch prädiktive Hinweise im Audi virtual cockpit und die automatische Rekuperation bei einer ökonomischen Fahrweise.

Als erstes Modell der Marke ermöglicht der Audi e-tron seinen Kunden ab Mitte 2019, bestimmte Funktionen online hinzu zu buchen – je nach Bedarf und zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

Erste Auslieferungen: Ende 2018
Der e-tron fährt im CO2-neutralen Werk in Brüssel bereits seit ein paar Wochen vom Band. Die ersten Auslieferungen an europäische Kunden werden Ende 2018 getätigt. In Deutschland beträgt der Basispreis 79.900 Euro. Für Kunden, die bereits reserviert haben, bieten einige Märkte exklusiv das auf 2.600 Exemplare limitierte Sondermodell „Audi e-tron edition one“ an, das spezielle Designdetails und eine besonders großzügige Ausstattung umfasst.


Neue Carsharing-Angebote von Volkswagen

Der Volkwsagen-Konzern will im kommenden Jahr einen Carsharing-Dienst mit E-Autos starten. Neben Pkw-Modellen, unter anderem aus der neuen I.D.-Familie, sollen auch elektrische Micromobile verfügbar sein. Als Vorbild dienen die Konzeptstudien Streetmate und Cityskater, zwei Roller für den Stadtverkehr. Nach dem Start auf dem Heimatmarkt soll das Angebot 2020 in ausgewählten Metropolen in Europa, Asien und Nordamerika starten.
Mit dem neuen Carshring-Angebot tritt VW in Konkurrenz zu Car2go von Daimler und BMW. Das süddeutsche Unternehmen setzt bislang allerdings auf eine Mischung aus elektrisch und konventionell angetriebenen Pkw. Für VW ist der neue Dienst keine Premiere im Carsharing-Geschäft: 2012 startet der Konzern in Hannover mit der Marke Quicar, stellte das Projekt vier Jahre später mangels Erfolg wieder ein. Seit 2013 ist VW jedoch am holländischen Anbieter Greenwheels beteiligt, der mittlerweile auch in Deutschland aktiv ist. Zudem zählt mit der Submarke MOIA ein Mobilitätsdienstleister zum Portfolio der Norddeutschen.
Der neue Anlauf soll vor allem in Berlin neue Kunden bringen. Unter der Sub-Marke „We Share“ werden 1.500 VW e-Golf in Berlin zum Leihen bereitstehen, weitere 500 e-up!-Stromer sollen dann später folgen und das bereits existierende Angebot ergänzen.
„Berlin bietet für Carsharing aufgrund seiner hohen Einwohnerzahl und –dichte den idealen Markt und hat das größte Potenzial“, sagt VW-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. „Hier leben viele Menschen, die das Teilen von Fahrzeugen schon ausprobiert haben – und es werden immer mehr.“ Man wolle mit der „großen Sichtbarkeit“ der „We Share“-Flotte auf die Vorteile der Elektromobilität aufmerksam machen und Interesse für die Technologien wecken, so Stackmann weiter.
Auch Philipp Reth, Geschäftsführer der Volkswagen-Tochter UMI Urban Mobility International, die das Thema Carsharing als Start-up im Unternehmen operativ von Berlin aus steuert, prognostiziert für das neue Angebot ein erstklassiges Wachstum. Nach Berlin soll „We Share“ in weiteren großen Städten in Deutschland eingeführt werden. Eine großangelegte Expansion nach Übersee, insbesondere Nordamerika ist ebenfalls angedacht.
Mehrere Unternehmen in Deutschland - vom kleinen Start-up bis zum Konzern - planen im Übrigen die Kreation neuer Mobilitätsdienste. Mehrere Messen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema. Einer der größeren ist die Hypermotion, die vom 20.-22. November in der Messe Frankfurt stattfinden wird.


Arrive Nr. 5 ab heute im Zeitschriftenhandel, Kiosk und Bahnhofsbuchhandel

Killt der Jaguar I-Pace den Tesla X? Diese provokante Frage stellen wir wohl zu Recht in der brandneuen Ausgabe 5 der „Arrive“, die heute Freitag, den 27. Juli, im Handel erscheint. Die elektrische Performance des neuen Elektro-Jaguar ist jedenfalls beeindruckend und hat sowohl Mit-Herausgeber Willy Loderhose wie Schauspieler und Markenbotschafter Jürgen Vogel begeistert. Auf der Rennpiste im Motorsport macht das Fahrzeug auf jeden Fall schon mal eine gute Figur und hat uns zu einer ungewöhnlichen Story inspiriert.

Auch unsere weiteren Lesegeschichten zeichnen den Weg der neuen Mobilität in Deutschland und zeigen wie dynamisch der Markt derzeit ist. Wie ist es eigentlich so, mit einem Wasserstoffauto zu fahren? Das fragten wir einen der wenigen privaten Besitzer eines Hyundai ix35 in Münster und trafen dabei auf erstaunliche Erkenntnisse beim ehemaligen Apotheker Norbert Mattern.

Auch das große Elektro-Auto-Rennen am Pikes Peak in Colorada/USA greifen wir auf, ebenso natürlich viele Modelle in Fahrberichten: z. B. den Toyota C-HR Hybrid, BMW i8 Roadster, Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid, den Voll-Elektro-Ioniq von Hyundai und natürlich den neuen Nissan Leaf.

Mit weiteren echten Zukunftsgeschichten wollen wir wieder dem Puls der neuen mobilen Zeit noch weiter nachfühlen: Unsere Kernfrage hier bleibt: Wer baut den wirklich reichweitenstarken Akku der Zukunft? Wir von Arrive wissen es nicht, können aber heute schon sagen, dass die Feststoffbatterie irgendwann die derzeit gebräuchliche Lithium-Ionen-Batterie ablösen wird. Sehr aktuell und nicht mehr zukunftsgerichtet ist die Tatsache, dass Fahrzeuge schon bald eine Panne vorhersagen werden, bevor sie eintritt. Unglaublich, aber keine Science Fiction!

Weitere Themen im aktuellen Heft: Die VW-Elektrostrategie wird mit dem I.D. Vizzion noch konkreter und visionärer. Und Mercedes macht sich schon mal mit ersten Tests im spanischen Andalusien für den 2019 auf den Markt kommenden rein elektrischen EQC warm. Ein fantastisches Fahrzeug! Aber auch den globalen Blick wollen wir nicht vernachlässigen: Beispiel? Das kleine, aber sehr reiche Land Katar am Persischen Golf mutiert ganz langsam vom gigantischen Öl-Exporteur zum Öko-Staat. Verblüffend!

Jetzt wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen!
Ihr

Dr. Martin Steffan
Chefredakteur


Mit dem Vizzion startet VW in die übernächste Zukunft der E-Mobilität

Das Flaggschiff der übernächsten elektrischen Autogeneration von Volkswagen wird in ein paar Jahren wohl den Namen Vizzion erhalten. Eine Kostprobe, wie diese Zukunft aussehen wird, zeigt die Ausstellung „Driving Vizzions to reality“ im VW-Gebäude „Drive“ an der Friedrichstraße in Berlin.
Seit Anfang der Woche steht die Studie I.D. Die Zukunft von Volkswagen als Highlight der Ausstellung dort. Die erstmals im März auf dem Genfer Autosalon vorgestellte Limousine zeigt die ganz reale Vision der Marke für einen Volkswagen von morgen: Anspruchsvoll in Design, Technik und Qualität – und tatsächlich konsequent für die E-Mobilität entwickelt. Das Fahrzeug ist Teil einer Ausstellung, die für Konzepte für die emissionsfreie und voll vernetzte Zukunft von Automobilen wirbt.
Jürgen Stackmann, Vertriebsvorstand der Marke Volkswagen (Foto), erklärte bei der Eröffnungsveranstaltung: „Leitidee von DRIVING VIZZIONS TO REALITY ist es, die Tür zur Zukunft zu öffnen und die Transformation der Marke zum Anbieter von ganzheitlichen Mobilitätskonzepten erlebbar zu machen.“
Schon jetzt können Besucher sich im jungen, bunten Ambiente der Ausstellung von den Vorteilen der E-Mobilität und des Vizzion übrzeugen. Auch das autonome Fahren sowie digitale Dienste unter dem Stichwort Connectivity werden erfahrbar.
Zu den Highlights gehört bis Mitte August und ab Mitte September auch der I.D. CROZZ. Die Studie dieses batterie-elektrisch angetriebenen Crossovers aus SUV und viertürigem Coupé kann von Anfang August an besichtigt werden. Ebenso sind Indoor-Probefahrten mit dem I.D. Cityskater möglich. Der zusammenklappbare Last-Mile-Surfer wird von Volkswagen Sachsen von Herbst 2018 an in St. Egidien bei Zwickau gebaut. Im Juli und August finden unter Anleitung von Trainern der Driving Experience zudem Probefahrten mit dem Volkswagen e-Golf und dem neuen Volkswagen Touareg statt.
Das erste vollelektrische I.D.-Modell soll ab Ende 2019 gebaut werden. Dann ab zirka März 2020 startet die Auslieferung. Angetrieben wird der erste I.D. von einem 125 kW/170 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, die Reichweite soll zwischen 400 und 600 Kilometer liegen. Preislich wird sich das Fahrzeug mit unter 30.000 Euro auf dem Niveau eines gut ausgestatteten Golf mit Dieselaggregat bewegen. dann werden sehr zügig weitere Modelle folgen. Denn VW will bis 2025 mehr als 20 weitere reine E-Mobil-Modelle in den Markt bringen. Bislang existieren die Fahrzeuge aber nur in Form von Studien. Das wird sich aber, wie beschrieben, ab 2020 radikal und sehr schnell ändern.


Elektrofahrzeugbestand könnte dieses Jahr doch noch stark steigen

Rund 200.000 Elektrofahrzeuge könnten es am Ende des Jahres in Deutschland werden, berichteten nun der Donaukurier und die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) übereinstimmend. Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partner hochgerechnet und glaubt sogar, dass es Ende 2022 mehr als eine Million reine Stromer und Hybride werden. Das wäre für die Verfechter der umweltfreundlichen Fahrweise ein Erfolg und läge nur rund 2 Jahre hinter den Prognosen der Bundesregierung.
Die Berechnungen folgen den Zahlen aus 2017, die mit 123.000 Autos dreimal so hoch lagen wie in 2015. Damit hätte man zumindest ein Wachstum von 68 Prozent erzielt, wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Bei ähnlich exponentieller Steigerung prognostiziert nun die Unternehmensberatung einen Bestand von 250.000 E-Autos gegen Ende des Jahres. Dem entgegensprechen würden allerdings die erheblichen Lieferengpässe, die sich derzeit auftun. Gerade bei deutschen Herstellern ergeben sich bei manchen Fahrzeugen Wartezeiten von bis zu 14 Monaten. Sollten diese schnell behoben werden, wären dann doch noch theoretisch 600.000 stromgetriebene Autos bis 2020 auf deutschen Straßen möglich. Das wären trotzdem noch 40 Prozent weniger als die Bundesregierung sich das vor acht Jahren noch erhoffte.
Im Verhältnis zu den 45 Millionen Verbrenner-PKW, die derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs sind, bleibt der Anteil aber dann noch gering, dürfte allerdings ab 2020 exponentiell steigen, wenn VW in Deutschland mit dem ersten I.D.-Modell seine Modelloffensive beginnt. Dass die Zahl der E-Autos derzeit steige, liege vor allem am Ausbau des Angebots an Hybrid-Modellen, so ein Sprecher der Unternehmensberatung. Außerdem werden bestehende Elektro-Modelle mit stärkeren Batterien verbessert.

Foto: Cambio