Cupra Born

BORN in Germany - aber verankert ist er in Spanien

Um es gleich auf den Kern zu bringen: Der neue Wurf aus Martorell ist dynamisch, charakterstark und trägt unverkennbar die CUPRA DNA in sich. Als erstes rein elektrisches Fahrzeug der unkonventionellen Challenger-Marke aus Spanien überzeugt der E-Kompakte mit überaus ansprechenden Leistungsmerkmalen. Beispiele gefällig? Bitte sehr: Der CUPRA Born zeigt sich mit zwei attraktiven Leistungsstufen: 110 kW (150 PS) (Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 15,0) und 150 kW (204 PS) (Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 16,8).

Bei der leistungsstärkeren Version erhöht ein optionaler E-Boost die Performance auf bis zu 170 kW (231 PS) (Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 16,0–15,7). Es gibt 3  mögliche Netto-Batteriegrößen: von 45, 58 oder 77 kWh.

Design, das mehr kann

Nach so vielen Zahlen schauen wir uns gerne einmal das Design an. Aktuell müssen Elektroautos insgesamt ja noch besonders stark emotionalisieren, um für Akzeptanz zu sorgen. Der CUPRA Born setzt genau hier an und punktet nicht nur mit Power, sondern auch mit seiner stylischen Optik. Das dynamische Design zeigt sich im Besonderen über die markante Frontpartie sowie das schon angriffslustige Lichtdesign in Verbindung mit der prägnanten Motorhaube. In der Rückansicht gibt ein durchgehendes Leuchtenband dem Fahrzeug Charakter. Die immer wieder auftauchenden kupferfarbenen Akzente im Fahrzeugdesign sind mittlerweile die Signatur der Marke. Damit hebt sich der CUPRA Born vom Gros der Flottenfahrzeuge ab – und verleiht dem Dienstwagenfahrer ein Gefühl von sportlicher Extrovertiertheit.

Es grünt in Spanien

Auch im Innenraum setzt sich der dynamische Charakter fort. In bewährter CUPRA Manier steht hier der Fahrer im Mittelpunkt; das bedeutet keinesfalls, dass die anderen Insassen nicht ebenso stilvoll und komfortabel mitreisen würden. Und das alles mit einem guten Gewissen, denn im Interieur wird auf die Verwendung von umweltfreundlichen Materialien Wert gelegt.

Ein Beispiel sind die serienmäßigen Schalensitze, die mit SEAQUAL-Fasern aus recyceltem Meeresplastik hergestellt werden. Optional sind auch Schalensitze aus DINAMICA, einem aus Recyclingmaterial gewonnenen Mikrofaserstoff, erhältlich. Das Umweltversprechen der Marke CUPRA umfasst damit mehr als nur die Energie, die ihre Fahrzeuge antreibt.

Basierend auf der MEB-Plattform des Volkswagen Konzerns ist der CUPRA Born das erste Modell der Marke, das CO2-neutral (netto) ausgeliefert wird. Dies bedeutet, dass entlang der Lieferkette sowie während der Rohstoffproduktion Energien aus erneuerbaren Quellen eingesetzt werden. Emissionen aus Prozessen, die noch nicht klimaneutral gestaltet werden können, werden durch Umwelt- und Projektinvestitionen, die nach höchsten Standards zertifiziert sind, ausgeglichen.

Und wie fährt er sich?

Unsere Wahl fällt beim Testdrive auf das Modell mit 170-kW-Antrieb und der großen 77-kWh-Batterie. Warum? Weil in dieser Kombination der Booster, also der stärkste CUPRA Sportmodus, integriert ist, was sich auf der kurvigen Strecke durch das bergige Hinterland von Katalonien bestens ausprobieren lässt. Die ansatzlose lineare Beschleunigung, verbunden mit den temporären Extra-PS, schafft Fahrspaß vom Start weg. Dank des Hinterradantriebs überzeugt auch die Traktion – und das alles im leisen E-Sound. Mit Hilfe der fein abgestimmten Rekuperation – bis zu 0,3 g, wenn man die Fahrstufe B am Wahlhebel einstellt – lässt sich auch der Akku in den Bergen relativ konstant halten. In Bezug auf das dynamische Handling selbst überzeugt die präzise Lenkung, sauber abgestimmt auf das CUPRA Fahrwerk. Gut, dass es ein funktionierendes Augmented-Reality-Head-up-Display gibt, das uns immer wieder ermahnt, die Geschwindigkeitsobergrenze nicht zu sehr zu dehnen.

 

Dieser Text entstand in Kooperation mit www.mydienstwagen.de dem unabhängigen Online-Lifestyle-Magazin für Dienstwagenfahrer mit dem Fokus auf Elektromobilität. Neben Informationen zu E-Fahrzeugen und Technik bietet das Portal abwechslungsreiche Unterhaltung für Lifestyle „on the e-road“. Das Portal wurde Mitte des Jahrs mit dem Automotive Brand Contest 2021 in der Kategorie „Digital“ als Gewinner für sein sehr ansprechendes Kommunikationsdesign ausgezeichnet.


City Transformer

Fahrzeug schrumpft und dehnt sich aus

Das israelische Elektroauto-Start-up City Transformer stellte auf der IAA die seriennahe Version eines ultrakompakten E-Autos vor. Der besondere Clou des für maximal zwei erwachsene Personen geeigneten und für 2023 angekündigten Stromers ist seine variable Fahrzeugbreite. Mit Hilfe eines Verstellmechanismus soll der Stadtfloh die Spurbreite an Vorder- und Hinterachse von 1,40 auf 1,0 Meter schrumpfen können – auch während der Fahrt. Bei Bedarf lässt sich also die genutzte Verkehrsfläche entsprechend der Verkehrs- und Fahrsituation auf das Niveau von Einspurfahrzeugen anpassen. Das Fahrzeug hat im Unterboden eine Batterie für 180 Kilometer Reichweite und verspricht maximal 45 km/h, bei voller Spurbreite sogar 90 km/h. Obwohl das Fahrzeug zur elektrischen Leichtbauklasse gehört, soll das Urban EV mehrere Airbags, ABS, ESP sowie Flügeltüren und Klimaanlage bieten.


Velototal

Klein und trotzdem hochmodern

Ein Gastbeitrag von Andreas Burkert

Mit dem Steereon C-Modell hat das Kölner Unternehmen PLEV Technologies etwas Besonderes geschaffen. Das wollte ich aber selbst erfahren und habe das C25-Modell für einige Zeit bedingungslos für einen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Mein Fazit: Eine andere, sehr moderne Art der urbanen Mobilität.
Im Hafen von Greetsiel bietet der Steereon C25 die Möglichkeit, mal schnell vom Kutter bis zur nächsten Hafenkneipe zu fahren. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht, kann ein Normaleuropäer noch knapp 50 kg Zuladung mitnehmen.

Summ, summ mal schnell irgendwo hin. Am besten stehend, denn dann wirkt es cool. Zwar bietet das Steereon C-Modell, einer Art Hybrid aus eScooter und eBike, auch eine höhenverstellbare Sitzgelegenheit. Doch das Gefühl, auf einem Seniorenmobil zu sitzen, lässt mich während der Testwochen nicht los. So stehe ich lieber auf dem Gefährt, und setze mich nur, wenn ich mich ausruhen möchte. Der Unterschied in der Außenwirkung ist dann aber beachtlich. Während im Sitzen kaum einer Notiz nimmt , erhalte ich stehend anerkennende Blicke.

Für zwei Wochen hat uns das Kölner Startup PLEV Technologies das Fahrzeug bedingungslos zur Verfügung gestellt. Allerdings mit dem Hinweis, dass es sich um ein zulassungspflichtiges Elektrofahrzeug handelt und daher das Tragen eines Helms gesetzlich vorgeschrieben ist. Bei einer maximalen Geschwindigkeit von knapp über 25 km/h ist das auch nur vernünftig. Den Hinweis allerdings, dass mit dem eScooter kürzere Strecken zurückgelegt werden können, können wir nicht nachvollziehen. Während unserer Testfahrten entlang der Isarauen, vor allem aber entlang der endlosen Weiten in Ostfriesland, fuhren wir knapp 47 Kilometer mit einer Energieladung. Immer dem Wind entgegen. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 50 Kilometern an.

Weil der Kofferraum eines Volkswagen Cabriolets um wenige Zentimeter zu klein ist, kam der eScooter kurzerhand auf die Rückbank.

Erstaunlich maximale Reichweite
An jenem Tag fällt auf, dass es doch eine gute Gelegenheit gewesen wäre, eine Gepäckablage – in welcher Art auch immer – zu konstruieren. Zwar können manche Gegenstände in den Rucksack gepackt werden, doch der schnelle Griff zur Wasserflasche auch auf kürzeren Fahrten wäre hilfreich. Und wenn zudem noch Verpflegung mit soll, dann ist eine Gepäckverstaumöglichkeit unabdingbar. Das und noch die teils wackelige Stabilität beim einhändigen Fahren sind die einzigen Kritikpunkte. Vielleicht noch das Gewicht. Denn wer den eScooter in den Kofferraum räumen oder mal einige Treppen hinauftragen möchte, der muss rund 21 Kilogramm heben.
Hilfreich ist es dann, den 672 Wh Lithium-Ionen-Akkumulator zu entnehmen, der etwa 4 Kilogramm wiegt. Doch die hohe Kapazität ermöglicht es, die maximale Reichweite ohne Sorgen zu erreichen. Selbst längere Steigungen von etwa 21 Prozent – so gibt es das Datenblatt an - bewältigt der 500-Watt-starke Radnabenmotor kompromisslos. Dieser wird über einen kleinen Schalter am Lenker betätigt. Allerdings lässt sich damit die Geschwindigkeit nur begrenzt genau regulieren. Dieser schlecht dosierbare Antrieb aber ist ein Kompromiss an die Ansteuerung von Radnabenmotoren. Zur Geschwindigkeitssteuerung empfiehlt es sich, über die Bedieneinheit die Leistungsstufe einstellen und dann immer mit ganz durchgedrücktem Daumengas zu fahren.

Fahren mit Klasse L1-eB
Die uns zur Verfügung gestellte Variante ist als Fahrzeug der Klasse L1-eB zugelassen und somit rechtlich gleichzusetzen mit dem Mofa. Konkret bedeutet dass, der Steereon C25 mit der Fahrerlaubnisklasse AM (Mopedführerschein) geführt werden darf. Die Nutzung ist damit auf der Straße, auf Mofa-frei Fahrradwegen innerorts sowie auf amtlichen Fahrradwegen außerorts erlaubt. Wer mit dem eScooter auf größere Reisen gehen möchte, der kann ihn auf die Maße 112-32-70 Zentimeter zusammenfalten. Dann passt er – bis auf wenige Ausnahmen – in jeden Kofferraum. Eine optional erhältliche Transporttasche bietet zusätzlichen Schutz beim Transport. Natürlich ist auch der Transport im öffentlichen Nahverkehr, auf dem Boot oder im Camper-Van unproblematisch machbar.
Damit lässt sich der Steereon C25 fast für jede Gelegenheit nutzen. Selbst auf sandigem Untergrund oder im hohen Gras. Dennoch sollte bei allen Fahrmanövern beachtet werden, dass die Fahreigenschaften wegen der kleinen Reifen und der Lenkgeometrie herausfordernd sind. Das Fahrzeug reagiert sehr schnell auf Lenkeinschläge wie auch auf die Gewichtsverlagerung von einem auf das andere Bein. Etwas Übung aber genügt, wie der Nachwuchs der Redaktion auf einem privaten Gelände getestet hat. Herausfordernder ist da schon das Verladen in den Kofferraum beziehungsweise auf den Rücksitz eines Volkswagen Cabariolets. Denn der Platz genügt nicht, um den eScooter dort unterzubringen.

Obacht beim Verladen. Werden dabei die Steckverbindungen getrennt, lässt sich der C25 nicht mehr starten.

Finanzielle Förderung möglich

Wer nun regelmäßig das eFahrzeug verladen oder transportieren möchte, der sollte die Transporttasche nutzen. Die kostet zwar 149 Euro, dafür kann der C25 auch in der Bahn mitgenommen werden. Die Tasche hat zudem den Vorteil, dass auch der eScooter geschützt ist. Während einer Verladeaktion hat sich der Kabelstrang, der entlang des Lenkers verläuft verhakt. Mit der Konsequenz, dass sich die Steckverbinder gelöst haben und das Starten wie auch das Bremsen unmöglich war. Wegen der Schutzumwicklung war dies nicht sichtbar.

Mit 2.999 Euro ist der Preis auf dem ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Doch die Qualität der Komponenten - das Unternehmen nutzt hochwertige Markenkomponenten aus der Fahrrad- und eBike Branche und achtet auf eine lokale Wertschöpfungs- und Zuliefererkette – rechtfertigt den Preis ebenso wie das breite Einsatzspektrum. Darüber hinaus können staatliche Förderungen beansprucht werden.

Mit freundlicher Unterstützung von www.velototal.de


Mission R

Porsche lässt es mit dem Mission R richtig krachen

Wer glaubte, bisher alle Rennfahrzeuge oder gar nur Prototypen gesehen zu haben, sollte sich einmal den Mission R von Porsche genauer anschauen. Das Fahrzeug wurde einige Meter weit weg von der IAA, inklusive Schauspieler und LeMans-Pilot Patrick Dempsey vorgestellt und ist tatsächlich mit Blick auf die technischen Werte herausragend. Durch den Mission R zeigt Porsche die Vision eines Kundensport-Rennwagens von morgen. Und er soll natürlich elektrisch fahren - natürlich.

Zwar darf das Fahrzeug von Amts wegen derzeit nur 100 km/h fahren, im so geannten Qualifying-Modus sind aber satte 800 kW/1.088 PS veranschlagt. Damit kommt das Gerät dann auf mehr als 300 Stundenkilometer. Beeindruckende Werte, allemal. Der Bolide war selbst für die Entwickler eine echte Herausforderung, Das weiß auch Porsche-Chef Oliver Blume. Denn laut seiner Aussage floss in den Rennwagen, „die komplette DNA von allem, was Porsche ausmacht”.

Das Gewicht ist reduziert. Die Karosserie besteht zum Großteil aus nachhaltigem Naturfaser-verstärktem Kunststoff. Für den Renneinsatz wurde eine relativ leichte und kleine Batterie mit einer Kapazität von 80 kWh eingebaut, die im Rennmodus Saft für nur eine halbe Stunde (oder 80 Kilometer) mit über 300 km/h hat. Das reicht zwar nicht für die ganz großen Rennen, beispielsweise in der Formel E, für die Sprintrennen aber allemal.

Die Rekuperationsleistung des Geschosses ist absolut beeindruckend. Sie erfolgt mit maximal 800 Newtonmeter - beim Taycan Turbo S sind es zum Vergleich nur 290.  Das maximale Achs-Drehmoment liegt vorn bei 2.400 Newtonmetern und hinten bei spektakulären 3.900 Newtonmetern - in der Verbrennerwelt wären das zwischen 1.000 und 1.200 Newtonmeter. Und noch ein Superlativ: Zum ersten Mal arbeitet Porsche mit einem 900 Volt-Bordnetz, das eine Ladung des Akkus mit 350 kW zulässt. In deutlich unter 15 Minuten kann die Batterieleistung so auf über 80 Prozent geladen werden.

Warten wir ab, ob, wann und wo dieses Fahrzeug zum Einsatz kommt. Man darf gespannt sein.

 


Bottas und Hamilton stehen auf elektrische Scooter

Mercedes-AMG Petronas hat mit Lewis Hamilton 2020 zum vierten Mal hintereinander den Weltmeistertitel geholt. Mit dem Mi Electric Scooter Pro2 in den Farben von Mercedes-AMG Petronas bringen Xiaomi und das Formel-1-Team von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas eine stark limitierte Sonderedition auf den Markt. Die Kombination eines Bestsellers mit den Designelementen eines weltweit führenden Automobilunternehmens soll den Slogan „Ride with the best“ mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h wahr werden lassen. Zusammengeklappt passt der E-Scooter in jeden Kofferraum oder unter jeder Sitzbank in der Bahn. Valtteri Bottas nutzt den E-Scooter zum Beispiel für die Fahrt zur Box oder einen Wochenendausflug mit seiner Freundin. Die dafür vom Scooter bereitgestellten 45 Kilometer Reichweite könnten dafür ausreichen.


"Schluss mit Trödeln"

Eine Kolumne von Thomas Ranft

Es liegen zermürbende Wochen und Monate des Wartens hinter uns, die Pandemie und der Umgang mit ihr hat uns zu Recht dünnhäutig werden lassen. Wann werden endlich Entscheidungen getroffen? Warum werden Maßnahmen nicht schneller umgesetzt? Warum werden Einschränkungen nicht schneller aufgehoben? Warum dauerte die Impf-Hochlaufphase so lange?

Warten nervt, insbesondere, wenn wir das Gefühl nicht loswerden, dass bei den Entscheidern getrödelt wird. Was übrigens auch auf die Lebenswelten zutrifft, mit denen wir uns hier bei arrive beschäftigen.

Haben Sie ein neues Auto bestellt und warten und warten und warten? Teilweise 12 Monate und mehr, da kommen einem auch beim schönsten E-Auto die Tränen. Man wähnt sich zurück in der DDR: Aufgrund von Lieferengpässen und Produktionseinschränkungen dauerte es verdammt lange, bis der neue Trabi vor der eigenen Haustür stand. Die heutige Mangelware ist aber nicht mehr Stahl oder Ähnliches, sondern es sind Halbleiter. Was sind das eigentlich, diese Halbleiter? Ganz vereinfacht gesagt: Wenn Sie ein Haus bauen wollen, ist das kleinste und wesentlichste Bauteil der Ziegelstein, wenn Sie ein elektronisches Gerät bauen wollen, egal ob Kaffeemaschine, Laptop oder Steuergerät fürs Auto, ist es der Halbleiter.

Und diese Ziegelsteine der Elektronik sind knapp. Warum eigentlich? Ich mutmaße mal: Unternehmensentscheider handeln auch nicht wesentlich anders als Politiker und fahren deswegen meistens auf Sicht, können sich deswegen auch nicht immer vorstellen, dass eine Disruption doch so schnell vonstattengeht.

Und wenn man zu wenig vorbestellt hat und gleichzeitig weltweit durch Homeoffice und Homeschooling auch andernorts eine Menge Halbleiter benötigt werden, sitzt man halt auf dem Trockenen. Und so geht es praktisch der ganzen Branche. Der Vorteil des Halbleitermangels ist, dass es deswegen nicht so auffällt, dass die Produktionsplanungen für E-Autos deutlich zu konservativ waren und so mancher Hersteller bei der Transformation doch hinterherhinkt. So mancher trödelt aber auch ganz bewusst: Denn wenn Händler den Hof voller neuer Verbrenner stehen haben, sind sie auch ganz froh, dass der schöne E-Flitzer eine lange Wartezeit hat, dann wird man noch schnell die Karren mit dem alten Antrieb los.

Trödeln ist aber nicht nur bei Corona oder in der Autoproduktion ein Thema. Ich behaupte, es ist ein Problem unserer Gesellschaft. An manchen Stellen bekommt man das Gefühl, wir regulieren uns zu Tode. Nicht nur in der Politik, auch in vielen Unternehmen und Organisationen wird versucht, erst jede mögliche Problematik zu detektieren und regulatorisch einzufangen, bevor man überhaupt mit der Sache anfängt.

Das ist aller Ehren wert, aber nicht selten doch deutlich überzogen. Wenn der Sicherheitsbeauftragte eines Unternehmens die Begehung eine Fläche wegen Glätte untersagt, und direkt nach dieser Entscheidung über eine Straße läuft, die genauso glatt ist und seinen Kindern danach sagt: „Spielt draußen, aber passt auf, es ist glatt“, zeigt es doch, woran die Republik krankt: Es wird immer häufiger nicht mehr mit Augenmaß entschieden. Verantwortung wird nicht übernommen sondern auf Nutzer abgewälzt oder nach oben weitergegeben, und deswegen kommen wir nicht voran.  Das ist aus meiner Sicht auch Trödeln.

Und wenn wir im Energiesektor sehen, wie da getrödelt wird: Wie regulatorisch so viele Steine in den Weg geworfen werden, dass die letzte Windanlagenausschreibung deutlich unterzeichnet war, dass auf Reihenhäusern wegen Abstandsregeln Solaranlagen fast unmöglich werden, dann fragt man sich gemeinsam mit dem Bundesverfassungsgericht: Wie soll das gehen? Deswegen gab es ja auch die wegweisende Entscheidung des Gerichts, das eine Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes einfordert.

Denn wenn wir so weitertrödeln, ist unser CO2-Kontingent, das uns laut Pariser Klimaabkommen zur Verfügung steht, 2030 weitgehend aufgebraucht. Und weil diese CO2-Menge aber völkerrechtlich bindend ist, wären Politik, Gesetzgeber und Gerichte gezwungen, ab diesem Zeitpunkt CO2-Emissionen komplett zu unterbinden. Kein Heizen mehr mit Öl oder Gas, keine Kohle, und auch keine Mobilität mit Benzin, Diesel, Gas, Kerosin oder was auch immer.

Das wäre ein extremer Eingriff in die Freiheit der Bürger ab 2030, und das ist laut Bundesverfassungsgericht nicht akzeptabel. Und so sind wir jetzt alle gefordert: Die Transformation weg von CO2 in eine nachhaltigere Zukunft darf keinen Tag mehr aufgeschoben werden. Ein „Weiter so“ gibt es nicht mehr und Trödeln ist vom obersten deutschen Gericht untersagt worden.

Hilft uns das allen, jedem Einzelnen, jedem Unternehmen und der Gesellschaft bei all den Entscheidungen, die wir ab sofort treffen?

Ich hoffe schon.

Und wie sehen Sie das?

Sehen Sie das auch so?

 

Schreiben Sie mir gerne.

Wie immer unter

leserbrief@arrive-magazin.com

Sonnige Grüße

Ihr

Thomas Ranft


Automesse in Shanghai: Deutsche Hersteller zeigen sich angriffslustig

Wenn es um E-Autos geht, dann darf ein Blick auf die Messe „Auto China“ in Shanghai niemals fehlen. Coronabedingt sind in diesem Jahr jedoch so gut wie keine ausländischen Gäste vor Ort. Trotzdem setzt die Messe die wichtigsten Akzente in diesem Jahr mit Blick auf elektromobile Fahrzeuge. Mehrere Medien konstatieren: Die deutschen Hersteller zeigen sich mit ihren Stromern angriffslustig.

Volkswagen
und Audi

Volkswagen zum Beispiel. Der Konzern baut seine Elektroauto-Familie mit einem großen SUV nun aus, zu einer Zeit, in der der ID.4 in Deutschland derzeit einen starken Abdruck im E-Auto-Markt zu hinterlassen beginnt. Der in Shanghai präsentierte ID.6 fährt mit 4,88 Meter Länge im Format des konventionell motorisierten Touareg und siedelt sich oberhalb des Kompakt-Crossovers ID4 an. Premiere feiert der Siebensitzer nun auf der Messe in Shanghai (bis 28. April), bevor er in China auf die Straße rollt. Ein Markstart in Europa ist offiziell zunächst nicht geplant, wäre aber wohl ab dem kommenden Jahr denkbar. Technisch basiert der ID.6 (siehe Foto) wie auch seine kleineren Verwandten auf dem Modularen Elektro-Baukasten des Konzerns. Für den Antrieb stehen in China unterschiedliche Motoren- und Akku-Varianten zur Verfügung, die kleinste Variante kommt mit 132 kW/180 PS Leistung und 58 kWh Batterie-Kapazität daher. Die Reichweiten liegen nach chinesischer Norm bei 400 und knapp 600 Kilometern.

Nicht minder wichtig sind die zwei Langversionen bereits bekannter Modelle, und zwar das SUV Q5 L und die Limousine A7 L von Audi. Sie bleiben allerdings dem chinesischen Markt vorbehalten, die Fertigung vor Ort soll im Laufe des Jahres starten. Dass die zwei Fahrzeuge nur dort angeboten werden, hat indes eine gewisse Tradition. Die dortige Kundschaft schätzt das vergrößerte Platzangebot und das damit verbundene Prestige. Zudem werden dort auch Autos unterhalb der Luxusklasse als Chauffeurs-Limousinen genutzt, so dass ein bequemer Fond wichtig ist.
Beeindruckend ist ebenso das Konzeptfahrzeug A6 E-Tron. Dieses gibt einen Ausblick auf die nächste Evolutionsstufe batterieelektrisch angetriebener Modelle. Die Studie ist Vorbote der sogenannten „Premium Plattform Electric“, kurz PPE, welche mit großen Batterien und 800-Volt-Architektur üppige Reichweiten ermöglichen soll. Im Fall A6 E-Tron versprechen die Ingolstädter über 700 Kilometer mit einer Akkuladung.
Mit der 4,96 Meter langen Karosserie ist die Studie in etwa so lang wie der aktuelle A6. Beim Design handelt es sich indes um eine Weiterentwicklung der Formensprache der Baureihe, welche schon recht konkret andeutet, wie ein elektrisch angetriebenes Modell der Oberklasse von Audi aussehen könnte. Die Außenhaut zeichnet sich zudem durch einen aerodynamischen Feinschliff aus, der für einen cW-Wert von lediglich 0,22 sorgt (siehe Foto).

Auch Mercedes-Benz will auf dem asiatischen Markt mit E-Modellen richtig durchstarten: Denn nach dem Kompakt-SUV GLA erhält nun auch der etwas größere Ableger GLB einen Elektro-Ableger. Der Fünf- bis Siebensitzer feiert unter der Modellbezeichnung EQB auf der Messe in Shanghai Premiere. Auf deutsche Straßen rollt er im Laufe des Jahres.
Optisch und in Sachen Abmessungen orientiert sich der 4,68 Meter lange EQB eng an seinem Schwestermodell mit Verbrennungsmotor. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der glänzend schwarze „Black-Panel“-Grill, der den klassischen Kühlergrill ersetzt. Zudem findet sich vorne wie hinten ein durchgehendes Leuchtenband als Zier-Element. Innen gibt es unter anderem roséfarbene Dekore und blaues Ambiente-Licht.
Beim Antrieb dürfte sich der EQB am EQA orientieren. Während letzterer in Deutschland zunächst als 140 kW/190 PS starker EQA 250 startet, präsentiert sich der EQB in China als EQB 350 mit 215 kW/292 PS und Allradantrieb. Die Stromversorgung übernimmt in allen Varianten ein 66,5 kWh großer Akku, der für eine Reichweite von mehr als 400 Kilometern gut sein dürfte. Geladen wird über einen Bordlader mit bis zu 11 kW, Gleichstrom tankt der Mercedes mit bis zu 100 kW. Preise für den EQB nennt Mercedes allerdings bislang nicht.

Hyundai wird
immer elektrischer

Auch die Hyundai-Tochter Genesis wird nun elektrisch, wie das in Shanghai erste Modell unter diesem Namen eindrucksvoll zeigt. Und die E-Variante der Luxuslimousine G80 hat es tatsächlich in sich: Sie bietet über 500 Kilometer Reichweite.

Obwohl der elektrische G80 (siehe Foto rechts) nicht auf Hyundais neuer Elektro-Plattform E-GMP basiert, wurde doch einige Technik von dieser übernommen. So bietet der Genesis ein 800-Volt-System, welches Ladeleistungen von bis zu 350 kW verträgt. Im Idealfall kann die auf über 500 Kilometer Reichweite ausgelegte 87-kWh-Batterie deshalb in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen werden. Für den Vortrieb kommen zwei jeweils an Vorder- und Hinterachse montierte E-Motoren mit 272 kW/370 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment Systemleistung zum Einsatz. Der Sprint auf 100 km/h ist in unter fünf Sekunden möglich. Die Präsen-
tation des elektrischen G80 markiert zugleich den Eintritt der Hyundai-Tochter in den chinesischen Markt. Flankiert wird der Messeauftritt in China außerdem von der Studie X Concept. Wann und zu welchen Preisen der Elektro-G80 in China oder anderen Märkten wie auch Deutschland verfügbar sein wird, hat Genesis noch nicht verraten. In diesem Jahr wird die Marke offiziell auch in Deutschland antreten.

Lexus kommt mit
einem überarbeiteten ES

Sehr stolz ist man natürlich bei Toyota auf das erste batterie-elektrische Auto. Mit der Studie Concept bZ4X (siehe Foto links) gibt Toyota auf der Messe schon mal einen ersten Ausblick. Das gemeinsam mit Subaru entwickelte Kompakt-SUV basiert auf der neuen Elektro-Plattform e-TNGA und soll 2022 in Serie gehen. Als Produktions-standorte sind Japan und China vorgesehen. Neben dem auch mit Doppelmotor-Allradantrieb ausgerüsteten Crossover sollen bis 2025 sieben weitere Modelle der bZ-Familie auf den Markt kommen. Insgesamt will der Konzern bis Mitte des Jahrzehnts 15 Batterie-Fahrzeuge auf die Straße bringen, darunter auch Mikro-Mobile wie das Kei Car C+Pod.
Nicht weit entfernt vom Toyota-Bereich zeigt die Marke Lexus den überarbeiteten ES. Optisch fällt die 4,98 Meter lange Limousine durch einen modifizierten Kühlergrill sowie schlankere Scheinwerfer auf. Wie gehabt wird die Limousine in Deutschland ab Oktober ausschließlich mit einem 160 kW/218 PS starkem Hybridantrieb angeboten. Preise nennt Lexus derzeit aber noch nicht.Überhaupt scheinen die Japaner auch in diesem Jahr wieder traditionell sehr stark vertreten zu sein auf der Auto-Messe in Shanghai.

So präsentiert Nissan nach dem Qashqai nun auch dessen größeren Ableger X-Trail in neuer Generation. Nach der Premiere muss sich der Mittelkasse-Crossover mit bis zu 7 Sitzen aber erst noch gedulden. Erst im Sommer 2022 kommt er nach Europa.
Trotzdem hier schon mal ein paar Infos von uns über das Modell: Wie schon der Qashqai basiert der X-Trail auf der neuen Allianz-Plattform CMF-C, optisch orientiert er sich zudem sehr eng am US-Modell Nissan Rogue, das bereits seit 2020 auf dem Markt ist. Im Antriebsportfolio des Crossovers wird sich auch der für den Qashqai bereits angekündigte E-Power-Motor finden, ein serieller Hybridantrieb mit 140 kW/190 PS.
Es gibt aber auch die kleinen Fahrzeuge, die auf sich aufmerksam machen. So hat sich der kleine Hong Guang Mini EV in China zum großen Verkaufsschlager entwickelt. Bald schon soll das lifestylige Minimobil auch Kunden in Europa seinen Bann ziehen. Offiziell wird das Auto in Deutschland nicht angeboten, doch der in Litauen ansässige Karossier Dartz rasselt schon mal mit der Kette und wird das Mini EV in Europa unter der Marke Freze vertreiben. Dartz-Gründer Leonard F. Yankelovich wird das Fahrzeug als „Freze Froggy“ zum Preis von rund 20.000 Euro auch hierzulande anbieten.

Mehr zu den neuen Modellen der Auto-Messe in Shanghai in der kommenden arrive. Oder abonnieren Sie arrive einfach als preiswertes e-paper. Jetzt auch über amazon.de für den kindle.


EnBW

EnBW führend vor Eon und Allego bei Ladesäulen

Der Pool der Anbieter von Ladesäulen in Deutschland ist stark fragmentiert. Sehr viele kleine teilen sich den Markt mit den wenigen ganz großen der Szene. Die Bundesnetzagentur hat nun eine Rangliste der große Betreiber veröffentlicht. Nach dieser ist der Energiekonzern EnBW der größte Ladesäulenbetreiber in Deutschland. Laut amtlicher Liste hat das Stuttgarter Unternehmen 2.855 Ladepunkte gemeldet, darunter 1.524 Schnellladepunkte. Nummer zwei ist die Eon-Tochter Charge-On mit 1.733 Punkten (504 Schnellladepunkte), Nummer drei Allego mit 1.627 (713) Punkten. Insgesamt gibt es in Deutschland 2.362 Ladesäulenbetreiber, darunter - wie gesagt - sehr viele sehr kleine. Die 104 größten, unter denen sich neben wenigen Stadtwerken auch Unternehmen wie Ikea, Bosch oder BP finden, betreiben rund zwei Drittel aller knapp 42.000 zugänglichen Ladepunkte. Das entspricht nicht der Zahl der Ladesäulen, da viele Säulen mehr als einen Anschluss beziehungsweise Ladepunkt haben.


Microlino

Er kommt spät, aber er kommt: Der Microlino 2.0

Die Reibereien mit dem Delbrücker Unternehmen Artega gehören der Vergangenheit an. Jetzt schaut das Schweizer Unternehmen Micro konsequent nach vorne und ist auf dem besten Weg das Elektroauto Microlino 2.0 in wenigen Monaten auf den Markt zu bringen. Schon jetzt gibt es einen ersten Prototypen, auf den bis zum Homologationsprozess im Sommer weitere Vorserienfahrzeuge folgen sollen. Auf den 21. August haben die Eidgenossen die offizielle Präsentation der Serienversion sowie die EU-Zulassung terminiert. Produktionsstart und erste Auslieferungen sollen kurz darauf in den dann folgenden Wochen stattfinden.

An den Eckdaten des bereits im Sommer 2020 vorgestellten Microlino 2.0 hat sich nichts geändert. Der knuffige, nur 2,43 Meter kurze Zweisitzer wird in der L7e-Klasse antreten. Und auch die technischen Daten zeugen von Bescheidenheit beim Fahrkomfort: Ein 11 kW/15 PS starker E-Motor treibt den knapp über 500 Kilogramm leichte Leichtbau-Stromer auf maximal 90 km/h. Die wahlweise 8 oder 14,4 kWh großen Batterien sollen Reichweiten von 125 beziehungsweise 200 Kilometer erlauben. Der Basispreis beträgt 12.000 Euro. Vorbestellungen werden entgegengenommen.


VW

Arrive Nr. 2: Die ganze Welt der Wallboxen

Mehr Modelle, mehr Ladesäulen und nun auch immer mehr Equipment machen das Elektroauto endlich attraktiv für alle. Im Focus stehen dabei vor allem aktuell die Wallboxen fürs Laden zuhause. Denn die werden ja bekanntlich mit 900 Euro vom Staat kräftig seit kurzem gefördert.

Wer sich hier einen Überblick verschaffen will, liegt mit der neuen arrive-Ausgabe, die im gut sortierten Zeitschriftenregal zu finden ist, genau richtig. Von den technischen Vorraussetungen, über Fördermöglichkeiten, bis hin zu Ladezeiten und dem großen 1 x 1 der Wallboxbedienung ist dort alles zu finden, was man als Elektro-Auto-Newcomer jetzt braucht.

Natürlich fehlen wichtige Fahrberichte und Vorstellungen nicht. Aktuelle Fahrzeuge im Heft sind der Audi RS e-tron GT, Jaguar I-Pace EV400S, BMW IX, Honda e, der Mercedes EQC, Lexus UX 300e, Renault Twingo und der Citroen eC4. Einblicke in die neue Welt der eBikes gibt YouTube-Star Alex Bangula mit einem spannenden Alltagstest des exquisiten XF3 Adventure der deutschen Fahrrad-Manufaktur HNF-Nicolai.

Weitere Themen im Heft: Der brandneue Elektro-Baukasten E-GMP des koreanischen Autokonzerns Hyundai und dessen verbesserter Brennstoffzellen-Bolide Mirai, der als Version 2 sowohl günstiger im Preis ist als der Vorgänger als auch über eine höhere Reichweite verfügt.

Dass immer mehr Promis sich mit den umweltfreundlichen Stromern beschäftigen zeigt unsere Promiseite und unser großes Interview mit Comedian Dieter Nuhr, der einmal empfiehlt, bei allem Neuen, was auf den Markt kommt, einmal über den Tellerrand zu schauen und genau hinzuschauen, was wohl mit den Verbrennern passiert, wenn alle gleichzeitig auf Elektro-Fahrzeuge umsteigen würden.

Weitere Themen: Hypercars und günstige Umrüstungen von Verbrennern zu E-Mobilen!

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