EnBW

EnBW führend vor Eon und Allego bei Ladesäulen

Der Pool der Anbieter von Ladesäulen in Deutschland ist stark fragmentiert. Sehr viele kleine teilen sich den Markt mit den wenigen ganz großen der Szene. Die Bundesnetzagentur hat nun eine Rangliste der große Betreiber veröffentlicht. Nach dieser ist der Energiekonzern EnBW der größte Ladesäulenbetreiber in Deutschland. Laut amtlicher Liste hat das Stuttgarter Unternehmen 2.855 Ladepunkte gemeldet, darunter 1.524 Schnellladepunkte. Nummer zwei ist die Eon-Tochter Charge-On mit 1.733 Punkten (504 Schnellladepunkte), Nummer drei Allego mit 1.627 (713) Punkten. Insgesamt gibt es in Deutschland 2.362 Ladesäulenbetreiber, darunter - wie gesagt - sehr viele sehr kleine. Die 104 größten, unter denen sich neben wenigen Stadtwerken auch Unternehmen wie Ikea, Bosch oder BP finden, betreiben rund zwei Drittel aller knapp 42.000 zugänglichen Ladepunkte. Das entspricht nicht der Zahl der Ladesäulen, da viele Säulen mehr als einen Anschluss beziehungsweise Ladepunkt haben.


Microlino

Er kommt spät, aber er kommt: Der Microlino 2.0

Die Reibereien mit dem Delbrücker Unternehmen Artega gehören der Vergangenheit an. Jetzt schaut das Schweizer Unternehmen Micro konsequent nach vorne und ist auf dem besten Weg das Elektroauto Microlino 2.0 in wenigen Monaten auf den Markt zu bringen. Schon jetzt gibt es einen ersten Prototypen, auf den bis zum Homologationsprozess im Sommer weitere Vorserienfahrzeuge folgen sollen. Auf den 21. August haben die Eidgenossen die offizielle Präsentation der Serienversion sowie die EU-Zulassung terminiert. Produktionsstart und erste Auslieferungen sollen kurz darauf in den dann folgenden Wochen stattfinden.

An den Eckdaten des bereits im Sommer 2020 vorgestellten Microlino 2.0 hat sich nichts geändert. Der knuffige, nur 2,43 Meter kurze Zweisitzer wird in der L7e-Klasse antreten. Und auch die technischen Daten zeugen von Bescheidenheit beim Fahrkomfort: Ein 11 kW/15 PS starker E-Motor treibt den knapp über 500 Kilogramm leichte Leichtbau-Stromer auf maximal 90 km/h. Die wahlweise 8 oder 14,4 kWh großen Batterien sollen Reichweiten von 125 beziehungsweise 200 Kilometer erlauben. Der Basispreis beträgt 12.000 Euro. Vorbestellungen werden entgegengenommen.


VW

Arrive Nr. 2: Die ganze Welt der Wallboxen

Mehr Modelle, mehr Ladesäulen und nun auch immer mehr Equipment machen das Elektroauto endlich attraktiv für alle. Im Focus stehen dabei vor allem aktuell die Wallboxen fürs Laden zuhause. Denn die werden ja bekanntlich mit 900 Euro vom Staat kräftig seit kurzem gefördert.

Wer sich hier einen Überblick verschaffen will, liegt mit der neuen arrive-Ausgabe, die im gut sortierten Zeitschriftenregal zu finden ist, genau richtig. Von den technischen Vorraussetungen, über Fördermöglichkeiten, bis hin zu Ladezeiten und dem großen 1 x 1 der Wallboxbedienung ist dort alles zu finden, was man als Elektro-Auto-Newcomer jetzt braucht.

Natürlich fehlen wichtige Fahrberichte und Vorstellungen nicht. Aktuelle Fahrzeuge im Heft sind der Audi RS e-tron GT, Jaguar I-Pace EV400S, BMW IX, Honda e, der Mercedes EQC, Lexus UX 300e, Renault Twingo und der Citroen eC4. Einblicke in die neue Welt der eBikes gibt YouTube-Star Alex Bangula mit einem spannenden Alltagstest des exquisiten XF3 Adventure der deutschen Fahrrad-Manufaktur HNF-Nicolai.

Weitere Themen im Heft: Der brandneue Elektro-Baukasten E-GMP des koreanischen Autokonzerns Hyundai und dessen verbesserter Brennstoffzellen-Bolide Mirai, der als Version 2 sowohl günstiger im Preis ist als der Vorgänger als auch über eine höhere Reichweite verfügt.

Dass immer mehr Promis sich mit den umweltfreundlichen Stromern beschäftigen zeigt unsere Promiseite und unser großes Interview mit Comedian Dieter Nuhr, der einmal empfiehlt, bei allem Neuen, was auf den Markt kommt, einmal über den Tellerrand zu schauen und genau hinzuschauen, was wohl mit den Verbrennern passiert, wenn alle gleichzeitig auf Elektro-Fahrzeuge umsteigen würden.

Weitere Themen: Hypercars und günstige Umrüstungen von Verbrennern zu E-Mobilen!

Im Handel, im Abo, oder als e-paper unter www.arrive-magazin.com.


Opel Combo e-Life

Opel macht den Combo elektrisch

Opel treibt seine Elektro-Offensive weiter voran. Nun ist der Combo als Opel Combo-e Life an der Reihe. Der batterie-elektrische Hochdachkombi mit dem Blitz hat es tatsächlich in sich: Er ist extrem praktisch, emissionsfrei und vor allem flüsterleise. Mit viel Platz und Schiebetüren an den Seiten bietet er als Kurz- (4,40 Meter) oder XL-Version (4,75 Meter) für fünf oder sieben Personen genau das Raumgefühl, dass wir von den Verbrennern in diesem Segment gewohnt sind. Dazu schafft der Stromer mit seiner 50 kWh-Lithium-Ionen-Batterie je nach Fahrprofil, Außentemperatur und Nutzung bis zu 280 Kilometer Reichweite gemäß WLTP. Muss er einmal Strom nachtanken, lässt sich die Batterie an einer öffentlichen Schnellladesäule mit Gleichstrom in rund 30 Minuten bis zu 80 % wieder aufladen.

Der neue Opel Combo-e Life ist beispielsweise der ideale Partner für junge Familien, die Beides wollen: ein Auto, das null Emissionen ausstößt und zugleich alle Aufgaben vom Kinder-Shuttle-Service bis zum Großeinkauf in der Stadt souverän erledigt. Der neue Combo‑e Life meistert zudem auch mal schwierigere Aufgaben: So zieht er bis zu 750 Kilogramm an Anhängelast und fährt auf Wunsch mit Anhängerstabilitätskontrolle vor.

 

Rein elektrisch: Emissionsfrei

in die City und über Land

Mit einer Leistung von 100 kW/136 PS und einem maximalen Drehmoment aus dem Stand von 260 Newtonmeter eignet sich der neue Combo-e Life genauso für die City wie für die Fahrt über Land. Er beschleunigt je nach Variante in nur 11,2 Sekunden3 von null auf Tempo 100 und erreicht eine elektronisch geregelte Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h, so dass er auch problemlos auf der Autobahn mithalten kann. Das regenerative Bremssystem mit zwei wählbaren Einstellungen erhöht die Effizienz weiter.

Die aus 216 Zellen in 18 Modulen bestehende Batterie ist platzsparend unter dem Fahrzeugboden untergebracht, so dass die Passagiere keinerlei Kompromisse beim Komfort eingehen müssen. Durch ihre Lage im Fahrzeug senkt die Batterie zudem den Schwerpunkt. Damit verbessern sich die Fahreigenschaften, was sich gerade bei starkem Seitenwind und in flott gefahrenen Kurven positiv auswirkt.

Der vollelektrische Hochdachkombi ist in Sachen Ladeoptionen für alles gerüstet: Sein Akku lässt sich über eine Wall Box zu Hause, per Fast Charger unterwegs oder über jede beliebige Steckdose laden. Jeder Combo-e Life verfügt serienmäßig über die Möglichkeit, an einer Schnellladesäule mit 100 kW Gleichstrom geladen zu werden. Damit lässt sich die 50 kWh-Batterie in nur 30 Minuten zu 80 Prozent wieder aufladen. Je nach Markt ist der Elektro-Pkw serienmäßig mit einem einphasigen 7,4 kW- oder einem dreiphasigen 11 kW-On-Board-Charger ausgestattet.

Damit die Fahrt mit dem Combo-e Life noch schöner wird, gibt es mit OpelConnect, der myOpel App und Free2Move eine Reihe von Services und Bedienmöglichkeiten für Elektrofahrzeuge via Smartphone. Die „Charge My Car“-Funktion der Free2Move App ermöglicht die Nutzung von mehr als 220.000 Ladepunkten europaweit – inklusive der Bezahlung. Der Ladepunkt-Finder listet auf einer Karte alle registrierten Ladesäulen auf. Zudem bietet er neben der genauen Adresse auch eine Auskunft darüber, ob der Ladepunkt zum Zeitpunkt der Anfrage frei oder besetzt ist, informiert über Ladegeschwindigkeit sowie den aktuellen Preis. Die Services von OpelConnect reichen vom automatischen Notruf und einem direkten Draht zur Pannenhilfe bis hin zu unterschiedlichsten Informationen über das Fahrzeug. Mit der LIVE Navigation lassen sich Verkehrsereignisse in Echtzeit erfassen und Staus dynamisch umfahren.

Der neue Combo-e Life soll ab Herbst bei den Opel-Händlern erhältlich sein.


Peugeot

e-Traveller und e-Expert erhalten größere Batterie

Bei Peugeot hat man ebenso wie in anderen Autokonzernen die Zeichen der Zeit erkannt und setzt seit 2020 verstärkt auf Elektro- und Plug-in-Hybride. Selbst die bereits bestehenden Modelle werden nun sukzessive aufgerüstet und mit optimierten Batterien ausgestattet. Beispiel gefällig? Ok. Ab sofort sind Peugeot e-Traveller und e-Expert Kombi auch mit einer 75-kWh-Batterie bestellbar. Damit soll der vollelektrische Van eine WLTP-Reichweite von bis zu 322 bzw. 329 Kilometern bzw. erzielen. Angetrieben wird er vom konzernweit eingesetzten Elektromotor mit 136 PS (100 kW). Der Durchschnittsverbrauch wird mit 27,81 kWh/100 km angegeben. Der kleinere Akku mit 50 kWh und bis zu 227 bzw. 230 Kilometer Reichweite bleibt weiter im Angebot. Mit dem größeren Energiespeicher kostet der Peugeot e-Traveller ab 57.440 Euro, der e-Expert Kombi ab 55.640 Euro. Mit der Förderprämie des Bundes sinkt der Preis nochmal beträchtlich.


Geld für die Wallbox zu Hause: Bund fördert Installation mit 900 Euro

Geld vom Bund gibt es satt für Autos. Nun gibt's auch Geld für die heimische Wallbox. Die Installation „privater E-Auto-Ladestationen“, wie es im Beamtendeutsch heißt, wird also nun mit jeweils 900 Euro gefördert. Das hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer angekündigt. Ziel sei eine flächendeckende Versorgung mit Fahrstrom für Elektromobile.

Gefördert werden dabei sowohl der Erwerb und die Errichtung einer fabrikneuen, nicht öffentlich zugänglichen Ladestation inklusive des elektrischen Anschlusses als auch die damit verbundenen notwendigen Nebenarbeiten an Stellplätzen von bestehenden Wohngebäuden. Die Ladestation muss über eine Normalladeleistung von 11 Kilowatt verfügen und Strom aus erneuerbaren Quellen bereitstellen, zum Beispiel aus der eigenen Photovoltaik-Anlage. Zudem muss sie intelligent steuerbar sein.

Beantragen können die Förderung Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Wohnungsunternehmen und Genossenschaften. Anträge können ab dem 24. November bei der staatlichen Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) gestellt werden. 

Dann will die Bank auch eine Positivliste der förderfähigen Ladestationen online gestellt haben.

Die 900 Euro werden wenigstens einen Teil der Kosten für die Anschaffung einer Lademöglichkeit decken. Wallboxen, die einem bestimmten Anforderungsprofil entsprechen müssen, gibt es ab rund 500 Euro. Hinzu kommen je nach örtlichen Gegebenheiten mehrere hundert Euro Kosten für die Installation durch einen Elektriker. Wer pfiffig ist, und sich beim örtlichen Versorger einmal umhört, wird feststellen, dass in einigen Regionen Deutschlands es  weitere örtlich begrenzte Förderprogramme gibt.


ID.4

Premiere des VW ID.4: Auf dem Weg zum Weltauto?

Nach dem Marktstart des kompakten ID.3 bringt der Wolfsburger Konzern den elektrischen Crossover-SUV ID.4 auf den Markt.

Als VW dieses Jahr mit dem ID.3 sein erstes vollelektrisches Modell auf den Markt brachte, war trotz moderner Aufmachung klar, dass es ein eher für den europäischen Markt bestimmtes Golf-Äquivalent sein sollte. Nun folgt mit dem ID.4 ein als „Weltauto“ bezeichnetes Fahrzeug, das den global hochrelevanten Markt der Kompakt-SUVs bedient. So verwundert es kaum, dass Chefingenieur Frank Bekemeier den ID.4 als zentralen Bestandteil von VWs Elektrifizierungskampagne bezeichnet. Neben dem Werk in Zwickau wird der elektrische Crossover-SUV auch in China und den USA vom Band rollen.

Zunächst ist der ID.4 als Sondermodell 1ST bestellbar. Mit einer Batteriekapazität von 77 kWh bringt er es auf eine Reichweite von 520 km. Der E-Motor mit Heckantrieb leistet 150 kW (204 PS) und beschleunigt in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. An einer Schnellladesäule kann der ID.4 mit 125 kW geladen werden – genug, um in einer halben Stunde Reichweite für 320 Kilometer zu tanken.

Im Exterieur folgt der Elektro-SUV der modernen Designsprache des ID.3: Fließende und stringente Gestaltung, die gleich darauf deutet, dass es sich hier um ein E-Fahrzeug handelt. Die Scheinwerfer und Rücklichter verlaufen in einem kontinuierlichen LED-Band, in dessen Mitte das VW-Logo platziert wird. Auch im Interieur setzen die Wolfsburger moderne Akzente: Das Cockpit kommt ganz ohne Knöpfe oder physische Tasten aus. Stattdessen dominieren zwei Displays den Innenraum, die per Touchscreen oder Sprachsteuerung bedient werden können. Optional ist ein Head-Up-Display, das etwa Navigationshinweise direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Durch den langen Radstand entsteht ein geräumiger Innenraum, der es, wie VW betont, mit dem Raumangebot der nächstgrößeren SUV-Klasse aufnehmen kann. Auf einer Länge von 4,58 Meter profitiert der ID.4 so von der Raumaufteilung der Wolfsburger MEB-Plattform.

Der ID.4 1ST ist als teurere Ausstattungsversion förderungsfähig. Mit Elektrobonus ist er demnach für 40.470 Euro erhältlich. Ab 2021 soll das elektrische Fließheck-SUV dann auch in anderen Motor-und-Akkuvarianten auf den Mark
t kommen. Eine günstigere Version mit kleinerem Akku, die es mit 52 kW/h auf 350 km Reichweite bringt, soll ab 37.000 Euro zu haben sein. Im neuen Jahr folgen dann auch weitere Motorversionen mit 109, 125, 128 oder 150 kW. Zudem steht eine Allrad-Motorisierung an, die es mit zusätzlichem Frontmotor mit 75 kW (102 PS) auf eine Systemleistung von 225 kW (306 PS) bringt.

Der ID.4 kommt mit der Ambition auf den Markt, wie sein Gegenstück Tiguan zu einem „Weltauto“ zu werden. Die Weichen dafür sind gestellt, der ID.4 ist ab sofort bestellbar, die Produktion im VW-Werk in Zwickau läuft seit August. Die ersten Kunden sollen ihr Auto noch vor Weihnachten geliefert bekommen.


U5

Mut zur Lücke: Der chinesische Hersteller Aiways mit dem U5

Von Michael Specht

Als der junge chinesische Autohersteller Aiways vor zwei Jahren mit der Entwicklung eines elektrischen SUV begann, entschied man sich gezielt für das Volumensegment der Mittelklasse. Denn sehr wohl wusste das Start-up, was Tesla im Programm hat, und womit Audi, Jaguar und Mercedes auf den Markt kommen würden. Alle sind mit luxuriösen 2,5-Tonnen-Brocken unterwegs und rufen Preise von teils weit mehr als 80.000 Euro auf. Dass es auch wesentlich günstiger geht, zeigt Aiways nun mit dem U5, und bringt das Modell für weniger als die Hälfte der Preise der Premium-Anbieter in den Handel – bei gleichzeitig mehr Reichweite und teils besserem Platzangebot. Der U5 ist ein SUV in der Größe eines Skoda Kodiaq oder VW Tiguan Allspace. Wer jetzt denkt, Elektroautos aus dem Reich der Mitte interessieren in Europa doch keinen Menschen, irrt gewaltig. Schon bald soll der China-Stromer bei uns in Deutschland bestellbar sein.
Es wäre ein erneuter Versuch eines chinesischen Autobauers, im schwierigsten Markt der Welt einen Fuß in die Tür zu bekommen. Manche mögen sich noch an die Marken Brilliance oder Landwind erinnern. Letztere endete bei seinem Deutschland-Debüt als „China-Kracher“ mit verheerendem Resultat an der ADAC-Crash-Wand.
Aiways will es nun besser machen, verzichtet von vornherein auf konventionelle Verbrennungsmotoren und setzt gleich zu 100 Prozent auf Elektroantrieb, wohlwissend, dass man anders keine Chance hätte. Auch in Sachen Crash-Sicherheit glaubt Aiways, alle global gültigen Normen erfüllen zu können. Stolz sind die Chinesen auf ihre im Segment bislang einmalige Karosseriekonstruktion. Während das Chassis komplett aus Aluminium besteht, ist die Karosserie aus Stahl.
Um Qualität und Langstreckentauglichkeit unter Beweis zu stellen, schickten die Marketing-Strategen von Aiways werbewirksam zwei U5-Prototypen von China auf die Reise nach Deutschland. Die Marathon-Tour verlief über Kasachstan, Russland, Skandinavien, Niederlande, Belgien und Frankreich, 14.200 Kilometer insgesamt. Ziel war die IAA in Frankfurt. Wir erhielten Gelegenheit, die Etappe von Moskau nach St. Petersburg unter die Räder zu nehmen.

140 KW SIND VÖLLIG AUSREICHEND
Wie alle Elektroautos beschleunigt auch der U5 gleichmäßig, leise und kraftvoll. Ein leichtes „Straßenbahn-Singen“ ist nur anfangs hören. Dann wird es ruhig. Unter der Haube sitzt ein 140-kW-Motor. Er liefert ein Drehmoment von 310 Newtonmetern, etwa so viel, wie ein moderner Zweiliter-Diesel erzeugt. Nur mit dem Unterschied, dass der Kick vom Stand weg zur Verfügung steht. Die Leistung reicht aus, um bestens im Alltagsverkehr zurechtzukommen, und zeigt nur zu deutlich, wie überdimensioniert Audi, Mercedes, Jaguar und Tesla ihre Elektro-SUVs eigentlich ausgelegt haben. Auch Lenkung, Fahrwerk und Bremsen hinterlassen im U5 bereits einen professionellen Eindruck, selbst wenn es hier und da noch an etwas Finetuning fehlt. 503 Kilometer Reichweite (nach NEFZ) verspricht Aiways, eine mutige Ansage. Nach dem WLTP-Zyklus dürften es aber immer noch um die 400 Kilometer sein. Diese Distanz haben wir auf den russischen Straßen bereits locker übertroffen, mögen auch sommerliche Temperaturen und ein Tempolimit von 110 km/h – mehr sind in dem Riesenland nicht erlaubt – positiv dazu beigetragen haben. Die Energie liefert eine 65-kWh-Batterie. Damit bleibt Aiways deutlich unter Audi und Co, die zwischen 80 und 100 kWh an Bord haben und daher auch erheblich mehr wiegen. Nur 1.730 Kilogramm geben die Chinesen als Leergewicht an.

DEN AIWAYS GIBT ES IN DEUTSCHLAND NUR ONLINE
Bemerkenswert ist das Raumgefühl im Aiways U5. Konsequent haben sich die Ingenieure die Vorteile des platzsparenden Elektroantriebs zunutze gemacht. Dies spüren besonders die Gäste im Fond. Bis zu den Vordersitzlehnen ist so viel Platz, dass man bequem die Beine übereinanderschlagen kann. Kein anderes SUV in diesem Segment bietet solchen Komfort. Hinter den Rücksitzen bleiben zirka 550 Liter fürs Gepäck. Werden die geteilten Lehnen umgelegt, wächst der Stauraum auf das etwa dreifache Volumen. Hier fährt der Aiways den erwähnten Modellen Kodiaq und Tiguan Allspace somit hinterher.
Kaufen wird man den U5 bei uns vorerst nicht können, das Vertriebskonzept sieht ausschließlich Leasing vor. Dazu verhandelt Aiways derzeit mit großen Leasing-Gesellschaften. Wer den Zuschlag erhält, will man zum Jahresende bekanntgeben. Die monatlichen Raten sollen „um die 400 Euro“ liegen, heißt es aus der Firmenzentrale in Shanghai.
Bestellbar wird der U5 nur online sein. Händler und Showrooms? Fehlanzeige. Probefahrten können angemeldet werden, Aiways-Mitarbeiter kommen dann bis vor die Haustür. Wie das logistisch bewältigt werden soll, bleibt offen. Möglichkeiten, den U5 in Augenschein zu nehmen und Probe zu fahren, sollen sogenannte Pop-up-Stores bieten. Mit ihnen tingelt Aiways im ersten Jahr durch eine Vielzahl von Städten. Die wichtigen Themen Service, Reparaturen und Ersatzteile will man zusammen mit der Allianz angehen. Der Versicherer übernimmt dann sämtliche Dienstleistungen.
Das Aiways mit seiner Strategie in Europa Erfolg hat, ist möglich. Trotzdem: Die Marke ist unbekannt. „Das Vertrauen der Kunden muss erst gewonnen werden“, sagt Peter Fintl, China- und E-Mobilitätsexperte beim Beratungsunternehmen Altran, und sieht den U5 insgesamt zwar als „technisch und preislich interessantes Paket“ an. „Doch bald trifft das Modell auf etablierte Konkurrenz, allen voran auf Volkswagen. Und die Wolfsburger stellen mit ihrer MEB-Architektur nicht nur ihre technologische Kompetenz unter Beweis, sondern verfügen auch über eine exzellente Vertriebsorganisation.“


Trekstor geht unter die E-Scooter-Hersteller

Trekstor , der für die Produktion von Spechermedien bekannte Hersteller, erweitert sein Angebot um ein E-Scouter-Modell, und zwar den EG40610. Dieses Modell mit dem komplizierten Namen zeichnet sich vor allem durch luftgefüllte 10-Zoll-Reifen aus, die im Gegensatz zu Vollgummirädern mehr Komfort und Fahrstabilität auf unebenem Untergrund bieten. Außerdem bietet der EG40610 einen in der Lenkstange untergebrachten Akku, der sich laut Hersteller mit wenigen Handgriffen entnehmen lässt, um ihn leichter zur nächsten Steckdose zu transportieren. Die Ladezeit soll bei 4,5 Stunden liegen, die Reichweite der 230-Wh-Batterie wird mit 20 Kilometer angegeben.

Darüber hinaus verspricht Trekstor ein problemloses erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h dank eines 350 Watt starken E-Motors. Zur Ausstattung des 14 Kilogramm schweren Scooters gehören eine integrierte Beleuchtung, Multifunktionsdisplay, Faltmechanismus, Ständer und Klingel. Neben einer mechanischen Scheibenbremse sorgen eine Trittbremse am hinteren Schutzblech und eine E-Bremse für Verzögerung. Der rund 650 Euro teure Scooter ist bereits bestellbar. Speziell im Trekstor-Onlineshop erhalten Kunden bei Bestellung eines EG40610 einen 50-Euro-Gutschein für einen Uvex-Helm.


Stadt der Zukunft

Toyota baut bald eine Stadt der Zukunft

Toyota arbeitet an der Stadt der Zukunft: Auf einem 175 Hektar großen Gelände am Fuße des japanischen Mount Fuji will der Mobilitätskonzern eine Modell-Metropole bauen. Die jetzt im Rahmen der CES in Las Vegas (-10. Januar) vorgestellte „Woven City“ bildet ein vollständig vernetztes Ökosystem, das Wasserstoff-betriebene Brennstoffzellen nutzt.

Als „lebendiges Labor“ wird Woven City sowohl klassische Einwohner als auch Forscher beherbergen, die vor Ort Technologien wie Autonomie, Robotik, persönliche Mobilität, Smart Home und Künstliche Intelligenz (KI) in einer realen Umgebung testen und entwickeln können.Toyota ist offen für eine Zusammenarbeit mit anderen kommerziellen und akademischen Partnern. Interessierte Wissenschaftler und Forscher aus der ganzen Welt sind eingeladen, an eigenen Projekten in diesem einmaligen, realen Inkubator zu arbeiten. Mit dem Entwurf von Woven City hat Toyota den dänischen Architekten Bjarke Ingels, CEO der Bjarke Ingels Group (BIG), beauftragt, dessen Team unter anderem das World Trade Center und den Hauptsitz von Google entwarf.Neben Strecken für schnellere Fahrzeuge gibt es Abschnitte für einen Mix aus niedrigerer Geschwindigkeit, persönlicher Mobilität und Fußgängern sowie für eine parkähnliche, ausschließlich Fußgängern vorbehaltene Promenade.

Hauptsächlich aus Holz bestehende Gebäude, für die traditionelle japanische Holztischlerei und robotergestützte Produktionsmethoden verwendet werden, reduzieren den CO2-Fußabdruck. Auf den Dächern finden sich Photovoltaik-Anlagen, um Solarstrom zusätzlich zur Stromerzeugung durch Wasserstoff-Brennstoffzellen zu nutzen.

Die Wohnungen in der Stadt der Zukunft werden mit den neuesten Assistenztechnologien wie In-Home-Robotik ausgestattet, um Menschen zu unterstützen. Sensorbasierte künstliche Intelligenz überprüft den Gesundheitszustand der Bewohner und verbessert das tägliche Leben. Auf den Hauptverkehrsstraßen sind ausschließlich völlig autonom fahrende, emissionsfreie Fahrzeuge unterwegs, um die Bewohner zu befördern. Der Toyota e-Palette wird für den Transport und die Warenauslieferung sowie für den mobilen Einzelhandel eingesetzt.Die beiden Nachbarschaftsparks, ein großer zentraler Park zur Erholung sowie ein zentraler Platz für soziale Zusammenkünfte sollen die Gemeinschaft zusammenführen. In Woven City sollen Mitarbeiter und ihre Familien, Ehepaare im Ruhestand, Einzelhändler, Wissenschaftler und Industriepartner leben.

Vor Ort finden zunächst bis zu 2.000 Menschen Platz, deren Zahl im Laufe der Zeit sukzessive ausgebaut werden kann. Der Spatenstich für die Modell-Metropole ist für Anfang 2021 geplant.

Text von auto-medienportal.net/Dennis Gauert