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Deutsche Automobilindustrie wird immer elektrischer

Lange zeigte sich die deutsche Automobilindustrie träge in Sachen Elektromobilität. Doch längst haben auch die hiesigen Autobauer die Zeichen der Zeit erkannt. Produktionsstätten werden umgestellt. Nicht zuletzt dem Druck der Politik ist es zu verdanken, dass es mittlerweile immer seltener um die ausgefeiltesten Verbrennermotoren geht, sondern ihre elektrischen Pendants. Und die Produktion der Verbrennungsmotoren? Die wandert mittlerweile immer öfter ins Ausland.

Jüngst hat etwa BMW verkündet, die Produktion seiner Verbrennungsmotoren nach Österreich Großbritannien auszulagern. 400 Millionen werden von BMW investiert, um die fast 1400 Beschäftigten des Motorenbaus im Stammwerk München umzuschulen oder an anderen Stellen einzusetzten. Entlassungen sollen indes vermieden werden. Dennoch: Die  Produktionskosten sollen um etwa 500 Millionen Euro sinken. Auch die Energiespeicher für deutsche Autos werden mittlerweile in Deutschland gebaut, Akkufabriken entstehen.

Doch die Veränderungen ernten nicht nur Lob. Bei VW sind es vor allem die Arbeitnehmervertreter, die gegen so manche Umstellung protestieren.In den nächsten zehn Jahren will VW fast 70 Elektroauto-Modelle auf den Markt zu bringen. Mehrere Standorte der Produktion wurden dafür schon modernisiert. Teils wird die Produktion von Modellen mit Verbrennungsmotoren noch parallel fortgesetzt. Das mag aber auch nur eine Frage der Zeit sein.


Kommen bald die Lufttaxis? – Investitionen in Drohne-Shuttles verzwanzigfacht

Die Lufttaxi-Branche ist im Aufwind: Lange Zeit wurden die Idee und erste Konzepte belächelt - nicht zuletzt nach Äußerungen von Dorothee Bär, der Staatsministerin für Digitales. Doch jetzt könnte es schneller gehen, als einst gedacht.

In den vergangenen vier Jahren haben sich die Investitionen in die selbstfliegenden Drohnen-Shuttles verzwanzigfacht. Schon bald sollen die ersten Elektro-Flieger in der Luft sein.  Bislang waren Flugtaxis lediglich in einzelnen Pilotversuchen unterwegs, etwa seit 2018 im chinesischen Guangzhou. In Paris sollen schon vor Mitte des Jahrzehnts erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas stehen demnächst Testflüge auf dem Programm. Global mehr als 110  Projekte zur Bereitstellung autonomer Lufttransportangebote hat die Unternehmensberatung Roland Berger für eine aktuelle Studie dazu gezählt. Die Hälfte davon in Europa.

Eine größere Verbreitung des Lufttaxis startet den Experten zufolge ab 2025, wenn erste kommerzielle Anbieter auf den Markt kommen. Das stärkste Wachstum folge dann ab 2030. Roland Berger rechnet für 2050 weltweit mit rund 160.000 kommerziellen Shuttle-Drohnen und einem jährlichen Marktvolumen von 90 Milliarden Dollar.

Investoren stehen deshalb schon Schlange, obwohl bislang kein konkretes Geschäftsmodell erkennbar ist. Die Ansätze sind vielfältig. In Europa etwa werde die Technologie vor allem als schnelle Verbindung zwischen zwei Städten oder zwischen Stadt und Flughafen gesehen. Schon ab zehn Kilometern Reisedistanz sollen Flugtaxis dabei schon eine Zeitersparnis bringen können. Auch preislich könnten sie sich im Vergleich zum Taxi am Boden lohnen - zumindest in der Theorie einer weiteren Studie. Auch Langstrecken-Lufttaxis sind laut der Studie von Roland Berger denkbar. Immerhin kommen sie ersten Prognse zufolge auf eine Reichweite von 300 Kilometern.

Noch müssen bei den ersten Flugtaxis Piloten mit an Bord sein.  Wenn später allein die Computer übernehmen, könnte es zur Sicherheit Überwachungszentren am Boden geben, die im Notfall per Fernsteuerung eingreifen. Für die neue Mobilitätsform muss ohnehin ein ganzes Ökosystem wachsen: Landeplätze, Dienstleistungen rund um den Flug, Ticket-Vermittlung und Reparaturen werden notwendig. Geklärt werden muss außerdem noch, wo die Passagier-Drohnen künftig starten und landen sollen. Neben Hochhausdächern sind als Standort etwa die obersten Decks von Parkhäusern denkbar.