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Kia Sorento Plug-in-Hybrid: Großer Auftritt mit Rücksicht

Mit der vierten Generation seines größten SUV will Kia einmal mehr den hiesigen Qualitätsmarken ein paar Marktanteile abjagen. Das wird funktionieren, weil der Sorento ein paar exklusive Stärken hat – und einen starken Plug-in-Hybriden.

Kennen Sie den Satz von Henry Ford über sein erstes Auto für den Massenmarkt? „Sie können unser Auto in jeder Farbe haben – Hauptsache, sie ist schwarz.“ In der Beschränkung zeigt sich eben manchmal der Meister. Das T-Modell war denn auch vor 100 Jahren ein Riesenerfolg.

Für den letzten Kia Sorento galt bisher etwas ganz Ähnliches: „Sie können unser Auto mit jedem Antrieb haben – Hauptsache, es ist ein Diesel.“ Bis vor wenigen Wochen war das nämlich der einzige Antrieb, den deutsche Interessenten für das große SUV der Koreaner bekommen konnten. Doch die Zeiten, in denen Diesel die alleinseligmachende Motorisierung für solcherart Dickschiffe waren, sie sind vorbei.

Darum kommt der neue Sorento jetzt erstmals auch mit einem Plug-in-Hybriden. Und der kann einiges, woran gerade die deutschen Konkurrenten derzeit noch knobeln. Allen voran ein ganz besonderes Raumerlebnis.

Denn der 4,81 Meter lange Sorento ist ein echter Siebensitzer; auch in Reihe Drei können sich dabei zwei Erwachsene ganz wohl fühlen. Das liegt an dreierlei Tricks: Erstens ist der Elektromotor anders als bei vielen Konkurrenten nicht auf der Hinterachse angebracht, sondern am Getriebe. Zweitens ist der Radstand um fast vier Zentimeter gewachsen. Und drittens liegt der Akkupack flach unterm Interieur statt etwa unter der Rücksitzbank. Für zusätzlichen Komfort sorgen eigene Luftauslässe für die Klimaanlage, Extra USB-Anschlüsse und Getränkehalter und die segensreiche Wirkung der Niveauregulierung in den höheren Ausstattungsvarianten.

Sanft ist das Wechselspiel der Motoren

Auf den Schoß nehmen muss dabei zumindest auf kurzen Fahrten auch bei sieben Passagieren niemand sein Gepäck: Beim Siebensitzer stehen auch mit dritter Reihe in Sitzposition immer noch 175 Liter Gepäckraum zur Verfügung – mit eingeklappter dritter Sitzreihe bis zu 809 Liter. Es kann also losgehen auf große Fahrt.

Und der Plug-In mit seiner 13,8-kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie ist dafür ein perfekter Begleiter: Die Kombination aus 1,6-Liter-Turbobenziner und 66,9 kW starkem Elektromotor gewährleistet immer mühelose Kraftentfaltung, die dem Diesel absolut ebenbürtig ist. In weniger als neun Sekunden ist aus dem Stand Tempo 100 erreicht. Vor allem bei Zwischensprints zeigt sich aber der Vorteil des E-Motors, der sein 304 Newtonmeter-Drehmoment sofort anbietet. Vom Wechselspiel zwischen den Motoren merkt auch der feinfühligste Fahrer nichts. 

Dass der Sorento seine Kraft so gut auf die Straße bringt, liegt auch am Allradantrieb. Auf den rutschigen Straßen der verregneten Eifel brachte das bei ausführlichen Testfahrten einen eindeutigen Mehrwert in schneller gefahrenen Passagen. Der Sicherheitsgewinn lässt sich aber auch per Software automatisch herbeiführen. Ein superintelligenter Tempomat hält nämlich nicht nur automatisch Abstände, sondern erkennt auch scharfe Kurven oder Geschwindigkeitsbegrenzungen voraus – und bremst den Wagen sanft entsprechend ein.

Die vier angetriebenen Räder bringen übrigens auch außerhalb befestigter Straßen starke Ergebnisse. Gekoppelt mit einem vollelektronischen „Terrain Mode“-System und der Möglichkeit, Programme für Schnee, Matsch und Sand zu wählen, steigt die Traktion erheblich. Dieses SUV kann auch Gelände – wenn es denn nicht zu extrem für Überhänge oder Reife wird.  Und dabei geht es auch auf ruppigerem Geläuf im Inneren meist noch limousinenhaft zu.

Zum Wohlfühlen auf allen Sitzplätzen trägt auch bei, dass der Hybride ein echter Flüsterriese ist. Klar, wenn der Fahrer die volle Kraft von 265 PS und maximalem Systemdrehmoment von 350 Nm im Sport-Programm abruft, ist die Konversation zwischen den Sitzreihen deutlich eingeschränkt. In den Normalprogrammen bleibt es hingegen extrem ruhig im Sorento.

Das liegt zum einen am hohen Niveau der Verarbeitung, dass die Koreaner längst erreicht haben. Besonders in den edleren Ausstattungsvarianten ist der Sorento in seiner Anmutung und bei der Liebe zum Design-Detail durchaus auf Augenhöhe mit deutlich teureren Angeboten aus Deutschland, Schweden oder Großbritannien – auch, wenn dort die Holz- oder Aluminium-Optik wirklich aus diesem Material gefertigt ist. Da soll der Kunde entscheiden, was ihm dieses Anfass-Erlebnis wert ist. 

Jede Menge digitale Features

Die Kia-Ingenieure haben ihren Ehrgeiz zudem auf die Technik des Hybrid-Antriebs konzentriert. Ergebnis: Der Rotor des Elektromotors arbeitet so hörbar geräusch- und vibrationsarmer als in anderen E-Antrieben. Oder besser gesagt: unhörbar.

Bei Infotainment, Vernetzung und Assistenzsystemen lassen Asiaten sich von uns Europäern ja ohnehin schon lange nichts mehr vormachen – im Gegenteil: Der Sorento bietet je nach Geldbeutel die ganze heute übliche Armada aus Head-Up-Display, 26-cm-Touchscreen, cloud-basierter Online-Navigation, der Anzeige von nahe gelegene Ladestationen samt Details zu Kompatibilität und Verfügbarkeit. Per App lassen sich zudem geplante Routen an das Navigationssystem schicken – und die Routenführung etwa in einer Fußgängerzone auch nach dem Aussteigen per Smartphone fortsetzen. Automatisch in der Spur bleiben, bremsen, beschleunigen, lenken, den Verkehr drum herum beobachten und so weiter…alles drin.

Und manchmal noch ein paar exklusive Gimmicks dazu: Der mit Außenspiegeln 2,17 breite Kia lässt sich etwa auch von außen per Druck auf die Fernbedienung automatisch aus einer engen Parklücke lotsen oder öffnet die Heckklappe auch ohne Fußakrobatik, wenn der Fahrer vollbeladen dahinter steht. Und bei der Rücksicht unterstützt der Sorento auch besonders: In das digitale Cockpit öffnet sich immer dann automatisch das Bild der Rückfahrkamera, wenn der Fahrer blinkt. Der Schulterblick wird Geschichte. Peter Weißenberg

Technische Details

  • Typ: Fünftüriges, fünf- oder siebensitziges SUV
  • Motoren: 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner in Kombination mit E-Motor und Sechsgang-Automatikgetriebe
  • Elektro-Motor: Lithium-Ionen-Batterie mit 13,8 kW/h brutto Kapazität
  • Systemleistung: 194 kW (265 PS) 
  • Elektr. Reichweite (WLTP): k. A.
  • Länge x Breite x Höhe: 4,81 m x 1,90 m x 1,70 m
  • 0 bis 100 km/h: noch nicht bekannt
  • Abgasnorm: Euro 6d
  • Effizienzklasse: A+
  • Preis: noch nicht bekannt

Schnellladestationen an französischen Autobahnen

Das Unternehmen Fastned hat die Ausschreibung für Schnellladerstationen an französischen Autobahnen gewonnen. Elektrofahrzeuge können an den Stationen von Fastned eine Reichweit von bis zu 300 Kilometern innerhalb von 15 Minuten Ladevorgang erreichen, heißt es von dem Unternehmen.

Betrieben werden die Schnellladestationen von Fastned ausschließlich mit erneuerbaren Energien aus Windkraftanlagen und Solaranlagen. Sie sollen die Kapazität haben, hunderte Autos am Tag zu laden.

Entstehen sollen nun neun Schnellladestationen entlang der wichtigsten Autobahnen Frankreichs. Die französische Autobahn- und Mautstraßengruppe "Autoroutes Paris-Rhin-Rhône (APRR) muss die Entscheidung für Fastned nun noch vom französischen Verkehrsministerium genehmigen lassen.

Fastned ist ein niederländisches Unternehmen, das plant europaweit an Autobahnen ein Schnellladenetz zu etablieren. Es betreibt bereits Stationen in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und auch in Großbritannien.


Deutsche Automobilindustrie wird immer elektrischer

Lange zeigte sich die deutsche Automobilindustrie träge in Sachen Elektromobilität. Doch längst haben auch die hiesigen Autobauer die Zeichen der Zeit erkannt. Produktionsstätten werden umgestellt. Nicht zuletzt dem Druck der Politik ist es zu verdanken, dass es mittlerweile immer seltener um die ausgefeiltesten Verbrennermotoren geht, sondern ihre elektrischen Pendants. Und die Produktion der Verbrennungsmotoren? Die wandert mittlerweile immer öfter ins Ausland.

Jüngst hat etwa BMW verkündet, die Produktion seiner Verbrennungsmotoren nach Österreich Großbritannien auszulagern. 400 Millionen werden von BMW investiert, um die fast 1400 Beschäftigten des Motorenbaus im Stammwerk München umzuschulen oder an anderen Stellen einzusetzten. Entlassungen sollen indes vermieden werden. Dennoch: Die  Produktionskosten sollen um etwa 500 Millionen Euro sinken. Auch die Energiespeicher für deutsche Autos werden mittlerweile in Deutschland gebaut, Akkufabriken entstehen.

Doch die Veränderungen ernten nicht nur Lob. Bei VW sind es vor allem die Arbeitnehmervertreter, die gegen so manche Umstellung protestieren.In den nächsten zehn Jahren will VW fast 70 Elektroauto-Modelle auf den Markt zu bringen. Mehrere Standorte der Produktion wurden dafür schon modernisiert. Teils wird die Produktion von Modellen mit Verbrennungsmotoren noch parallel fortgesetzt. Das mag aber auch nur eine Frage der Zeit sein.


Elektroautos als flexible Stromspeicher

Können Elektroautos auch einen Nutzen für die Stadt haben, in der sie stehen? Ein Modellprojekt in Berlin widmet sich jetzt der Frage, ob die Stromer auch als flexible Stromspeicher für das lokale Netz genutzt werden könnten. Die beiden Berliner Netzbetreiber Stromnetz Berlin und 50 Hertz kooperieren dabei mit Technologiekonzern und Automobilzulieferer Bosch sowie der Volkswagen-Tochter Elli.

Um die Akzeptanz eines solchen Modells zu stärken, müssen vor allem die offensichtlichen Probleme beseitigt werden. Natürlich dürften die Akkus der Fahrzeuge nicht entladen werden, kurz bevor der Besitzer mit seinem Wagen wieder losfahren will. Auch die entsprechenden Systeme für den Einsatz der Elektrofahrzeuge als Energiespeicher müssen noch entwickelt werden. Es könnten auch Anreize entwickelt werden, die die Anschaffung eines Elekrtoautos noch attraktiver machen würden.

Das Projekt „Internet-of-Energy“ setzt dabei auf digitale Messsysteme mit sogenannten Smart-Meter-Gateways und entsprechende Steuerungseinrichtungen.  Die beidseitige Datenkommunikation gilt als Grundvoraussetzung für die Entwicklung intelligenter Speicherlösungen, die Gateways ermöglichen diese. Ob das Vorhaben in der Praxis tatsächlich umsetzbar ist, soll das Projekt am Ende hoffentlich eindeutig beantworten.


Stationärer Energiespeicher mit E-Auto-Batterien von Renault

Im ehemaligen Kohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Elverlingsen geht es künftig deutlich sauberer zu. Gemeinsam mit dem Technologieunternehmen The Mobility House und dem Stromspeichersystem-Experten Fenecon hat Renault dort einen ungewöhnlichen Energiespeicher in Betrieb genommen. In dem  „Advanced Battery Storage“ können bis zu drei Megawattstunden Energie gespeichert werden. Der Speicher besteht aus bis zu 72 neuen und gebrauchten Batterien, die sonst im Renault Zoe zum Einsatz kommen.

Der Renault Zoe ist derzeit einer der beliebtesten Elektroauto-Kleinwagen in Europa. Und Renault will künftig weiter in großem Umfang Elektroautos verkaufen. Für mehr Nachhaltigkeit treiben die Franzosen Projekte wie den Energiespeicher voran. So soll der Umweltnutzen der E-Mobilitäts-Aktivitäten erhöht werden.

Ein erster lokaler Energiespeicher dieser Art mit einer Speicherkapazität von 4,7 Megawattstunden wurde bereits in der französischen Stadt Douai in Betrieb genommen. Elverlingsen ist der zweite Standort im Rahmen des „Advanced Battery Storage”-Projekts. Weitere Standorte sind auch noch in Planung.

Bei der stationären Speicherung von Energie geht es darum, die Lücke zwischen Stromverbrauch und Stromerzeugung zu schließen und so dazu beizutragen, den Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix zu erhöhen. Das verbessert die Materialeffizienz und die CO2-Bilanz.


Tesla baut größte Batteriefabrik der Welt in Brandenburg

Elon Musk

Unweit Deutschlands Hauptstadt Berlin entsteht derzeit im brandenburgischen Grünheide das erste Tesla-Werk des Landes. Die sogenannte Gigafactory soll aber nicht nur Autos produzieren. Jetzt hat Tesla-Gründer Elon Musk bekanntgegeben, dass an dem Standort in Brandenburg auch Batterien produziert werden soll - und das in ganz großem Maßstab.

Tatsächlich soll das Tesla-Werk in Grünheide die weltgrößte Batteriefabrik werden, sagte Musk bei einem per Video übertragenen Auftritt auf einer Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft an. Ein Grund für das Vorhaben könnte die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium sein. Allerdings liegt dem Landesumweltamt nach eigenen Angaben bis jetzt noch kein Genehmigungsantrag für eine Batteriefabrik vor.

Tesla will in Grünheide jährlich fast 500.000 Fahrzeuge des Model 3 und des Model Y bauen. Es ist das erste Werk, in dem sowohl Autos als auch Batterien gefertigt werden sollen. Bei seinem Online-Auftritt stellte Musk auch neue Kompakt-Modelle speziell für den europäischen Markt in Aussicht und versprach längere Reichweiten. Er machte keine Angaben dazu, wann diese auf den Markt kommen sollen.

Tesla-SItz in Palo Alto. Foto: Mike-Dennis Müller/mdm.photo

Der Tesla-Chef hatte bereits im September nur noch halb so teure Batterien und ein Elektroauto mit Startpreis 25.000 Dollar für die nächsten drei Jahre angekündigt. Nun sagte er, dass die umweltfreundlicheren, günstigeren und stärkeren Batterien bei Berlin gefertigt werden sollen. Tesla braucht die großen Akkus unter anderem für den Elektro-Sattelschlepper, der gerade für den Marktstart vorbereitet wird, sowie für den futuristischen Pickup Cybertruck.

Die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, sprach von einer "starken Nachricht" für den Automobilstandort Deutschland". Durch die Förderung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) entstehe die größte Batteriefabrik der Welt. "Wir begrüßen das Vorhaben, die umweltfreundlichsten Batteriezellen in Deutschland herzustellen. Dadurch entstehen 10.000 Arbeitsplätze."

Bisher produziert Tesla seine Batterien im US-Bundesstaat Nevada, während im Stammwerk im kalifornischen Fremont der Großteil der Fahrzeuge gebaut wird. 2019 eröffnete der Autobauer auch ein Werk in China.

Die "European Conference on Batteries" wurde im Zuge der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vom Bundeswirtschaftsministerium veranstaltet.


In Hamburg sind E-Autos am beliebtesten

Neue Antriebstechnologien sind in den verschiedenen Regionen des Landes nicht gleich beliebt. Zu den Spitzenreitern in Sachen E-Auto-Affinität gehören Hamburg, Baden-Württemberg und Berlin. Dort haben reine Elektroautos und Plug-in-Hbride  derzeit deutschlandweit die höchsten Anteile an den neu zugelassenen Fahrzeugen. Stand  Oktober machten diese beiden Fahrzeugkategorien in der Hamburg etwa 1,26 Prozent aller Autos aus, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Auf jeweils 1,08 Prozent kommen die Zulassungen in Baden-Württemberg und Berlin.

Elektroauto-Muffel sind derzeit noch die Autofahrer in Sachsen-Anhalt mit 0,39 Prozent Anteil, in Mecklenburg-Vorpommern mit 0,41 Prozent und Sachsen mit 0,49 Prozent. Der deutsche Durchschnittswert liegt derzeit bei 0,87 Prozent. Damit ist nur knapp jeder 116. neu zugelassene Wagen ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid. In Hamburg ist es einer von 80, in Sachsen-Anhalt einer von 258. Bundesweit waren zum 1. Oktober insgesamt 221.968 reine Elektroautos und 194.789 Plug-in-Hybride zugelassen. Die Zahlen stiegen zuletzt dank erhöhter Förderung stark an.

Mittlerweile soll die E-Auto-Nachfrage nach Einschätzung des Neuwagenkauf-Portals Carwow sich aber langsam wieder normalisieren. Heute interessiere sich jeder Zweite der Käufer für Benzinautos und je ein Sechstel für Elektro-, Hybrid- und Dieselautos, sagt Carwow-Chef Philipp Sayler von Amende. "Dieser Trend scheint sich hier eingependelt zu haben, deshalb würde ich davon ausgehen, dass die Nachfrage in nächster Zeit auf unserem Vergleichsportal in etwa so bleiben wird."

Carwow zählt monatlich 3,5 Millionen Seitenbesuche von potenziellen Autokäufern, die ihr Wunschfahrzeug konfigurieren können und dann Angebote von deutschen Vertragshändlern erhalten. Die teils langen Lieferzeiten von E-Autos dürften sich ebenfalls normalisieren, meint Sayler von Amende und nannte vier Gründe: Die Industrie sei im Sommer von der hohen Nachfrage durch die sehr hohe deutsche Kaufprämie überrascht worden und habe mittlerweile aber reagiert. Die Lieferketten seien besser geworden. Die Verlängerung der Kaufprämie bis 2025 habe den Druck indes etwas herausgenommen. Außerdem verteile sich die Nachfrage nun auf mehr Modelle verschiedener Hersteller, weil laufend immer neue Elektroautos auf den Markt kämen, zwischen denen die potenziellen Kunden sich nun entscheiden könnten.


Strategie-Schwenk bei BMW - Eigene E-Auto-Plattform kommt 2025 

Bei BMW teilen sich die Elektroautos derzeit ihre Plattformen noch mit den Verbrenner-Modellen des Münchener Herstelelrs. Das soll sich nun ändern. BMW lässt seine bisherige E-Auto-Strategie hinter isch und plant nun doch eine eigene, spezielle Stromer-Plattform.

Das hat BMW-Vorstandschef Oliver Zipse jetztz bei der Vorlage der Quartalszahlen angekündigt. Die neue, auf reine Batterie-Elektroautos ausgerichtete Cluster-Architektur soll 2025 bei einem im ungarischen Werk gebauten Pkw debütieren.

Bis zuletzt schien BMW auf eine eigene E-Auto-Plattform verzichten zu wollen. Stattdessen hatten die Münchner zahlreiche Elektro-Modelle auf Mehrzweck-Architekturen angekündigt, die sich sowohl für elektrische als auch für konventionelle Antriebe eigneten. Neuestes Beispiel dafür ist der BMW iX3, der die Architektur des X3 nutzt. Den Ansatz einer speziellen E-Auto-Plattform hatte der Konzern zuletzt 2013 beim i3 genutzt. Dessen mäßige Verkaufszahlen und hohe Kosten hatten BMW abr zunächst vorsichtig werden lassen.

Volkswagen geht da schon länger andere Wege. Auf dem eigenen „Modularen Elektro-Baukasten“ basieren unter anderem die ID-Modell der Marke VW sowie Ableger von Audi, Seat und Skoda. Vorteil der Spezialisierung ist vor allem die bessere Bauraum-Ausnutzung, da kein Platz für Verbrenner, Nebenaggregate und Kraftstoffsystem vorgehalten werden muss.


Kommen bald die Lufttaxis? – Investitionen in Drohne-Shuttles verzwanzigfacht

Die Lufttaxi-Branche ist im Aufwind: Lange Zeit wurden die Idee und erste Konzepte belächelt - nicht zuletzt nach Äußerungen von Dorothee Bär, der Staatsministerin für Digitales. Doch jetzt könnte es schneller gehen, als einst gedacht.

In den vergangenen vier Jahren haben sich die Investitionen in die selbstfliegenden Drohnen-Shuttles verzwanzigfacht. Schon bald sollen die ersten Elektro-Flieger in der Luft sein.  Bislang waren Flugtaxis lediglich in einzelnen Pilotversuchen unterwegs, etwa seit 2018 im chinesischen Guangzhou. In Paris sollen schon vor Mitte des Jahrzehnts erste Maschinen Menschen transportieren und in Dallas stehen demnächst Testflüge auf dem Programm. Global mehr als 110  Projekte zur Bereitstellung autonomer Lufttransportangebote hat die Unternehmensberatung Roland Berger für eine aktuelle Studie dazu gezählt. Die Hälfte davon in Europa.

Eine größere Verbreitung des Lufttaxis startet den Experten zufolge ab 2025, wenn erste kommerzielle Anbieter auf den Markt kommen. Das stärkste Wachstum folge dann ab 2030. Roland Berger rechnet für 2050 weltweit mit rund 160.000 kommerziellen Shuttle-Drohnen und einem jährlichen Marktvolumen von 90 Milliarden Dollar.

Investoren stehen deshalb schon Schlange, obwohl bislang kein konkretes Geschäftsmodell erkennbar ist. Die Ansätze sind vielfältig. In Europa etwa werde die Technologie vor allem als schnelle Verbindung zwischen zwei Städten oder zwischen Stadt und Flughafen gesehen. Schon ab zehn Kilometern Reisedistanz sollen Flugtaxis dabei schon eine Zeitersparnis bringen können. Auch preislich könnten sie sich im Vergleich zum Taxi am Boden lohnen - zumindest in der Theorie einer weiteren Studie. Auch Langstrecken-Lufttaxis sind laut der Studie von Roland Berger denkbar. Immerhin kommen sie ersten Prognse zufolge auf eine Reichweite von 300 Kilometern.

Noch müssen bei den ersten Flugtaxis Piloten mit an Bord sein.  Wenn später allein die Computer übernehmen, könnte es zur Sicherheit Überwachungszentren am Boden geben, die im Notfall per Fernsteuerung eingreifen. Für die neue Mobilitätsform muss ohnehin ein ganzes Ökosystem wachsen: Landeplätze, Dienstleistungen rund um den Flug, Ticket-Vermittlung und Reparaturen werden notwendig. Geklärt werden muss außerdem noch, wo die Passagier-Drohnen künftig starten und landen sollen. Neben Hochhausdächern sind als Standort etwa die obersten Decks von Parkhäusern denkbar.


2000 Kilometer Reichweite - Batterieentwickler kündigt neue Technologie an

Glaubt man einem deutsch-niederländischen Batterieentwickler, ist das Reichweitenproblem von E-Autos bald gelöst. Stromer könnten dann sogar Diesel-Limousinen hinter sich lassen. Elektroauto-Reichweiten von 1.000 Kilometern und mehr verspricht diese neue Technologie. Zum Einsatz kommen könnten die Akkus der SALD BV bereits Ende 2022.

Die Besonderheit der neuen Energiespeicher ist den Entwicklern zufolge eine Nanometer dünne Beschichtung der Batterie, die die Langlebigkeit, Sicherheit und Kapazität der Zellen deutlich steigern soll. Selbst Reichweiten von bis zu 2.000 Kilometern sollen damit in Zukunft möglich sein. Auch die Ladedauer ist den Ankündigungen zufolge gering, 80 Prozent Füllstand sollen nach zehn Minuten erreicht sein. Die sogenannte SALD-Technik ("Spatial Atom Layer Deposition") eignet sich sowohl für aktuelle Lithium-Ionen-Akkus als auch für künftige Feststoffbatterien.

Entwickelt wurden die neuartigen Akkus von Wissenschaftlern der deutschen Fraunhofer-Institute und der staatlichen niederländischen Forschungseinrichtung The Netherlands Organisation (TNO). Die Vermarktung übernimmt nun die neu gegründete SALD BV in Eindhoven. Erste Gespräche mit Automobilherstellern laufen dem Unternehmen zufolge bereits.