Hybrid

Video: Mit dem Toyota Yaris Cross in die Botanik

Der Toyota Yaris Cross gehört ja zur Gattung der City SUVs. Was uns nicht davon abgehalten hat, ihn mal etwas abseits der Straße unter die Lupe zu nehmen. Und, kann er auch, sogar ziemlich gut. Wahrscheinlich wäre noch mehr gegangen, als das, was wir uns mit ihm getraut haben. Auch sonst ist der neue Yaris Cross ein prima Auto. Vielseitung, praktisch und schick. Dazu noch ausgestattet mit einem sich selbst aufladenden Hybrid System, welches den Verbrenner prima unterstützt. Ladesäulen braucht es für ihn also nicht, und er ist dennoch elektrisch unterwegs. Alles weitere im Video

 


arrive 01 2022

arrive Nr. 1/2022: Der EV6 ist ganz vorne mit dabei

Gerade auf dem Markt, sorgt der neue EV6 von KIA bei Testfahrern und Influencern für Begeisterung.

Denn alle Vorurteile, die es gegenüber E-Autos gibt, scheinen mit diesem, einen Fahrzeug, wie weggeblasen. Vor allem die Reichweite und der Platz im Kofferraum sind bei dem Fahrzeug üppig. Selbst das Nachladen geht superschnell. 400 Kilometer Strom an der Autobahn am Schnelllader in 15 Minuten muss einer erstmal nachmachen. Und auch das Design ist „zum Niederknien“. Die Linienführung am Heck ist außergewöhnlich markant und futuristisch. Der KIA EV6 ist ein Fahrzeug, das für die Mobilitätsbedürfnisse von morgen schon jetzt einsatzbereit ist. Wer braucht da noch einen ebenso günstigen Verbrenner?

Gleiches kann man sich auch bei anderen Fahrzeugen fragen, die wir getestet haben: z. B. den Mercedes-Benz EQS, BMW i4, Skoda Eniaq iV 80X, Opel e-Rocks, Sion von Sono Motors, Porsche oder den enorm kräftig auftretenden Taycan Cross Turismo Turbo.

Weitere Themen im Heft: Das berühmte London Taxi als E-Auto, Skiweltmeister Aksel Lund Svindals und sein Mega-Sprung über den Porsche Taycan und der Wechsel von apple-Chefdesigner Jony Ive zu Ferrari. Klasse Interviews mit RTL-Moderatorin Nazan Eckes, den Schauspielern Tim Wilde, Christian Berkel und  Andrea Sawatzki runden den Themenstrauß in der aktuellen Ausgabe ab.

 

Arrive Nr. 1 / 2022 – Ab Freitag im Handel oder unter www.arrive-magazin.com als e-paper. Achten Sie auch auf unsere Aktionien bei www.united-kiosk.de.


Velototal

Klein und trotzdem hochmodern

Ein Gastbeitrag von Andreas Burkert

Mit dem Steereon C-Modell hat das Kölner Unternehmen PLEV Technologies etwas Besonderes geschaffen. Das wollte ich aber selbst erfahren und habe das C25-Modell für einige Zeit bedingungslos für einen Test zur Verfügung gestellt bekommen. Mein Fazit: Eine andere, sehr moderne Art der urbanen Mobilität.
Im Hafen von Greetsiel bietet der Steereon C25 die Möglichkeit, mal schnell vom Kutter bis zur nächsten Hafenkneipe zu fahren. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht, kann ein Normaleuropäer noch knapp 50 kg Zuladung mitnehmen.

Summ, summ mal schnell irgendwo hin. Am besten stehend, denn dann wirkt es cool. Zwar bietet das Steereon C-Modell, einer Art Hybrid aus eScooter und eBike, auch eine höhenverstellbare Sitzgelegenheit. Doch das Gefühl, auf einem Seniorenmobil zu sitzen, lässt mich während der Testwochen nicht los. So stehe ich lieber auf dem Gefährt, und setze mich nur, wenn ich mich ausruhen möchte. Der Unterschied in der Außenwirkung ist dann aber beachtlich. Während im Sitzen kaum einer Notiz nimmt , erhalte ich stehend anerkennende Blicke.

Für zwei Wochen hat uns das Kölner Startup PLEV Technologies das Fahrzeug bedingungslos zur Verfügung gestellt. Allerdings mit dem Hinweis, dass es sich um ein zulassungspflichtiges Elektrofahrzeug handelt und daher das Tragen eines Helms gesetzlich vorgeschrieben ist. Bei einer maximalen Geschwindigkeit von knapp über 25 km/h ist das auch nur vernünftig. Den Hinweis allerdings, dass mit dem eScooter kürzere Strecken zurückgelegt werden können, können wir nicht nachvollziehen. Während unserer Testfahrten entlang der Isarauen, vor allem aber entlang der endlosen Weiten in Ostfriesland, fuhren wir knapp 47 Kilometer mit einer Energieladung. Immer dem Wind entgegen. Der Hersteller gibt eine maximale Reichweite von 50 Kilometern an.

Weil der Kofferraum eines Volkswagen Cabriolets um wenige Zentimeter zu klein ist, kam der eScooter kurzerhand auf die Rückbank.

Erstaunlich maximale Reichweite
An jenem Tag fällt auf, dass es doch eine gute Gelegenheit gewesen wäre, eine Gepäckablage – in welcher Art auch immer – zu konstruieren. Zwar können manche Gegenstände in den Rucksack gepackt werden, doch der schnelle Griff zur Wasserflasche auch auf kürzeren Fahrten wäre hilfreich. Und wenn zudem noch Verpflegung mit soll, dann ist eine Gepäckverstaumöglichkeit unabdingbar. Das und noch die teils wackelige Stabilität beim einhändigen Fahren sind die einzigen Kritikpunkte. Vielleicht noch das Gewicht. Denn wer den eScooter in den Kofferraum räumen oder mal einige Treppen hinauftragen möchte, der muss rund 21 Kilogramm heben.
Hilfreich ist es dann, den 672 Wh Lithium-Ionen-Akkumulator zu entnehmen, der etwa 4 Kilogramm wiegt. Doch die hohe Kapazität ermöglicht es, die maximale Reichweite ohne Sorgen zu erreichen. Selbst längere Steigungen von etwa 21 Prozent – so gibt es das Datenblatt an - bewältigt der 500-Watt-starke Radnabenmotor kompromisslos. Dieser wird über einen kleinen Schalter am Lenker betätigt. Allerdings lässt sich damit die Geschwindigkeit nur begrenzt genau regulieren. Dieser schlecht dosierbare Antrieb aber ist ein Kompromiss an die Ansteuerung von Radnabenmotoren. Zur Geschwindigkeitssteuerung empfiehlt es sich, über die Bedieneinheit die Leistungsstufe einstellen und dann immer mit ganz durchgedrücktem Daumengas zu fahren.

Fahren mit Klasse L1-eB
Die uns zur Verfügung gestellte Variante ist als Fahrzeug der Klasse L1-eB zugelassen und somit rechtlich gleichzusetzen mit dem Mofa. Konkret bedeutet dass, der Steereon C25 mit der Fahrerlaubnisklasse AM (Mopedführerschein) geführt werden darf. Die Nutzung ist damit auf der Straße, auf Mofa-frei Fahrradwegen innerorts sowie auf amtlichen Fahrradwegen außerorts erlaubt. Wer mit dem eScooter auf größere Reisen gehen möchte, der kann ihn auf die Maße 112-32-70 Zentimeter zusammenfalten. Dann passt er – bis auf wenige Ausnahmen – in jeden Kofferraum. Eine optional erhältliche Transporttasche bietet zusätzlichen Schutz beim Transport. Natürlich ist auch der Transport im öffentlichen Nahverkehr, auf dem Boot oder im Camper-Van unproblematisch machbar.
Damit lässt sich der Steereon C25 fast für jede Gelegenheit nutzen. Selbst auf sandigem Untergrund oder im hohen Gras. Dennoch sollte bei allen Fahrmanövern beachtet werden, dass die Fahreigenschaften wegen der kleinen Reifen und der Lenkgeometrie herausfordernd sind. Das Fahrzeug reagiert sehr schnell auf Lenkeinschläge wie auch auf die Gewichtsverlagerung von einem auf das andere Bein. Etwas Übung aber genügt, wie der Nachwuchs der Redaktion auf einem privaten Gelände getestet hat. Herausfordernder ist da schon das Verladen in den Kofferraum beziehungsweise auf den Rücksitz eines Volkswagen Cabariolets. Denn der Platz genügt nicht, um den eScooter dort unterzubringen.

Obacht beim Verladen. Werden dabei die Steckverbindungen getrennt, lässt sich der C25 nicht mehr starten.

Finanzielle Förderung möglich

Wer nun regelmäßig das eFahrzeug verladen oder transportieren möchte, der sollte die Transporttasche nutzen. Die kostet zwar 149 Euro, dafür kann der C25 auch in der Bahn mitgenommen werden. Die Tasche hat zudem den Vorteil, dass auch der eScooter geschützt ist. Während einer Verladeaktion hat sich der Kabelstrang, der entlang des Lenkers verläuft verhakt. Mit der Konsequenz, dass sich die Steckverbinder gelöst haben und das Starten wie auch das Bremsen unmöglich war. Wegen der Schutzumwicklung war dies nicht sichtbar.

Mit 2.999 Euro ist der Preis auf dem ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Doch die Qualität der Komponenten - das Unternehmen nutzt hochwertige Markenkomponenten aus der Fahrrad- und eBike Branche und achtet auf eine lokale Wertschöpfungs- und Zuliefererkette – rechtfertigt den Preis ebenso wie das breite Einsatzspektrum. Darüber hinaus können staatliche Förderungen beansprucht werden.

Mit freundlicher Unterstützung von www.velototal.de


Klassen-Primus mit Stern

Kein anderer Plug-in-Hybrid als die neue C-Klasse schafft in der Mittelklasse eine elektrische Reichweite von 100 Kilometern. Dieser Mercedes ist fast ein E-Auto und lässt vergessen, dass da vorn unter der Haube noch ein Verbrenner sitzt.

Technische Fortschritte von einer zur nächsten Autogeneration gehören in der Branche zur Normalität. Wäre auch seltsam, wenn es anders wäre. Schließlich liegt meist ein Zeitraum von sieben Jahren dazwischen. Doch wie modern sich jetzt die neue Mercedes C-Klasse (intern W 206) präsentiert, markiert schon einen gewaltigen Entwicklungssprung. Revolution unterm Blech. Die seit vielen Jahren sehr erfolgreiche Baureihe dürfte in nahezu allen Disziplinen Maßstäbe setzen. Es ist nicht vermessen, sie als „kleine S-Klasse“ zu bezeichnen.

Eher evolutionär weiterentwickelt wurde das Design. Es wirkt glatter und reduzierter. Passanten würden vermutlich dennoch nicht registrieren, dass an ihnen gerade die neue C-Klasse vorbeigefahren ist. Kleine Nachhilfe: An der Flanke fehlt der Bogen in den Türen, die sogenannte „Dropping-Line“. Und am Heck zieren den W 206 erstmals geteilte Rückleuchten, die in den Kofferraumdeckel reichen.

Hochwertig und absolut luxuriös

Der große Wow-Effekt kommt, sobald man hinter dem Lenkrad Platz genommen hat. Hochwertige Materialien, luxuriöses Ambiente und ein Gefühl wie in der S-Klasse, woran in erster Linie der ähnlich große Zentralbildschirm schuld ist. Darstellungen und Auflösung sind brillant, die Menüführung ist klar und intuitiv, nie war es einfacher, mit neuer Technik so schnell zurecht zu kommen. Mit der S-Klasse teilt sich die C-Klasse auch das lernfähige MBUX-Bediensystem (2. Generation). Fast alles lässt sich über Sprache steuern. Stereotypische Befehle sind nicht nötig. Man startet die Unterhaltung lediglich mit „Hey Mercedes“ und äußerst seine Wünsche. Klappt hervorragend. Meistens.

So konsequent die C-Klasse in der Bedienung und im Cockpit digitalisiert wurde, so zielgerichtet setzten die Ingenieure auf die Elektrifizierung der Antriebe. Es gibt keinen konventionellen Benziner und Diesel mehr. Vierzylinder und Sechszylinder wurden ausgemustert. Die Neuen sind in allen Leistungsstufen 48-Volt-Mildhybride der neuesten Generation. Im Unterschied zur Konkurrenz verwendet Mercedes einen sogenannten integrierten Startergenerator (ISG) und keinen riemengetriebenen (RSG) und kann so den Motor fast unmerklich starten, zum Beispiel nach dem „Segeln“. Zudem erhält der Leerlauf eine unvergleichliche Laufruhe. Der ISG besitzt eine Boost-Leistung von 15 kW (20 PS) und stärkt mit 200 Newtonmeter Drehmoment die Souveränität deutlich.

Mercedes C-Klasse Plug-in-Hybrid
Mercedes C-Klasse Plug-in-Hybrid

100 Kilometer Reichweite sind Bestwert

Fast in Vergessenheit gerät der Verbrennungsmotor jedoch, sobald man in die Plug-in-Hybrid-Variante steigt. Auch hier gibt es im Vergleich zum Vorgänger einen Riesensprung. Im Heck sitzt jetzt eine Batterie mit einer Kapazität von 25,3 kWh, fast doppelt so viel wie zuvor. Klar, dass diese Maßnahme eine entsprechend große Reichweite bringt. Nach Aussage von Mercedes sollen es knapp über 100 Kilometer sein, ein Bestwert im gesamten Segment. Der Grund, warum Mercedes sich für diese Lösung entschied, ist folgender: „Wir wollen, dass die Kunden den Plug-in-Hybrid im Alltag so oft wie möglich elektrisch fahren“, sagt Christian Früh. Der Chefingenieur der C-Klasse trifft damit genau ins Schwarze. Die große elektrische Reichweite machen den C 300 e gefühlt zum reinen Elektroauto.

Das Antriebspaket umfasst einen Zweiliter-Vierzylinder mit 150 kW (204 PS) und eine E-Maschine mit 95 kW (130 PS). Im Verbund leisten beide 230 kW (312 PS) und erreichen ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmeter. Dass diese Werte für beste Souveränität und eine sportliche Fahrdynamik sorgen, ist ein Naturgesetz. Doch selbst, wenn nur im E-Modus gefahren wird, hat man nicht das Gefühl, dem C 300 e mangele es irgendwie an Leistung. Im Gegenteil, 440 Newtonmeter sind ein gutes Pfund. Man schwimmt wunderbar im Verkehr mit und freut sich, dies ohne Emissionen machen zu können. Ein wirklicher Fahrgenuss.

Zumal die Entwickler nicht nur Motor, E-Maschine und Getriebe perfekt aufeinander abgestimmt, sondern auch dem Fahrwerk viel Beachtung geschenkt haben. Auf der Agenda standen höchster Komfort, bei gleichzeitig guter Agilität. Beides merkt man bereits auf den ersten Kilometern. Die neue C-Klasse lässt sich unglaublich handlich bewegen, von draußen dringen so gut wie keine Geräusche in den Innenraum, das Federungsverhalten ist exzellent. Erstmals gibt es sogar eine Hinterachslenkung, die zum einen die Handlichkeit verbessert und fürs Rangieren den Wendekreis um fast einen halben Meter reduziert. In engen Parkhäusern ist das eine Wohltat.

Ein Plug-in-Hybrid für Gleichstrom ausgelegt

Seinen Premium-Anstrich bekommt der Teilzeitstromer auch bei der Ladetechnik. Gewöhnlich sind Plug-in-Hybride nicht mit Gleichstrom zu laden. Mercedes spendierte dem C 300 e einen 55-kW-DC-Lader. Die Batterie kann so an einer Schnellladesäule in rund 30 Minuten wieder vollständig aufgeladen werden und dürfte dazu animieren, noch mehr elektrisch unterwegs zu sein.

Zum Stromern gehört natürlich die Rekuperation. Mercedes wäre nicht Mercedes, wenn man sich nicht auch hier etwas mehr hat einfallen lassen als die Konkurrenz. Über die Wippen hinter dem Lenkrad kann die Verzögerungsleistung der E-Maschine beeinflusst werden und die C-Klasse bremst entsprechend stärker oder schwächer ab, sobald der Fuß vom Fahrpedal geht. Drei Stufen sind wählbar. In der Stellung D- (One-Pedal-Driving) war die Verzögerung bei uns so stark, dass wir die hydraulische Fußbremse so gut wie nie benutzen mussten, höchstens für eine abrupte Notbremsung. Die entspannenste Lösung bot aber zweifelsfrei die automatische Rekuperation. Mercedes nennt es „streckbasierte Betriebsstrategie“. Hier arbeiten Navigation und Kamera zusammen, kennen somit die Strecke, die Topografie, die Tempolimits und die aktuellen Verkehrsverhältnisse. Ist die Landstraße frei, „segelt“ die C-Klasse beispielsweise, rekuperiert also nicht. In der Stadt passt sich die Rekuperation dem Verkehrsgeschehen selbstständig an, verzögert mal mehr, mal weniger. Der Fahrer muss sich um nichts kümmern. Genauso soll es sein.

Mehr elektrische Reichweite, mehr Fahrkomfort, mehr Souveränität, mehr Konnektivität, mehr Sicherheit. Gegenüber der Vorgängerversion hat Mercedes bei der neuen C-Klasse eine große Schippe draufgelegt. Viel besser kann man solch ein Auto nicht bauen – und als Kunde in diesem Segment nicht kaufen. Erst recht nicht, wenn man das T-Modell, also den Kombi wählt. Das machen in Deutschland rund 70 % der C-Klasse-Kunden. Im September wird der C 300 e in den Markt gehen. Preise nennt Mercedes noch keine. Sie dürften aber leicht über jenen der Vorgänger-Baureihe liegen und somit bei rund 50.000 Euro starten.


Kia

22 Prozent steigen bald auf ein Elektroauto um

Immer mehr Menschen in Deutschland planen den Umstieg auf das Elektroauto. Wie die jüngste Ausgabe des „Trendbarometer Elektromobilität“ der Beraterfirma BearingPoint zeigt, gehen mittlerweile 22 Prozent der Deutschen davon aus, dass ihr nächstes Auto einen E-Antrieb haben wird. Anfang des Jahres lag der Anteil künftiger E-Autokäufer noch bei rund 18 Prozent. Mit 27 Prozent fällt bei der Gruppe der unter 25-jährigen aktuell der Anteil noch höher aus. Unter diesen Wechselwilligen gaben 41 Prozent an, sich für ein batterieelektrisches Modell zu entscheiden, 42 Prozent würden Hybrid-Modelle bevorzugen.

Als Hauptgrund für den Umstieg aufs E-Auto wird mit 46 Prozent der ökologische Aspekt angeführt. Dahinter folgen finanzielle Vorteile. So erhoffen sich 12 Prozent steuerliche Einsparungen, ebenfalls 12 Prozent erwarten niedrigere Unterhaltskosten. Als Hauptgründe gegen den Kauf eines E-Autos werden weiterhin hohe Anschaffungskosten (29 Prozent), geringe Reichweite (22 Prozent) und unzureichende Lademöglichkeiten (19 Prozent) genannt. Bereits in vorherigen Umfragen waren dies die wichtigsten Gegenargumente, allerdings haben die Vorbehalte gegen Reichweite und Lademöglichkeiten laut der Umfrage signifikant abgenommen.


Autogipfel 2021

Der Autogipfel: Endlich greifbare Ergebnisse

Die Kaufprämie für E-Autos wird nun doch weiter verlängert. Und die Abwrackprämie für alte Diesel-LKW kommt nun auch. Das sind die zentralen Punkte des Autogipfels gestern im Bundeskanzleramt. Damit die deutsche Autoindustrie inklusive der Zulieferer den Wandel zur E-Mobilität noch besser vollziehen kann, werden Milliarden-Hilfen zur Verfügung gestellt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte hier: „Mit dem heutigen Abend schaffen wir eine wirkliche Perspektive, dass die Autoindustrie in Deutschland ihre bislang schwerste Herausforderung meistern kann.“ Die erste Fördermilliarde der anberaumten 3 Milliarden steht in Form von Kaufprämien für E-Autos zur Verfügung. Die Förderung sollte ursprünglich  Ende 2021 auslaufen. Sie wird nun bis Ende 2025 verlängert. Bis dahin werden erstmal die im Sommer erhöhten Fördersätze für rein elektrische Antriebe und die niedrigeren Sätze für Hybrid-Autos gezahlt, auch wenn dies von Umweltverbänden kritisiert wird. Nach Aussage der Bundesregierung werden bisher nur 18 Prozent der gefahrenen Kilometer bei Hybriden und Plug-in-Hybriden elektrisch gefahren.

Die zweite Milliarde des Bundes fließt dann in die Erneuerung dieselgetriebener LKW. Rund 500 Millionen Euro werden hierbei für Müllabfuhren, Feuerwehren und viele andere öffentliche Besteller bereitgestellt, die somit alte Fahrzeuge durch neue ersetzen können. Weitere 500 Millionen sollen an tausende von privaten Speditionsunternehmen in Deutschland vergeben werden. Das ist dann an Bedingungen geknüpft: Neue LKW müssen die Euro VI-Norm erfüllen.

Fördermilliarde Nr. 3 geht in einen „Zukunftsfonds Automobilindustrie“, von dem mittelständische Zulieferer profitieren sollen, um den Strukturwandel – weg von den Verbrennern, hin zu den E-Mobilen – besser bewältigen zu können.

Auch die Ladeinfrastruktur soll nun endlich nachhaltig verbessert werden. Parallel zur Förderung des Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit 500 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) angekündigt, die Nachrüstung bereits bestehender Ladepunkte mit 90 Millionen Euro zu unterstützen. Ab dem 9. September sollen Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und auch Privatpersonen gefördert werden, die ihre öffentlich zugänglichen Ladesäulen mit Blick auf eine höhere Ladeleistung und mehr Ladekomfort modernisieren wollen oder müssen. Auch Unternehmen, die ihre Ladeinfrastruktur für alle öffnen möchten, erhalten eine Unterstützung.

Ziel der Ende 2025 auslaufenden BMVI-Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ ist es, 50.000 Ladepunkte, davon mindestens 20.000 Schnellladepunkte, in Betrieb zu setzen.

 

Mit Material von www.auto-medienportal.net


Immer mehr Elektroautos kommen auf die Straßen

Im ersten Halbjahr 2021 kamen in Deutschland 312.498 neue Elektrofahrzeuge in den Verkehr. Die Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdreifacht (+233 Prozent). Darunter waren 148.716 batteriebetriebene Elektroautos (+236 Prozent) und 163.571 Plug-In-Hybride (+230 Prozent). Der Anteil am Gesamtmarkt betrug dabei rund 22 Prozent. Im abgelaufenden Juni wurden immerhin 64.762 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Das ist beachtlich, denn es entspricht einem Zuwachs von 243 Prozent.

Experten sehen den Markt für Elektrofahrzeuge klar auf Wachstumskurs. Elektroautos haben den Durchbruch geschafft, sagen viele. Ihr Anteil am Gesamtmarkt hat mit über 22 Prozent (E-Fahrzeuge, Plug-in-Hybride) ein hohes Niveau erreicht. Im zweiten Halbjahr erwartet der Verband der Internationalen Pkw- und Nutzfahrzeughersteller weitere 400.000 neue Elektrofahrzeuge in Deutschland.

Das Bundesministerium für Verkehr, aber auch der VDIK, aktualisieren regelmäßig die Liste der Elektrofahrzeuge von internationalen Herstellern. Die VDIK-Mitgliedsunternehmen bieten aktuell rund 120 Elektro-Modelle an, darunter Pkw und Nutzfahrzeuge), die Kunden in Deutschland bestellen können. Mehrere dutzend Modelle der hiesigen Hersteller kommen dazu und dominieren mittlerweile den deutschen Markt.

Die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben insgesamt hat in den ersten sechs Monaten insgesamt  zugelegt. Es wurden 539.542 neue Elektroautos, Hybride mit und ohne Stecker, Mild-Hybride und Gas-Pkw zugelassen.

Im gesamten Pkw-Markt verschieben sich die Gewichte weiter in Richtung der alternativen Antriebe. Sie kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf einen Anteil am Gesamtmarkt von 38,8 Prozent. Benziner lagen bei 38,6 Prozent. Weniger als jeder vierte Neuwagen ist ein herkömmlicher Diesel (22,6 Prozent).


"Schluss mit Trödeln"

Eine Kolumne von Thomas Ranft

Es liegen zermürbende Wochen und Monate des Wartens hinter uns, die Pandemie und der Umgang mit ihr hat uns zu Recht dünnhäutig werden lassen. Wann werden endlich Entscheidungen getroffen? Warum werden Maßnahmen nicht schneller umgesetzt? Warum werden Einschränkungen nicht schneller aufgehoben? Warum dauerte die Impf-Hochlaufphase so lange?

Warten nervt, insbesondere, wenn wir das Gefühl nicht loswerden, dass bei den Entscheidern getrödelt wird. Was übrigens auch auf die Lebenswelten zutrifft, mit denen wir uns hier bei arrive beschäftigen.

Haben Sie ein neues Auto bestellt und warten und warten und warten? Teilweise 12 Monate und mehr, da kommen einem auch beim schönsten E-Auto die Tränen. Man wähnt sich zurück in der DDR: Aufgrund von Lieferengpässen und Produktionseinschränkungen dauerte es verdammt lange, bis der neue Trabi vor der eigenen Haustür stand. Die heutige Mangelware ist aber nicht mehr Stahl oder Ähnliches, sondern es sind Halbleiter. Was sind das eigentlich, diese Halbleiter? Ganz vereinfacht gesagt: Wenn Sie ein Haus bauen wollen, ist das kleinste und wesentlichste Bauteil der Ziegelstein, wenn Sie ein elektronisches Gerät bauen wollen, egal ob Kaffeemaschine, Laptop oder Steuergerät fürs Auto, ist es der Halbleiter.

Und diese Ziegelsteine der Elektronik sind knapp. Warum eigentlich? Ich mutmaße mal: Unternehmensentscheider handeln auch nicht wesentlich anders als Politiker und fahren deswegen meistens auf Sicht, können sich deswegen auch nicht immer vorstellen, dass eine Disruption doch so schnell vonstattengeht.

Und wenn man zu wenig vorbestellt hat und gleichzeitig weltweit durch Homeoffice und Homeschooling auch andernorts eine Menge Halbleiter benötigt werden, sitzt man halt auf dem Trockenen. Und so geht es praktisch der ganzen Branche. Der Vorteil des Halbleitermangels ist, dass es deswegen nicht so auffällt, dass die Produktionsplanungen für E-Autos deutlich zu konservativ waren und so mancher Hersteller bei der Transformation doch hinterherhinkt. So mancher trödelt aber auch ganz bewusst: Denn wenn Händler den Hof voller neuer Verbrenner stehen haben, sind sie auch ganz froh, dass der schöne E-Flitzer eine lange Wartezeit hat, dann wird man noch schnell die Karren mit dem alten Antrieb los.

Trödeln ist aber nicht nur bei Corona oder in der Autoproduktion ein Thema. Ich behaupte, es ist ein Problem unserer Gesellschaft. An manchen Stellen bekommt man das Gefühl, wir regulieren uns zu Tode. Nicht nur in der Politik, auch in vielen Unternehmen und Organisationen wird versucht, erst jede mögliche Problematik zu detektieren und regulatorisch einzufangen, bevor man überhaupt mit der Sache anfängt.

Das ist aller Ehren wert, aber nicht selten doch deutlich überzogen. Wenn der Sicherheitsbeauftragte eines Unternehmens die Begehung eine Fläche wegen Glätte untersagt, und direkt nach dieser Entscheidung über eine Straße läuft, die genauso glatt ist und seinen Kindern danach sagt: „Spielt draußen, aber passt auf, es ist glatt“, zeigt es doch, woran die Republik krankt: Es wird immer häufiger nicht mehr mit Augenmaß entschieden. Verantwortung wird nicht übernommen sondern auf Nutzer abgewälzt oder nach oben weitergegeben, und deswegen kommen wir nicht voran.  Das ist aus meiner Sicht auch Trödeln.

Und wenn wir im Energiesektor sehen, wie da getrödelt wird: Wie regulatorisch so viele Steine in den Weg geworfen werden, dass die letzte Windanlagenausschreibung deutlich unterzeichnet war, dass auf Reihenhäusern wegen Abstandsregeln Solaranlagen fast unmöglich werden, dann fragt man sich gemeinsam mit dem Bundesverfassungsgericht: Wie soll das gehen? Deswegen gab es ja auch die wegweisende Entscheidung des Gerichts, das eine Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes einfordert.

Denn wenn wir so weitertrödeln, ist unser CO2-Kontingent, das uns laut Pariser Klimaabkommen zur Verfügung steht, 2030 weitgehend aufgebraucht. Und weil diese CO2-Menge aber völkerrechtlich bindend ist, wären Politik, Gesetzgeber und Gerichte gezwungen, ab diesem Zeitpunkt CO2-Emissionen komplett zu unterbinden. Kein Heizen mehr mit Öl oder Gas, keine Kohle, und auch keine Mobilität mit Benzin, Diesel, Gas, Kerosin oder was auch immer.

Das wäre ein extremer Eingriff in die Freiheit der Bürger ab 2030, und das ist laut Bundesverfassungsgericht nicht akzeptabel. Und so sind wir jetzt alle gefordert: Die Transformation weg von CO2 in eine nachhaltigere Zukunft darf keinen Tag mehr aufgeschoben werden. Ein „Weiter so“ gibt es nicht mehr und Trödeln ist vom obersten deutschen Gericht untersagt worden.

Hilft uns das allen, jedem Einzelnen, jedem Unternehmen und der Gesellschaft bei all den Entscheidungen, die wir ab sofort treffen?

Ich hoffe schon.

Und wie sehen Sie das?

Sehen Sie das auch so?

 

Schreiben Sie mir gerne.

Wie immer unter

leserbrief@arrive-magazin.com

Sonnige Grüße

Ihr

Thomas Ranft


arrive Nr. 4 - Jetzt im Handel - mit dem großen ID.4-Test

Der ID.4 von Volkswagen dürfte dem Elektroauto-Markt nun tatsächlich zum Durchbruch verhelfen. Wir haben das Modell deshalb auf den Schild gehoben und den Fahrzeugtest als Titelgeschichte in unserer aktuellen Ausgabe verankert. Mit einer Reichweite von bis zu 522 Kilometer könnte er tatsächlich für die familienfreundliche breite Masse der Autofahrer interessant sein. Auch andere Fahrzeuge haben wir wieder ausgiebig gefahren: zum Beispiel den Opel Mokka-e, den Mercedes EQA, den Hyundai IONIQ 5, Volvo XC40 Recharge P8 PAWD und den NIO ET7.
In unserem FUTURE-Block gehen wir wieder den Fragen der Zukunft neuer Mobilität nach. Wann werden Verkaufsroboter in Autohäusern eingesetzt? Wann starten die ersten Passagierflugzeuge mit Brennstoffzellen? Und was macht Gabor Steingart mit seinem Elektro-Schiff auf der Spree in Berlin?
Außerdem machen wir einen Abstecher ins b´mine-Hotel nach Düsseldorf, in das man mit dem E-Auto bis an sein Zimmer in den höheren Stockwerken fahren kann. Instagram-Mode-Star Melisa Şahin war mit arrive vor Ort und nahm Platz dort auf Designer-Möbeln.

Arrive Nr. 3 / 2021 – Jetzt im Handel!
DIE ZEITSCHRIFT FÜR DIE MOBILITÄT DER ZUKUNFT

www.arrive-magazin.com