Crowdfunding für ein Wasserstoff-Motorrad

Wasserstoff ist als Energieträger im Motorrad-Sektor noch nicht abgehängt. Das Interesse an Wasserstoff bleibt hoch, auch wenn Batterien zurzeit en vogue sind. Derzeit gilt Wasserstoff-Technik vor allem im Lkw-Sektor als vielversprechend, da Lithium-Batteriespeicher aufgrund ihrer niedrigen Energiedichte für Fernverkehr-E-Laster einfach zu groß sind. Mit Wasserstofftanks und Brennstoffzellen sind hingegen große Reichweiten bei relativ wenig Bauraum und Gewicht darstellbar. Genau darum ist Wasserstoff auch für Motorräder interessant. Mit Brennstoffzellen-Technik ließe sich die Speicher- und E-Antriebstechnik vergleichsweise kompakt und mit moderatem Gewicht in Zweirädern unterbringen. Zudem könnte Wasserstoff für große Reichweiten in wenigen Minuten nachgetankt werden.
Ein Problem bei Brennstoffzellen-Antrieben ist allerdings die Speicherung von Wasserstoff. Die derzeit in Brennstoffzellen-Pkw eingesetzten Hochdrucktanks scheinen jedenfalls im Zweiradsektor wenig geeignet. Die derzeit erfolgversprechendste Lösung könnte das Speichern des leicht flüchtigen Gases in kompakten Kartuschen sein, die sich mit wenigen Handgriffen auswechseln lassen.
Ein solches Konzept hat in diesem Jahr Segway, Tochterunternehmen des chinesischen Elektronik-Riesen Xiaomi, mit dem seriennahen Motorrad Apex H2 vorgestellt. Das vollverkleidete Bike mit vorne wie hinten einarmig geführten Rädern soll über einen 60 kW/82 PS starken E-Antrieb verfügen, der den Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in drei Sekunden und maximal 150 km/h erlaubt. Für die Stromversorgung ist eine nicht näher spezifizierte Kombination aus Brennstoffzelle und Pufferbatterie verantwortlich. Der zur autarken Stromerzeugung benötigte Wasserstoff wird in Kartuschen gespeichert. Drei davon stecken seitlich in der Apex. Wie weit das E-Bike damit insgesamt kommt, verrät Segway nicht, allerdings soll für die Apex ein Gramm Wasserstoff für einen Kilometer reichen. Zum Vergleich: Das Brennstoffzellenauto Toyota Mirai braucht mindestens die zehnfache Menge. Sollten über eine Crowdfunding-Aktion genügend Interessenten zusammenkommen, will Segway die Apex H2 bereits 2023 in Serie bauen. Der Preis soll unter 10.000 Euro liegen.

Foto: Segway