Höhere Energiedichte – Nio stellt eine 100 kWh-Batterie vor

Innovation aus Fernost: Der Elektroautohersteller Nio aus China hat jetzt eine 100-Kilowattstunden-Batterie vorgestellt. Sogar eine 150 kWh-Batterie könnte schon Anfang nächsten Jahres enthüllt werden. Die technische Verbesserung hat große Folgen für die Reichweite. Sie kann dadurch beachtlich steigen.

Die in der vergangenen Woche vorgestellte Batterie mit 100 Kilowattstunden (kWh) Kapazität ermöglicht laut Angaben des Herstellers Nio durch die sogenannte CTP (cell to pack)-Technologie eine 37 Prozent höhere Energiedichte. Die Reichweite (NEFZ) steige dadurch auf bis zu 615 Kilometer. Nio-Autos mit dieser Batterie sind in China bereits jetzt vorbestellbar.

Nio bietet bisher nur Batterien mit Kapazitäten von 70 und 84 Kilowattstunden an. Besitzer der 70-kwH-Batterie können die neue Batterie nun entweder kaufen oder monatlich oder jährlich mieten. Für Besitzer der 84-kWh-Variante bleibt nur die erste Option.

Weitere Weiterentwicklungen der Akkus sind bei Nio bereits in Planung: Laut dem chinesischen Onlinemagazin cnTechPost hat Nio-Gründer William Li Bin gesagt, Nio arbeite an einem 150-kWh-Batteriepaket, das den Elektroautos eine Reichweite über bi su 900 Kilometer ermöglichen könnte. Damit würden diese weiter fahren als selbst die effizientesten japanischen Hybriden. Die cnTechPost hält es für wahrscheinlich, dass die 150-kWh-Batterie am exakt 9. Januar 2021, dem vom Hersteller selbst ausgerufenen „NIO Tag“, enthüllt wird.

Entlang wichtiger Fernstraßen in China finden sich schon seit einiger Zeit Batterietauschstationen von Nio. An diesem Modell will das Unternehmen festhalten und die Zahl in den kommenden Jahren noch deutlich ausbauen. Drei elektrische SUV-Modellreihen vertreibt Nio in China bereits, die EC6, ES6 und ES8. 2021 will das Unternehmen auch in Europa an den Start gehen. Den Anfang macht dabei Norwegen, wo es laut Hersteller im dritten Quartal des kommenden Jahres losgehen soll. Eine wie in China vorhandende Infrastruktur für den Austausch von Batterien an großen Fernstraßen ist in Europa aber bisher nicht geplant. Herausforderung genug ist der Start in Europa auch so: Die gesamte Software muss für europäische Sprachen komplett überarbeitet werden.