E-Mobilität in Deutschland – Prognose erwartet den Wendepunkt 2032

Noch sind Elektrofahrzeuge die Exoten auf deutschen Straßen. Nicht zuletzt dank neuer Förderungen wächst der Marktanteil von E-Autos in Deutschland derzeit aber rasant. Jedoch erst in zwölf Jahren könnten laut einer neuen Prognose die Stromer die dominanten Spezies auf den heimischen Straßen werden.

Seit 2020 wächst der Anteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge bei den Neuzulassungen in der Bundesrepublik sehr deutlich. Doch erst 2032 dürfte nach einer jetzt veröffentlichten Prognose der Unternehmensberatung Deloitte ihr Marktanteil auf über 50 Prozent steigen. Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von 10 Millionen neuen Elektroautos bis 2030 wird nach Meinung der Analysten dabei trotz aller Anstrengungen noch deutlich verfehlt. 

Zwar habe das im Sommer aufgelegte Konjunkturpaket mit einem stark gestiegenen Umweltbonus den Absatz von E-Fahrzeugen stark angekurbelt, doch zugleich wirke sich die Corona-Pandemie negativ auf den Neufahrzeugabsatz allgemein aus. Ohne Virus würde das Ziel von 10 Millionen E-Autos nach Meinung der Analysten um ganze 3,8 Millionen E-Fahrzeuge verfehlt werden. Dank des Konjunkturpakets und anderen Fördermaßnahmen sieht die Prognose bis 2030 unter Einbeziehung des negativen Corona-Effekts aber immerhin 6,35 Millionen Neuzulassungen von E-Fahrzeugen voraus. Sollten die deutsche Autoindustrie, die Bundesregierung und die Verbraucher stärker an einem Strang ziehen, könnte nach Meinung von Deloitte die Zahl auf 8,5 Millionen Autos mit alternativem Antrieb steigen. Doch das funktioniere nur, wenn weitere Maßnahmen getroffen werden würden. So müsse mindestens die jetzt bestehende Förderung bis 2023 verlängert werden. Und auch die deutliche Erhöhung der Preise für fossile Brennstoffe müsse dann in Betracht gezogen werden, meinen die Unternehmensberater in einem Fazit der Studie.

Eine bedeutende Rolle bei den alternativen Antrieben werde laut der Deloitte-Prognose batterieelektrischen Klein- und Kleinstwagen aufgrund von CO2-Regularien und ihrer niedrigen Preisklasse zukommen. Zudem solle die Bedeutung der derzeit noch ein Schattendasein führenden Brennstoffzellentechnologie wachsen und die Zahl der Fahrzeuge mit diesem Antrieb ab 2026 kontinuierlich steigen. Dem Hybridantrieb wird hingegen nur vorrübergehend eine größere Bedeutung am Marktgeschehen beigemessen. Ab 2025 wird demnach die Relevanz dieser Brückentechnologie zunehmend sinken. Vor allem als Firmenwagen sind diese derzeit aber noch dank großer Steuerbegünstigungen beliebt.