Batterien

E-Scooter

E-Scooter verschmutzen Flüsse und Seen

Weltweit landen Sie in den städtischen Flüssen, im Hafenbecken oder in Seen. Die noch vor einem Jahr hochgelobten E-Scooter, die massenhaft in Großstädten zum Liebling der zumeist jüngeren Städter wurden, werden derzeit zur Plage. Hunderte wurden in diesen Wochen in den vergangenen Monaten in Gewässer von Randalierern geworfen und dann von städtischen Bediensteten wieder rausgefischt. Erst der Fund von 500 Scootern im Rhein an den Ufern Kölns hat das Problem öffentlich gemacht. Denn die E-Scooter vergiften mit ihren Batterien, in denen Metalle wie Kobalt und Lithium verbaut sind, die Sedimente am Boden. Metropolen wie Kopenhagen, Montreal, Madrid oder Oslo haben darum reagiert und den Betrieb der hippen Flitzer verboten oder zumindest eingeschränkt. Andere Städte testen Abstellverbots- oder Parkzonen.


VW

Jede Menge Batterien wird Volkwagen herstellen

Volkswagen wird in Europa eine große Batterie-Zellenfertigung einrichten. So sollen bis zum Jahre 2030 mit befreundeten Unternehmen 6 Produktionsanlagen mit einer jährlichen Kapazität von 240 Gigawattstunden in Betrieb genommen werden. Vor allem die Volumenmodelle von VW, u. a. der ID. 3 und ID.4 (siehe Foto), sollen künftig mit Zellen aus dem niedersächsischen Salzgitter fahren.
Das erste neue Werk will der Automobilhersteller bis 2023 gemeinsam mit Northvolt in Schweden errichten und dort Zellen für Premiummodelle bauen. Perspektivisch ist eine Kapazität von 40 GWh geplant. Die von Volkswagen selbst betriebene Gigafabrik in Salzgitter soll ab 2025 die Einheitszelle für das Volumensegment produzieren – ebenfalls mit einer Kapazität von 40 GWh. Für die weiteren Fabriken werden derzeit mögliche Standorte und Partner geprüft.
Besondere Bedeutung in der Batterie-Strategie kommt der Einheitszelle aus Salzgitter zu. Sie soll ab dem Jahr 2030 in bis zu 80 Prozent aller E-Fahrzeuge des Konzerns verwendet werden und dank der hohen Stückzahlen besonders günstig sein. Die Wolfsburger wollen so die Kosten für Batterien auf deutlich unter 100 Euro pro Kilowattstunde senken.
Mit dem starken Aufbau dieser Produktion von Batteriezellen will VW massiv Kosten senken und sich gleichzeitig mit Akkus für E-Autos bestmöglich ausstatten. Vor allem die Abhängigkeit von Asien könnte so sinken, auch wenn die Chinesen wohl weiterhin weltweit die Nummer eins bei der Zell-Fertigung für E-Autos bleiben werden. In China werden einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger zufolge 2022 voraussichtlich rund 2.400 GWh an Zellenkapazität produziert, auf Rang zwei folgen die USA mit 281 GWh vor Südkorea mit 159 GWh. Für Deutschland lag die Prognose vor der VW-Ankündigung bei 63 GWh.


Microlino

Er kommt spät, aber er kommt: Der Microlino 2.0

Die Reibereien mit dem Delbrücker Unternehmen Artega gehören der Vergangenheit an. Jetzt schaut das Schweizer Unternehmen Micro konsequent nach vorne und ist auf dem besten Weg das Elektroauto Microlino 2.0 in wenigen Monaten auf den Markt zu bringen. Schon jetzt gibt es einen ersten Prototypen, auf den bis zum Homologationsprozess im Sommer weitere Vorserienfahrzeuge folgen sollen. Auf den 21. August haben die Eidgenossen die offizielle Präsentation der Serienversion sowie die EU-Zulassung terminiert. Produktionsstart und erste Auslieferungen sollen kurz darauf in den dann folgenden Wochen stattfinden.

An den Eckdaten des bereits im Sommer 2020 vorgestellten Microlino 2.0 hat sich nichts geändert. Der knuffige, nur 2,43 Meter kurze Zweisitzer wird in der L7e-Klasse antreten. Und auch die technischen Daten zeugen von Bescheidenheit beim Fahrkomfort: Ein 11 kW/15 PS starker E-Motor treibt den knapp über 500 Kilogramm leichte Leichtbau-Stromer auf maximal 90 km/h. Die wahlweise 8 oder 14,4 kWh großen Batterien sollen Reichweiten von 125 beziehungsweise 200 Kilometer erlauben. Der Basispreis beträgt 12.000 Euro. Vorbestellungen werden entgegengenommen.


arriveEDITION No.1: Das Sonderheft zur E-Auto-Offensive von Volkswagen

Mit dem ID.3 wird im kommenden Jahr erstmals ein erschwingliches Elektro-Fahrzeug in riesiger Stückzahl von Volkswagen auf den deutschen Markt kommen. Anlass genug für die arrive-Redaktion, diesen Prozess zu begleiten und ein Sonderheft aufzulegen. Arrive zeigt in eindrucksvollen Bildern auf, wie der Wolfsburger Konzern sich schrittweise zum klimaneutralen Player entwickeln will und was er jetzt schon dafür macht. Denn bereits jetzt wird die gesamte Wertschöpfungskette des ID.3 in der Produktion konsequent auf die Vermeidung von CO2-Emissionen ausgerichtet – von der Rohstoffversorgung bis zum fertigen Produkt. Auch beim Aufbau der Ladeinfrastruktur und dem umweltgerechten Recycling von Batterien ist VW – noch unbemerkt von der Öffentlichkeit – Treiber der Branche. Zu dieser Ausrichtung auf der Zeitalter der E-Mobilität gehört auch die nachträgliche Elektrifizierung historischer Käfer-Modelle. Ebenfalls richtungweisend: Das sich immer weiter entwickelnde VW-Sharing-Angebot von „WeShare“ in größeren deutschen Städten. Nicht fehlen darf natürlich der Ausblick auf die kommende große ID.-Familie, denn in den nächsten Jahren kommen eine ganze Reihe an neuen E-Modellen aus der VW-Fahrzeugschmiede. Vom ID.BUZZ und ID.BUGGY, über den ID.CROZZ I und II, dem ID.ROOMZ und ID.VIZZION dürfte in der nahen Zukunft für jeden E-Auto-Begeisterten und -Interessierten etwas dabei sein. Um auch aus technischer Sicht weiter Erfahrungen zu sammeln und zu zeigen, wie der Rennsport von der Entwicklung spult der Rennsportwagen ID.R auf Pisten weltweit seine Kilometer kontinuierlich ab. Dabei zeigt sich: Der Motorsport ist als Prüffeld für technische Entwicklungen bei der E-Mobilität ebenso wie bei den Verbrennern bestens geeignet.

Das Heft wird durch eine Story über alte Käfer abgerundet, die in der heutigen Zeit mit einem Elektro-Motor ausgestattet werden können. Und wer ganz grundsätzlich die Vorurteile über Elektromobilität pflegt, sollte sich einmal mit den negativen Mythen, die den Zukunftsantrieb heute noch umgeben, vertraut machen.
Das Sonderheft „arriveEDITION No. 1“ mit dem Titel „VOLKSWAGEN ID.3 – NOW YOU CAN.“ gibt es ab sofort im Handel.


Daimler AG auf dem Messestand in Genf

Toyota, BYD, Daimler und BAIC: Neue Bündnisse für die Elektro-Auto-Zukunft

Bei der Entwicklung von E-Fahrzeugen und Batterien gehen die Produzenten verstärkt Bündnisse ein, teilweise sogar mit Wettbewerbern. Neben den deutschen und europäischen neuen Bündnissen – beispielsweise der Verbund BMW und Jaguar – tritt nun ein neues, sehr großes, rein asiatisches Bündnis auf den Plan. BYD und Toyota haben sich im Beisein der Öffentlichkeit die Entwicklungs-Ehe versprochen und wollen im Rahmens einer 50:50-Beteiligung (Joint Venture) Stromer entwickeln und sogar zusammen bauen. Die Verbindung ist ungewöhnlich, zeigt aber, dass in den Zeiten des technischen Umbruchs so manche frühere Konkurrenz nun einfach über Bord geworfen wird.
Auch Batterien wollen die beiden Player zusammen entwickeln. Im Resultat sollen bereits im ersten Halbjahr 2020 unter der Marke Toyota erste Autos auf dem chinesischen Markt das Licht der Öffentlichkeit erblicken.
Die Allianz wurde initiiert, so die Sprecher der zwei asiatischen Konzerne, um einen Beitrag zur Entschärfung des Treibhauseffektes zu leisten. Beide Unternehmen bekräftigten, dass die CO2-Emissionen Ihrer Flotten nachhaltig gesenkt werden sollen. Auch darum sei man nun absolut bemüht, die bisherigen Rivalitäten aufzugeben und neue Wege zu beschreiten.

Auch deutsch-chinesische Bündnisse werden anscheinend stärker geschlossen. Denn ebenfalls bekannt wurde jetzt, dass der chinesische Hersteller Beijing Automotive Group (BAIC) sich über eine Tochtergesellschaft bei der Daimler AG eingekauft hat. Zusätzlich zur direkten Beteiligung von 2,48 % habe BAIC das Recht auf den Erwerb weiterer Stimmrechte in Höhe von 2,52 % erworben, erläuterte BAIC in Peking. Mit dem Anteilserwerb soll die bisherige gute Zusammenarbeit unterstrichen und gestärkt werden. Daimler-Vorstandsvorsitzender Ola Källenius begrüßte den Einstieg mit einem eindeutigen Statement: „Dieser Schritt festigt unsere erfolgreiche Partnerschaft und ist ein Vertrauenssignal in die Strategie und das Zukunftspotential unseres Unternehmens“, betonte der Vorstandschef. Und weiter: „Der chinesische Markt ist und bleibt eine entscheidende Säule unseres Erfolgs – nicht nur für den Absatz, sondern auch für unsere Entwicklung und Produktion.“
Daimler produziert mit BAIC als Partner in China in dem Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz Automotive. Selbst im Vertrieb sowie bei Forschung und Entwicklung arbeiten beide Konzerne zusammen. Auch der chinesische Autobauer Geely ist seit Anfang 2018 an Daimler beteiligt, und zwar knapp 10 % der Aktien der Daimler AG.


Chinesische CATL baut Batteriezellen-Fabrik nahe dem thüringischen Erfurt

Thüringen erhält eine der größten Produktionsstandorte für E-Auto-Batteriezellen in Europa. Der Vertrag für den Bau der Fabrik des chinesischen Herstellers Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) wurde am Montag im Umfeld der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Berlin unterzeichnet. Mehrere Medien, unter anderem auch die DPA (Deutsche Presse Agentur), berichteten hierüber.

Erster Kunde des Werkes, das nahe Erfurt gebaut wird, ist BMW. Noch am Montag vergab der bayrische Autobauer einen Auftrag in Höhe von 4 Milliarden Euro an die Chinesen. Die Hoffnung von CATL ist es nun, dass andere deutsche und europäische Autokonzerne dem Beispiel von BMW folgen werden. Nach dem Willen der chinesischen CATL sollen bis 2022 240 Millionen Euro in das Werk nahe der thüringischen Metropole investiert werden. Für die Ansiedlung der Fabrik erhält CATL zudem eine Förderung vom Land Thüringen in Höhe von 7,5 Millionen Euro. Gemessen an der Größe der Fabrik, jedoch vor dem Hintergrund des hohen Automatisierungsgrades in der Fabrik, plant der Produzent nur mit der relativ niedrigen Zahl von 600 neuen Arbeitskräften zunächst.

Da aber allgemein ein starkes Anwachsen von Elektroautos in Europa in den kommenden Jahren erwartet wird, dürfte auch die Nachfrage nach Batterien sowie Batteriezellen anziehen, was zu mehr Einstellungen führen könnte. VW, BMW, Daimler und andere europäische Hersteller kaufen Zellen derzeit und auch in Zukunft stark in Asien ein und bauen sie dann zu Akkus für E-Mobile zusammen. Eine von vielen befürchtete Abhängigkeit vom chinesischen Produzenten CATL dürfte also auch in Zukunft nicht eintreten.

Gewerkschaften, Bundesregierung und vor allem Angela Merkel fordern schon lange eine deutsche oder europäische Produktion. Zwar wären der Kanzlerin mehr eigenständige deutsche Investitionen am liebsten gewesen, sie betonte aber, dass wenn ein chinesischer Investor nach Europa komme, sei es gut, wenn dieser nach Deutschland gehe und hier investiere. Sie sprach unter anderem deshalb am Montag auch von einem wichtigen Tag für Thüringen.

Der in China größte Produzent von Batterien, CATL, existiert seit 2011 und ist seit diesem Jahr an der Börse gelistet. Außer in Thüringen wird noch in Schweden eine Batteriezellenproduktion für Elektroautos in Europa aufgebaut. Dort kooperiert die schwedische Northvolt mit dem deutschen Mega-Player Siemens. Interessant sein dürfte ebenso, dass für Deutschland auch Elon Musk angekündigt hat, eventuell an der Grenze zu den Benelux-Staaten eine Batterienfabrik aufbauen zu wollen.

Mit Material von auto-medienportal.net

Foto: ampnet / CATL


Elektrofahrzeugbestand könnte dieses Jahr doch noch stark steigen

Rund 200.000 Elektrofahrzeuge könnten es am Ende des Jahres in Deutschland werden, berichteten nun der Donaukurier und die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) übereinstimmend. Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partner hochgerechnet und glaubt sogar, dass es Ende 2022 mehr als eine Million reine Stromer und Hybride werden. Das wäre für die Verfechter der umweltfreundlichen Fahrweise ein Erfolg und läge nur rund 2 Jahre hinter den Prognosen der Bundesregierung.
Die Berechnungen folgen den Zahlen aus 2017, die mit 123.000 Autos dreimal so hoch lagen wie in 2015. Damit hätte man zumindest ein Wachstum von 68 Prozent erzielt, wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Bei ähnlich exponentieller Steigerung prognostiziert nun die Unternehmensberatung einen Bestand von 250.000 E-Autos gegen Ende des Jahres. Dem entgegensprechen würden allerdings die erheblichen Lieferengpässe, die sich derzeit auftun. Gerade bei deutschen Herstellern ergeben sich bei manchen Fahrzeugen Wartezeiten von bis zu 14 Monaten. Sollten diese schnell behoben werden, wären dann doch noch theoretisch 600.000 stromgetriebene Autos bis 2020 auf deutschen Straßen möglich. Das wären trotzdem noch 40 Prozent weniger als die Bundesregierung sich das vor acht Jahren noch erhoffte.
Im Verhältnis zu den 45 Millionen Verbrenner-PKW, die derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs sind, bleibt der Anteil aber dann noch gering, dürfte allerdings ab 2020 exponentiell steigen, wenn VW in Deutschland mit dem ersten I.D.-Modell seine Modelloffensive beginnt. Dass die Zahl der E-Autos derzeit steige, liege vor allem am Ausbau des Angebots an Hybrid-Modellen, so ein Sprecher der Unternehmensberatung. Außerdem werden bestehende Elektro-Modelle mit stärkeren Batterien verbessert.

Foto: Cambio