E-Autos

Autogipfel 2021

Der Autogipfel: Endlich greifbare Ergebnisse

Die Kaufprämie für E-Autos wird nun doch weiter verlängert. Und die Abwrackprämie für alte Diesel-LKW kommt nun auch. Das sind die zentralen Punkte des Autogipfels gestern im Bundeskanzleramt. Damit die deutsche Autoindustrie inklusive der Zulieferer den Wandel zur E-Mobilität noch besser vollziehen kann, werden Milliarden-Hilfen zur Verfügung gestellt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagte hier: „Mit dem heutigen Abend schaffen wir eine wirkliche Perspektive, dass die Autoindustrie in Deutschland ihre bislang schwerste Herausforderung meistern kann.“ Die erste Fördermilliarde der anberaumten 3 Milliarden steht in Form von Kaufprämien für E-Autos zur Verfügung. Die Förderung sollte ursprünglich  Ende 2021 auslaufen. Sie wird nun bis Ende 2025 verlängert. Bis dahin werden erstmal die im Sommer erhöhten Fördersätze für rein elektrische Antriebe und die niedrigeren Sätze für Hybrid-Autos gezahlt, auch wenn dies von Umweltverbänden kritisiert wird. Nach Aussage der Bundesregierung werden bisher nur 18 Prozent der gefahrenen Kilometer bei Hybriden und Plug-in-Hybriden elektrisch gefahren.

Die zweite Milliarde des Bundes fließt dann in die Erneuerung dieselgetriebener LKW. Rund 500 Millionen Euro werden hierbei für Müllabfuhren, Feuerwehren und viele andere öffentliche Besteller bereitgestellt, die somit alte Fahrzeuge durch neue ersetzen können. Weitere 500 Millionen sollen an tausende von privaten Speditionsunternehmen in Deutschland vergeben werden. Das ist dann an Bedingungen geknüpft: Neue LKW müssen die Euro VI-Norm erfüllen.

Fördermilliarde Nr. 3 geht in einen „Zukunftsfonds Automobilindustrie“, von dem mittelständische Zulieferer profitieren sollen, um den Strukturwandel – weg von den Verbrennern, hin zu den E-Mobilen – besser bewältigen zu können.

Auch die Ladeinfrastruktur soll nun endlich nachhaltig verbessert werden. Parallel zur Förderung des Ausbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit 500 Millionen Euro hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) angekündigt, die Nachrüstung bereits bestehender Ladepunkte mit 90 Millionen Euro zu unterstützen. Ab dem 9. September sollen Unternehmen, Städte und Gemeinden, öffentliche Einrichtungen und auch Privatpersonen gefördert werden, die ihre öffentlich zugänglichen Ladesäulen mit Blick auf eine höhere Ladeleistung und mehr Ladekomfort modernisieren wollen oder müssen. Auch Unternehmen, die ihre Ladeinfrastruktur für alle öffnen möchten, erhalten eine Unterstützung.

Ziel der Ende 2025 auslaufenden BMVI-Förderrichtlinie „Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland“ ist es, 50.000 Ladepunkte, davon mindestens 20.000 Schnellladepunkte, in Betrieb zu setzen.

 

Mit Material von www.auto-medienportal.net


Mika Häkkinen auf der Piste.

Mika Häkkinen testet neue Reifen für Elektrofahrzeuge

In der heute, Freitag, erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift "arrive" wird Ex-Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen zu Wort kommen, der in Portugal spezielle NOKIAN-Reifen für Elektrofahrzeuge getestet hat. Darauf dürfen wir uns freuen! Und "arrive"-Autor Peter Weißenberg (links im Bild) hat ihn an der Rennstrecke in Portimao besucht und interessante Eindrücke gesammelt.

Denn Elektroautos können wahre Reifenkiller sein. Alle großen Hersteller forschen daher an neuen Pneus, die auf die besonderen Herausforderungen des Antriebs ausgerichtet sind. Die jetzigen Neuentwicklungen können aber auch für Autofahrer interessant werden, die noch nicht rein elektrisch unterwegs sind.

Bei seinen beiden Weltmeistertiteln hat sich Mika Häkkinen stets besonders intensiv um alle Aspekte der Bereifung seiner Formel-1-Rennwagen Gedanken gemacht – außer um einen: „Die Kosten haben natürlich keine Rolle gespielt, wenn der Grip auch nur einen Hauch besser wurde”, sagt der „fliegende Finne”.
Der Normalautofahrer denkt da oft genau umgekehrt – und das kann gerade bei den neuen Elektroantrieben verhängnisvoll werden: „Die Elektrofahrzeuge machen natürlich schon Probleme: Wegen der schweren Batterie haben sie ja ein sehr hohes Gewicht – gerade in der Querbeschleunigung müssen die Reifen da Höchstleistungen bringen”, sagt Häkkinen. Dazu kommen selbst bei braven Kompakt-Stromern rasante Drehmomente vom Start an, die den Verschleiß der Gummis deutlich beschleunigen. Ergebnis: Die Bereifung wird schneller zur Schwachstelle als bei Verbrennern.
Häkkinen weiß, wovon er spricht. Der 50-Jährige bewegt selber regelmäßig mehrere Tonnen schwere E-Autos über Teststrecken – bis an die Grenzen von Physik und Belastbarkeit, versteht sich. Für den finnischen Hersteller Nokian arbeitet der Blondschopf an der Entwicklung neuer Reifen für Elektrofahrzeuge mit. Und dabei sind für Haftung und Haltbarkeit zugleich ganz neue Wege nötig. Alle großen Reifenhersteller forschen derzeit intensiv an neuen Pneus für Stromer – oder führen Sie bald ein, wie z. B. Goodyear mit den so genannten Efficient-Grip-Reifen für Elektroautos.

(Lesen Sie weiter in der neuen Ausgabe 2 der Arrive, die ab heute im Zeitschriftenhandel ist.)


Elektrofahrzeugbestand könnte dieses Jahr doch noch stark steigen

Rund 200.000 Elektrofahrzeuge könnten es am Ende des Jahres in Deutschland werden, berichteten nun der Donaukurier und die Nachrichtenagentur Agence France Press (AFP) übereinstimmend. Diese Zahlen hat die Unternehmensberatung Horváth & Partner hochgerechnet und glaubt sogar, dass es Ende 2022 mehr als eine Million reine Stromer und Hybride werden. Das wäre für die Verfechter der umweltfreundlichen Fahrweise ein Erfolg und läge nur rund 2 Jahre hinter den Prognosen der Bundesregierung.
Die Berechnungen folgen den Zahlen aus 2017, die mit 123.000 Autos dreimal so hoch lagen wie in 2015. Damit hätte man zumindest ein Wachstum von 68 Prozent erzielt, wenn auch ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau. Bei ähnlich exponentieller Steigerung prognostiziert nun die Unternehmensberatung einen Bestand von 250.000 E-Autos gegen Ende des Jahres. Dem entgegensprechen würden allerdings die erheblichen Lieferengpässe, die sich derzeit auftun. Gerade bei deutschen Herstellern ergeben sich bei manchen Fahrzeugen Wartezeiten von bis zu 14 Monaten. Sollten diese schnell behoben werden, wären dann doch noch theoretisch 600.000 stromgetriebene Autos bis 2020 auf deutschen Straßen möglich. Das wären trotzdem noch 40 Prozent weniger als die Bundesregierung sich das vor acht Jahren noch erhoffte.
Im Verhältnis zu den 45 Millionen Verbrenner-PKW, die derzeit auf den deutschen Straßen unterwegs sind, bleibt der Anteil aber dann noch gering, dürfte allerdings ab 2020 exponentiell steigen, wenn VW in Deutschland mit dem ersten I.D.-Modell seine Modelloffensive beginnt. Dass die Zahl der E-Autos derzeit steige, liege vor allem am Ausbau des Angebots an Hybrid-Modellen, so ein Sprecher der Unternehmensberatung. Außerdem werden bestehende Elektro-Modelle mit stärkeren Batterien verbessert.

Foto: Cambio