ID.4

VW ID.4

Four hot wheels

Spritzig-sportlich fahren und dabei sparsam Energie einsetzen. Zwei Urelemente der automobilen Fortbewegung, die bei den Stromern irgendwie nie so richtig zueinander fanden. Bis jetzt. Denn VW macht es mit seiner GTX-Version des ID.4 eindrucksvoll vor, dass es geht. Dabei helfen viele technische Raffinessen im Hintergrund. Fahren wird so zu einem echten Erlebnis. Wenn man will.

Auf meiner Ausfahrt auf den schönen Tal- und Serpentinenstraßen des Harzes waren die Testbedingungen für den Stromer, der das Licht der automobilen Welt nunmehr erblickt, optimal. Die GTX-Allrad-Variante des ID.4 zeigte sich sofort auf den ersten Kilometern sportlich-spritzig, und dürfte alle, die bisher glaubten, dass Sportlichkeit und Sparsamkeit einfach nicht zusammengehören, eines Besseren belehren.

Vorweg gesagt: Wer dieses Auto kauft, dürfte seine wahre Freude sowohl am kräftigen Spurt als auch am stromsparsamen Cruisen haben – und darf es gerne auch mal etwas impulsiver angehen wollen beim Fahren. Langeweile bei Stromern? Ne, echt nicht, nicht hier. War gestern!

Trotzdem: Am Anfang will ich´s erst ruhig angehen lassen. Die Instrumente sind meist per Touchscreen anwählbar. Das Armaturenbrett konzentriert sich auf das Wesentliche und weist – zusätzlich zum Head-up-Display – den Weg zum ausgewählten Ziel. Wer die erste Kreuzung, so wie ich erreicht, setzt automatisch den Blinker und wird noch zusätzlich durch ein nach links oder rechts laufendes Lichtband oberhalb der Geschwindigkeitsanzeige mit Navi erfreut. Wunderbar. Alles intuitiv angeordnet. Meine Fahrt gleitet dahin. Erst im kurvenreichen Südharz zeigt mir das Modell, was das besondere seines Wesens ist, fernab verklausulierter Technik und langweilig-ebener Straßen.

 

Mit zwei Elektromotoren sportlich unterwegs

Von den angebotenen fünf Fahrprofilen wähle ich erstmal „Eco“. Der Modus ist laut VW auf effizientes Fahren ausgerichtet. Aber ich könnte auch was anderes wählen. Bis zu fünf Modi stehen zur Auswahl. Der Fahrer kann jederzeit entscheiden, ob er komfortabel, stabil oder sportlich fahren möchte. Bei der Auswahl eines Modus greift die Technik auf die Progressivlenkung, die E-Maschinen und die adaptive Fahrwerksregelung DCC – aber nur im optionalen Sportpaket „Plus“ - zurück. Die restlichen vier Fahrmodi heißen Comfort, Sport, Individual (im Sportpaket „Plus“) und Traction. Letzteres probiere ich bei Osterrode auf einem Waldweg mit Geröll aus. Hier sind alle Regelvorgänge bis 20 km/h auf maximalen Grip ausgelegt, die Motormomente werden reduziert und die DCC-Dämpfer weicher gestellt. Und? Na klappt prima. Auch auf diesem unsicheren Terrain komme ich gut voran. Man spürt förmlich wie sich alle vier Reifen im Alltradmodus sich festkrallen und ihren Beitrag zum Vorankommen leisten.

Einige Minuten später geht´s wieder zurück auf die kurvenreichen Strecken des Harzes. Hier bietet sich der Sport-Modus an, bei dem die vordere E-Maschine immer zugeschaltet ist. Erst wenn der Fahrer mit seinem zum Sportgerät mutierten Fahrzeug sich richtig in die Kurve legt, werden die stabilisierenden Eigenschaften des GTX im Vergleich zur „Alltags“-Variante richtig deutlich. Schon beim zügigen Einlenken spürt der Fahrer eine präzise Reaktion auf seine Lenkbefehle. Mit den DCC-Dämpfern an Bord wird das Auto eng an die Straße angebunden, die Dämpfer stützen es gegen die Fliehkräfte ab. Wenn der Fahrer am Kurvenausgang aufs rechte Pedal tritt, erlebt er die starke Traktion des Allradantriebs. Das Fahrzeug bleibt so auch in den lenkungsintensiven Situationen stets in einer ruhigen, ausgewogenen, stabil-ebenen Lage. Nichts scheint das Fahrzeug aus der Ruhe zu bringen. Stabilisierend wirkt mit Sicherheit auch das Gewicht von 486 Kilogramm zwischen den Achsen. Es zieht den Schwerpunkt nach unten und ermöglicht eine ausgeglichene Verteilung der Achslasten.

Der VW ID.4
Der VW ID.4

Mehr als 180 km/h braucht niemand

Eine kleine Pause muss sein und gab mir Gelegenheit, die Unterlagen des ID.4 GTX in Augenschein zu nehmen. Beim Blick in die Daten offenbart sich der sportliche Charakter des Allrounders natürlich auch durch die Kraft und Größe der 77-kWh-Batterie. Unter anderem auch deshalb hat diese Variante fast schon GTI-Format. Die Buchstabenkombination GTX scheint jedenfalls nicht zufällig gewählt. Im Vergleich mit dem „normalen“ ID.4 werden Unterschiede beim Antrieb, der Innenausstattung, aber auch beim Exterieur und Preis sichtbar. Als erstes Elektro-SUV von VW mit je einem Elektromotor an jeder Achse, der damit auch im Allradantrieb fahren kann, ist die Leistung naturgemäß höher als beim konventionellen ID.4. Mit einer Spitzenleistung von 220 kW bzw. 299 PS sprintet der ID.4 GTX in 6,2 Sekunden von 0 auf 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings bei 180 km/h abgeregelt. Mehr braucht man ohnehin nicht als E-Fahrer. Wie ich selbst während der Fahrt fühlen konnte, arbeitet der Heckmotor bei gleichbleibend normaler, also moderater, Fahrweise alleine. Erst in den höheren Drehzahlbereichen wird dann recht zügig die E-Maschine an der Vorderachse zugeschaltet. Der hintere Motor gibt 150 kW (204 PS) sowie 310 Nm Drehmoment ab, der vordere 80 kW (109 PS) und 162 Nm. Das Fahrzeug verbrauchte während unseres Testes zirka 16,7 kWh, die Reichweite pendelt umgerechnet zwischen 340 und 480 Kilometer, je nachdem, in welchem Modus ich mich mit dem Fahrzeug bewegte. Unterm Strich bekommen Käufer ein tolles Sportgerät.


arrive Nr. 4 - Jetzt im Handel - mit dem großen ID.4-Test

Der ID.4 von Volkswagen dürfte dem Elektroauto-Markt nun tatsächlich zum Durchbruch verhelfen. Wir haben das Modell deshalb auf den Schild gehoben und den Fahrzeugtest als Titelgeschichte in unserer aktuellen Ausgabe verankert. Mit einer Reichweite von bis zu 522 Kilometer könnte er tatsächlich für die familienfreundliche breite Masse der Autofahrer interessant sein. Auch andere Fahrzeuge haben wir wieder ausgiebig gefahren: zum Beispiel den Opel Mokka-e, den Mercedes EQA, den Hyundai IONIQ 5, Volvo XC40 Recharge P8 PAWD und den NIO ET7.
In unserem FUTURE-Block gehen wir wieder den Fragen der Zukunft neuer Mobilität nach. Wann werden Verkaufsroboter in Autohäusern eingesetzt? Wann starten die ersten Passagierflugzeuge mit Brennstoffzellen? Und was macht Gabor Steingart mit seinem Elektro-Schiff auf der Spree in Berlin?
Außerdem machen wir einen Abstecher ins b´mine-Hotel nach Düsseldorf, in das man mit dem E-Auto bis an sein Zimmer in den höheren Stockwerken fahren kann. Instagram-Mode-Star Melisa Şahin war mit arrive vor Ort und nahm Platz dort auf Designer-Möbeln.

Arrive Nr. 3 / 2021 – Jetzt im Handel!
DIE ZEITSCHRIFT FÜR DIE MOBILITÄT DER ZUKUNFT

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arrive Nr. 1/2021

Arrive Nr. 1 / 2021 jetzt im Handel: Sind Sie reif für das Elektroauto?

Elektromobile kommen immer mehr auf den Markt. Jetzt, in diesen Tagen, verbessert sich endlich auch die Ladeinfrastruktur spürbar. Und wer demnächst zuhause laden will, bekommt sogar noch viel Geld vom Staat. Kein Zweifel. E-Fahrzeuge sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und wir von arrive stellen allen Interessierten die entscheidende Frage: Sind auch Sie bereits reif für ein E-Auto. Wer sich unsicher ist, kann anhand von 11 Fragen und Antworten, unsere Titelstory als Entscheidungsgrundlage sicher verwenden. Wir erklären alles Wichtige, komprimiert und leicht verständlich auf wenigen Seiten:

Von der Wallbox, über die Haltbarkeitsdauer der Batterie, bis hin zu den zahlreichen Förderungen und dem entscheidenden Punkt für die meisten: Ist mein E-Auto tatsächlich umweltfreundlicher und günstiger im Unterhalt als mein alter Verbrenner.

Das neue Auto könnte dann etwas ganz Besonderes sein, vielleicht ist es ja eines der Neuheiten , die in den kommenden Wochen auf den Markt kommen wird und die wir in der Mitte des Heftes vorstellen. Wir haben im Heft Vorstellungen und Testberichte vom Elektro-VW-SUV ID.4, dem Opel Zafira E-Life, dem Kleinstwagen Citroen Ami, dem BMW iX3, dem revitalisierten MG ZS EV. Dabei ist auch der Mercedes EQV 300 und die Plug-In-Hybride Kia Sorento, Mini Countryman, Porsche Panamera, Toyota RAV4, VW Tiguan eHybrid, Golf GTE, Peugeot 3008, der Luxusliner Mercedes S 580 E, der Skoda Octavia iV und und und…

Wem das noch zu wenig ist, kann einen Blick auf das erste elektrische Leichtflugzeug und alte, aber edle Oldtimer werfen, die zu Elektro-Oldtimern umgerüstet werden.

 

arrive Nr. 1 /2021: Jetzt im Zeitschriftenhandel!

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Der ID.3

arrive Nr. 6: Der ID.3 von Volkswagen. Das beste deutsche Elektroauto

Die Auslieferung des ID.3 läuft seit wenigen Tagen auf Hochtouren. Und wenn es nach dem Willen von Volkswagen geht, so soll es mindestens in diesem Jahr das beste deutsche Elektro-Auto sein. Nach dem sich lange hinziehenden Dieselskandal will der weltweit größte Autobauer sich an die Spitze der neuen Stromer setzen und ein großes Massenpublikum begeistern. Inwieweit das gelingen könnte, zeigen wir in unserer Titelgeschichte über das Modell, das mit drei Batterieausführungen auf den Markt kommt.
Weitere aktuelle Fahrzeuge, die wir als Test oder Vorabbericht im Heft präsentieren: der Polestar 2, der Audi Q4 Sportback e-tron, der Audi e-tron 55 quattro, Fiat 500, BMW 545e und DS3 Crossback. In einem kleinen Block wenden wir uns den strategischen Elektro-Aktivitäten von BMW zu und erklären, warum der iX3, den wir vorstellen, so wichtig für den bayrischen Konzern ist.
Aber auch die Hybride und Plug-in-Hybride sollen bei uns nicht zu kurz kommen. Mit dabei: Die neue S-Klasse von Mercedes, die Jeep-Modelle Renegarde und Compass, Maserati Ghibli, Toyotas RAV4 Hybrid, und der Volvo V40.
Was aber wird uns die Elektro-Auto-Zukunft bescheren? Das verrät der Nissan Ariya, den unser Autor Michael Specht für uns exklusiv beschreibt.
Und was gibt´s sonst noch? Wie immer wird das Heft durch Service- und Hintergrund-Artikel abgerundet. Ganz zum Schluss kommt wieder unsere bewährte Kolumne von Fernseh-Moderator Thomas Ranft, einige Infografiken zur Innovationsfähigkeit der E-Auto-Produzenten und der letzte Teil der E-Auto-Liste mit Mild-, Vollhybridfahrzeugen und Vans.

Ab sofort ist Ausgabe 6 der arrive in vielen gut sortierten Zeitschriftenregalen erhältlich!


ID.4

Premiere des VW ID.4: Auf dem Weg zum Weltauto?

Nach dem Marktstart des kompakten ID.3 bringt der Wolfsburger Konzern den elektrischen Crossover-SUV ID.4 auf den Markt.

Als VW dieses Jahr mit dem ID.3 sein erstes vollelektrisches Modell auf den Markt brachte, war trotz moderner Aufmachung klar, dass es ein eher für den europäischen Markt bestimmtes Golf-Äquivalent sein sollte. Nun folgt mit dem ID.4 ein als „Weltauto“ bezeichnetes Fahrzeug, das den global hochrelevanten Markt der Kompakt-SUVs bedient. So verwundert es kaum, dass Chefingenieur Frank Bekemeier den ID.4 als zentralen Bestandteil von VWs Elektrifizierungskampagne bezeichnet. Neben dem Werk in Zwickau wird der elektrische Crossover-SUV auch in China und den USA vom Band rollen.

Zunächst ist der ID.4 als Sondermodell 1ST bestellbar. Mit einer Batteriekapazität von 77 kWh bringt er es auf eine Reichweite von 520 km. Der E-Motor mit Heckantrieb leistet 150 kW (204 PS) und beschleunigt in 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. An einer Schnellladesäule kann der ID.4 mit 125 kW geladen werden – genug, um in einer halben Stunde Reichweite für 320 Kilometer zu tanken.

Im Exterieur folgt der Elektro-SUV der modernen Designsprache des ID.3: Fließende und stringente Gestaltung, die gleich darauf deutet, dass es sich hier um ein E-Fahrzeug handelt. Die Scheinwerfer und Rücklichter verlaufen in einem kontinuierlichen LED-Band, in dessen Mitte das VW-Logo platziert wird. Auch im Interieur setzen die Wolfsburger moderne Akzente: Das Cockpit kommt ganz ohne Knöpfe oder physische Tasten aus. Stattdessen dominieren zwei Displays den Innenraum, die per Touchscreen oder Sprachsteuerung bedient werden können. Optional ist ein Head-Up-Display, das etwa Navigationshinweise direkt ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. Durch den langen Radstand entsteht ein geräumiger Innenraum, der es, wie VW betont, mit dem Raumangebot der nächstgrößeren SUV-Klasse aufnehmen kann. Auf einer Länge von 4,58 Meter profitiert der ID.4 so von der Raumaufteilung der Wolfsburger MEB-Plattform.

Der ID.4 1ST ist als teurere Ausstattungsversion förderungsfähig. Mit Elektrobonus ist er demnach für 40.470 Euro erhältlich. Ab 2021 soll das elektrische Fließheck-SUV dann auch in anderen Motor-und-Akkuvarianten auf den Mark
t kommen. Eine günstigere Version mit kleinerem Akku, die es mit 52 kW/h auf 350 km Reichweite bringt, soll ab 37.000 Euro zu haben sein. Im neuen Jahr folgen dann auch weitere Motorversionen mit 109, 125, 128 oder 150 kW. Zudem steht eine Allrad-Motorisierung an, die es mit zusätzlichem Frontmotor mit 75 kW (102 PS) auf eine Systemleistung von 225 kW (306 PS) bringt.

Der ID.4 kommt mit der Ambition auf den Markt, wie sein Gegenstück Tiguan zu einem „Weltauto“ zu werden. Die Weichen dafür sind gestellt, der ID.4 ist ab sofort bestellbar, die Produktion im VW-Werk in Zwickau läuft seit August. Die ersten Kunden sollen ihr Auto noch vor Weihnachten geliefert bekommen.