Microlino

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Er kommt spät, aber er kommt: Der Microlino 2.0

Die Reibereien mit dem Delbrücker Unternehmen Artega gehören der Vergangenheit an. Jetzt schaut das Schweizer Unternehmen Micro konsequent nach vorne und ist auf dem besten Weg das Elektroauto Microlino 2.0 in wenigen Monaten auf den Markt zu bringen. Schon jetzt gibt es einen ersten Prototypen, auf den bis zum Homologationsprozess im Sommer weitere Vorserienfahrzeuge folgen sollen. Auf den 21. August haben die Eidgenossen die offizielle Präsentation der Serienversion sowie die EU-Zulassung terminiert. Produktionsstart und erste Auslieferungen sollen kurz darauf in den dann folgenden Wochen stattfinden.

An den Eckdaten des bereits im Sommer 2020 vorgestellten Microlino 2.0 hat sich nichts geändert. Der knuffige, nur 2,43 Meter kurze Zweisitzer wird in der L7e-Klasse antreten. Und auch die technischen Daten zeugen von Bescheidenheit beim Fahrkomfort: Ein 11 kW/15 PS starker E-Motor treibt den knapp über 500 Kilogramm leichte Leichtbau-Stromer auf maximal 90 km/h. Die wahlweise 8 oder 14,4 kWh großen Batterien sollen Reichweiten von 125 beziehungsweise 200 Kilometer erlauben. Der Basispreis beträgt 12.000 Euro. Vorbestellungen werden entgegengenommen.


Der Microlino.

Artega und Micro Mobility Systems einigen sich

Was lange nicht möglich schien, ist nun doch noch geschehen. Zwei Streithähne, die um ein E-Modell lang kämpften, haben sich nun geeinigt. Denn eigentlich hätte der Isetta-Klon Microlino längst auf dem Markt sein sollen. Hätte! Doch ein Streit der einstigen Partner, der Artega GmbH aus Delbrück und der Micro Mobility Systems aus dem schweizerischen Küsnacht verhinderte dies. Jetzt planen beide Kontrahenten ihre eigenen, ähnlichen Fahrzeuge, vom Band rollen zu lassen.

So hat der einstige deutsche Sportwagenhersteller Artega angekündigt, im April 2020 den Elektro-Leichtkraftwagen Karo offiziell auf den Markt zu bringen. Damit endet eine über Monate währende rechtliche Pattsituation zwischen den einstigen Partnern Micro Mobility Systems und Artega, die ursprünglich gemeinsam planten, den zunächst als Microlino angekündigten Isetta-Klon entwickeln und produzieren zu wollen. Artega hat sich 2019 jedoch für einen Alleingang bei Produktion und Vertrieb des mit dem Microlino eng verwandten Karo entschieden. Diesem Vorstoß folgte zunächst ein Rechtsstreit zwischen Mirco und Artega, der Ende 2019 in einer außergerichtlichen Einigung mündete. Nach dieser plant Artega nun zusammen mit den ebenfalls in Delbrück beheimateten Partnern Paragon und Voltabox zeitnah mit der Produktion des Karo zu starten, während Micro zusammen mit der italienischen Firma CECOMP 2021 mit dem Microlino folgen will.

Artega nimmt bereits Bestellungen für den Zweisitzer Karo entgegen. Im Frühjahr sollen dann erste Auslieferungen folgen. Abgesehen von 90 km/h Höchstgeschwindigkeit und 200 Kilometer Reichweite werden allerdings noch keine technischen Details zum rein elektrisch angetriebenen Zweisitzer mit der ungewöhnlichen Fronttür genannt. Preise hingegen schon: Demnach soll der Karo „Edition“ rund 18.000 Euro kosten. Alternativ wird zum Marktstart die limitierte Version „Intro“ für rund 22.000 Euro angeboten. Damit wird der Karo deutlich teurer als ursprünglich angedacht: 2018 hatte Micro noch einen Preis von 12.650 Euro für den Microlino genannt.

Das Schweizer Unternehmen hat nach der außergerichtlichen Einigung einen Marktstart des Microlino für 2021 angekündigt. Der neue Partner für Entwicklung und Produktion, das in Turin beheimatete Unternehmen CECOMP, kann unter anderem auf Erfahrungen im Bau von Elektroautos wie dem Bluecar verweisen. Zusammen mit CECOMP will Micro einen Microlino 2.0 entwickeln. Technische Details und Preise wurden noch nicht genannt.